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Mittwoch, 5. August 2026

Fertig: Jacke #122A nach Burda 12/2017

Heute darf der liebe Gatte die Bühne wieder übernehmen, denn ich habe ihm eine Wolljacke genäht.


Das Modell #122 aus der Burda 12/2017 ist eine hüftlange Jacke mit Futter und vielen Details. Ich habe sehr vieles geändert und den Wünschen des Gatten entsprechend angepasst. Unter anderem habe ich die Jacke in der Taille um gut 3cm verschmälert und dafür den zweiten Knopf hinten am Riegel weggelassen, die Teilungsnaht vorn geschlossen und aufgesetzte Taschen mit Klappen gearbeitet, die Flicken am Ellenbogen weggelassen, statt Knöpfen einen Reißverschluss in der vorderen Mitte eingesetzt und eine kleine Tasche fürs Handy auf's Futter genäht.

Insgesamt sitzt die Jacke bei Martin eher etwas kürzer als im Schnitt eigentlich vorgesehen, aber das ist beabsichtigt, weil er zumeist Hosen trägt, die in der natürlichen Taille oder knapp darunter sitzen.


Aufgrund der vielen Änderungen passte an der ein oder anderen Stelle manches Schnittmusterteil nicht mehr so ganz zusammen, aber alles konnte zufriedenstellend gelöst werden.

Auch in der Verarbeitung habe ich einiges anders gemacht als vorgesehen. In der Schulternaht habe ich ein festes Band mitlaufen lassen, damit diese nicht ausleiert. Und weil hier der Stoff und auch das Futter eher dünn sind, habe ich einen Streifen Rosshaar in den Bund eingenäht, damit dieser mehr Stand hat, sowie eine leichte Einlage als Plack zwischen Schulternaht und Ärmelloch, Schulterpolster und Wattierung als Ärmelfische hinzugefügt, damit die Schulterlinie schön ausgeformt ist. Wenn der Stoff oder das Futter dicker ist, wäre das vermutlich nicht erforderlich.


Die Ärmel sind mit Schlitz gearbeitet, der aber nicht geöffnet werden kann; die Manschette ist festgenäht und der stoffbezogene Knopf hat kein dazugehöriges Knopfloch. Manschette, Oberstoff und Futterstoff sollen hier zusammenkommen, aber leider habe ich die Anleitung gar nicht verstanden. Es soll abgenäht, eingeschnitten und umgelegt werden, aber was und wo genau hat sich mir überhaupt nicht erschlossen und so habe ich am Ende alle Lagen irgendwie mit der Hand zusammengestichelt; der (offene) Schlitz führt nun in das (geschlossene) Futter.


Der Reißverschluss ist aus Metall und damit der nicht am Hemd oder am Hals scheuert, habe ich noch einen Untertritt eingenäht - dazu habe ich einfach einen schmalen Streifen links auf links gefaltet und zusammen mit dem Reißverschluss zwischen Oberstoff und Beleg gefasst.


Der Stoff "Mambo" ist ein Mischstoff aus Wolle (49 %), Polyester (29 %), Baumwolle (20 %) und Elasthan (2 %). Er war Teil eines Konvoluts, das ich in der Nachbarschaft sehr günstig gekauft habe [vor allem Futterstoffe, aber eben auch ein paar Wollstoffe und andere]. Die Fäden sind weinrot und grau mit weißen Stipseln und so wirkt der Stoff von Weitem eher auberginefarben.


Der Futterstoff ist ein weinroter Viskosefutterstoff von Venezia.


Allerdings ist das Futter für meine Ausführung zu kurz. Der Futterstoff wird nämlich genau so lang wie der Oberstoff zugeschnitten; das mag bei Steppfutter oder Fellfutter sinnvoll sein, damit es nicht plustert, aber bei einem normalen Futterstoff müsste dieser länger sein, damit der Oberstoff nicht vom Futter gestaucht wird. So ist es leider beim etwas dehnbaren Wollstoff schon sehr knapp geworden und ich musste das Futter am Saum nochmal abtrennen und sehr knappkantig per Hand feststeppen; das ist der einfachste Weg, aber birgt auch die Gefahr, dass das Futter ausreißt, weil nur wenig Nahtzugabe die Naht hält.

