Mittwoch, 4. Oktober 2023

Fertig: Wollkleid aus Schwabe der Neue Schnitt 1/1951


Endlich habe ich mal wieder Zeit und Muße, um auch neue Schnittmuster auszuprobieren und so habe ich aus Schwabe der neue Schnitt von 1951 ein Wollkleid genäht. Das Kleid hat eine hübsche Teilung im Oberteil, die sich für Stoffkombinationen anbietet und so habe ich neben einem Wolltuch in zartbitterschokoladenbraun noch eine in sich gemusterte Seiden-Wollmischung verarbeitet.


Das Kleid hat einen Kelchkragen, vorn und hinten Kellerfalten im Rockteil, natürlich einen Blindstich für den Saum bekommen und viele Steppnähte als Details. Daneben habe ich einen stoffbezogenen Gürtel dazu angefertigt und ein Taillenband eingenäht.

Das Taillenband wird mit Haken und Ösen geschlossen und verhindert, dass der Wollstoff an der Taille in der Weite ausleiert oder sich aufgrund des Gewichts des Rockteils in der Länge aushängt. Um Ausleiern zu vermeiden, hat außerdem die Schulternaht ein Webband eingenäht bekommen.


Die Knopfleiste am Oberteil musste ich weglassen, weil ich vom gemusterten Stoff nicht genug hatte und ich habe - wie immer - eine Anpassung für die große Brust gemacht und im Hohlkreuz Länge weggenommen, damit sich dort der Stoff nicht sammelt. Ansonsten habe ich nichts verändert. Am fertigen Modell sieht man allerdings, dass die Schulter ein wenig zu lang ist, da würde ich beim nächsten nochmal 1,5cm wegnehmen, damit der Schulterpunkt passt. Leider ist der Stoff so empfindlich beim Trennen, dass mir das Risiko zur nachträglichen Änderung zu groß war. Ob ich noch einen Abnäher in die Schulter nähe werde ich davon abhängig machen, wie sehr es mich beim Tragen stört.


Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Kleid. Ich wollte mit der Stoffwahl ein zurückhaltendes, aber dennoch adrettes Kleid erreichen und das ist gelungen. Nun freue mich auf den Winter, denn es ist durch die Wolle echt warm und daher bislang noch nicht zum Einsatz gekommen.
[Verlinkt beim MeMadeMittwoch]


Mittwoch, 2. August 2023

Fertig: Burda Hosenrock 126 aus 06/2015!


Bereits vor drei Jahren nähte ich die erste Version dieses Hosenrockes, #126 aus der Burda Heft 06/2015. Und er hat sich bewährt, also musste nun eine weitere Variante her!

Wie schon beim letzten Mal habe ich mich nicht an die Stoffempfehlung "Baumwollstoffe mit etwas Stand" gehalten, sondern einen Viskosekrepp mit etwas Elasthan gewählt, den ich Ende '21 beim Sale für 6,12 Euro ergattert hatte. Der Farbton, ein wunderbares Bordeauxrot, passt zu mindestens zwei Drittel meiner Blusen, also eine hervorragende Wahl und ein Schnäppchen noch dazu.


Bereits beim letzten Modell hatte ich nach dem Probemodell einige Anpassungen vorgenommen, insbesondere den Bund auf 3cm verschmälert, aber ihm Länge zugegeben und im Hohlkreuz etwas Länge weggenommen - die Anpassungen habe ich wieder übernommen und zudem erneut am Bund ein Ripsband eingenäht, damit der Stoff nicht ausleiert.


Geschlossen wird der Rock mit zwei Knöpfen, der eine ist hier zu sehen, der andere liegt unsichtbar innen. In der vorderen Mitte ist der Rock ansonsten offen, was aber durch die Überlappung des Wickelteils eben nicht auffällt.


Ich bin sehr zufrieden mit dem Modell - sowohl mit Sitz als auch Farbe und Fall des Stoffes. Und wie findet ihr meinen Hosenrock?

Die Bluse aus Leinen-Viskose hatte ich übrigens hier bereits gezeigt. Beides zusammen ist eine gute Kombination für heiße Tage.


[verlinkt beim MeMadeMittwoch]

Sonntag, 16. Juli 2023

Fertig: Herrenhemd nach Simplicity 4760!

Mehr als ein Jahr wurde hier nichts mehr gezeigt, denn statt zu nähen, habe ich meine Dissertation verfasst. Inzwischen ist die aber abgegeben und so konnte ich endlich mal wieder an die Nähmaschine. Ich freue mich sehr darauf, endlich wieder regelmäßig zu nähen und besonders falls hier noch jemand mitliest!

