Sonntag, 20. Januar 2019

Struktur im Stoffschrank

Manche Hobbyschneiderinnen schaffen es ja, dass sie wirklich nur Stoffe für das anstehende Projekt kaufen und dieses auch erstmal abschließen, bevor neuer Stoff ins Haus kommt. Ich selbst bin von einer solchen Disziplin weit entfernt. Ich kaufe Stoff, wenn sich die Gelegenheit bietet, also wenn er gefällt und im besten Falle auch noch günstig ist. Das führt dann dazu, dass ich auch mal 70m Stoff an einem Tag kaufe, weil der Laden halt gerade Ausverkauf hat. Und so sammelt sich im Laufe der Zeit natürlich auch eine Menge Stoff an - der Hamster in mir jubiliert. Ich finde das auch gar nicht so unpraktisch, denn ab und an kommt es ja doch vor, dass man spontan etwas nähen möchte und meist findet sich dann auch noch ein passenden Stückchen.

Für genau solche spontanen Ideen ist es dann aber hilfreich, wenn man nicht erst alle Kisten entleeren und alle Schränke durchstöbern muss, sondern schnell und auf einen Blick die Stoffe findet. Deshalb habe ich schon vor einer ganzen Weile angefangen Buch zu führen.

Nach Farben sortiert finden sich in meinem Büchlein (moderner heißt das dann Bullet Journal) alle Stoffe, die ich auf Vorrat habe und auch einige, die ich schon vernäht habe. Mit normalem Bastelkleber klebe ich kleine Stoffpröbchen rein. Neben den kleinen Stoffpröbchen vermerke ich die Stoffzusammensetzung, Länge und Breite sowie anderes (manchmal der Preis, manchmal eine erste Idee oder was ich daraus genäht habe usw.). Wenn ich Stoffe verschenke oder verkaufe, löse ich das Pröbchen vorichtig heraus und klebe einfach ein anderes drüber.


Das Ganze hat viele Vorteile:
  • Ich weiß immer, was und wie viel ich habe und 'vergesse' auch keinen Stoff.
  • Ich kann direkt schauen, ob zwei Stoffe zuammenpassen oder welches Futter am besten harmonisiert.
  • Ich weiß jederzeit, ob für ein bestimmtes Schnittmuster die Länge ausreicht und durch die Stoffstückchen auch ob die Struktur dazu passt.
  • Und für mich auch ganz wichtig: ich kann im Stoffladen viel gezielter kaufen. Ihr kennt das bestimmt, wenn man im Laden steht und sich fragt, ob dieser Rockstoff eigentlich zu der Bluse passen würde, die man neulich genäht hat? Ich schlage dann einfach mein Büchlein auf und schaue nach. Somit passen auch Neuzugänge stets zum Rest!
  • Wenn ich mal keine Idee habe, was ich als nächstes nähen möchte, kann ich mich von den Stoffen inspirieren lassen.
  • Man kann es auch ein wenig als Stoffkundebuch nutzen - wie fühlt sich nochmal Viskosekrepp an? Wie dick ist Jeans mit einem bestimmten Gewicht?


Oft höre ich dann die Frage, wie ich es schaffe das Büchlein aktuell zu halten und tatsächlich werden bei mir alle Stoffe zuerst gewaschen und dann konsequent nicht in den Schrank oder in Kisten einsortiert bis ich sie katalogisiert habe. Die liegen zwar dann auch mal ein paar Tage oder Wochen rum, aber werden dann immer brav eingetragen und weggeräumt.

Man muss aber aufpassen, denn so genau katalogisiert lässt sich ein Stoffvorrat auch zusammenrechnen und dann kann einen mehr als ein Viertelkilometer Stoff auch ein wenig erschlagen.. Dann muss man halt ein paar Stoffe verkaufen oder gezielt vernähen.

Insgesamt klappt das sehr gut und ich kann jedem nur empfehlen so ein Büchlein anzulegen. Es spart viel Zeit, man hat immer einen guten Überblick und kann sehr schnell schauen, ob ein Projekt sich so verwirklichen lässt wie gedacht.