Falls ihr das mal habt und nicht gefährlich knappkantig annähen wollt oder könnt, dann kann man das Problem des stauchenden Futters entweder lösen, indem man an das Futter noch einen Streifen unten annäht und es so verlängert oder andersrum vom Oberstoff, zum Beispiel mit dem Matratzenstich, Länge wegnimmt.


Martin trägt die Jacke hier übrigens zusammen mit einer Krawatte aus den 1940er oder 1950er Jahren, die wir vor einiger Zeit mal online in den USA gekauft haben. Ich finde die edle Seidenkrawatte sieht toll zur Jacke aus.



Ich bin letztlich sehr glücklich mit der Jacke. Auch wenn ich zwischendurch durchaus mehrere Momente hatte, bei denen ich geflucht oder etwas ratlos herumgewerkelt habe, hat insgesamt alles gut geklappt. Und das Ergebnis begeistert mich sehr, denn die Jacke steht Martin wirklich fantastisch und ergänzt seinen Kleiderschrank ideal; außerdem bin ich natürlich sehr stolz, dass ich ein Kleidungsstück genau nach seinen Wünschen umsetzen kann und er damit glücklich ist.

Wie findet ihr Jacke und Outfit?

Mittwoch, 4. September 2024

Fertig: Burda Rock 106b aus 05/2012!


Diesen Rock wollte ich schon längst nochmal wieder nähen. Es ist Modell 106b aus der Burda 05/2012. Wenn man mich fragt, dann ist das einer der schönsten Röcke überhaupt. Und falls jemand den Schnitt auch super findet, dann empfehle ich, direkt das ganze Heft nachzukaufen - da sind einige weitere hübsche Modele drin.


Es ist ein Bahnenrock mit hoher Taille, Formbund und Hüftpassentaschen, die mit breiten Patten/Leisten ausgestattet sind. Ich habe allerdings die Knopfleiste weggelassen und stattdessen einen Reißer hinten eingebaut.

Die allererste Version dieses Rockes hatte ich mit der versteckten Knopfleiste genäht und fand die aber völlig unnütz. Einerseits hatte ich den Eindruck, dass es dem Rock ein wenig den natürlichen Schwung nahm und umständlich war die Knopfleiste andererseits auch noch. Eventuell würde ich nochmal eine Variante mit sichtbarer Knopfleiste machen, aber ansonsten bleibe ich bei dem durchgehenden Vorderteil. Der Wollstoff in dunkellila ist ein Souvenir aus Kassel; ich habe ihn gekauft, als ich das erste Mal für mein Masterstudium zur Universität gefahren bin.

Ich habe diesen Rock bereits 2014 genäht und auch hier schon gezeigt. Der Rock geht bis Größe 44, ich habe aber an allen Seiten etwas zugegeben und ihn so noch ein wenig vergrößert. Durch die vielen Nähte und den Formbund lassen sich Anpassungen problemlos umsetzen.


Die Bluse ist Simplicity 7708, die ich hier schon vorgestellt - übrigens mit dem gleichen Rockschnitt - und auch in diversen Varianten genäht habe. Diese Version aus leichter Viskose ist inzwischen zehn Jahre alt und wird wohl bald aussortiert, denn der Stoff wirkt langsam blass und müde.

Bluse und Rock vertragen sich sehr gut zusammen, denn da wo der Rock hochtailliert ist, ist die Bluse durch Falten geformt und fällt dann erst ab Rockbund blusig weit.


