Mittwoch, 1. Juli 2020

Fertig: Rita Blouse aus Jersey!


Wie bereits bei der letzten Bluse erwähnt, herrscht hier Bedarf an unifarbenen Oberteilen, die zu bunten Sommerröcken passen und so nähte ich nach dem erfolgreichen ersten Versuch direkt diese weitere Bluse.


Das Schnittmuster ist von Charm Patterns und eigentlich für Webware ausgelegt. Ich habe eine Nummer kleiner gewählt als es die Maßtabelle vorgesehen hätte und habe - wie auch bei den Versionen aus Webware - lediglich im Rücken Länge wegen dem Hohlkreuz weggenommen und ein wenig Weite im hinteren Brustteil reduziert.


Um die Dehnbarkeit des Jerseys zunutzen, habe ich die Naht zwischen Brustteil und Miederteilchen mit dehnbarem Zickzackstich genäht. Alle anderen Nähte sind normal abgesteppt, denn sie brauchen entweder keine Dehnung oder erhalten sie durch das eingezogene Gummiband an Ausschnitt und Ärmel.


Der bunte Rock ist im Übrigen auch selbst genäht - ein leicht ausgestellter Kräuselrock aus sechs Bahnen mit Knopfleiste, Taschen, Bindebändern und roten Details, die das Rot der Bluse perfekt wieder aufgreifen.


Bekanntermaßen bin ich eine Wiederholungstäterin und so liegen hier noch weitere Jerseys, um eine eben solche Rita Blouse zu werden. Ich mag den Schnitt wirklich sehr - gut zu nähen, bequem und er passt sich hervorragend in meine Garderobe ein.
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Freitag, 12. Juni 2020

Fertig: Rita Blouse aus Jersey!


Ich habe viele bunte Sommerröcke, die ich aber viel zu selten anziehe, weil die meisten meiner Blusen auch gemustert sind und dann beides nicht zusammenpasst. Es müssen also mal ein paar einfarbige Oberteile her!


Den Anfang macht die Rita Blouse von Charm Patterns. Eigentlich ist der Schnitt auf Webware ausgelegt, aber ich hatte schon mehrere Versionen aus gewirkten Stoffen gesehen und es erschien mir vielversprechend.


Da der petrolfarbene Jersey von karstadt etwas fester ist und sich ohnehin nicht für Sommerhitze eignet, habe ich mich entschieden die Ärmel zu verlängern - so lässt sich die Bluse auch an kühleren Sommertagen oder im Übergang hervorragend tragen. Ich habe dazu einfach die Ärmel um 45cm verlängert. Das Ärmelende wird, ebenso wie der Ausschnitt, mit Gummiband gerafft.


Heikel war nur die Frage nach der passenden Größe, denn dehnbarer Jersey gibt ja doch etwas mehr her als feste Webware. Außerdem habe ich ein wenig abgenommen, sodass die bisherigen Blusen langsam ohnehin etwas zu lose sitzen. Mutig habe ich also direkt zwei Größen kleiner zugeschnitten und es passt glücklicherweise!


Ich habe eine Anpassung für's Hohlkreuz vorgenommen, bei der ich im Kreuz 1,5cm Länge gekürzt habe, und eine Weitenanpassung des gerafften Rückenteils, wo ich im Stoffbruch in der hinteren Mitte insgesamt 3cm weggenommen habe, weil es mir sonst zu puffelig ist. Ansonsten habe ich nichts geändert. Die Bluse sieht verschiedene Körbchengrößen vor, daher passt sie gut und der dehnbare Jersey tut sein Übriges.

Die Schnittmustererstellerin hat übrigens ebenfalls die Bluse schon aus Jersey genäht und empfiehlt in die Naht unter der Brust Framilon einzuarbeiten, aber darauf habe ich verzichtet. Ich habe in der Naht allerdings einen dehnbaren Zickzackstich verwendet. Alle anderen Nähte habe ich mit normalem Geradstich genäht, da sie entweder senkrecht verlaufen, also ohnehin nicht gedehnt werden, oder das Gummiband ausreichend Dehnung gibt.


Obwohl für bunte Sommerröcke gedacht, wählte ich hier einen einfarbigen Leinenrock. Die weiten Ärmel wirken mit stilleren Röcken noch etwas besser. Die bunten Röcke passen aber ebenfalls gut, wobei ich auch noch einen roten, dünneren Jersey für eine weitere Rita Blouse gekauft habe.


Besonders schön sind die Taschen am sonst so schlichten Leinenrock, die aus einem auf der Spitze stehenden Quadrat bestehen. Ich habe sie einer Anleitung von 1937 entliehen.


Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit meiner neuen einfarbigen Sommerbluse und mindestens der rote Jersey wird als weitere Bluse noch folgen, auf dass die bunten Sommerröcke dieses Jahr öfter getragen werden!


Mittwoch, 3. Juni 2020

Fertig: Bluse nach Simplicity 7708!


Langsam wird es mir ja fast schon peinlich, dass ich ständig die gleichen Schnittmuster zeige, aber ich nähe sie halt auch wiederholt - weil sie mir gut gefallen, leicht von der Hand gehen und ich aufgrund von Beruf und Studium so selten Zeit zum Anpassen finde. So entstand auch diese Bluse nach einem bekannten Schnitt, nämlich Simplicity 7708 (1, 2, 3, 4, 5).

Unnötig zu erwähnen, dass ich noch einen Stoff hier liegen habe, der eine solche Bluse werden will..


Aber bleiben wir lieber erstmal bei dieser Version der so oft genähten Bluse. Die Bluse hat einen gerafften Ausschnitt, Puffärmel und formgebende Falten in der Taille, die ich allerdings nochmal ein wenig weiter schließen werde, damit die Bluse direkt unter der Brust enger liegt.
Eigentlich sind auch Ärmelfische und Schulterpolster vorgesehen - beides habe ich hier diesmal ausgelassen, weil ich einen ganz leichten Tragekomfort haben wollte.


Der Stoff ist eine Viskosewebware, die der liebe Gatte bei karstadt entdeckt und glücklicherweise darauf bestanden hat, dass ich sie mitnehme. Die Grundfarbe ist ein helles Grau und es finden sich allerlei tropische Vögel in Rosa- und Blautönen darauf wieder. Der blusige Fall von Viskose ist nur schwer zu toppen und im Sommer sehr angenehm. Eigentlich ist Viskose im Winter auch gut mit Strickjacken tragbar - wobei dieses Muster so sommerlich ist, dass ich die Bluse wohl eher nur im Sommer tragen werde.


Als erfahrene Näherin dieses Schnittes weiß ich inzwischen, dass die größte Schwachstelle der Schlitz am hinteren Ausschnitt ist. Die Spitze des Schlitzes platzt trotz Verstärkung als Erstes aus - unbedingt sollte man deshalb darauf achten, die Bluse nur geschlossen zu waschen und nicht hoch zu schleudern. Um das Problem zu lösen, habe ich bei diesem Modell hinten eine Naht angefügt. Möglichst im Muster sollte sie sein und ich denke, das ist gut gelungen. Es ist nicht ganz exakt, aber doch so genau, dass ich entschieden habe, nicht nochmal zu trennen.


Ansonsten hielt die Bluse keine besonderen Herausforderungen bereit und war in wenigen Stunden genäht.

Übrigens näht sich Viskose viel besser, wenn man die Geradstichplatte der Nähmaschine verwendet, weil der feine Stoffe dann nicht so leicht in die Nähmaschine fließen kann. Apropos Viskose: Falls ihr euch schon immer gefragt habt, wie die eigentlich gemacht wird, hier ein Ausschnit aus dem Lehrbuch Werkstoffkunde für Schneider von 1956:


Wer sich nicht sicher ist, ob es sich um Viskose handelt, kann den Stoff nass machen: Viskose wird härter und ist empfindlicher (also nie zu hoch schleudern) oder eine Brennprobe machen: Viskose riecht nach verbranntem Papier (Zellulose).


Aber zurück zum heutigen Thema: Dass auch der Rock zu meinem mehrfach genähten Schnittmustern (1, 2, 3) gehört, ist wohl wenig überraschend - ich bin einfach eine treue Seele.

Ich bin erwartungsgemäß sehr zufrieden mit der Bluse und sie wird sich hervorragend in meinen Kleiderschrank einfügen. Und nun muss ich schnell etwas anderes anschneiden gehen, damit ich nicht doch noch in Versuchung komme direkt wieder diese Bluse hier zu nähen..
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Sonntag, 31. Mai 2020

Sticken nach altem Abplättmuster!

Heute treffen sich viele Bloggerinnen wieder zu den Stoffspielereien - dabei geht es um Experiementieren, Ausprobieren, alte und neue Techniken. Zufällig treffen sich heute alle auf dem Blog der PeterSilien, die im letzten Jahr auch zum Summer Stitch-Along aufriefen, an dem ich zumindest zwischenzeitlich teilnahm. Beides passt hervorragend, denn die damals angefangene Stickerei ist nicht nur blumig und passt daher zum Thema der Stoffspielereien, sondern ist inzwischen auch längst fertig.