Ich wollte mit etwas Einfachem anfangen - ohne Anpassungen oder Probeteile, ohne zickigen Stoff oder irgendwelche besonderen Herausforderungen. Und so fiel die Wahl auf ein Herrenhemd für den Gatten. Der Schnitt Simplicity 4760 mit Reverskragen ist erprobt und mehrfach für gut befunden worden (1,2,3,4 5).


Der Stoff ist einfache Baumwollwebware, die mit 2,4m sehr breit liegt und hier gekauft wurde, und hat sich insofern ganz bereitwillig bügeln und vernähen lassen. Mit Kokosnussknöpfen kommt noch mehr Hawaii-Feeling auf und die Ukulele ist eh das beste Accessoire dafür!


Die Nähte wurden alle als Kappnähte genäht - dann sind die Kanten gleich versäubert.


Auch das mit dem Musterlauf klappt noch. Auf die Hemdtasche haben wir verzichtet - die wird ja letztlich doch nie genutzt.


Vom restlichen Stoff ist nun noch eine Shorts gewünscht, die bereits unter der Nähmaschine liegt und dann ein kleidsames Set, genannt Cabana Set, bilden soll. Und vielleicht bleibt sogar noch etwas Stoff übrig und ich nähe mir daraus auch noch was Passendes!

Samstag, 18. Juni 2022

Fertig: Ein Kleid aus Bluse und Rock!


Die erste Hitzewelle dieses Jahr ist im Gange und glücklicherweise schützt Stoff nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Sonne und Hitze. In weiser Voraussicht habe ich daher beim letzten Stoffkauf auch eine Viskose-Leinen-Mischung mitgenommen und mir daraus ein Kleid genäht.


Okay, ich gestehe, dass es gar kein echtes Kleid ist - ich habe vielmehr eine Hemdbluse und einen Rock genäht, aber beides eben aus dem gleichen Stoff und so ergibt sich gemeinsam getragen der Eindruck, dass es sich um ein Kleid handelt.


Beide Schnitte sind bekannt, die Hemdbluse nach einem angepassen Schnitt von 1940, der Rock ist Teil eines Kleides aus einem Heft von 1956. Ich habe sie beide bereits mehrfach genäht und es ist mir fast peinlich, dass ich sie schon wieder genommen habe, aber sie passen und stehen mir, ich mag sie sehr und kann sie gefühlt mit verbundenen Augen nähen. Ich bleibe dann doch daran hängen und auch diese beiden Versionen werden nicht die letzten gewesen sein.


An der Bluse mag ich besonders die beiden Falten von der Schulter, die Platz für die Brust schaffen und gleichzeitig Bewegung in die Bluse bringen. Ein kleines Bisschen sperrt die Bluse zwischen dem zweiten und dritten Knopf auf, weil der lose Stoff trotz Beleg zu wenig Halt dort hat. Vielleicht setze ich noch einen kleinen Druckknopf.


Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden - beide Teile sind von einem Kleid kaum zu unterscheiden und verbinden insofern den Vorteil, dass ich sofort komplett angezogen bin, aber auch beides einzeln tragen oder besser gesagt anders kombinieren kann. Der Stoff ist mit seinem Blütenmuster ganz entzückend und trägt sich sehr, sehr angenehm - da komme ich auch gut durch die Hitzewellen des Jahres!

Mittwoch, 4. Mai 2022

Fertig: Bluse nach Simplicity 7708!


Der Schnitt dieser Bluse (Simplicity 7708) ist wahrlich nichts Neues - ich nähte ihn schon mehrfach (1, 2, 3, 4, 5, 6).


Die Bluse lebt von der Raffung am Kragen (in die ich noch etwas mehr Weite geschoben habe, weil ich der Bluse etwas Platz an der Brust verschafft habe), den kleinen Puffärmeln und den Abnähern an der Taille, die für einen körpernahen Sitz sorgen.


Die kleine Viskose mit helbblauen und goldenen Herzchen auf dunkelblauem Grund ist vom Stoffkontor in Winsen/Luhe, wo wir immer, wenn wir Urlaub haben, einmal hinradeln und Stoffe kaufen - und so freue ich mich doppelt, nämlich über die Bluse und auch die schöne Erinnerung.


Der Rock ist das Model 106B aus der Burda 05/2012. Ein Bahnenrock mit Taschen und hoher Taille. Eigentlich auch mit vorderer Knopfleiste, aber die hat mir bei einem früheren Modell nicht gefallen - die stört den Rockschwung - und so habe ich die Leiste einfach weggelassen.

