Sonntag, 26. Januar 2020

Textiler Schmuck aus Zackenlitze

Textiler Schmuck ist das Thema bei der ersten Stoffspielerei im neuen Jahr. Bei der Stoffspielerei geht es darum, mit Stoff und Garn zu experimentieren. An jedem letzten Sonntag im Monat findet die Stoffspielerei mit neuem Thema bei einer anderen Bloggerin statt und es werden auch ungewöhnliche oder fast vergessene Verarbeitungsmethoden ebenso wie neue Ideen gezeigt und interessante Informationen geteilt. Macht doch auch mit!


Ich habe mich dabei von den 40er Jahren inspirieren lassen, als man auch Blumengestecke aus Filzresten machte oder sich schmückende Kragen häkelte und mir aus einer glitzernden Zackenlitze ein paar Ohrringe gemacht.

Dazu braucht man nur
  • Zackenlitze,
  • ein paar Perlen,
  • Clips (oder Stecker),
  • Schere, Nadel und Faden
Ich habe bei meiner Zackenlitze 25 Zacken abgezählt und dann die Litze links auf rechts leicht überlappend mit langem, doppeltem Faden zum Kreis geschlossen.


Anschließend wird der lange Faden abwechselnd von vorn und hinten durch die 24 verbliebenen Zacken gestochen und am Ende wird die Litze an diesem Faden zusammengeschoben.

 

Nun werden nur noch die Perlen dekorativ angenäht und alles an den Ohrclips befestigt - das kann man entweder ebenfalls mit dem Faden machen oder man klebt sie einfach mit der Heißklebepistole fest. Ich habe mich für die Variante mit Faden entschieden, weil meine Zackenlitze sehr störrisch war und ich sie dadurch noch ein wenig richten konnte.


Und dann sind die Ohrclips auch schon fertig. Sie tragen sich sehr angenehm, weil die Litze schön leicht ist und trotzdem steht sie normalem Schmuck an Glitzer und Schimmer in nichts nach. Ein wenig Zackenlitze habe ich noch übrig, aber für mehr Blüten reicht es leider nicht - mal sehen, was daraus wird.

Habt ihr schonmal Schmuck aus Textilien oder Garn gemacht?


Samstag, 18. Januar 2020

Fertig: Herrenhemd nach Simplicity 4760!

Endlich mal wieder wurde auch ein Hemd für den Gatten genäht. Der Schnitt Simplicity 4760 ist erprobt und mehrfach für gut befunden worden (1,2,3,4).


Den Stoff hatte der Gatte sich bei einem Fahrradausflug zum Stoffladen selbst ausgesucht. Ein karierter Flanell in Blau und Grün mit Gelb aus Baumwolle, der eher lose gewebt ist und sich beim Zuschnitt gern verziehen wollte. Ich habe mich daher sehr strikt am Muster orientiert und konzentriert zugeschnitten. Das klappte insgesamt sehr gut - auch der Beleg, die Seitennähte und Ärmel passen ins Muster, lediglich der Kragen ist nicht ganz geglückt. Die Hemdtaschen habe ich - wie gewünscht - schräg zugeschnitten und als Verschluss sind Druckknöpfe in Perlmuttoptik angebracht.


Weil es ein Winterhemd ist, hat es lange Ärmel bekommen und kann mit der Kragenschlaufe und einem kleinen Knopf hoch geschlossen werden.

Der Gatte ist ganz begeistert und es war schwierig, das Hemd überhaupt ablichten zu können, da es quasi nur am Mann oder auf dem Wäscheständer hängt.. und das ist doch schließlich das beste Kompliment!

Samstag, 11. Januar 2020

Bügelbrettbezug - einfach selbernähen!


Der Jahreswechsel bietet sich gut an für's Aufräumen, Sortieren und Warten der Nähutensilien. Auf meiner Liste stand auch dem Ärmelbügelbrett endlich einen neuen Bezug zu nähen.

Das Bügelbrett habe ich vor einiger Zeit für einen Euro auf dem Flohmarkt gekauft. Gleich nach dem Kauf habe ich den Bezug gewaschen und da mir das Bügelpolster direkt entgegenrieselte, habe ich es sofort ersetzt (Ersatzpolster sind erhältlich im Fachhandel oder auch in der Aktion bei Discountern).