Bekanntermaßen nenne ich einige Handarbeitszeitschriften (u.a. Elsa oder Beyers Handarbeit) mein Eigen und diesen Zeitschriften waren - wenn man sie abonniert hatte - Abplättmuster zum Sticken beigelegt.


So ein Stickmuster wollte ich längst ausprobieren und so suchte ich mir ein Motiv aus und nahm die Hemdbluse her, die beim Waschunfall so versaut und dann eingefärbt wurde. Das Aufbügeln ging problemlos - an einigen Stellen war die Farbschicht schon etwas abgerieben, da ist das Muster dann etwas unterbrochen, aber alles noch machbar. Ich habe das Muster ausgeschnitten und dann halbwegs symmetrisch aufgebracht. Aus welchem Heft das Muster genau ist, kann ich nicht mehr sagen, da ich alle Abplättmuster herausgesammelt hatte und die Reste dieses Musters schon nach dem Aufbügeln entsorgt habe.


Das Sticken machte ich mir ganz einfach und nutzte nur zusätzlich Knötchenstichen für die Blüten und Margeritenstichen für die Blätter. Leider hat sich meine Befürchtung, dass Stickmuster und Farbwahl das Ganze sehr trachtig machen, bewahrheitet und so trage ich die Bluse nur im Winter. Aber das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich die Bluse immernoch sehr mag und froh bin, dass sie wenigstens halbwegs gerettet werden konnte.

Für das nächste Mal würde ich mich aber für eine feinere Stickeri entscheiden, vielleicht etwas mit Filz dazu oder Perlen - Sticken ergibt da nochmal eine Menge mehr Möglichkeiten. Mal sehen, was ich noch versuche.

Donnerstag, 21. Mai 2020

Praktikus Modenblatt für die Hausfrau 06/1949!

Zur Inspiration eine Nähzeitschrift aus dem Jahr 1949. Nachkriegsbedingt sind Zeitschriften aus dieser Zeit vergleichsweise selten und wenn überhaupt, dann sehr knapp gehalten. Aber die Lust und Möglichkeit für schöne Mode wächst langsam wieder und so gibt es auch hier wundervolle Modelle für vielerlei Anlässe zu finden.

Praktikus Modenblatt für die Hausfrau 06/1949 || beswingtesallerlei.de
Praktikus Modenblatt für die Hausfrau 06/1949 || beswingtesallerlei.de
Praktikus Modenblatt für die Hausfrau 06/1949 || beswingtesallerlei.de
Praktikus Modenblatt für die Hausfrau 06/1949 || beswingtesallerlei.de
Praktikus Modenblatt für die Hausfrau 06/1949 || beswingtesallerlei.de
Praktikus Modenblatt für die Hausfrau 06/1949 || beswingtesallerlei.de
Praktikus Modenblatt für die Hausfrau 06/1949 || beswingtesallerlei.de
Praktikus Modenblatt für die Hausfrau 06/1949 || beswingtesallerlei.de
Praktikus Modenblatt für die Hausfrau 06/1949 || beswingtesallerlei.de
Praktikus Modenblatt für die Hausfrau 06/1949 || beswingtesallerlei.de
Praktikus Modenblatt für die Hausfrau 06/1949 || beswingtesallerlei.de
Praktikus Modenblatt für die Hausfrau 06/1949 || beswingtesallerlei.de

Mittwoch, 6. Mai 2020

Fertig: Leinenbolero von 1957!


Schon im letzten Jahr hatte ich einen Leinenrock genäht - mein erstes Leinenstück. Bis dahin hat mich Leinen nie sonderlich überzeugt, besonders das edle Knittern ist doch ausgemachter Blödsinn. Meine Schränke sind auch nicht elegant bestaubt, sondern da liegt halt Staub und Leinen knittert eben. Man muss die Dinge auch mal beim Namen nennen.


Und trotz dem Knittern habe ich den Rock oft und gern getragen und kann mir vorstellen weitere Teile aus Leinen zu nähen. Neulich fiel mir dann das mittelgroße Reststück vom Rockleinen in die Hände und ich fand es schad drum. Ich wollte gern noch etwas Passendes zum Rock nähen und da erinnerte ich mich an einen Bolero, den ich erst neulich mal wieder beim Durchklicken durch meine Sammlung (ich habe alle Schnitte in meiner Größe plusminus abfotografiert, damit ich die empfindlichen, alten Hefte nicht ständig aufschlagen muss) gesehen hatte - das müsste sich doch ausgehen..