Hinten hat die Bluse einen Schlitz, damit man trotz des halsnahen Schnittes bequem mit Kopf und Frisur hindurchpasst. Meiner Erfahrung nach ist der Schlitz die Schwachstelle dieses Schnittes. Der zarte Stoff hat an der Schlitzspitze (trotz Verstärkung) zu wenig Halt und platzt aus. In einer neueren Version habe ich daher in der hinteren Mitte eine Naht gesetzt - die erfüllt den gleichen Zweck und ist aber weniger anfällig.


Ich bin - wie zu erwarten war - sehr zufrieden mit dem Rock; ohnehin brauche ich viel mehr Röcke mit ausreichend großen Taschen, damit ich im Büro nicht ständig Schlüssel und Handy in der Hand habe.

Mittwoch, 7. August 2024

Fertig: Cape von Burda!

Heute mal ein eher ungewöhnliches Kleidungsstück, denn ich habe mir ein Cape genäht oder genauer gesagt eine Weste mit angesetztem Cape.


Den Wollstoff mit graublauem Hahnentrittmuster habe ich schon länger. Er ist aus zweiter Hand und ich wollte daraus immer ein Cape machen, weil mir der Stoff dafür am besten geeignet schien und ich Capes aufregend finde. Auch in den 1930er bis 1950er Jahren waren Capes angesagt - sowohl im Winter und der Übergangszeit, aber auch in der Abendgarderobe.


Aber es muss doch trotzdem alltagstauglich bleiben - soweit man das überhaupt von einem Cape sagen kann. Also wollte ich gern ein Cape mit vernünftiger Verschlussmöglichkeit haben, das im Hamburger Schmuddelwetter auch Sinn macht. Das Modell 111 aus der Burda 08/2009 war dafür sehr gut geeignet, denn es handelt sich um eine Weste mit Knopfleiste, Gürtel, Taschen und angesetztem Cape. Außerdem einer Menge an Details, wie Riegel und Ziersteppungen.


Das gefiel mir gut und der Stoff reichte trotz einiger Schadstellen genau. Der Schnitt ist im Heft auch noch als kürzere Version mit Druckknöpfen, weniger Details und einem angeschnittenen Band am Kragen vorgesehen. Die Länge und den Kragen wollte ich zwar nicht verändern, aber die Idee mit den Druckknöpfen gefiel mir gut und die Riegel und und Zierstepungen habe ich auch weggelassen. Genäht habe ich allerdings die Taschen, die mit einer Klappe in der Seitennaht des unteren Westenteils liegen.


Ich habe den Schnitt zunächst um zwei Größen vergrößert sowie eine Full Bust Adjustment (FBA) am Oberteil gemacht und rund 3cm je Seite zugegeben - dadurch ist sowohl in der Taille ein Abnäher entstanden wie auch aus der Schulter. Die Taille habe ich etwas höher gesetzt als im Schnitt vorgesehen und das Oberteil insgesamt etwas gekürzt. Leider habe ich wohl zu übermütig den Abnäher aus der Taille genäht, denn die Abnäherspitze geht doch deutlich zu hoch.

Merke für das nächste Mal: Brustabnäher aus der Taille in der Höhe reduzieren, dafür den aus der Schulter nochmal etwas verlängern!


Damit sich der Besatz und das Futter nicht am Schulterabnäher in die Quere kommen, habe ich den angeschnittenen Besatz am Vorderteil um 2cm verbreitert, sodass sich Besatz und Futter genau dort als Naht treffen. Das wollte ich dann am Futter einfach wegnehmen, aber ich bin letztlich mit dem Abnäher und den den verschiedenen Besätzen - denn auch in den Armlöchern und am hinteren Kragen sind solche vorgesehen - und den jeweils darum reduzierten Futterteilen heillos durcheinander gekommen. Am Ende passte das Armloch am Futter nicht zu dem des Oberstoffes und ich habe nochmal das Futter für das Vorderteil zugeschnitten, aber es sitzt - insbesondere links von mir - immernoch nicht ideal.

