Mittwoch, 3. Februar 2021

Fertig: Weihnachtskleid 2020!


Mit ein wenig Verspätung präsentiere ich heute mein Weihnachtskleid 2020. Das Kleid aus der Beyers Mode für alle von 1943 hat mir in der Anpassung und Verarbeitung einiges abverlangt. Ich habe zwar wie immer ein Probemodell gefertigt und war damit auch recht zufrieden, aber leider kamen dann doch noch einige Probleme auf.


So ist im Schnitt vorgesehen, dass das Rockteil über die gesamte Länge eingehalten wird - das sah aber insbesondere hinten wirklich verboten aus. Beim Probemodell war ich anhand der Modellzeichnungen davon ausgegangen, dass nur in der Mitte gekräuselt werden soll, aber auch das sah letztlich merkwürdig aus. Also habe ich nochmal getrennt und dann das hintere Rockteil um die Einhalteweite verschmälert.


Leider gefällt mir auch letztlich die Farbwahl nicht so gut - es ist mir einfach zu viel rosa. Um das abzumildern habe ich nachträglich doch noch die Ärmel ordentlich gekürzt und die Schnürung gearbeitet, die ich eigentlich weglassen wollte. Weil ich Sorge hatte, dass die Ösen bei Belastung im Krepp nicht dauerhaft halten werden, ist die Schnürung nur Zierde. Auch bei dem eingefädelten Satinband bin ich noch nicht sicher, ob das der Weisheit letzter Schluss ist.

Außerdem gibt der Krepp mehr nach als erwartet - ich hatte bereits das Probemodell enger genäht, weil der Krepp naturgemäß zu einer gewissen Dehnbarkeit neigt, allerdings ist er noch dehnbarer als ich dachte. Ich habe also an den Seitennähte noch Weite weggenommen, aber das Kleid sitzt dennoch etwas zu leger. Oder vielleicht will mir auch die Kleiderform nicht so richtig stehen.


Man merkt, dass ich noch nicht so richtig warm mit dem Kleid geworden bin. Ich möchte aber nicht verschweigen, dass ich gerade die weichen Falten vorn sehr gern mag und der Wollkrepp sich ganz hervorragend trägt und anfühlt. Spannend finde ich auch nach wie vor die Lösung der Abnäher statt Seitennähte. Ich werde nun das Kleid erstmal im Alltag tragen und schauen, ob wir beide doch noch zusammenfinden - vielleicht ist es ja Liebe auf den zweiten Blick. Was denkt ihr denn?

[verlinkt beim MeMadeMittwoch]

Freitag, 15. Januar 2021

Anleitung: Armblätter / Schweißblätter selber nähen!


Heute geht es mal um ein etwas unangenehmes Thema: Schwitzen! Schwitzen ist eine ganz normale Reaktion des Körpers auf hohe Temperaturen, auf körperliche Anstrengung oder auf innere Aufregung. Dennoch will man diese Reaktion nicht immer präsent haben, zB weil man dann noch nervöser wird, und auch nicht jedes Kleidungsstück verträgt das auf Dauer. Gerade Wollkleider oder -sakkos, Seidenblusen oder anderer feiner Zwirn sowie oft auch Vintagekleidung reagieren empfindlich auf Schweiß. Es entstehen Verfärbungen, teilweise bleiben trotz Waschen Schweißränder zurück und durch häufiges Waschen leidet der Stoff. Solche Kleidungsstücke sollten also möglichst schon vor dem Entstehen von Schweißflecken geschützt werden, damit sie lange schön bleiben.

Eine Möglichkeit, Kleidung insbesondere vor dem Schweiß unter den Achseln zu schützen, sind Armblätter / Schweißblätter (engl. Dress Shields). Das sind kleine Stoffeinlagen, welche in das Armloch des Kleidungsstückes eingelegt und befestigt werden, sodass sie statt der Kleidung den Schweiß aufnehmen. Nach dem Tragen werden die Armblätter entnommen und separat gewaschen, sodass die Oberbekleidung einfach nur ausgelüftet werden braucht und man ihr so die Wäsche ersparen kann.

Nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Schmutzige Kleidung muss natürlich gewaschen oder gereinigt werden! Aber oftmals ist die Kleidung doch gar nicht dreckig, sondern lediglich getragen und halt etwas verschwitzt.

Armblätter kann man auch käuflich in der Kurzwarenabteilung erwerben, allerdings gibt es sie dort in der Regel nur in weiß und schwarz und wenigen Standardgrößen. Wer selbst nähen kann, der kann andere Farben wählen und zudem noch das Armblatt perfekt an das Armloch anpassen!