Der Rock ist aus sehr festem dunkelblauem Wollstoff und daher eher etwas für die Übergangszeit. Ein weiteres Modell steht seit Jahren auf meiner Liste, aber ich komme nicht dazu.


Ich bin sehr zufrieden mit der kleinen Bluse und dem ganzen Ensemble - schon als ich den Stoff kaufte, hatte ich es im Kopf, weil mir bislang auch Kleidungsstücke zu den goldenen Sandalen fehlten.


Es wird wohl nicht die letzte Bluse nach dem Schnitt bleiben, aber ich bin wild entschlossen - sofern es die Zeit irgendwann zulässt - auch nochmal einen oder zwei andere Schnitte für Viskoseblusen zu etablieren.. irgendwann..
[Verlinkt beim MeMadeMittwoch]

Mittwoch, 6. April 2022

Fertig: Bluse aus der Burda 09/1953


Schnitte, die man schon genäht hat, haben den großen Vorteil, dass man eine Menge Zeit spart, weil man diese ja bereits zuvor ins Abpausen, in Anpassungen und in das Mitdenken, gesteckt hat. Zeit ist für mich aktuell ein großes Thema, weil ich mich - da hatte ich mich bei dem letzten Post wohl unklar ausgdrückt - mitten im Promotionsstudium befinde und das neben einer Vollzeitbeschäftigung zeitlich und nervlich herausfordernd ist.

Insofern nutze ich den Vorteil der bekannten Schnittmuster; auch weil man aufgrund der bereits gemachten Erfahrung noch Verbesserungen vornehmen und die Stoffbeschaffenheit gut abschätzen kann und man auch die Schwachstellen der Schnitte kennt.


Diese Bluse, die eigentlich ein Kleid ist, ist aus einer alten Burda 09/1953 und ich hatte sie bereits vor einigen Jahren genäht. Ich habe schon damals eine Anpassung für die Brust gemacht und die Mehrweite in die Falten am Kragen geschoben.

Der Wollstoff ist in sich gemustert aus cremefarbenen und braunen Fäden und ließ sich widerstandslos verarbeiten. Am Kragen habe ich eine dunkelbraune Paspel eingezogen, damit die Bluse etwas Kontrast bekommt. Für die Manschetten hat der Stoff aus zweiter Hand dann aber nicht mehr gereicht und ich habe sie weggelassen.


In den 1950er Jahren war eine weichgezeichnete Schulterlinie im Trend, die vor allem durch tief eingesetzte oder angeschnittene Ärmel erreicht wird. Da angeschnittene Ärmel weniger Bewegungsfreiheit gewähren als eingesetzte Ärmel ging diese Mode häufig mit Unterarmzwickeln einher. Unterarmzwickel sind im Prinzip Keile oder Dreiecke, die in einen Einschnitt unter der Achsel eingesetzt werden und so den Kompromiss schaffen zwischen der weichen Linie und der Möglichkeit den Arm zu heben.


Eine Gefahr bei Unterarmzwickeln ist allerdings das Ausplatzen des Zwickels, denn die Nahtzugaben sind sehr schmal. Um das zu vermeiden habe ich dieses Mal den Zwickel rechts auf links untergenäht, also nicht mit dem Oberstoff verstürzt, sondern vielmehr den Oberstoff mit Vlieseline verstürzt, dann umgebügelt und die Vlieseline festgebügelt; anschließend von unten den Zwickel gegengesetzt und mit etwas Abstand festgesteppt. Dadurch ist die Kante besser geschützt, denn die hat einerseits die Vlieseline als Stabilisierung und andererseits ist der Zug nicht direkt an der Kante.


Der Rock - mein Weihnachtsrock aus dem Jahr 2017 - ist ein normaler gerade Rock, aber mit Taschen und hinten zwei Falten für mehr Bewegungsfreiheit. Der Rock ist fester Bestandteil meines Kleiderschrankes geworden und jedes Jahr im Frühling bin ich fast etwas traurig, wenn er wieder bis zum nächsten Winter eingemottet wird.

Letztlich bin ich mit der Bluse zufrieden, aber für echte Begeisterung reicht es nicht - die runde Schulter schmeichelt mir einfach nicht so besonders. Ich denke, ich werde dem Schnitt tzrotzdem noch eine Chance geben, denn er ist eigentlich ausdrücklich für karierte Stoffe vorgesehen und gerade daraus habe ich den Schnitt noch nicht genäht. Aber so ein großkarierter Falenell würde mich - dann doch nochmal als Kleid- noch reizen, also das werde ich auf jeden Fall noch nachholen!
[verlinkt beim MeMadeMittwoch]