Merke für das nächste Mal: Eigene Schnittmusterteile für das Futter erstellen!


Was mir nicht letztlich so gut gefällt, ist der Schnitt der Weste, denn diese ist gerade geschnitten. Zusammen mit dem Taillenabnäher, den Taschen in der Seitennaht und dem Gürtel, schlägt das für meinen Geschmack zu viele Falten und ist zu kastig.

Merke für das nächste Mal: Abnäher im Rückenteil einnähen und leicht ausgestelltes Schößchen gesondert ansetzen!

Die Gürtelschnalle, ebenfalls aus zweiter Hand, passt übrigens ideal zum Stoff und sieht nur auf den Bildern etwas zu lila aus.


Trotz dieser kleineren Unzulänglichkeiten finde ich das Cape toll. Es trägt sich ganz aufregend, weil es irgendwie immer herumflattert und ich freue mich schon sehr auf den Herbst. Und wie man an meinen Merkern sieht, plane ich auch sehr ernsthaft ein weiteres Modell; ich hätte gern noch ein Cape mit dazu passendem Rock!

Mittwoch, 1. Mai 2024

Fertig: Hemdbluse von 1940 aus Resten!

Wer schon länger hier mitliest, wird vermutlich nur noch gelangweilt mit den Augen rollen - schon wieder eine Hemdbluse!


Ja, es ist nicht die erste Hemdbluse und ich fürchte, dass es auch nicht die Letzte sein wird.

Aber zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass diese Bluse nicht geplant war! Sie ist das Ergebnis eines Einkaufsbummels in dem Hosenrock und der Feststellung, dass der Baumwollreststoff von 70cm für 2,80 Euro ideal zum Hosenrock passt. Und weil ich auch noch Reste vom Hosenrock hatte, ergab sich alles andere von selbst.


Den Hosenrock aus bordeauxrotem Viskosekrepp hatte ich bereits gezeigt; das Schnittmuster ist von Burda Hosenrock #126 aus 06/2015. Der Hosenrock wird oft und gern getragen und lässt sich vielseitig kombinieren.


Von dem Viskosekrepp habe ich einige mittelgroße Reststücke aufbewahrt. Ich kann mich so schlecht von Resten trennen - die kann man immerhin noch für Taschen oder Kleinigkeiten nutzen und was, wenn am Hosenrock der stoffbezogene Knopf verloren ginge und ich hätte keinen Reststoff davon?


Nun kann man Reste aber nicht nur sammeln, denn irgendwann reichen die zwei vorgesehenen Kisten dafür nicht mehr, also müssen sie auch verbraucht werden. Glücklicherweise waren solche Sparsamkeiten auch in den 1940er Jahren sehr beliebt und so sind Kleidungsstücke aus zweierlei Stoff in der Mode oft zu sehen. Das habe ich mir hier zu nutze gemacht und aus dem Viskosekrepp sowohl Schulterpassen gemacht wie auch die Ärmel zugeschnitten und die schon besagten Knöpfe damit bezogen.

Den Übergang an den Passen habe ich sicherheitshalber nochmal dunkelrot abgesteppt, dann liegen die Zugaben wirklich immer richtig und der Übergang ist weniger abrupt. Außerdem habe ich dort, wo die verschiedenen Stoffe verbunden sind, den Oberfaden in dunkelrot und den Unterfaden in rosa gewählt, dann drückt sich auch farblich an der Naht nichts durch.


Dabei muss man bei Resten nehmen, was sie halt hergeben und so konnte ich aus dem rosa Baumwollstoff, mit dunkelroten Stempeln und weißen Blüten, gerade so Vorder- und Rückenteil sowie die Belege für die vordere Mitte und den hinteren Halsausschnitt herausholen; die Belege musste ich gegen den Fadenlauf schneiden, aber weil die ohnehin noch mit Vlieseline beklebt wurden, ist der Fadenlauf hier nicht so wichtig. Für einen Kragen hätten weder der Baumwollstoff noch der Viskosekrepp gereicht.