Habt ihr eure Stoffe katalogisiert? Oder seid ihr etwa solche projektbezogenen Käuferinnen?

Dienstag, 8. Januar 2019

Strickanleitung: Pullover für Winter und Skisport aus Elsa 11/1954!

Pullover sind im Winter unerlässlich - egal ob auf der Skipiste in den Bergen oder im nasskalten Schietwetter an der Küste. Daher hier zwei Modelle um chic durch das trübe Wetter zu kommen.

Der hellblaue Pullover mit Passe in Größe 40 hat ein Oberweitenmaß von 90cm sowie ein Taillenmaß von 72cm.

Das gestreifte Modell hat bei Größe 38 ein Oberweitenmaß von 88cm sowie ein Taillenmaß von 70cm und kann mit der Hand oder mit der Strickmaschine gearbeitet werden.

Strickanleitung: Pullover für Winter und Skisport aus der Elsa 11/1954 || beswingtesAllerlei.de
Strickanleitung: Pullover für Winter und Skisport aus der Elsa 11/1954 || beswingtesAllerlei.de
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[verlinkt beim Creadienstag]

Mittwoch, 2. Januar 2019

Rückblick 2018!

Die erste Woche des neuen Jahres eignet sich immer gut für einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Bei einigen Teilen ist man dann ja fast überrascht, dass sie eigentlich noch so neu sind. Andere hat man fast schon wieder vergessen.

Mein Nähjahr 2018 startete im Januar mit einer Bluse nach einem Kleiderschnitt aus der Burda von 1953. Als Kleid hat es mir an mir nicht gefallen und so hatte ich es auf eine Bluse mit Schößchen gekürzt und trage es nun sehr gern!


Anschließend nähte ich ein Oberteil aus Sweat nach einem Schnitt von 1940.

Und weil ich sie so gern trage auch die Hemdbluse nach einem Schnitt von 1940, die ich bereits mehrfach nähte und daher schnell von der Hand geht.


Der Gatte bekam im März für den kommenden Sommer noch ein hübsches Hawaiihemd mit Fischen und hat es im Sommer, der gefühlt ja das ganze Jahr andauerte, auch mehrmals getragen.

Mein Osterkleid ist mein Liebling im Jahr 2018 - das hübsche Blumenmuster auf fliederfarbenem Grund hat es mir sehr angetan. Das Oberteil könnte etwas besser sitzen, aber das tut dem Gesamteindruck keinen Abbruch.


Das im Anschluss genähte Etuikleid von 1959 erfreute sich nicht so viel Beliebtheit - der festgewebte Baumwollstoff ist vielleicht doch etwas zu steif für den Schnitt. Zum Glück habe ich noch mehr von dem schönen Stoff, sodass ich vielleicht nochmal ein anderes Modell daraus nähe.


Das Kleid nach Butterick 5281 hingegen war ein voller Erfolg. Nicht nur dass die FBA dort besonders gut gelungen ist, sondern ich konnte ein Stöffchen, bei dem ich eher skeptisch war, wirklich gut vernähen, sodass ich es sehr gern trage!


Dann habe ich mir Wäsche nähen wollen: Höschen ähnlich wie ein Unterrock, also solche mit weitem Bein, die sich gut unter Röcken tragen lassen. Davon habe ich erst eines und dann noch eines genäht. Danach nähte ich mir ein weiteres aus Seide, das ich bislang nicht auf dem Blog zeigte, das sich aber sehr bewährt hat - ein ganz feines, luxuriöses Wäscheteil, dem dieses Jahr sicher noch weitere folgen!

Anschließend wurde das Osterkleid halb neu aufgelegt, nämlich das Rockteil des Kleides als Rock aus anthrazitfarbenem Mischgewebe. Der Stoff ist zwar ein bisschen anfällig ür Falten, aber ansonsten ein ganz wunderbares Modell, das oft und gern getragen wird.


