Mittwoch, 1. April 2020

Fertig: Frühlingshütchen!

Ich hatte noch Tragebilder zum Frühlingshütchen zugesagt und auch wenn das Wetter noch ein paar Haken schlägt, so naht doch Ostern. Ich werde diese Jahr wohl sehr pastellig unterwegs sein.


Das kleine Hütchen ist aus Bastelfilz und geflochtenen Wildlederbänder, geformt mit Hutmacherdraht. Es trägt sich sehr gut und ließ sich anstandslos in die Frisur setzen, sodass ich sehr zufrieden damit bin.


Das Oberteil und den Rock hatte ich bereits hier zusammen gezeigt. Beide Teile trage ich oft und gern und die Schnittmuster gehören zu denen, die ich schon mehrfach nähte. Der Pullover ist aus "Glamoursweat" und der Rock aus einem feinen Wollstoff - beides ideal für die wieder kälteren Temperaturen.


Für das Frühlingshütchen braucht es aber auf jeden Fall noch weiterer Kombinationspartner in meinem Schrank! Und mit diesem verlockenden Gedanken wünsche ich euch einen wunderschönen April mit Sonnenschein, Marienkäfern und blühenden Wiesen!
[verlinkt beim MeMadeMittwoch]

Sonntag, 29. März 2020

Draht und Stoff - ein Frühlingshütchen!

Bei der Stoffspielerei geht es in diesem Monat um Draht und Stoff. Ich hatte sofort die Idee ein Frühlingshütchen herzustellen. Ich hatte mir vor einiger Zeit Hutmacherdraht gekauft und bereits einen Halbhut daraus gebastelt und das wollte ich gern wiederholen.


Das Schwierigste bei solchen selbstgemachten Halbhüten ist die Form, denn sie muss dem Kopf folgen. Modisten erreichen die Form gerade bei Filz durch Hitze und Feuchtigkeit, aber solche Möglichkeiten haben die wenigsten zuhause. Stattdessen kann man sich also mit Draht behelfen. Dazu habe ich einfach ein Stück Hutmacherdraht zu einem Oval mit Spitzen geformt und mit ein wenig Klebeband die Enden miteinander verbunden. Anschließend das Oval dann der Länge nach rund gebogen und damit hatte ich das Untergestell für mein Hütchen.


Anschließend habe ich das Gestell mit einfachem, dünnem Bastelfilz überzogen - dafür habe ich das Drahtgestell mit einem weiten Zickzackstick an den Bastelfilz angenäht und danach die Filzkante eingeschlagen und mit der Hand festgenäht. Mit einem Streifen Bastelfilz, den ich auf der Oberseite mit einer Wellenklinge geschnitten habe, habe ich die vordere Kante verdeckt.


Eigentlich - man kann es auf dem oberen Bild erahnen - wollte ich mein Hütchen mit Hütschleier und Blüten verzieren, aber das hat mir alles nicht gefallen. Auf der Suche nach Alternativen fielen mir einige Wildlederbänder in die Hände, die ich farblich zusammen sehr schön fand. Einzeln sahen sie aber sehr merkwürdig aus und ließen sich auch kaum fixieren. Langsam ein wenig frustriert habe ich nochmal sämtliche Vorräte durchgesehen, Blumen angehalten und verworfen, Bänder festgesteckt und wieder abgemacht, zwischendurch sogar überlegt mit weiterem Bastelfilz zu arbeiten, aber ehrlich gesagt sieht dieser dünne Bastelfilz nicht wirklich hochwertig aus und diesen mitschwingenden Grundschulbastelcharme kann ich einfach nicht ignorieren.

Also nochmal zurück zu den Wildlederbänder.. mhm.. vielleicht flechten? Mal ausprobiert und rangehalten und joa, das könnte was werden. Ich habe also zwei weitere Zöpfe geflochten und versuchsweise rangesteckt. Es hat mir sehr gut gefallen - die Farben sind zusammen sehr schön und die Oberflächenstruktur finde ich toll.


