Freitag, 29. November 2019

Fertig: Bluse und Rock - Kiss of the Spiderwoman!


Heute mal direkt zwei neue Stücke in meinem Kleiderschrank, nämlich Bluse und Rock. Der namensgebende "Kiss of the Spiderwoman" ist ein altes Design, das von Gertie Hirsch neu aufgelegt wurde. Spinnenweben und Rosen auf fliederfarbenem Grund und nachdem der Stoff bei Poppy Ray im Angebot war, konnte ich nicht widerstehen und habe einen knappen Meter geordert. Ist es nicht ein großartiges, ungewöhnliches Design?


Der Schnitt Simplicity 7708 (Simplicity 1692 im englischen Original) ist eine kleine Bluse mit Puffärmeln, Raffung am Ausschnitt und Falten um in der Taille auf Figur zu kommen. Ich habe ihn bereits mehrfach genäht (1, 2, 3, 4), allerdings meistens aus weicher fließender Viskose. Der hiesige Baumwollstoff ist etwas fester und daher habe ich eine FBA gemacht.

Weil der Schnitt ohnehin die Raffung am Ausschnitt vorsieht, habe ich die nicht benötigte Mehrweite, die sonst in Abnähern abgenäht wird, direkt dort eingesetzt (vgl. diese Anleitung). Ich habe an der Brust insgesamt 5cm zugegeben, aber es hätten vielleicht noch 2cm mehr sein dürfen.


Bei dieser Bluse habe ich auch zum ersten Mal die vorgesehene Schleife am vorderen Ausschnitt angebracht. Zudem macht sich die schon gezeigte Spinnenbrosche sehr gut auf der Bluse.

Besonders winterlich kommt die Bluse allerdings nicht daher - Baumwollstoff und kurze Ärmel sind eher atypisch für Frost und Schneegestöber, aber für lange Ärmel hat der Stoff leider nicht gereicht. Im Notfall ziehe ich eine Strickjacke drüber und warte auf den Frühling.


Der Rock ist schon winterlicher und aus einem festen Wollmischstoff, den ich aus zweiter Hand kaufte und der mit 80cm Länge eher knapp bemessen war. Den Schnitt eines einfachen, geraden Rockes habe ich ein wenig eingestellt, sodass er nach unten hin schmaler zuläuft. Ansonsten hat der Rock einen geraden Bund, einen Reißer in der Seite und ein Futter.

(Auf den Bilder hat sich links das lose Ende vom Reißer über das Futter geschoben, daher ist auf den Bildern dort eine Beule zu sehen - das habe ich inzwischen per Hand festgenäht)


Der Rock hat eine nicht ganz gelungene Diorfalte bekommen. Bei der Diorfalte handelt es sich eigentlich um einen ganz normalen Schlitz in der hinteren Mitte des Oberstoffes, während das Futter an der Seite geschlitzt und ein Stück des Oberstoffes auf die hintere Mitte des Futterrockes genäht wird. So wird bei Bewegung der Eindruck erzeugt, dass es sich um eine Falte handelt.

Leider habe ich vergessen den Saum des Unterrockes rund zu machen. Daher ist der Versatz zum 2cm kürzeren Futterrock zu sehen und somit meine Faltenillusion nicht perfekt. Dennoch bin ich für meinen ersten Versuch zufrieden - bei Bewegung sieht man kein Futter und die Fliege ist mir auch gut gelungen. Die korrekte Diorfalte muss ich mir dann für den nächsten Rock aufsparen. Wer mehr über die Diorfalte erfahren möchte, findet bei Sewing Galaxy eine hervorragende Ausführung dazu.


Der Rock ist vor allem entstanden, weil ich ihn für diese Jacke nutzen wollte, allerdings ist die inzwischen ein wenig zu kühl für das Novemberwetter geworden. Aber der nächste Frühling kommt und dann wird es gut zusammengehen. Bis dahin muss ich aber noch eine zartgelbe Bluse nähen - die steht dann für's Frühjahr an.