Inzwischen braucht es aber auch dringend einen neuen Bezug - Spuren von Bügelvlies und Verfärbungen zeugen vom ständigen Gebrauch und das Gummiband, mit dem der Bezug über dem Brett gehalten wird, ist porös und bereits an diversen Stelen gerissen.

Weil ich ein Gummiband auch nicht so praktisch finde, wollte ich lieber einen Bezug mit Band zum Festzurren und so habe ich dann auch meinen neuen Bezug gearbeitet.

1. Schnittmuster und Stoffwahl



Das Schnittmuster gibt das Bügelbrett selbst vor. Legt das (unbezogene) Bügelbrett einfach mit der oberen Seite auf ein Stück Schnittmusterpapier und übertragt die Konturen. Danach werden mindestens 6cm für Ärmelbretter und 8-10cm für große Bügelbretter rundherum hinzugefügt.

Wer einen alten Bezug hat, der bereits einen Tunnelzug hat, kann natürlich auch diesen einfach auftrennen und als Schnittmuster nehmen.

Dieses Schnittmuster gibt auch den Stoffverbrauch vor. Nehmt am besten kochbare, farbechte, glatte Baumwollwebware (manche nehmen auch Jersey). Auf keinen Fall verwenden solltet ihr Plastikstoffe, sonst verschmilzt der Bezug mit eurem nächsten Bügelstück, oder Stoffe mit Struktur oder Nähten, denn die drücken sich dann in das Bügelstück.


2. Das Nähen


Habt ihr erstmal euer Schnittmuster erstellt, müsst ihr nur noch den Tunnel nähen. Dazu wird die Stoffkante zunächst 1,5cm und danach nochmal 2cm breit umgeschlagen und geplättet. Das Umschlagen in kleinen Kurven ist immer ein wenig friemelig, aber es muss auf der Unterseite auch nicht ganz akkurat sein - wichtig ist, dass der Tunnel überall geschlossen ist. Anschließend wird mit 1,5 Abstand zur Kante abgesteppt, wobei am Ende des Bügelbrettes 3-5cm offen bleiben.

Dann wird nur noch eine Kordel durch den Tunnel geführt und festgezurrt, sodass der Bezug sich fest und glatt um das Bügelbrett legt.


Und damit ist der neue Bügelbrettbezug auch schon fertig, hübsch anzuschauen und einsatzbereit. Und wer dann noch Stoff übrig hat, kann sich passend dazu noch ein Bügelei nähen.


Samstag, 4. Januar 2020

Bänder aufbewahren!

Zum Jahreswechsel habe ich mein Nähzimmer aufgeräumt und dabei kamen auch diverse Bänder zum Vorschein: Samtbänder, Ripsbänder, Webbänder, Zackenlitzen, Bommelborten in unterschiedlichen Längen und Breiten - und alles zusammengewürfelt und verknotet in ein Schubfach gestopft. Das sollte sich aber nun ändern, daher habe ich mir überlegt, wie ich die Bänder übersichtlich und platzsparend sortiert bekomme und möchte euch an meiner Lösung teilhaben lassen.

 

Statt in der Schublade habe ich einen Schuhkarton zur Aufbewahrung gewählt. Damit sich die Bänder nicht mehr verwirren können, habe ich mehrere ausgediente Versandkartons zu Kärtchen zerschnitten, die ihrer Größe nach genau in den Schuhkarton passten, und wickelte die Bänder darum herum. Die etwas kürzeren Bänder habe ich auf der kurzen Seite gewickelt und die Bänder mit mehreren Metern auf die langen Kartenseiten - so können auch ganz unterschiedlich lange Bänder zusammen aufbewahrt werden.


Damit die Bänder nicht runterrutschen oder sich in die Quere kommen können, habe ich zudem alle Kärtchen noch mit kleinen Rinnen ausgestattet. Dabei habe ich einfach verschieden breite Rinnen gegenüberliegend gleich ausgeschnitten. Damit der Karton sich gut schneiden lässt, habe ich ein Cuttermesser benutzt. Die Rinnen erleichtern das Aufwickeln und es bleibt alles, wo es hingehört!

Alle Bänder haben so in dem Karton ihren Platz gefunden und sind nun mit wenig Aufwand und ohne Kosten gut sortiert immer griffbereit.

Mittwoch, 1. Januar 2020

Rückblick 2019!

