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Dienstag, 30. Dezember 2025

Fertig: Kleid aus der Elsa 12/1950!


Ich habe mal wieder ein Kleid zum wiederholten Male genäht, nämlich ein Modell aus Elsa Handarbeit und Wäsche 12/1950. Es war der erste Kleiderschnitt, den ich vor ungefähr 13 Jahren allein genäht habe, allerdings hatte sich das Kleid leider gar nicht bewährt; es passte nicht richtig, der Stoff war kratzig und die Farbe stand mir nicht. Aber ich hatte den Schnitt bereits vor fünf Jahren angepasst und mit dem richtigen Stoff ist eines meiner Lieblingskleider daraus entstanden.


Und weil ich den Schnitt so mag und noch einen weichen grauen Wollstoff (100% Schurwolle) im Vorrat hatte, habe ich das Kleid kurzerhand nochmal genäht. Den Stoff habe ich bei karstadt erstanden, ich hatte 2,5m und habe 24,97 Euro dafür gezahlt. Außerdem brauchte ich neben dem Garn einen Reißer, Schulterpolster, Haken und Öse für den vorderen Verschluss und etwas Kontraststoff sowie Einlage für die vordere Mitte. Und weil ich ein Hamster bin, hatte ich alles Notwendige zuhause. Insgesamt dürfte das Kleid also sehr großzügig gerechnet nicht mehr als 35 Euro gekostet haben.


Das Schnittmuster hält spannende Details bereit. Das Oberteil wird in der vorderen Mitte vollständig belegt und dann so umgeklappt, dass der Kragen doppelt gelegt ist und der Beleg keck herausblitzt. Außerdem sind Abnäher aus den Schultern sowie der Taille vorgesehen. Die Ärmel kriegen eine Manschette, die - ebenso wie die vordere Mitte - bestickt wird.



Ich habe meine Stickerei sehr unauffällig gehalten und ein dickeres schwarzes Garn genommen, das auf dem grauen Stoff nur wenig kontrastiert. Ich wollte ein zurückhaltendes Kleid, das ich gut bei offiziellen, insbesondere beruflichen Anlässen tragen kann, ohne mich modisch in den Vordergrund zu drängen.


Das Rockteil wird vorn in Falten gelegt, aber ist hinten sehr schlicht gehalten. Der Reißer wird in der linken Seite eingefügt. Auf einen Gürtel aus dem gleichen Stoff habe ich verzichtet, weil mir das doch zu eintönig gewesen wäre.


Erwartungsgemäß bin ich sehr zufrieden mit dem Kleid. Der weiche Stoff fällt etwas anders als die erste Version und neigt mehr zur Faltenbildung, aber dafür ist das Kleid auch anschmiegsamer und sehr angenehm zu tragen. Das kombinierfreude Grau kann außerdem je nach Laune mit jedweder Farbe an Schmuck, Jacken oder anderem Beiwerk kombiniert werden. Ich kann mir auch gut vorstellen, das Kleid nochmal mit einem anderen Rockteil zu nähen. Bis dahin reihe ich mich aber mit etwas Verspätung beim MeMadeMittwoch ein und schaue, was die anderen Damen sich zu Weihnachten - oder wie in meinem Falle zu Silvester - genäht haben.

Sonntag, 22. Dezember 2024

Fertig: Eine Hose für Weihnachten - Simplicity 8243!

Pünktlich zum Finale bin ich mit meiner ersten Hose fertig geworden.


Der Stoff ist ein bordeauxroter Wollstoff mit leichter Struktur, leider weiß ich nicht mehr, woher ich ihn habe, aber ich liebe die Farbe der Hose jetzt schon!

Der Schnitt ist Simplicity 8243, eine Reproduktion aus den 1940er Jahren mit Hose, Bluse und Jacke.


In dem Schnitt sind Nahttaschen vorgesehen, aber die sperren oft auf, also habe ich stattdessen Hüftpassentaschen eingefügt.


Ich habe sehr viele Anpassungen an der Hose vorgenommen. Unter anderem habe ich die Taille um 10cm verringert, die Leibhöhe um 2cm gekürzt sowie in der hinteren Mitte für's Hohlkreuz etwas weggenommen und die Schrittkurve deutlich verändert.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit meinen Änderungen. Dennoch gibt es hier und da noch etwas Verbesserungspotenzial, vor allem ist es um die Hüfte ein bisschen eng geworden. Da hätte ich sogar noch Zugabe zum Auslassen gehabt, aber ich habe für die Hüftpattentaschen den Stoff eingeschnitten, damit die Taschenzugaben sich besser legen, und das war eine ziemlich blöde Idee, denn dann konnte ich natürlich nichts mehr an der Weite ändern.

