Sonntag, 16. Februar 2020

Schöne Wäsche der 50er Jahre

[Sonderheft Schöne Wäsche - Universalverlag]

Samstag, 8. Februar 2020

..und darum sollte man Webware nicht mit der Overlock nähen!

Bei vielen wird die Nähmaschine inzwischen flankiert von einer Overlock - so auch bei mir. Ich nähe ja nun eher selten Wirkware und nutze die Overlock vor allem zum Versäubern von Nahtzugaben bei Webware. Immer wieder fällt mir auf, dass gerade für Anfänger nicht so recht verständlich ist, warum gewebte Stoffe nicht mit der Overlock zusammengenäht werden sollten oder warum diese Nähte nicht halten.


Schuld daran, dass Overlocknähte in Webware nicht halten, ist nicht die Art der Naht oder die Maschine, sondern vielmehr die zu kleine Nahtzugabe. Die Overlock schneidet die Stoffkante gleichmäßig ab und umschlingt sie dann. Die Breite der Overlocknaht und damit die Nahtzugabe liegt dadurch zumeist nur bei 0,3-0,8cm.

(1) Die Nahtzugabe sorgt aber dafür, dass die Naht auch bei Zug und Belastung ausreichend Halt im Stoff hat. Damit die Stoffkanten nicht (zB beim Waschen und beim Tragen) weiter ausfransen, kann man sie mit der Overlock, die lose Fäden an Ort und Stelle hält, hervorragend versäubern - aber auch dabei sollte man darauf achten, dass nicht zu viel Nahtzugabe weggenommen wird!


(2) Ist die Nahtzugabe zu klein, dann haben die Fäden nicht genügend Halt und rutschen einfach aus der Bindung - der Stoff franst quasi aus der Naht heraus. Je nachdem wie lose der Stoff gewebt ist und wie breit die Naht(zugabe) ist, braucht es mehr oder weniger Belastung bis die Fäden nicht mehr ineinander halten können.


Bei Webware sollte die Nahtzugabe daher in der Regel mindestens 1,5cm betragen - teilweise auch mehr zB bei Cord oder Leinen. An sehr beanspruchten Stellen ist eine Kappnaht zu empfehlen, die die Belastung auf mehrere Nähte verteilt.

Doch warum franst nun ausgerechnet die Webware aus?

Webware wird stets durch eine Bindung von Kettfäden und Schussfäden hergestellt. Kettfäden sind stramm in den Webstuhl gespannt und Schussfäden werden dann durch die Kettfäden durchgefädelt (oder namensgebend durchgeschossen). Kettfäden entsprechen dem Fadenlauf und die Schussfäden liegen quer dazu.

Je nachdem in welchen Abständen der Schussfaden die Kettfäden über- und unterläuft entstehen unterschiedliche Bindungen. Hier gezeigt ist die einfachste Bindung, nämlich die Leinwandbindung, bei der abwechselnd der Kettfäden über- und unterlaufen wird. Daneben gibt es noch die Köperbindung (typisch dafür: Denim) und die Atlasbindung (typisch dafür: Satin). Gemeinsam ist allen Webwaren, dass Fäden waagerecht und senkrecht zueinander laufen und daher können die Ränder auch ausfransen und brauchen mehr Nahtzugabe.

Bei Maschenware hingegen werden Fäden nicht verwebt, sondern durch das Verschlingen von Fäden werden Maschen gebildet. Das geschieht bei Strickware nacheinander in einer Reihe und bei maschineller Wirkware durch das gleichzeitige Bilden mehrere Maschen mit einem Faden (Kulierwirkware) oder mehreren Fäden (Kettenwirkware).

Hier wird die Trikotlegung gezeigt. Da dabei Maschen immer mit abwechselnden Fäden gebildet werden, ribbeln diese Stoffe nicht auf und entwickeln auch kaum Laufmaschen - und gerade deshalb hält auch die Overlocknaht trotz kleiner Nahtzugabe in den Maschen- und vor allem Wirkwaren!

..und darum sollte man Webware nicht mit der Overlock nähen, sondern eben nur versäubern. Ich hoffe, der Beitrag konnte ein wenig zum Verständnis beitragen und falls noch Fragen bestehen, sagt gern Bescheid.

Sonntag, 2. Februar 2020

Sonntag, 26. Januar 2020

Textiler Schmuck aus Zackenlitze

Textiler Schmuck ist das Thema bei der ersten Stoffspielerei im neuen Jahr. Bei der Stoffspielerei geht es darum, mit Stoff und Garn zu experimentieren. An jedem letzten Sonntag im Monat findet die Stoffspielerei mit neuem Thema bei einer anderen Bloggerin statt und es werden auch ungewöhnliche oder fast vergessene Verarbeitungsmethoden ebenso wie neue Ideen gezeigt und interessante Informationen geteilt. Macht doch auch mit!


Ich habe mich dabei von den 40er Jahren inspirieren lassen, als man auch Blumengestecke aus Filzresten machte oder sich schmückende Kragen häkelte und mir aus einer glitzernden Zackenlitze ein paar Ohrringe gemacht.

Dazu braucht man nur
  • Zackenlitze,
  • ein paar Perlen,
  • Clips (oder Stecker),
  • Schere, Nadel und Faden
Ich habe bei meiner Zackenlitze 25 Zacken abgezählt und dann die Litze links auf rechts leicht überlappend mit langem, doppeltem Faden zum Kreis geschlossen.