An die nun kragenlose Bluse mussten auch etwas kürzere Ärmel als vorgesehen, weil der Krepp mehr nicht hergab.


Doch all das stört gar nicht - die Bluse ist wunderbar geworden! Zwar ist der Baumwollstoff noch etwas steif und der Viskosekrepp wirkt ein wenig dunkler als im Hosenrock, aber das dürfte sich nach ein oder zwei Wäschen von allein geben.


Ich mag die Kombination von Bluse und Hosenrock sehr gern - beides lässt sich natürlich auch getrennt tragen. Und so bin ich sowohl über das Ergebnis sehr zufrieden als auch darüber, dass die Stoffrestekiste etwas leerer ist - und zu meiner eigenen Beruhigung ist sogar immernoch ein kleines Stück Viskosekrepp übrig für den noch zu verlierenden Knopf!

Mittwoch, 6. Dezember 2023

Fertig: Burda Jacke #115 aus 10/2020!


Heute zeige ich meine Jacke für den Herbst und Winter nach dem Schnitt #115 aus der Burda 10/2020, wobei dieser Schnitt einen Jackenschnitt aus der allerersten Ausgabe der Burda Moden von 1950 aufgegriffen und neu aufgelegt hat.


Der Schnitt zeichnet sich einerseits durch die Schnittführung mit angeschnittenen Ärmeln und taillierter Form und andererseits durch die Details wie Steppnähte, Pelzbesätze und den geknöpften Gürtel aus. Außerdem erhält die Jacke durch die Verarbeitung von gemustertem Stoff, wie hier einem Karomuster, einen besonderen Dreh.


Gerade die Verarbeitung des Stoffes war für mich eine echte Herausforderung, denn ich wollte gern einen Stoff aus dem Vorrat verwenden, der aus zweiter Hand war und daher nur 2,2m hergab und zudem ein Mottenloch hatte, das umgangen werden musste. Burda sah für die Jacke mindestens 2,85m vor.

Nun weiß ich, dass Burda häufig sehr großzügig mit seinen Stoffangaben ist, daher wollte ich es trotzdem versuchen und habe also einige Stunden investiert und meine Schnittteile in verschiedenen Konstellationen auf das vorhandene Stoffstück gelegt. Und letztlich ist es gelungen - wenn die Jacke auch 3cm kürzer ist als vorgesehen, das Muster an den Ärmelnähten nicht passt und ich die Taschenbeutel sowie Saumbesätze stückeln musste. Außerdem habe ich das untere Rückenteil im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, was mir aber auch optisch sehr gut gefällt und was ich vermutlich auch bei ausreichend Stoff erwogen hätte.


Insgesamt bin ich aber sehr begeistert wie gut das Muster passt - gerade auch in der vorderen Mitte und am Übergang zu den seitlichen Vorderteilen habe ich mir Zeit gelassen und mit viel Sorgfalt zugeschnitten, festgesteckt und genäht.


Anpassungen gab es auch einige: Ich habe den Schnitt um zwei Kleidergrößen auf Größe 48 vergrößert, danach habe ich am Oberteil mit seinen Teilungsnähten eine Brustanpassung (Full Bust Adjustment) vorgenommen. Die Teilungsnaht lief aber an mir nicht wie gedacht, so war die Brustanpassung viel zu hoch geraten und am Probestück wölbte sich der Stoff deutlich oberhalb der Brust. Also nochmal von vorn und nun sitzt es fast richtig - sollte ich den Schnitt nochmal nähen, werde ich den Brustpunkt weitere 2cm nach unten verlegen.

Außerdem habe ich bei der Schulternaht ein festes Band mitlaufen lassen, damit der Wollstoff sich dort nicht aushängt und ich habe Schulterpolster eingenäht, die zwar im Schnitt nicht vorgesehen waren, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das Original solche hatte. Außerdem sieht die Schulterlinie mit Polstern einfach besser aus und der Stoff wirft weniger Falten - gerade in Bewegung.

