Mittwoch, 5. August 2026

Fertig: Jacke #122A nach Burda 12/2017

Heute darf der liebe Gatte die Bühne wieder übernehmen, denn ich habe ihm eine Wolljacke genäht.


Das Modell #122 aus der Burda 12/2017 ist eine hüftlange Jacke mit Futter und vielen Details. Ich habe sehr vieles geändert und den Wünschen des Gatten entsprechend angepasst. Unter anderem habe ich die Jacke in der Taille um gut 3cm verschmälert und dafür den zweiten Knopf hinten am Riegel weggelassen, die Teilungsnaht vorn geschlossen und aufgesetzte Taschen mit Klappen gearbeitet, die Flicken am Ellenbogen weggelassen, statt Knöpfen einen Reißverschluss in der vorderen Mitte eingesetzt und eine kleine Tasche fürs Handy auf's Futter genäht.

Insgesamt sitzt die Jacke bei Martin eher etwas kürzer als im Schnitt eigentlich vorgesehen, aber das ist beabsichtigt, weil er zumeist Hosen trägt, die in der natürlichen Taille oder knapp darunter sitzen.


Aufgrund der vielen Änderungen passte an der ein oder anderen Stelle manches Schnittmusterteil nicht mehr so ganz zusammen, aber alles konnte zufriedenstellend gelöst werden.

Auch in der Verarbeitung habe ich einiges anders gemacht als vorgesehen. In der Schulternaht habe ich ein festes Band mitlaufen lassen, damit diese nicht ausleiert. Und weil hier der Stoff und auch das Futter eher dünn sind, habe ich einen Streifen Rosshaar in den Bund eingenäht, damit dieser mehr Stand hat, sowie eine leichte Einlage als Plack zwischen Schulternaht und Ärmelloch, Schulterpolster und Wattierung als Ärmelfische hinzugefügt, damit die Schulterlinie schön ausgeformt ist. Wenn der Stoff oder das Futter dicker ist, wäre das vermutlich nicht erforderlich.


Die Ärmel sind mit Schlitz gearbeitet, der aber nicht geöffnet werden kann; die Manschette ist festgenäht und der stoffbezogene Knopf hat kein dazugehöriges Knopfloch. Manschette, Oberstoff und Futterstoff sollen hier zusammenkommen, aber leider habe ich die Anleitung gar nicht verstanden. Es soll abgenäht, eingeschnitten und umgelegt werden, aber was und wo genau hat sich mir überhaupt nicht erschlossen und so habe ich am Ende alle Lagen irgendwie mit der Hand zusammengestichelt; der (offene) Schlitz führt nun in das (geschlossene) Futter.


Der Reißverschluss ist aus Metall und damit der nicht am Hemd oder am Hals scheuert, habe ich noch einen Untertritt eingenäht - dazu habe ich einfach einen schmalen Streifen links auf links gefaltet und zusammen mit dem Reißverschluss zwischen Oberstoff und Beleg gefasst.


Der Stoff "Mambo" ist ein Mischstoff aus Wolle (49 %), Polyester (29 %), Baumwolle (20 %) und Elasthan (2 %). Er war Teil eines Konvoluts, das ich in der Nachbarschaft sehr günstig gekauft habe [vor allem Futterstoffe, aber eben auch ein paar Wollstoffe und andere]. Die Fäden sind weinrot und grau mit weißen Stipseln und so wirkt der Stoff von Weitem eher auberginefarben.


Der Futterstoff ist ein weinroter Viskosefutterstoff von Venezia.


Allerdings ist das Futter für meine Ausführung zu kurz. Der Futterstoff wird nämlich genau so lang wie der Oberstoff zugeschnitten; das mag bei Steppfutter oder Fellfutter sinnvoll sein, damit es nicht plustert, aber bei einem normalen Futterstoff müsste dieser länger sein, damit der Oberstoff nicht vom Futter gestaucht wird. So ist es leider beim etwas dehnbaren Wollstoff schon sehr knapp geworden und ich musste das Futter am Saum nochmal abtrennen und sehr knappkantig per Hand feststeppen; das ist der einfachste Weg, aber birgt auch die Gefahr, dass das Futter ausreißt, weil nur wenig Nahtzugabe die Naht hält.

Falls ihr das mal habt und nicht gefährlich knappkantig annähen wollt oder könnt, dann kann man das Problem des stauchenden Futters entweder lösen, indem man an das Futter noch einen Streifen unten annäht und es so verlängert oder andersrum vom Oberstoff, zum Beispiel mit dem Matratzenstich, Länge wegnimmt.


Martin trägt die Jacke hier übrigens zusammen mit einer Krawatte aus den 1940er oder 1950er Jahren, die wir vor einiger Zeit mal online in den USA gekauft haben. Ich finde die edle Seidenkrawatte sieht toll zur Jacke aus.



Ich bin letztlich sehr glücklich mit der Jacke. Auch wenn ich zwischendurch durchaus mehrere Momente hatte, bei denen ich geflucht oder etwas ratlos herumgewerkelt habe, hat insgesamt alles gut geklappt. Und das Ergebnis begeistert mich sehr, denn die Jacke steht Martin wirklich fantastisch und ergänzt seinen Kleiderschrank ideal; außerdem bin ich natürlich sehr stolz, dass ich ein Kleidungsstück genau nach seinen Wünschen umsetzen kann und er damit glücklich ist.

Wie findet ihr Jacke und Outfit?

5 Kommentare:

  1. Sehr schön geworden. Auch farblich scheint die Jacke perfekt zur Hose zu passen, auch wenn es ganz unterschiedliche Stoffe sind. Dazu noch die Krawatte und Hut: tolle Kombination.

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  2. Ich würde dieses Outfit (samt Krawatte) auch genauso tragen! So chic.
    Grüße, Tina

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  3. Das sieht super aus. Es geht doch nichts über Maßarbeit. Viele Grüße Eva

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  4. Prachtvoll, stylisch - einfach umwerfend das gesamte Outfit und vor allem die tolle Jacke mit den vielen feinen Details. Toll dass Du durchgehalten hast - die Jacke ist wirklich ein ganz besonders Prachtstück! LG Kuestensocke

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  5. Wow, die ist wirklich der Hammer und so toll in Szene gesetzt. Respekt.
    LG
    Kerstin

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