Außerdem glaube ich, dass ich die Schrittkurve noch etwas weiter vertiefen könnte, und ich bin mir gar nicht mehr so sicher, ob die Verringerung der Leibhöhe wirklich erforderlich gewesen ist oder ich dadurch nicht einfach nur den Schritt etwas höher gezogen habe, obwohl die alten Hosen ja einen etwas tieferen Schritt hatten, was den lässigen Schnitt unterstreicht.


Ich kann trotzdem mit Fug und Recht behaupten, dass dies die bestsitzendste Hose ist, die ich jemals besessen habe. Der Bauch passt rein und ist trotzdem nicht ganz so prominent und es zieht kein Stoff ins Gesäß.


Die Hose hat einen Reißer in der Seitennaht und einen Hakenverschluss am Bund. Der Bund hat eine Paspel bekommen und die Vorderhose habe ich außerdem bis zum Knie gefüttert, also das Futter mit dem Stoff zusammengeheftet und gemeinsam versäubert und dann als eine Lage weiterverarbeitet.


Ich bin sehr glücklich mit meiner Hose und froh, dass ich dieses Thema endlich angegangen bin - ich möchte auch noch eine Hose nähen, allerdings dann mit etwas mehr Weite und gerne wolliger und mit Hosenbeinaufschlägen.

Sonntag, 15. Dezember 2024

Eine Hose für Heiligabend - Zwischenstand!

Schon der zweite Zwischenstand mit der Hose für Heiligabend. Ich bin gut vorangekommen und habe die Hose bereits zusammengefügt.

Das Futter in der Vorderhose habe ich an den Nahtzugaben und der Bügelfalte mit der Hand geheftet und dann beide Lagen an den Kanten versäubert und anschließend als eine Lage weiterverarbeitet. Die Hinterhose habe ich gedehnt, sie braucht an der Beininnennaht ungefähr 2cm mehr Länge, weil dort der Stoff um das Gesäß herum muss.


Um die Hinterhose entsprechend in Form zu bringen, also zu dressieren, wird der Stoff mit Dampf und Druck in die Länge gezogen. Das geht natürlich nicht mit synthetischen Stoffen, sondern nur mit Naturfasern und am besten Wolle. Mit Hitze, Feuchtigkeit und Druck lässt sich der Stoff entweder dehnen oder auch kurzbügeln.

In der Beininnennaht habe ich Länge hinzugefügt, damit diese an die Beininnennaht der Vorderhose passt, ohne dass dadurch zu viel Länge unterhalb des Gesäßes entsteht.

In der Schrittkurve habe ich vor allem die Nahtzugabe gedehnt, damit sie sich nicht sperrt. Die Kurve in der Schrittnaht ist an der Kante kürzer als an der Naht und bügelt man den Stoff nach dem Zusammennähen auseinander, dann braucht die Stoffkante mehr Länge, um sich schön zu legen. Wir kennen das von anderen Rundungen, wo man oftmals auch die Nahtzugabe einschneidet, damit sie sich entspannt legt, aber Einschneiden sollte man an einer Stelle, die stark beansprucht wird, vermeiden, damit man keine Schwachstellen schafft, an denen der Stoff reißt; hier wird also gedehnt.


Auch der Reißer ist inzwischen eingesetzt. Die Hüftpassentaschen habe ich bis zur vorderen Mitte gezogen, aber leider hatte ich zu wenig Weite vorgesehen und so spannte die Hose, also habe ich die Taschen doch wieder trennen müssen; die Taschen werden aber großzügig oben am Bund mitgefasst, sodass sie wohl auch so vernünftig sitzen werden.

Bis zum Finale beim MeMadeMittwoch in der nächsten Woche muss ich noch den Bund annähen - ich möchte einen Formbund und nicht den vorgesehenen geraden Bund, weil der oft nicht richtig sitzt. Dann muss ich noch die Länge festlegen und die Säume nähen und am Ende natürlich meine Heftfäden entfernen und andere Abschlussarbeiten. Also schon noch einiges zutun, aber ich bin optimistisch, dass ich in der kommmenden Woche die Zeit dazu finden werde.

Sonntag, 8. Dezember 2024

Eine Hose für Heiligabend - Zwischenstand!

Wer Kleidung selbst näht, von dieser Kleidung einen guten Sitz erwartet und nicht ganz zufällig exakt mit den Maßtabellen der Schnitthersteller übereinstimmt, der wird irgendwann Anpassungen machen müssen. Und es sei auch mal erwähnt, dass das gar nicht so leicht ist. Dabei meine ich nicht die Anpassung selbst, sondern sich überhaupt damit zu beschäftigen, wo am eigenen Körper die Ungereimtheiten liegen, wo man selbst vom "Standard" abweicht. Ist die Brust zu groß? Ist das Gesäß flach? Ist die Schulter abfallend? Sind die Beine kurz?