Denn am einfachsten lässt sich das Schnittmuster für Armblätter direkt aus dem Schnittmuster des Kleidungsstückes, das man damit ausrüsten will, ableiten. Einfach die Seitennaht von Vorder- und Rückenteil zusammenschieben und schon hat man die ideale Rundung für das Armblatt. Gleichzeitig entspricht die Seitennaht dem Fadenlauf.

Ich messe für meine Armblätter 10cm vom Armloch im Vorderteil und 6cm im Rückenteil ab. Dann markiere ich einmal 5cm und einmal 9cm in der Höhe und male eine schöne Rundung. Je nach eigenem Schwitzverhalten kann man die Armblätter in der Form und Größe beliebig anpassen. Das kleine Armblattteil wird in den Ärmel gelegt und das große kommt in das Oberteil.

Das so entstandene Schnittmuster wird anschließend auf den Stoff gebracht. Geeignet sind glatte, nicht zu dicke Baumwollstoffe, die sehr eng gewebt und kochbar sind - besonders gut gehen daher Stofftaschentücher oder Kissen- oder Bettenbezüge. Um die Feuchtigkeit zurückzuhalten ist es empfehlenswert noch eine Zwischenlage einzuarbeiten wie zB etwas feste, angeraute Baumwollstoffe. Die gekauften Armblätter nutzen als Zwischenlage oft eine hitzebeständige Plastikschicht, die den Schweiß nicht durchlässt.

Wer es sehr unauffällig möchte, kann die obere Lage des Armblattes auch aus passenden Stoff der Oberbekleidung (zB bei Sakkos aus dem Futterstoff) machen. Es sollten hingegen keine Plastikstoffe oder Stoffe mit Elasthan verwandt werden, denn diese vertragen keine heiße Wäsche und nehmen auch nicht so viel Feuchtigkeit auf wie Baumwollfasern. Armblätter sollten zudem nicht mit Weichspüler gewaschen werden, sonst büßen sie ihre Saugfähigkeit ein (Gleiches gilt im Übrigen auch für Handtücher).

Ich habe für meine Armblätter ein altes, unbenutztes Herrentaschentuch als Außenstoff und als Zwischenlage noch einseitig angerauten Baumwollstoff verwendet.

Für jedes Armblatt braucht man gegengleich jeweils zwei Teile aus dem Aussenstoff und die Zwischenlage einfach - falls ihr auch einseitig angerauten Stoff als Zwischenlage nehmt, achtet darauf, dass die angeraute Seite, welche ja saugstärker ist, zum Körper zeigen sollte. Insgesamt werden also für ein Paar Armblätter jeweils vier von den kleinen und großen Armblattteilen aus dem Außenstoff und zwei von den kleinen und großen Armblattteilen aus der Zwischenlage benötigt.

Anschließend werden jeweils ein kleines und ein großes Armblattteil füßchenbreit rechts auf rechts zusammengenäht. Die obere Lage Außenstoff und die Zwischenlage werden dabei wie eine Lage verarbeitet.


Danach wird das obere Armblatt - also das mit der Zwischenlage - an der Naht entlang gewendet und die Nahtzugabe in eine Richtung gebügelt. Die Nahtzugabe des unteren Armblattes wird in die andere Richtung gebügelt und dann beide Armblattteile an der Naht aufeinander gelegt und rundherum mit der Overlock (oder einem Zickzackstich) verbunden und gleichzeitig versäubert. Falls vorhanden sollte Bauschgarn oder dünnes Garn für die Overlock verwendet werden, damit es schön weich bleibt und die Naht nicht so dick aufträgt.


Armblätter sollten, damit sie nicht knautschen, befestigt werden - ich mache das mit kleinen Sicherheitsnadeln an beiden Spitzen und in der Regel auch noch an der Nahtzugabe der Seitennaht. Man kann das Armblatt auch mit einigen Handstichen befestigen, aber muss die dann immer lösen, wenn man die Armblätter seperat waschen will. Von den Nadeln merkt man beim Tragen übrigens überhaupt nichts und auch die Armblätter stören nicht - man merkt bei Kleidern oder Blusen lediglich, dass es unter der Achsel etwas besser gepolstert ist als üblicherweise.

Und damit hat man einen idealen Schutz der Kleidung vor Schweißflecken und die Kleider bleiben sauber und lange schön. Denn der nächste Sommer oder das nächste Vorstellungsgespräch kommt bestimmt.