Erst hatte ich überlegt die Zöpfe anzunähen, aber das erschien mir doch sehr aufwendig, sodass ich mich pragmatisch entschieden habe aufzukleben und das war die richtige Entscheidung. Runde um Runde habe ich meine drei Zöpfe angeklebt und sie haben zum Glück gereicht. Die Enden habe ich teilweise verklebt und wenn es sich anbot bis zum Anfang geführt.


Noch eine Blüte oder Hutschleier anzubringen, erschien mir zu viel und dem Muster nicht gerecht, sodass ich stattdessen am Anfang die Zöpfe wieder aufmachte und noch übrige Stücke dort ansetzte und so entstand die kleine Lederquaste an einer Seite.


Nun bin ich sehr zufrieden mit meinem Frühlingshütchen - für ein Foto, wie es getragen aussieht, war die Zeit noch nicht da, aber das werde ich nachreichen. Ostern kann jedenfalls kommen! Wie findet ihr mein Hütchen? Ich habe noch ein paar der Wildlederbänder und überlege nun noch eine Tasche damit zu verzieren - oder vielleicht ein paar Handschuhe?

Schaut unbedingt auch bei den anderen Stoffspielerinnen vorbei und macht doch gern mal mit!

Sonntag, 16. Februar 2020

Schöne Wäsche der 50er Jahre

[Sonderheft Schöne Wäsche - Universalverlag]

Samstag, 8. Februar 2020

..und darum sollte man Webware nicht mit der Overlock nähen!

Bei vielen wird die Nähmaschine inzwischen flankiert von einer Overlock - so auch bei mir. Ich nähe ja nun eher selten Wirkware und nutze die Overlock vor allem zum Versäubern von Nahtzugaben bei Webware. Immer wieder fällt mir auf, dass gerade für Anfänger nicht so recht verständlich ist, warum gewebte Stoffe nicht mit der Overlock zusammengenäht werden sollten oder warum diese Nähte nicht halten.


Schuld daran, dass Overlocknähte in Webware nicht halten, ist nicht die Art der Naht oder die Maschine, sondern vielmehr die zu kleine Nahtzugabe. Die Overlock schneidet die Stoffkante gleichmäßig ab und umschlingt sie dann. Die Breite der Overlocknaht und damit die Nahtzugabe liegt dadurch zumeist nur bei 0,3-0,8cm.

(1) Die Nahtzugabe sorgt aber dafür, dass die Naht auch bei Zug und Belastung ausreichend Halt im Stoff hat. Damit die Stoffkanten nicht (zB beim Waschen und beim Tragen) weiter ausfransen, kann man sie mit der Overlock, die lose Fäden an Ort und Stelle hält, hervorragend versäubern - aber auch dabei sollte man darauf achten, dass nicht zu viel Nahtzugabe weggenommen wird!


(2) Ist die Nahtzugabe zu klein, dann haben die Fäden nicht genügend Halt und rutschen einfach aus der Bindung - der Stoff franst quasi aus der Naht heraus. Je nachdem wie lose der Stoff gewebt ist und wie breit die Naht(zugabe) ist, braucht es mehr oder weniger Belastung bis die Fäden nicht mehr ineinander halten können.


Bei Webware sollte die Nahtzugabe daher in der Regel mindestens 1,5cm betragen - teilweise auch mehr zB bei Cord oder Leinen. An sehr beanspruchten Stellen ist eine Kappnaht zu empfehlen, die die Belastung auf mehrere Nähte verteilt.

Doch warum franst nun ausgerechnet die Webware aus?

Webware wird stets durch eine Bindung von Kettfäden und Schussfäden hergestellt. Kettfäden sind stramm in den Webstuhl gespannt und Schussfäden werden dann durch die Kettfäden durchgefädelt (oder namensgebend durchgeschossen). Kettfäden entsprechen dem Fadenlauf und die Schussfäden liegen quer dazu.