Die erste Woche des neuen Jahres eignet sich immer gut für einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Bei einigen Teilen ist man dann ja fast überrascht, dass sie eigentlich noch so neu sind. Andere hat man fast schon wieder vergessen.

Bei mir startete das Jahr mit dem fliederfarbenen Wollrock mit Fächerfalte. Der gerade Rock wurde oft und gern getragen und lässt sich gut kombinieren -  ein voller Erfolg also und auch diesen Winter wird er mich wieder begleiten.


Weiter ging es ebenfalls in rosa mit der Frühlingsbluse. Bekannter Schnitt, genügsamer Stoff, die Bluse war schnell genäht und wurde so oft getragen, dass ich nochmal auf's Datum gucken musste, aber sie ist wirklich erst von diesem Jahr.

 

Ebenfalls ein bekannter Schnitt ist die Hemdbluse, die ich dieses Jahr mit Bogenkante nähte. Das war viel Arbeit und gefiel mi auch wirklich gut, aber irgendwie konnte es sich nicht durchsetzen. Ich kann gar nicht genau sagen, woran es liegt, aber ich hatte sie bislang nur einmal an.

  

Viel öfter trug ich hingegen die Rita Blouse von Gertie's Charm Patterns aus einem Originalstoff aus den 50er/60er Jahren. Das ist auch mein Liebling 2019, denn ich habe sie wirklich so oft und immer unheimlich gern getragen.


Endlich einen Jeansrock habe ich mir genäht, der mir auch gut gefällt, aber nicht so ganz ideal war. Etwas zu steif ist der Stoff und der kleine Elasthananteil vertrug sich so gar nicht mit den gewebten Taschen, sodass die Taschen nur Zierde sind. Aber ich bin sicher, dass ich den Rock vor allem jetzt im kommenden Frühling oft tragen werde.


Es folgte eine weitere Rita Blouse mit flatterigen Ärmeln aus einem Kirschreststoff.
Danach zeigte ich wie ich meine ganz einfachen Unterröcke nähe und auch für dieses Jahr steht wieder ein wenig Wäsche auf dem Programm.

Es folgte der heißgeliebte Leinenrock mit Taschen nach einer Anleitung von 1937 - einfach aber effektvoll. Zusammen mit dem Probemodell der Rita Blouse genau das richtige Ensemble für die richtig heißen Sommertage, an denen man arbeiten oder aus anderen Gründen die Terasse verlassen muss.


Und dann wurde es schon wieder herbstlich. Mit der Jacke 104 aus der Burda 08/2012 habe ich mir eine lose, einfach überzuwerfende Jacke genäht. Die habe ich in der Übergangszeit oft und gern getragen, aber ich denke für den kommenden Frühling werde ich doch noch einen Verchluss annähen, denn sobald es windig wird - und wir sind hier in Hamburg, wie haben quasi immer Wind - flattert die Jacke davon und das nervt mich doch ein wenig.


Es folgte ein weiteres Oberteil, bei dem ich der Farbe nicht widerstehen konnte. Ich bin noch immer skeptisch wegen des reinen Polyesters und hatte das Oberteil zwar schon an, aber noch nicht so oft, dass ich die Befürchtungen weder bestätigen noch Entwarnung geben könnte.


Auch der dunkelblaue Wollrock und die Spinnenbluse sind noch zu frisch, um viel dazu sagen zu können. Die Bluse war mir bislang etwas zu kurzärmelig und der Rock sitzt Dank der Vorweihnachtszeit etwas zu stramm, aber beides wird sich im Frühjahr ändern, also bin ich da guter Hoffung.

 

Abgeschlossen wird das Jahr von meinem Retroshirt Jazz mit dem kitschigen Weihnachtsstoff. Das Oberteil dreht gerade seine Runden in der Waschmaschine und wird dann im Schrank verschwinden - es bleibt abzuwarten, ob und wie gern ich es nächstes Jahr in der Vorweihnachtszeit tragen werde, aber ich bin recht optimistisch.


Ich habe dieses Jahr auch manches nicht gezeigt. So hatte ich zB ein Sporttop genäht, dass mit uns von Prag nach Cuxhaven geradelt ist, eine Weste und ein Hemd für den Gatten sind noch ungezeigt und auch nützliche Kleinigkeiten wie das Bügelei oder der Bügelamboss sind entstanden. Ich bin mit dem letzten Jahr insgesamt ganz zufrieden.