Und falls jemand den Schnitt nähen möchte, kann ich nur empfehlen, die Steppnähte an den Vorderteilen erst nach dem Verbinden von Ober- und Unterteil abzusteppen; es ist schon herausfordernd genug, alle Muster und Nähte aufeinandertreffen zu lassen, da muss man es sich mit weiteren Nähten nicht noch extra schwer machen.


Der Kunstpelz, der an Persianer erinnert, und ein paar Druckknöpfe mussten dazugekauft werden, aber alle anderen Materialien wie Knöpfe, Garn und passendes Futter waren vorhanden. Zusätzliche Wattierung oder Einlage habe ich bis auf die normale Bügeleinlage nicht verwendet, sodass die Jacke nicht unbedingt für erhebliche Minusgrade geeignet ist, aber einen langen Spaziergang durch die verschneite Landschaft mit Schneebällen hat sie bereits zufriedenstellend absolviert.


Unter der Jacke trage ich ebenfalls Selbstgenähtes, nämlich ein rotes Oberteil aus Strickstoff und einen grauen Rock.

Jedenfalls bin ich äußerst zufrieden damit, wie die Jacke geworden ist und fühle mich sehr wohl darin!
[verlinkt beim MeMadeMittwoch]

Mittwoch, 1. November 2023

Fertig: Hemdbluse von 1940!


Die heutige Hemdbluse habe ich schon diverse Male genäht, aber heute das erste Mal im Westenstil, wie sie eigentlich gedacht ist. Dazu gehören neben dem geschrägten Saum insbesondere die kleinen Gürtelteile in den Abnähern, die in der hinteren Mitte mit einem Knopf geschlossen werden. Der Schnitt ist aus der Praktischen Damen- und Kindermode von 12/1940.

Fertig: Selbstgenähte Bluse aus den 1940ern || Praktische Damen- und Kindermode 12/1940 || beswingtesallerlei.de

Der petrolfarbene Wollstoff besteht aus blauen und grünen Fäden, die je nach Lichteinfall mal der einen und mal der anderen Farbe mehr zuneigen. Der Stoff hat pinke und beerenfarbene Stipsel sowie ein leichtes Karomuster. Ein ganz wundervoller Stoff, der sich traumhaft verarbeiten ließ und sich sehr angenehm tragen lässt; allerdings lag er auch deutlich über meiner Kostengrenze, aber ich hatte zum Glück einen Geschenkgutschein - der ist dafür da, unvernünftig zu sein!

Es ist eher eine kühle Wolle, also ideal für den Sommer, weshalb die Bluse auch kurze Ärmel bekommen hat.


Für einen guten Sitz hatte ich bei der Bluse eine FBA (Full Bust Adjustment) gemacht. Weil der Wollstoff sehr fest ist und daher nur wenig nachgibt, sitzt der Abnäher aus der Seitennaht einen Tick zu hoch, aber das Problem lässt sich mit Wäsche beheben.

Fertig: Selbstgenähte Bluse aus den 1940ern || Praktische Damen- und Kindermode 12/1940 || beswingtesallerlei.de

Der Rock ist das Modell 106B aus der Burda 05/2012, ein Bahnenrock mit hohem Formbund und in einer Bahn eingesetzten Taschen. Ich hatte ihn gar nicht für die Bluse vorgesehen, aber dann fiel er mir zufällig in die Hände und beides passt hervorragend zusammen!

Fertig: Selbstgenähte Bluse aus den 1940ern || Praktische Damen- und Kindermode 12/1940 || beswingtesallerlei.de

Ich bin sehr zufrieden mit der Bluse und der Kombination. Die Hemdbluse ist formell ohne langweilig zu sein und das ist genau das, was ich erreichen wollte!
[verlinkt beim MeMadeMittwoch]

Mittwoch, 2. August 2023

Fertig: Burda Hosenrock 126 aus 06/2015!