Und weil man Hemdblusen nie genug haben kann, gab es noch diese Version mit abgesetztem Kragen und Aufschlägen. Und dann gab es da noch die Bluse mit Kräuseln, bei der ich immernoch nicht weiß, ob sie mir gefällt oder was ich damit machen will. Bislang liegt die Bluse in einer Kiste und wartet da auch einen möglichen Einsatz..

Für den lieben Mann gab es dann noch ein Flanellhemd nach Simplicity 4760. Als Angler darf das Muster dann auch neben Fischen Köder aller Art enthalten.


Aus "Glamoursweat" gab es dann einen weiteren Pullover nach dem Schnitt von 1940 und dazu passend habe ich aus Sinamay ein Hütchen angefertigt. Beides ist ausgesprochen gut gelungen. Es wird sicherlich auch nicht der letzte Pullover nach dem Schnitt gewesen sein und auch ein weiteres Hütchen möchte ich noch.


Beendet habe ich mein Jahr dann nur wenig erfolgreich. Das Novemberkleid ist immernoch nicht fertig, weil eine erste Anprobe irgendwie etwas enttäuschend war und ich mich seitdem nicht so recht aufraffen kann. Und das Weinachtskleid, das mir ganz fabelhaft gefällt, ist zu eng geworden. 3-4 cm fehlen mir rundherum!

Ich war ziemlich irritiert - habe ich zugenommen? Zuviele Plätzchen gegessen? Ich habe mein bereits genähtes Kleid nach gleichem Schnittmuster geholt und übergezogen. Das passt! Also habe ich beide Kleider übereinandergelegt und tatsächlich fehlen dem Weihnachtskleid ein paar Zentimeter Umfang. Wenn es also das gleiche Schnittmuster, die gleiche Größe und die gleiche Trägerin sind, dann muss es am Stoff liegen!

Bei der ersten Version hatte ich einen schlabberigen Viskosestoff verwendet. Der jeansblaue Stoff vom Weihnachtskleid ist auch aus Viskose, aber hat noch dazu einen Plastikanteil. Und dieser Plastikanteil gibt keinen Millimeter nach, sodass das Kleid nun enger ist und ich den Reißer zwar zubekomme, aber es dann mit Atmen und Bewegen eher schwierig wird. Mist! Ich könnte die NZ noch etwas auslassen, aber der Stoff franst sehr und ich fürchte, dass dann die Nähte möglicherweise nicht halten. Das Weihnachtskleid hängt also über dem Novemberkleid und bei beiden bin ich noch unentschlossen wie es weitergeht..

Aber es wurde nicht nur genäht, sondern auch gebloggt:


Ich war also sehr fleißig im letzten Jahr und auch dieses Jahr geht es so hoffentlich weiter. Ich habe viel Stoff auf Lager und will den Bestand verringern und gleichzeitig die Kombinationsmöglichkeiten im Kleiderschrank erhöhen. Ich möchte auch die Strickmaschine wieder öfter nutzen, mich an Hosen wagen freue mich einfach auf ein neues Jahr des Bloggens!

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Bilanz und wünsche uns allen ein erfolgreiches, gesundes und frohes Jahr 2019!

Sonntag, 16. Dezember 2018

Weihnachtskleid 2018 - Zwischenstand!

Langsam nimmt Weihnachten hier Fahrt auf: Der Baum steht, Weihnachtsmusik dudelt aus dem Radio und das ganze Haus riecht nach gebrannten Mandeln, Gühwein und Kakao, denn der Glühweingugelhupf für heute nachmittag steht schon im Ofen.


Und auch das Weihnachtskleid nimmt langsam Form an: alle Teile des Oberstoffes sind zugeschnitten und Oberteil und Rockteil sind jeweils schon zusammengenäht. Hier mal lose zusammengesetzt an der Puppe und in schlechtem Licht kann man schon erahnen wie es am Ende aussehen wird.