Sonntag, 24. November 2019

Weihnachtskleid-Sew-Along WKSA 2019!

Endlich wieder Weihnachtskleid-Sew-Along - das gemeinsame Nähen der festlichen Weihnachtskleidung im Rahmen des MeMadeMittwoch.

Ich nähe dieses Jahr nach dem Motto "As Kitsch as you can!"


Wer hier schon länger mitliest weiß, dass wir keine Kitschanfänger sind - egal, ob es der weiße Plastikweihnachtsbaum ist, eine kitschige Schürze oder ein Lebkuchenbungalow. Dieses Jahr setzen wir dem Ganzen dann aber die Kitschkrone auf - der Gatte übt Weihnachtslieder auf der Ukulele ("Ihr Kinderlein kommet" klingt auf Ukulele gar nicht so merkwürdig, wie man denkt) und ich nähe mir ein Oberteil mit weihnachtlichen Flamingos und festlich geschmückten Kakteen.


Der Stoff ist ein Jerseyreststück, an dem ich einfach nicht vorbeigehen konnte. Einen Schnitt habe ich noch nicht.

Ich hätte gern einen unaufgeregten Schnitt, der dem Muster genug Raum lässt und nicht zu tief dekoltiert ist, allerdings brauche ich Taille und ausreichend Platz für die Brust, also werde ich um Abnäher und/oder Teilung eh nicht herumkommen. Ich liebäugele mit dem Retroshirt Jazz, aber bevor ich mich entscheide und mich an die Anpassungen mache, werde ich mal meine neueren Zeitschriften durchforsten, ob mich da ein anderer Schnitt mehr anspricht.

Am liebsten wäre ich schon am 17.12. fertig - da ist Personalversammlung und somit eine hervorrangende Gelegenheit das Oberteil auszuführen. Also muss ich mich ranhalten und werde schnell die Zeitschriften durchschauen, aber erst gucke ich, was die anderen Damen planen!

Freitag, 22. November 2019

Selbstgemachte Spinnenbrosche!


Eigentlich mag ich keine Spinnen und eigentlich würde ich mir auch keinen Stoff mit Spinnweben kaufen. Irgendwie landete aber der schöne Stoff von Gertie Hirsch (gekauft bei Poppy Ray) im Warenkorb und schließlich bei mir zuhause. Und was bietet sich natürlich für einen Stoff mit Spinnweben an? Klar, eine Spinnenbrosche!


Glücklicherweise horte ich nicht nur Stoffe, sondern auch allen möglichen anderen Klein- und Bastelkram und so fanden sich schnell Perlen, Schmuckdraht und Broschennadel. Allerdings habe ich eher kleinere Perlen und kaum etwas, das sich als Spinnenkörper eignen könnte. Aber auch eine ungeliebte Halskette lag im Schmuckbastelkästchen - sie hatte mich immer an Augen erinnert und ich mochte sie nicht tragen, aber als Spinnenkörper sind die einzelnen Glieder perfekt!


Also habe ich die Kette zerlegt, aus dem Schmuckdraht vier ca. 15cm lange Stücke abgeschnitten und diese dann mittig um das Verbindungsstück des Gliedes geschlungen, sodass acht Spinnenbeine entstanden sind. Anschließend mit Perlen bestückt, gekürzt und das Ende jeweils zur Schlaufe gebogen, damit das scharfkanige Drahtende nicht den Stoff beschädigt.


Eine weitere Perle habe ich als Kopf mit Draht befestigt. Mit Heißklebepistole habe ich dann hinten eine Broschennadel angeklebt und ein Diamant verdeckt die Drahtschlingen.

Ich bin ein bisschen verliebt in die kleine Spinne und vielleicht sollte ich meine Abneigung gegen die kleinen Krabbelviecher nochmal überdenken..

Dienstag, 12. November 2019

Werkzeuge beim Nähen: Bügelamboss / Tailors Board!