Habt ihr noch Fragen? Ist etwas unklar? Oder benutzt ihr vielleicht schon längst solche kleinen Hilfsmittel?

Mittwoch, 6. Januar 2021

Rückblick 2020!

Die erste Woche des neuen Jahres eignet sich immer gut für einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Bei mir musste das Nähen im Jahr 2020 hinter dem Studium zurücktreten und daher habe ich nicht so viel genäht wie ich gewollt hätte, aber einiges ist doch zusammengekommen.

Mein Nähjahr startete erstmal überschaubar mit Kleinigkeiten, wie Bügelbrettbezug, textilem Schmuck und Frühlingshütchen, und einem Hemd für den Gatten.

Das erstes Kleidungsstück für mich war dann der Hosenrock nach Burda 126 aus 06/2012, der mir noch immer ausgesprochen gut gefällt und den ich dieses Jahr auch unbedingt nochmal nähen möchte.


Passend zum bereits vorhandenen Leinenrock habe ich aus den Resten einen Leinenbolero aus einem Schnitt von 1957 genäht und nun ein hübsches Set für sommerliche Tage mit frischen Abenden.


Diese Bluse ist nach einem Wäscheunfall mit einem roten Shirt braun gefärbt und anschließend nach einem alten Abplättmuster neu bestickt worden.


Dann habe ich die inzwischen sechste Bluse nach Simplicity 7708 genäht - hier aus einem grauen Viskosestoff mit rosaroten und blauen Vögeln.


Und weil ich auch mal ein paar einfarbige Oberteile brauchte, habe ich die Rita Blouse aus Jersey und mit etwas längeren Ärmeln genäht und war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ich habe auch noch ein paar weitere Jerseys hier liegen, die eine solche Bluse werden möchten.


Es folgte direkt eine weitere kurzärmelige Bluse nach dem gleichen Schnitt aus einem leichten, roten Jersey. Dazu ein bunter Baumwollrock mit alten, roten Knöpfen und roter Zackenlitze.


Und das Beste habe ich mir wohl bis zum Schluss aufgehoben, denn mein Lieblingsstück im Jahr 2020 war eindeutig das Keid aus der Elsa 12/1950. Es war aufgrund der vielen Anpassungen das aufwendigste Stück. Ich hatte es in 2012 als erstes Kleid überhaupt schonmal genäht, aber da saß es wegen der fehlenden Anpassungen nicht gut und auch die Stoffwahl war unpassend, aber diese Version jetzt mag ich wirklich sehr gern. Ich hatte es schon mehrfach an und habe mich dabei immer wunderbar angezogen gefühlt. Ein roter Wollstoff für ein weiteres Modell liegt bereits hier.

Kleid aus der Elsa 12/1950 || selbstgenäht || 50er Jahre || beswingtesallerlei.de


Nicht mehr fertig wurde mein Weihnachtskleid, welches im Moment auf die Ösen und Ärmelsäume wartet. Ich hatte am Freitag vor Weihnachten meine mündliche Prüfung und da war an Nähen nicht zu denken. Aber ich bin optimistisch, dass das Kleid in Kürze fertig und getragen wird, aber das muss ich dann im Rückblick für das Jahr 2021 vorführen!

Damit wünsche ich uns allen ein frohes und gesundes neues Jahr!

Sonntag, 22. November 2020

Weihnachtskleid 2020 - Zwischenstand!

Wie bereits angekündigt habe ich mein geplantes Weihnachtskleid inzwischen ausgiebig probegenäht und angepasst. Zur Erinnerung nochmal das geplante Modell:


Als Erstes habe ich eine Anpassung für die große Brust (Full Bust Adjustment = FBA) gemacht, die ich etwas genauer zeigen möchte. Ergänzend ist zu erwähnen, dass die Naht, in der die Falten aus dem oberen Vorderteil liegen, nicht unter, sondern auf der Brust liegt, also letztlich ein Abnäher ist. Das sieht auf der Zeichnung des Modells anders aus, aber kommt auch von der Lage des seitlichen Abnähers (1) genau hin. Da mein Brustpunkt aufgrund der Größe der Brust und der Schwerkraft etwas tiefer liegt als in den meisten Schnitten vorgesehen, habe ich die zusätzliche Länge in den oberen Teil des Oberteils geschoben. Ich habe also meine FBA quasi von oben gemacht.