Für heute stehen die Futterteile an. Letztes Mal habe ich das Futter weggelassen bzw. nur im Schulterbereich zum Verstürzen genutzt. Das hatte ich dieses Mal eigentlich auch wieder vor, aber der Stoff ist im Gegenlicht im Rock doch etwas durchscheinend, sodass ich wohl einen Unterrock brauche - oder halt gleich ein ganzes Futter? Dann muss ich allerdings noch eine FBA im Futteroberteil machen, das nicht identisch mit dem Oberteil des Oberstoff ist. Solche komplizierten Anpassungen wollte ich mir ja eigentlich gerade sparen. Während ich tippe, stelle ich fest, dass es wohl ein Unterrock wird - ich werde die Teile gleich nochmal überwerfen und dann entscheiden.

Oh, der Ofen piept.. macht's euch schön!

Sonntag, 9. Dezember 2018

Weihnachtskleid 2018 - Zwischenstand!

Ich bin zugegebenermaßen nicht besonders weit gekommen - zum Glück ist dieses Jahr wöchentliches Treffen, sonst hätte ich vermutlich gar nichts fertig gebracht. So ein bisschen Zeitdruck ist da doch hilfreich. Aber am Freitag habe ich meine letzte Vorlesung in diesem Jahre und ich bin optimistisch dann ordentlich aufholen zu können.

Hier der Blick auf meinen Nähtisch im Moment:

Das Oberteil ist zugeschnitten, Abnäher und Falten genäht und ausgebügelt. Ich habe noch zwei Knöpfe von der Strickjacke übrig, die ich in dem Kleid verarbeiten möchte und plane zudem einen stoffbezogenen Gürtel mit passender Schnalle. Die Knöpfe sind übrigens aus dem Trödeladen. Trödelläden und auch den Flohmarkt kann ich für Knöpfe nur empfehlen. Für 5 Knöpfe habe ich 0,35 Euro bezahlt. Im normalen Einzelhandel ist es schon schwer zu diesem Preis auch nur einen Knopf zu bekommen. Knöpfe sind wirklich teilweise unverschämt teuer!

Der Viskosestoff hat 10% Polyamid dabei und lässt sich so mäßig verarbeiten. Die Plastikfäden sind etwas widerspenstig und lassen sich ungern durchrollschneidern. Dafür verspreche ich mir von dem kleinen Plastikanteil etwas weniger Knitter und werde mir folglich neue Klingen für meinen Rollschneider besorgen.

Einen frohen zweiten Advent euch allen!

Sonntag, 2. Dezember 2018

Weihnachtskleid 2018!

Ich bin zu spät dran, ich habe eigentlich auch gar keine Zeit und mein Novemberkleid ist auch immernoch nicht fertig. Aber es ist das Weihnachtskleid - das Weihnachtskleid. Es hilft einfach nichts, ich will unbedingt mitmachen.


Eigentlich wollte ich eine Hose nähen, aber meine Zeit erlaubt es nicht und daher greife ich zurück auf Altbekanntes und nähe nochmal Butterick 5281.


Es ist ein süßes Kleid, das ich im Frühling bereits nähte und es ist angepasst, die FBA ist gemacht und es kann daher (hoffentlich) nicht viel schief gehen.

 

Der Stoff ist eine schlabberige blaue Viskose, die an sich nur wenig aufregend ist, aber den entscheidenden Vorteil hat, dass sie zu meiner sehr geliebten gestreiften Strickjacke passt. Der Strickjacke fehlen seit Jahren passende Kombinationspartner und so wird sie viel zu selten getragen.

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Diese Lücke wird das Weihnachtskleid hoffentlich füllen. Und dank der bereits erledigten Vorarbeit, besteht die Chance, dass ich es trotz Arbeit, Studium und Weihnachtsvorbereitungen noch irgendwie genäht bekomme. Ich bin gespannt und werde versuchen heute zwischen Controlling und Verwatungsrecht noch die ersten Teile zuzuschneiden!