Anschließend wird der lange Faden abwechselnd von vorn und hinten durch die 24 verbliebenen Zacken gestochen und am Ende wird die Litze an diesem Faden zusammengeschoben.

 

Nun werden nur noch die Perlen dekorativ angenäht und alles an den Ohrclips befestigt - das kann man entweder ebenfalls mit dem Faden machen oder man klebt sie einfach mit der Heißklebepistole fest. Ich habe mich für die Variante mit Faden entschieden, weil meine Zackenlitze sehr störrisch war und ich sie dadurch noch ein wenig richten konnte.


Und dann sind die Ohrclips auch schon fertig. Sie tragen sich sehr angenehm, weil die Litze schön leicht ist und trotzdem steht sie normalem Schmuck an Glitzer und Schimmer in nichts nach. Ein wenig Zackenlitze habe ich noch übrig, aber für mehr Blüten reicht es leider nicht - mal sehen, was daraus wird.

Habt ihr schonmal Schmuck aus Textilien oder Garn gemacht?


Samstag, 18. Januar 2020

Fertig: Herrenhemd nach Simplicity 4760!

Endlich mal wieder wurde auch ein Hemd für den Gatten genäht. Der Schnitt Simplicity 4760 ist erprobt und mehrfach für gut befunden worden (1,2,3,4).


Den Stoff hatte der Gatte sich bei einem Fahrradausflug zum Stoffladen selbst ausgesucht. Ein karierter Flanell in Blau und Grün mit Gelb aus Baumwolle, der eher lose gewebt ist und sich beim Zuschnitt gern verziehen wollte. Ich habe mich daher sehr strikt am Muster orientiert und konzentriert zugeschnitten. Das klappte insgesamt sehr gut - auch der Beleg, die Seitennähte und Ärmel passen ins Muster, lediglich der Kragen ist nicht ganz geglückt. Die Hemdtaschen habe ich - wie gewünscht - schräg zugeschnitten und als Verschluss sind Druckknöpfe in Perlmuttoptik angebracht.


Weil es ein Winterhemd ist, hat es lange Ärmel bekommen und kann mit der Kragenschlaufe und einem kleinen Knopf hoch geschlossen werden.

Der Gatte ist ganz begeistert und es war schwierig, das Hemd überhaupt ablichten zu können, da es quasi nur am Mann oder auf dem Wäscheständer hängt.. und das ist doch schließlich das beste Kompliment!

Samstag, 11. Januar 2020

Bügelbrettbezug - einfach selbernähen!


Der Jahreswechsel bietet sich gut an für's Aufräumen, Sortieren und Warten der Nähutensilien. Auf meiner Liste stand auch dem Ärmelbügelbrett endlich einen neuen Bezug zu nähen.

Das Bügelbrett habe ich vor einiger Zeit für einen Euro auf dem Flohmarkt gekauft. Gleich nach dem Kauf habe ich den Bezug gewaschen und da mir das Bügelpolster direkt entgegenrieselte, habe ich es sofort ersetzt (Ersatzpolster sind erhältlich im Fachhandel oder auch in der Aktion bei Discountern).

Inzwischen braucht es aber auch dringend einen neuen Bezug - Spuren von Bügelvlies und Verfärbungen zeugen vom ständigen Gebrauch und das Gummiband, mit dem der Bezug über dem Brett gehalten wird, ist porös und bereits an diversen Stelen gerissen.

Weil ich ein Gummiband auch nicht so praktisch finde, wollte ich lieber einen Bezug mit Band zum Festzurren und so habe ich dann auch meinen neuen Bezug gearbeitet.

1. Schnittmuster und Stoffwahl



Das Schnittmuster gibt das Bügelbrett selbst vor. Legt das (unbezogene) Bügelbrett einfach mit der oberen Seite auf ein Stück Schnittmusterpapier und übertragt die Konturen. Danach werden mindestens 6cm für Ärmelbretter und 8-10cm für große Bügelbretter rundherum hinzugefügt.

Wer einen alten Bezug hat, der bereits einen Tunnelzug hat, kann natürlich auch diesen einfach auftrennen und als Schnittmuster nehmen.

Dieses Schnittmuster gibt auch den Stoffverbrauch vor. Nehmt am besten kochbare, farbechte, glatte Baumwollwebware (manche nehmen auch Jersey). Auf keinen Fall verwenden solltet ihr Plastikstoffe, sonst verschmilzt der Bezug mit eurem nächsten Bügelstück, oder Stoffe mit Struktur oder Nähten, denn die drücken sich dann in das Bügelstück.


2. Das Nähen


Habt ihr erstmal euer Schnittmuster erstellt, müsst ihr nur noch den Tunnel nähen. Dazu wird die Stoffkante zunächst 1,5cm und danach nochmal 2cm breit umgeschlagen und geplättet. Das Umschlagen in kleinen Kurven ist immer ein wenig friemelig, aber es muss auf der Unterseite auch nicht ganz akkurat sein - wichtig ist, dass der Tunnel überall geschlossen ist. Anschließend wird mit 1,5 Abstand zur Kante abgesteppt, wobei am Ende des Bügelbrettes 3-5cm offen bleiben.

Dann wird nur noch eine Kordel durch den Tunnel geführt und festgezurrt, sodass der Bezug sich fest und glatt um das Bügelbrett legt.


Und damit ist der neue Bügelbrettbezug auch schon fertig, hübsch anzuschauen und einsatzbereit. Und wer dann noch Stoff übrig hat, kann sich passend dazu noch ein Bügelei nähen.