Bereits vor drei Jahren nähte ich die erste Version dieses Hosenrockes, #126 aus der Burda Heft 06/2015. Und er hat sich bewährt, also musste nun eine weitere Variante her!

Wie schon beim letzten Mal habe ich mich nicht an die Stoffempfehlung "Baumwollstoffe mit etwas Stand" gehalten, sondern einen Viskosekrepp mit etwas Elasthan gewählt, den ich Ende '21 beim Sale für 6,12 Euro ergattert hatte. Der Farbton, ein wunderbares Bordeauxrot, passt zu mindestens zwei Drittel meiner Blusen, also eine hervorragende Wahl und ein Schnäppchen noch dazu.


Bereits beim letzten Modell hatte ich nach dem Probemodell einige Anpassungen vorgenommen, insbesondere den Bund auf 3cm verschmälert, aber ihm Länge zugegeben und im Hohlkreuz etwas Länge weggenommen - die Anpassungen habe ich wieder übernommen und zudem erneut am Bund ein Ripsband eingenäht, damit der Stoff nicht ausleiert.


Geschlossen wird der Rock mit zwei Knöpfen, der eine ist hier zu sehen, der andere liegt unsichtbar innen. In der vorderen Mitte ist der Rock ansonsten offen, was aber durch die Überlappung des Wickelteils eben nicht auffällt.


Ich bin sehr zufrieden mit dem Modell - sowohl mit Sitz als auch Farbe und Fall des Stoffes. Und wie findet ihr meinen Hosenrock?

Die Bluse aus Leinen-Viskose hatte ich übrigens hier bereits gezeigt. Beides zusammen ist eine gute Kombination für heiße Tage.


[verlinkt beim MeMadeMittwoch]

Mittwoch, 4. Mai 2022

Fertig: Bluse nach Simplicity 7708!


Der Schnitt dieser Bluse (Simplicity 7708) ist wahrlich nichts Neues - ich nähte ihn schon mehrfach (1, 2, 3, 4, 5, 6).


Die Bluse lebt von der Raffung am Kragen (in die ich noch etwas mehr Weite geschoben habe, weil ich der Bluse etwas Platz an der Brust verschafft habe), den kleinen Puffärmeln und den Abnähern an der Taille, die für einen körpernahen Sitz sorgen.


Die kleine Viskose mit helbblauen und goldenen Herzchen auf dunkelblauem Grund ist vom Stoffkontor in Winsen/Luhe, wo wir immer, wenn wir Urlaub haben, einmal hinradeln und Stoffe kaufen - und so freue ich mich doppelt, nämlich über die Bluse und auch die schöne Erinnerung.


Der Rock ist das Model 106B aus der Burda 05/2012. Ein Bahnenrock mit Taschen und hoher Taille. Eigentlich auch mit vorderer Knopfleiste, aber die hat mir bei einem früheren Modell nicht gefallen - die stört den Rockschwung - und so habe ich die Leiste einfach weggelassen.

Der Rock ist aus sehr festem dunkelblauem Wollstoff und daher eher etwas für die Übergangszeit. Ein weiteres Modell steht seit Jahren auf meiner Liste, aber ich komme nicht dazu.


Ich bin sehr zufrieden mit der kleinen Bluse und dem ganzen Ensemble - schon als ich den Stoff kaufte, hatte ich es im Kopf, weil mir bislang auch Kleidungsstücke zu den goldenen Sandalen fehlten.


Es wird wohl nicht die letzte Bluse nach dem Schnitt bleiben, aber ich bin wild entschlossen - sofern es die Zeit irgendwann zulässt - auch nochmal einen oder zwei andere Schnitte für Viskoseblusen zu etablieren.. irgendwann..
[Verlinkt beim MeMadeMittwoch]