Heute wird es richtig handwerklich - keine Sorge, das wird hier kein Heimwerkerblog, denn eigentlich geht es immernoch um's Nähen: Wir haben einen Bügelamboss, ein sogenanntes Tailors Board, gebaut!


Gerade neulich hat mir (mal wieder) eine Möglichkeit gefehlt, eine Briefecke ordentlich auszubügeln, und so bat ich den Gatten, ob wir nicht am Samstag einen Bügelamboss bauen könnten, denn auch der Gatte weiß:
Gut gebügelt ist halb genäht!
..und gleich zu Anfang einmal die Verwendungmöglichkeiten eines solchen Werkzeuges:


1.Rundung für Ärmel / Armkugeln
2.leichte Rundung für Seitennähte über die Hüfte oder Teilungsnähte an der Brust
3.Rundung mit Wölbung für schwer erreichbare Stellen wie an Krägen oder kleine Teile
4.langgezogene Spitze zum Ausbügeln von Ecken
5.Rundung für Bubikragen oder Ähnliches
6.glatte Kante mit anschließender Rundung für schwer erreichbare Stellen
Außerdem kann auf der Fläche des großen Stückes auch ganz normal flach gebügelt werden.


Ein sehr hilfreiches, vielseitiges Werkzeug also. Bereits im Jahr 1966 wurde dafür ein Patent angemeldet. Der Gatte und ich haben diese Anleitung befolgt.

Schon auf dem Papier ist allerdings aufgefallen, dass der Sitz der Verbindungen nicht ganz stimmt. Der Bügelamboss sollte, damit man die Ärmelnaht gut ausbügeln kann, auf den Spitzen stehen können - das passt aber mit den eingezeichneten Verbindungen nicht ganz überein. Außerdem ist der Winkel des kleinen Stückes nicht genau 90°. Falls ihr auch einen Bügelamboss bauen wollt, solltet ihr beides direkt auf dem Papier schon anpassen!


Verwendet haben wir eine 28mm starke Buchenplatte (vermutlich würden 18mm auch genügen) aus dem Baumarkt. Buche ist ein Hartholz, harzt nicht und ist wenig empfindlich gegenüber der Hitze und Feuchtigkeit aus dem Bügeleisen. Dass es sich um Hartholz handelt, hat man bei der Verarbeitung auch gemerkt - Stichsäge, Abschleifer und Holzfeile wurden ziemlich beansprucht.


Wir haben zunächst alle Einzelteile ausgeschnitten und ordentlich glatt geschliffen. Es sollte keine Kanten oder rauen Stellen mehr vorhanden sein, damit auch feine Stoffe nicht beschädigt werden.

Dann haben wir erst die zwei kleineren Teile verbunden, nochmal alle Markierungen kontrolliert und dann beide auf das große Stück gesetzt. Zur Verbindung haben wir 8mm starke Holzdübel sowie wasserfesten Holzleim verwendet.


Schließlich haben wir noch die Spitze zum Ausbügeln von Ecken gesägt und abgeschliffen.

Eigentlich wird auch das Ende der Rundung noch angespitzt, aber ich wollte es erstmal so austesten - wir können ja jederzeit noch Änderungen vornehmen. Außerdem ist durch das relativ dicke Holz bei uns das kleine Einzelteil etwas zu hoch gekommen, sodass der Bügelamboss ganz leicht geneigt ist, was ich aber eigentlich gar nicht verkehrt finde.


Einen ersten Test hat der Bügelamboss schon hinter sich und gut gemeistert - ich bin sicher, dass er mir in Zukunft gute Dienste leisten wird. Falls ihr also noch nicht wusstet, was ihr euch zu Weihnachten wünschen oder einer/einem Schneider/in schenken sollt, dann wäre das vielleicht das Richtige.

Was sind eure besten Werkzeuge zum Nähen und/oder Bügeln?
[verlinkt beim Creadienstag]

Dienstag, 29. Oktober 2019

Sunburst Mirror - ein selbstgemachter Spiegel


Heute mal nicht genäht, sondern gebastelt!

