Montag, 18. März 2019

Fertig: Rita Blouse von Charm Patterns!


Schon seit einiger Zeit möchte ich eine kleine "peasant blouse" nähen, also so eine einfache schmale Bluse mit Raffungen, die sich im Sommer angenehm tragen lässt. So eine Bluse hatte ich mal gekauft, mochte sie immer gern leiden und trug sie bis sie schon ganz löchrig war.

Eigentlich wollte ich selbst dafür einen Schnitt erstellen, weil so schwer ist das ja nicht mit diesen Blusen, aber irgendwie kam ich nie dazu. Nun reichte es mir und ich bestellte halt einen Schnitt: Die Rita Blouse von Charm Patterns.

Charm Patterns ist das Label von Gertie Hirsch - vielen sicherlich bekannt durch ihre Bücher. Sie hat inzwischen vier Schnittmuster unter diesem Label herausgebracht.


Der Schnitt "Rita Blouse" sieht verschiedene Cup-Größen vor, was für ein Mädchen wie mich, das ja nun sonst immer an der Brust Platz schaffen muss, schon mal vielversprechend war. Außerdem hat der Schnitt Wiener Nähte und lässt sich daher erfahrungsgemäß gut anpassen.

Ich nähte natürlich dennoch ein Probeteil. Die Größentabelle ließ ich dabei links liegen und habe mich nur an den Fertigmaßen orientiert. Dabei muss man allerdings schon bedenken, dass die Brust gerafft ist, also auch bei den Fertigmaßen sollte es nicht hauteng sein - demnach habe ich eine Size 16 mit DD Cup gewählt.


Und kleiner hätte es zumindest an der Brust auch nicht sein dürfen - vermutlich wäre eine Cup-Größe mehr sogar noch ein wenig besser gewesen, aber der Nutzen schien den Aufwand einer Anpassung nicht zu rechtfertigen. Es passt alles rein und die Naht sitzt korrekt unter der Brust, sodass ich darauf verzichtet habe, da vielleicht noch einen Zentimeter rauszuholen.


Im Hohlkreuz sammelte sich Stoff und daher nahm ich im Kreuz, also im mittleren Rückenteil, 2cm Länge in der Taille weg. Am seitlichen Rückenteil legt ich einen Keil, sodass die Seitennaht unverändert blieb - wer ebenfalls Probleme mit einem Hohlkreuz hat, kann hier mehr dazu nachlesen.

Das obere Rückenteil war zu puffelig und so kürzte ich es in der Weite um 3cm, die ich einfach im Bruch wegnahm.

Außerdem waren meine eingezogenen Gummibänder alle um einiges kürzer als es in der Anleitung stand.


Von diesen Anpassungen abgesehen, ist die Bluse leicht und schnell zu nähen. Die englische Anleitung habe ich nicht im Detail gelesen, denn die Bilder haben mir genügt, die sind also leicht verständlich. Der Schnitt hat keine besonders schwierigen Stellen - das Komplizierteste ist vermutlich den Reißer einzusetzen und das konnte ich mir aber wiederum sparen, denn mein Stoff hat genug Spiel, dass ich ohne Verschluss auskomme.

Wer also einen einfachen, zügig genähten Schnitt für so eine kleine Bluse sucht, der ist damit gut bedient. Wenn ich auch sagen muss, dass der Preis von 18 Euro mich zunächst abgeschreckt hat, ist das wegen des problemlosen Nähens inzwischen verflogen und wenn man einen Schnitt öfters näht, dann lohnen sich ja auch höhere Anschaffungskosten. Gekauft habe ich den Schnitt im Übrigen bei Poppy Ray, wo es auch die anderen Schnittmuster und ein paar der Stoffe von Gertie gibt.


Nach dem Probemodell und den Anpassungen ging es also an den richtigen Stoff und der muss auf jeden Fall nochmal besonders betrachtet werden: Es handelt sich um einen Originalstoff aus den 50er Jahren, den ich vor einer Weile mal von Silke geschenkt bekam. Er ist einer der ältesten Stoffe, die ich besitze, und entsprechend vorsichtig bin ich bei der Wahl der Modelle. Das ist ja ein wenig der Kummer mit diesen so besonderen Stoffen - man will sie so besonders gut in Szene setzen, dass dann kein Schnittmuster und keine Idee gut genug ist.