Je nachdem in welchen Abständen der Schussfaden die Kettfäden über- und unterläuft entstehen unterschiedliche Bindungen. Hier gezeigt ist die einfachste Bindung, nämlich die Leinwandbindung, bei der abwechselnd der Kettfäden über- und unterlaufen wird. Daneben gibt es noch die Köperbindung (typisch dafür: Denim) und die Atlasbindung (typisch dafür: Satin). Gemeinsam ist allen Webwaren, dass Fäden waagerecht und senkrecht zueinander laufen und daher können die Ränder auch ausfransen und brauchen mehr Nahtzugabe.

Bei Maschenware hingegen werden Fäden nicht verwebt, sondern durch das Verschlingen von Fäden werden Maschen gebildet. Das geschieht bei Strickware nacheinander in einer Reihe und bei maschineller Wirkware durch das gleichzeitige Bilden mehrere Maschen mit einem Faden (Kulierwirkware) oder mehreren Fäden (Kettenwirkware).

Hier wird die Trikotlegung gezeigt. Da dabei Maschen immer mit abwechselnden Fäden gebildet werden, ribbeln diese Stoffe nicht auf und entwickeln auch kaum Laufmaschen - und gerade deshalb hält auch die Overlocknaht trotz kleiner Nahtzugabe in den Maschen- und vor allem Wirkwaren!

..und darum sollte man Webware nicht mit der Overlock nähen, sondern eben nur versäubern. Ich hoffe, der Beitrag konnte ein wenig zum Verständnis beitragen und falls noch Fragen bestehen, sagt gern Bescheid.

Sonntag, 2. Februar 2020

Sonntag, 26. Januar 2020

Textiler Schmuck aus Zackenlitze

Textiler Schmuck ist das Thema bei der ersten Stoffspielerei im neuen Jahr. Bei der Stoffspielerei geht es darum, mit Stoff und Garn zu experimentieren. An jedem letzten Sonntag im Monat findet die Stoffspielerei mit neuem Thema bei einer anderen Bloggerin statt und es werden auch ungewöhnliche oder fast vergessene Verarbeitungsmethoden ebenso wie neue Ideen gezeigt und interessante Informationen geteilt. Macht doch auch mit!


Ich habe mich dabei von den 40er Jahren inspirieren lassen, als man auch Blumengestecke aus Filzresten machte oder sich schmückende Kragen häkelte und mir aus einer glitzernden Zackenlitze ein paar Ohrringe gemacht.

Dazu braucht man nur
  • Zackenlitze,
  • ein paar Perlen,
  • Clips (oder Stecker),
  • Schere, Nadel und Faden
Ich habe bei meiner Zackenlitze 25 Zacken abgezählt und dann die Litze links auf rechts leicht überlappend mit langem, doppeltem Faden zum Kreis geschlossen.


Anschließend wird der lange Faden abwechselnd von vorn und hinten durch die 24 verbliebenen Zacken gestochen und am Ende wird die Litze an diesem Faden zusammengeschoben.

 

Nun werden nur noch die Perlen dekorativ angenäht und alles an den Ohrclips befestigt - das kann man entweder ebenfalls mit dem Faden machen oder man klebt sie einfach mit der Heißklebepistole fest. Ich habe mich für die Variante mit Faden entschieden, weil meine Zackenlitze sehr störrisch war und ich sie dadurch noch ein wenig richten konnte.


Und dann sind die Ohrclips auch schon fertig. Sie tragen sich sehr angenehm, weil die Litze schön leicht ist und trotzdem steht sie normalem Schmuck an Glitzer und Schimmer in nichts nach. Ein wenig Zackenlitze habe ich noch übrig, aber für mehr Blüten reicht es leider nicht - mal sehen, was daraus wird.

Habt ihr schonmal Schmuck aus Textilien oder Garn gemacht?