Im Einzelnen habe ich von der Schulter aus bis zum Brustpunkt und dann im Fadenlauf nach unten und vom Brustabnäher in der vorderen Mitte aus bis zum Brustpunkt eingeschnitten (2). Anschließend habe ich die benötigte Weite zugegeben, indem ich das seitliche Teil nach unten aufgedreht habe. Das Faltenteil habe ich dann ebenfalls so gedreht, dass die gesamte Weite in den mittigen Brustabnäher geht und dem Faltenteil die notwendige Länge hinzugefügt (3).


Danach habe ich mich um die zusätzlich benötigte Länge für die Brust gekümmert. Weil ich keinen Abnäher aus der Seitennaht wollte, habe ich diesen in der Mitte durchgeschnitten (4) und die Abnäherschenkel geschlossen. Dadurch entsteht ein Keil zur vorderen Mitte hin, aber weil ich es in der vorderen Mitte enger anliegend möchte, habe ich zusätzlich aus der Schulter und dem mittleren Abnäher eingeschnitten und die zusätzliche Länge gleichmäßig verteilt (5). Im Ergebnis habe ich also mehr Länge und mehr Weite an der Brust geschaffen (6). Ich hoffe, das Vorgehen war verständlich, ansonsten sagt gern Bescheid.

Weil ich die Länge und Weite, die es für eine große Brust braucht, aber an den Seiten des Oberteils nicht brauche, wird sie einerseits durch den mittleren Abnäher, der deutlich größer geworden ist, und andererseits durch die Falten an der Schulter, die nun alle etwas tiefer sind, weggenommen. Der Vergleich zwischen dem alten und dem neuen Vorderteil ist rechts zu sehen. Das Vorderteil besteht inzwischen aus mehr Tesafilm als Papier, aber so kann man das flatterige Seidenpapier immerhin auch viel besser zum Zuschneiden auf den Stoff legen.

Weitere Änderungen, die ich vorgenommen habe, sind:
  • Schultern um 1,5cm verschmälert,
  • 2cm Länge hinten oberer Rücken weggenommen,
  • 2cm Länge im Vorderteil unter der Brust weggenommen,
  • 1cm Weite im Vorderteil weggenommen und
  • Abnäher im Rückenteil weggelassen.
Das Ergebnis ist hier zu sehen, nämlich auf der von mir aus gesehen linken Körperseite.


Probemodelle sehen bei mir oft etwas wüst aus, aber ich halte mich nicht lange mit den Details auf. Auf der rechten Körperseite sieht man noch die zu lange Schulter und den etwas zu hohen mittleren Abnäher, also zumindest siet man es halbwegs, denn ich stehe etwas schief. Dafür habe ich rechts aber den Ärmel richtig herum eingesetzt, denn links habe ich mir irgendwie vertan und deshalb ist rechts auch innen außen.. Mhm, ich fürchte, man braucht etwas mehr Fantasie, um aus diesem Flickenteppich wirklich schlau zu werden. Ich bin jedenfalls jetzt zufrieden mit der Passform und habe auch alle Teile schon aus dem Wollkrepp zugeschnitten.

Mich treibt allerdings noch die Verschlussfrage um. Ich möchte Knöpfchen statt Schnürung machen und werde daher auch auf den Reißer in der Seitennaht verzichten. Allerdings ist es im Schnittmuster vorgesehen, dass das obere Faltenteil offen bleibt - das ist mir aber viel zu einsichtig und daher muss ich mir etwas einfallen lassen. Entweder ich führe die Knöpfchen weiter, aber ich glaube, dass das ist nicht so hübsch ist, also werde ich es vermutlich mit Häkchen und Ösen lösen. Für das Miederteilchen werde ich verstärkte Belege machen, damit ich auch die Knopfschlaufen zwischen Beleg und Oberstoff fassen kann. Ich bin noch etwas unsicher, denn der Krepp ist leicht durchscheinend und so muss die Farbe der Belege gut überlegt sein. Vermutlich werde ich hautfarben nehmen und dann auch ein solches Unterkleid tragen.

Soweit erstmal von mir - ich werde nun beginnen mein Stoffpuzzle zusammenzusetzen, aber vorher nochmal schauen, wie es bei den anderen Damen läuft.

Sonntag, 15. November 2020

Weihnachtskleid 2020!

Alle Jahre wieder treffen wir uns beim MeMadeMittwoch für das gemeinsame Nähen eines Weihnachtskleides oder eines anderen festlichen Kleidungsstückes. Im letzten Jahr hatte ich aufgrund von Zeitmangel lediglich ein einfaches Shirt genäht, wobei das kitschige Muster den passenden Weihnachtsflair mitbrachte.