Doch mit der Wahl dieses Schnittmusters zum Stoff bin ich wirklich sehr zufrieden. Der leichte Baumwollstoff macht sich sehr gut mit den Raffungen und ließ sich problemlos nähen.

Ein bisschen nervös war ich, als ich die Gummibänder einziehen musste, denn so ein 60 Jahre alter Stoff wird ja mit der Zeit auch nicht besser und ich hatte Angst, dass er bei diesem etwas ruppigen Vorgang vielleicht Schaden nimmt. Die Sorge war aber unberechtigt und der Stoff hat alles gut überstanden - ich hoffe, dass ich das nach der ersten Wäsche auch noch sagen kann..

Auch nach der Bluse ist sogar etwas mehr als die Hälfte von den 3,4m da. Da der Stoff nur (wie damals üblich) rund 70cm breit liegt, war ich doch etwas überrascht darüber, aber es ging sich wohl sehr gut aus.


Das Muster des Stoffes jedenfalls hat seinen Charme über die Jahre nicht verloren. Die Farben und die losen Vierecke gefallen mir sehr gut - selbstverständlich und speziell, aber unaufgeregt und nicht plakativ!

Und es harmoniert sehr gut mit meinem smaragdgrünen Rock, der sich auch sehr gut im Sommer tragen lässt, sodass ich ein perfektes Gespann habe!


Vermutlich konnte man es schon rauslesen, aber ich muss es doch nochmal sagen: Ich bin so richtig begeistert und ein bisschen verliebt in das Ensemble! Form, Farben, Tragegefühl, es stimmt alles - es fehlt nur noch der Sommer!

Ein weiterer Stoff ist schon bereit gelegt für eine weitere Bluse - für den Fall, dass überraschend der Sommer kommt, bin ich jedenfalls gut gerüstet und vorbereitet! Wie findet ihr mein Sommerensemble im März?

Dienstag, 12. März 2019

Fertig: Hemdbluse mit Bogenkante von 1940!


Ja, und wieder eine Hemdbluse! Was soll ich sagen - sie ist halt schnell, einfach, passformerprobt.


Genäht habe ich die Bluse aus einem Baumwollstoff, den ich für ein paar Groschen bei ebay erstanden habe. Es ist ein ganz zartes salbeigrün mit kleinen Kreisen aus weißen Blüten mit grünen Stempeln und kleinen lila Blümchen.

Die Hemdbluse ist eine Abwandlung dieser Bluse aus der Praktischen Damen- und Kindermode von 12/1940 und inzwischen das siebte Exemplar nach diesem Schnitt.


Damit meine Hemdblusen nicht alle gleich aussehen, ändere ich immer mal wieder Kleinigkeiten. In diesem Falle habe ich an der vorderen Mitte und an den Ärmelsäumen eine Bogenkanten angefügt. Dazu habe ich die Nahtzugabe auf 3cm vergrößert, mir bei 1cm und 3cm eine Hilfslinie gemalt und dann mit einer Dose gleichmäßige Bögen gemalt. Aus der so entstandenen Kante habe ich dann noch jeweils einen Beleg angefertigt und beides verstürzt.


Von der Bogenkante abgesehen, habe ich ansonsten nichts weiter an dem bewährten Schnitt geändert. Er hat vorn zwei Brustabnäher, sowie zwei Falten aus der Schulter, hinten zwei Abnäher und Schulterpolster. Die Ärmel habe ich länger gelassen, damit die Bluse schon früh im Jahr getragen werden kann. Gestern zur Arbeit trug ich sie aber mit Strickjacke.


Der Rock ist einer meiner liebsten, denn das Grün passt zu fast allem und der Stoff fällt schön. Und auch die selbstgefärbten Schuhe werden gern und oft getragen.


Mit dem Ensemble bin ich jedenfalls gut für den Frühling und Ostern gerüstet und die Bogenkante gefällt mir sehr gut - an einem Rocksaum stelle ich sie mir auch sehr schön vor, oder was meint ihr?
[verlinkt beim Creadienstag]