Und weil es sich zum neuen Jahr so anbietet, habe ich Inventur gemacht und die Stoffe nochmal ausführlich katalogisiert. Eigentlich wollte ich ja nie bei Stoffdiäten und ähnlichem mitmachen, aber ich horte inzwischen 394,1m Stoff (und die Dunkelziffer ist wegen Resten und einigen unkatalogisierten Stoffen noch höher). Nachdem ich die kaum mehr verstaut kriege und es ja auch schade ist sie ungenutzt zu lassen, werde ich doch mal versuchen mehr zu verarbeiten als zu kaufen.

Und bei der Gelegenheit habe ich das Nähzimmer ordentlich aufgeräumt, sodass es nun ganz frisch und geordnet ins neue Jahr gehen kann. Ich hoffe, ihr seid alle gut reingekommen und wünsche euch ein erfolgreiches, schöner und gesundes Jahr 2020 - Wir sehen uns beim MeMadeMittwoch!

Dienstag, 24. Dezember 2019

Fertig: Retroshirt Jazz!

Dieses Jahr an Weihnachten sitze ich also stilecht im Shirt mit Flamingos und geschmückter Ananas unter dem weißen Tannenbaum - As kitsch as I can!


Ich habe eine FBA gemacht und je Seite 3cm zugegeben. Die entstandene Weite habe ich nicht mit senkrechten Abnähern weggenommen, weil ich das Muster nicht durchbrechen wollte und mir dachte, dass ein wenig mehr Weite an Weihnachten nicht verkehrt sein kann.

Da ich nur 80cm Länge hatte, hat es auch nur für kurze Ärmel gereicht - ich werde das Shirt also vor allem mit Strickjacke tragen.


Leider muss ich sagen, dass ich mit dem Retroshirt Jazz ansonsten nicht besonders zufrieden bin.

Vor allem der Kragen war wirklich ein Ärgernis. Nun kann man natürlich sagen, dass ein gerader Kragen mit angeschnittenem Beleg logischerweise bei einem runden Hals nicht so fantastisch sitzen kann, aber da hätte ich mir doch mehr versprochen. Der Kragen stand vorn und hinten sehr weit ab, sodass ich ihn seitlich weiter zunähte. Dabei ist der Übergang zwischen der ursprünglich vorgesehenen Schulternaht (als Abnäher zwischen Oberteil und angeschnittenem Beleg gearbeitet) und dem von mir geschlossenen Kragenstück sehr holprig geworden. Das ließ sich aber wegen des schon in der Ärmelnaht mitgefassten Beleges gar nicht besser machen.

Danach lag der Kragen dann besser an, aber ich habe ihn schließlich vorn nochmal rundlich umgeklappt, sodass ich nun zwar innen eine Wulst an Stoff habe, aber wenigstens sitzt der Kragen jetzt halbwegs so wie ich mir das vorstelle.
Beim nächsten Mal werde ich hier auf jeden Fall mit eigenem Beleg arbeiten!

Und dann wird das Shirt als sehr lang vorgegeben und enthält später den Hinweis bei der ersten Probe nach Geschmack zu kürzen. Das mag ja grundsätzlich ganz zielführend sein, wenn die Trägerin die Länge selbst bestimmen kann, aber der Verschnitt ist schon sehr ärgerlich. Ich weiß gar nicht mehr wie oft und um welche Länge genau ich letztlich gekürzt habe, aber ich würde tippen, dass zwischen 15 und 20cm Länge weggekommen sind. Da wäre ich mit den Ärmeln noch wesentlich besser zurecht gekommen anstatt am Ende alles wegzukürzen.

Beim letzten Kürzen habe ich dann noch vergessen die Saumlänge zu bedenken, sodass das Shirt nun auch noch einen Tick zu kurz geworden ist.


Der widerspenstige Kragen und das Kürzen haben mir schon ein wenig die Freude am Shirt genommen, sodass ich jetzt einfach nur froh bin, dass es halbwegs geschafft ist. Da wäre mehr drin gewesen, aber ich bin vorsichtig optimistisch, dass das Shirt im nächsten Jahr mehr und mit ein wenig Abstand dann auch gern getragen wird.

Vielen Dank für die Organisation des Weihnachtskleid Sew-Alongs und ich wünsche allen eine besinnliche, friedliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins nächste Jahr!