Dieses Jahr habe ich etwas mehr Zeit und so darf es aufwendiger werden. Ich habe schon eine Wahl getroffen, denn ich möchte dieses Kleid aus der Beyers Mode für alle von 1943 nähen.

WKSA 2020 Schnitt & Stoff

Ich habe auch bereits den Stoff - der liebe Gatte ist nämlich gestern mit mir zu meinem Lieblingsstoffladen gefahren und hat einen rosa Wollkrepp spendiert! Das Weihnachtskleid dieses Jahr geht also auf den Gatten und allein deshalb muss es pünktlich fertig werden. Der Stoff aus Schurwolle hat eine tolle Qualität. Körnig, weich, schlabberig und rosa, also so richtig rosa. So ein ganzes rosa Kleid könnte durchaus eine Herausforderung für mich werden.

Der Schnitt hat ein kleines Miederteilchen, das körpernah anliegt, und angeschnittene, weiche Falten am Ausschnitt. Die Rockteile haben statt einer Seitennaht nur einen Abnäher und werden vorn in der spitz zulaufenden Mitte und hinten eingereiht. Die Ärmel werden sowohl im Armloch als auch am Ellenbogen eingehalten und durch einen großen Abnäher, der durch Knöpfchen geschlossen wird, schmal gehalten. Und weil ich Schnürung nicht so schick finde, werde ich die Knöpfchenvariante nähen.


Das Kleid sieht eine Oberweite von 112cm vor, allerdings brauche ich fast 120cm, also muss ich vorn einiges zugeben. Üblicherweise muss ich außerdem hinten Länge wegnehmen und die Schultern schmaler machen, damit die Ärmelnaht und die Schulterpolster auch auf meinem Schulterpunkt sitzen. Ich habe bereits mit dem Probenähen und Anpassungen angefangen und werde das heute hoffentlich abschließen können. Erstmal schaue ich aber, was die anderen Damen planen und ob vielleicht noch jemand sich für so viel rosa entschieden hat..

Mittwoch, 4. November 2020

Fertig: Kleid aus der Elsa 12/1950!

Kleid aus der Elsa 12/1950 || selbstgenäht || 50er Jahre || beswingtesallerlei.de

Heute zeige ich ein Kleid aus der Elsa 12/1950. Dies war vor acht Jahren auch der erste Kleiderschnitt, den ich jemals genäht habe. Damals hatte ich keine Ahnung von Anpassungen oder passenden Stoffen, von Einlage, Reißverschlüssen oder Ähnlichem. Ich nähte also das Kleid nach Oberweite (112cm) aus einem kratzigen, kakifarbenen Wollstoff. Am Ende musste ich feststellen, dass kaki mir überhaupt nicht steht und Taille und Schultern viel zu groß waren. Ich habe das Kleid genau einmal ausgeführt, aber fühlte mich wegen Farbe und Sitz sehr unwohl. Es hat mich immer ein wenig geärgert, dass das Kleid so ein Reinfall war und daher habe ich es nun nochmal genäht!

Kleid aus der Elsa 12/1950 || selbstgenäht || 50er Jahre || beswingtesallerlei.de

Der Stoff ist ein nachtblauer Wollstoff und dieses Mal weniger kratzig. Das Kleid ist relativ schlicht und nur geschmückt durch ein paar Ziernähte an der vorderen Mitte und den Ärmelaufschlägen. Weil ich Aufschläge unpraktisch finde, habe ich sie allerdings weggelassen und am Saum auch noch ein paar gelbe Ziernähte ergänzt. Der Gürtel wird durch eine ebenfalls gelbe, alte Gürtelschnalle geschlossen.

Kleid aus der Elsa 12/1950 || selbstgenäht || 50er Jahre || beswingtesallerlei.de

Die entscheidenden Änderungen habe ich allerdings bei der Passform vorgenommen: Ich habe eine Anpassung für die große Brust gemacht, die Schultern verschmälert und Stoff im Hohlkreuz weggenommen. Mit all diesen Anpassungen sitzt das Kleid nun so, wie es sitzen soll - eventuell mache ich beim nächsten Mal die Abnäher noch etwas kürzer an der Brust.

Kleid aus der Elsa 12/1950 || selbstgenäht || 50er Jahre || beswingtesallerlei.de

Ich mag das Kleid sehr - nicht nur weil ich es endlich richtig genäht und nun auch schon mehrfach getragen habe, sondern auch weil ich das Kleid so schlicht und unaufgeregt sehr hübsch finde. Außerdem eignet sich der Wollstoff für die jetzige Übergangszeit hervorragend.
[verlinkt beim MeMadeMittwoch]