Schon länger wollte ich gern einen Sunburst Mirror haben, also einen Spiegel statt einer Uhr, der an das Design von George Nelson erinnert. Aber solche Stücke sind entweder sehr teuer oder sehr billig (und sehen dann meist auch so aus). Also kam ich auf den Gedanken, den Spiegel einfach selbst zu machen.

Grundlage war ein alter Kosmetikspiegel und dazu ein paar Schaschlikspieße, die der Gatte und ich auf unterschiedliche Längen abgesägt und die Kanten abgeschliffen haben. Versetzt angeordnet und mit der Heißklebepistole befestigt, ergibt sich das hübsche Sonnenscheindesign.


Zum Schluss haben wir alles mit goldener Farbe angesprüht und noch eine Aufhängung angebracht und fertig ist das sehr kostengünstige Designerstück! Und ich finde, dass es ordentlich was hermacht!

Sonntag, 20. Oktober 2019

Fertig: Pullover nach einem Schnitt von 1940!


Ich nähe in letzter Zeit vor allem bereits angepasste Schnittmuster - für auswendige Anpassungen habe ich einfach keine Zeit. Glücklicherweise wirken die gleichen Schnittmuster aus unterschiedlichen Stoffen immer nochmal anders.


Und auch diesen Pullover habe ich schon mehrmals genäht (1,2,3). Ursprünglich ist es ein Kleid von 1940 aus der Modenschau 322. Als Kleid konnte sich der Schnitt nicht so richtig durchsetzen, aber als Oberteil trage ich ihn sehr gern.


Ich hatte eine FBA gemacht und die Abnäher strahlenförmig auslaufen lassen. Diese Abnäher sind auch der einzige Schmuck des Oberteils. Der Stoff, der fast wie gerippt wirkt, ist Wirkware - allerdings ist er aus Plastik. Normalerweise kaufe und trage ich keinen Plastik (von Sportkleidung mal abgesehen) und vernähe ihn auch nicht gern. Aber in diesem Falle konnte ich der Farbe einfach nicht widerstehen und so nahm ich einen Meter mit.


Und daraus ging sich gerade so der Pullover aus, den ich an nur zwei Abenden anfertigte. Da das Schnittmuster bekannt ist, ging das Nähen einfach von der Hand und auch der Stoff ließ sich anstandslos verarbeiten - abgesehen davon, dass er sich weigerte Markierungen per Kreide anzunehmen. Aber da ich immernoch skeptisch mit dem Material bin, habe ich auch nicht allzuviel Mühe investiert. Weder habe ich versäubert noch besonders sorgfältig gebügelt oder gesteckt. Es ist ein bisschen zusammengeklöppelt und eher ein Versuch - ich fürchte noch, dass mich der Stoff letztlich nicht überzeugen wird.


Aber ich will nicht voreingenommen sein und mich überraschen lassen. In jedem Falle ist die Farbe ganz toll und fehlt schon länger in meiner Garderobe - zumal ich schon das passende Hütchen dazu besitze. Das entstand durch eine gekaufte Basis und den Resten eines alten Hutes, nämlich als Rand und Filzblüten.

Den smaragdgrünen Rock habe ich inzwischen schon so oft gezeigt - er ist eines der liebsten Teile im Schrank und trotzdessen er wohl schon an die hundert Male gewaschen wurde, sieht er aus wie neu. Eventuell muss ich den Handsaum irgendwann mal nachnähen, denn ich bin immer mal wieder irgendwo hängen geblieben und an ein, zwei Stellen ist die Naht geplatzt.


Nun gilt es abzuwarten, ob sich der Plastepulli bewährt. Hübsch finde ich ihn allemal und der Rest muss sich halt zeigen. Wie steht ihr so zu Plastikstoffen/-kleidung?

[verlinkt beim MeMadeMittwoch]