..tat es auch. Naja, fast zumindest, denn die Arme sind etwas kürzer als im Original, was aber überhaupt nicht aufällt. Zudem ist hier und da eine Nahtzugabe etwas kürzer ausgefallen als üblich.

Leinenbolero von 1957 || beswingtesallerlei.de

Der Bolero ist aus Schwabe - der neue Schnitt von 10/1957 und mir mit einem Oberweitenmaß von 120cm eigentlich zu groß - entspricht aber meinem tatsächlichen Brustumfang. Da der Bolero offen getragen wird und überschnittene Ärmel hat, habe ich es aber trotzdem gewagt und ein Probeteil gemacht. Erwartungsgemäß fehlte einiges an Länge über die große Brust - übrigens der Grund, warum es eigentlich nie genügt für eine große Brust nur eine größere Größe zu wählen, denn trotz Mehrweite fehlt weiterhin Länge.

Ich habe also oberhalb des Abnähers waagerecht bis zur Seitennaht eingeschnitten und das Vorderteil von der Seite aus kommend um 4cm verlängert. Ab Brustpunkt habe ich den Abnäher verbreitert, sodass der Keil dann waagerecht weiterläuft (siehe auch die Erläuterung hier).


Der Bolero hat zudem eine leichte Spitztüte. Denn der Abnäher ist eher breit, sodass die Abnäherspitze nicht langsam auslaufen kann und eine Spitztüte bildet. In den 50er Jahren war dieser Effekt oft erwünscht und wurde auch durch entsprechende Wäsche unter- und gestützt. Dieser Effekt wird durch den nun noch breiteren Abnäher noch etwas verstärkt.

Da der Leinen erfahrungsgemäß aber mit der Zeit weicher wird und die Spitztüte auch vor der Verlängerung schon angedeutet war, habe ich mich entschieden, das so zu übernehmen und nicht den Abnäher noch aufzuteilen oder Ähnliches.


Ansonsten hat der Bolero einen angeschnittenen Kragen mit leicht verstärktem Beleg. Am Ärmelsaum und der hinteren Schulter sind formgebende Abnäher vorgesehen. Auch vorn unter dem Kragen befindet sich im Oberstoff ein kleiner Abnäher, damit sich der Kragen dort gefällig umlegt. In die Schulternähte habe ich Webband eingenäht, um Ausleiern des doch etwas gröberen Leinen zu vermeiden.


Die notwendige Bewegungsfreiheit gewährleistet ein Zwickel unter dem Arm - hier mal farblos, damit man die Konturen besser sieht. Wer Näheres zum Zwickel sucht, wird hier fündig.


Trotz Zwickel bilden sich bei angeschnittenen Ärmeln naturgemäß immer ein paar Falten und die Schulter wirkt insgesamt runder. Beides schmeichelt meiner Meinung nach der Trägerin nicht besonders, aber ab und an mag ich es doch leiden. Der Bolero soll außerdem morgens oder abends vor der Kühle schützen. Da kommt es auf Schmeichelei nicht so sehr an.


Der Leinenrock ist ein einfacher Bahnenrock nach einem Schnitt von 1956 und die hübschen Taschen, die aus einem auf der Spitze stehenden Quadrat bestehen, habe ich einer Anleitung von 1937 entliehen. Ich hatte auch kurz überlegt, ob ich dem Bolero ebenfalls diese Taschen verpasse, aber irgendwie fände ich ihn dann überladen.


Die Bluse ist eine Rita Blouse von Charm Patterns - eigentlich ein Probeteil passt sie farblich perfekt zum Leinenensemble. Rock und Bolero brauchen unbedingt ein körpernahes Oberteil, denn sonst geht die Taille verloren und dann kann man mich von einer Litfaßsäule kaum noch unterscheiden, und kräftige Farben, damit es dem Ensemble eine gewisse Tiefe verleiht - ich hatte auch eine helle Bluse an, aber das sah merkwürdig aus.


Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem Bolero: der Schnitt passt gut, der Leinen hatte sich ohnehin schon bewährt und ich bin ganz selig, noch etwas so Schönes aus dem Reststoff gemacht zu haben - zusammen mit dem Rock ist es ein wunderbares Ensemble. Vor allem mag ich den Kragen und ich finde, dass die Kombination aus Rock und passendem Bolero angenehm angezogen wirkt.

Es reizt mich noch einen Bolero mit der korrekten Ärmellänge und einem Beleg aus anderem Stoff zu nähen. Vielleicht sollte ich auch meine Restekiste nochmal durchschauen, was es da sonst noch so gibt.
[verlinkt beim MeMadeMittwoch]