Falls ihr euch mit Anpassungen beschäftigen wollt oder sogar schon mitten drin seid, hier der wichtige Hinweis: Die Beine sind nicht zu kurz, sondern nur ein bisschen kürzer als in diesem Schnittmuster vorgesehen und das Gesäß ist auch nicht zu flach, sondern nur weniger üppig als die Jeans geschnitten ist. Die Brust ist nicht zu groß, sondern sie braucht einfach nur etwas mehr Platz. Es gibt keinen Standard und es gibt übrigens auch keine völlig faltenfreie Kleidung, wenn ihr euch ab und zu mal bewegen wollt! Mode und Kleidung sind auch Ausdruck und nicht selten emotional behaftet, aber bei Schnittanpassungen geht es um sachliche Zahlen, um Maße, um Fakten; das kann anstrengend sein. Seid nicht streng zu euch oder eurem Körper, gönnt euch zwischendurch auch mal eine Pause und einen nüchternen Blick - das wird sich lohnen!

Nun aber zu meiner Hose für Heiligabend, denn ich habe ein Probeteil genäht.. okay, ich habe drei Probeteile genäht und diverse Male verändert. Aber eins nach dem anderen. Zunächst habe ich mir nochmal angeschaut, wie eine Hose eigentlich aufgebaut ist, denn ich finde das bei einer Hose gar nicht mal so selbsterklärend.

Eine Hose besteht klassischerweise aus einer Vorder- und einer Hinterhose. Die Länge an der Seitennaht und die Höhe des Bundes, wenn er vorhanden ist, entsprechen der Hosenlänge. Die Sitz- oder Leibhöhe ist die Länge von Bund zum Schritt; sie wird am Körper in aller Regel im Sitzen gemessen. Die Länge vom Schritt zum Saum ist die Innenbeinlänge.

Die Hüftlinie beschreibt zumeist die weiteste Stelle der Hose, denn dort ist unser Körper in der Regel auch am weitesten, wobei sich das etwas verschieben kann, wenn man ein ausgeprägtes Gesäß oder einen ausgeprägten Bauch hat. Die Hüftlinie ist in der Hinterhose etwas geneigt, weil die Strecke zwischen Schritt und Hüfte weiter ist als im Vorderteil oder an den Seitennähten. Die Schrittlinie liegt auf der Höhe, wo der Schritt der Hose liegt, also sich die Innenbeinnähte und die Schrittkurve oder Schhrittnaht, die von der vorderen Mitte durch den Schritt zur hinteren Mitte verläuft, treffen. Die Schrittkurve ist am Vorderteil viel weniger ausgeprägt und kürzer, weil wir Frauen vorn weniger Länge im Schritt brauchen als hinten am Gesäß; ebenso ist die Vorderhose etwas schmaler als die Hinterhose.

Ich habe das Schnittmuster zunächst unverändert in der Größe genäht, die meinem Hüftmaß entsprach. Achtung: Simplicity hat - wie übrigens auch Vogue, Butterick und McCalls - oft recht großzügige Bequemlichkeitsweiten, achtet daher immer auf die Fertigmaße. Die Fertigmaße findet ihr auf dem Schnittmusterbogen an Brust, Taille und Hüfte.

Meine Probehose hatte vor allem zwei Probleme, nämlich in der Taille war sie zu weit und hinten zog sich der Stoff in das Gesäß - wenig charmant nennt man das "Arsch frisst Hose".

Beide Probleme habe ich erwartet, denn es sind genau die gleichen Probleme, die ich auch bei Kaufhosen regelmäßig habe.

Das Problem in der Taille habe ich pragmatisch gelöst und ab der Hüfte zur Taille einfach in beiden Seitennähten 2cm weggenommen, also die Taillenweite insgesamt um 8cm verringert; die Bundfalte vorn und die Abnäher hinten habe ich anschließend etwas verschoben, damit die Proprtionen gleich bleiben. Im weiteren Verlauf habe ich auch in der hinteren Mitte nochmal 4cm weggenommen.

Das Problem hinten ist ganz offensichtlich eine zu kurze Schrittnaht. Um die fehlende Länge hinzuzufügen habe ich zunächst im Schritt, also dort wo sich die vordere und hintere Mittelnaht und die Innenbeinnähte treffen, an der Hinterhose 2cm hinzugefügt. Außerdem habe ich ungefähr auf Höhe der Hüftlinie das Schnittmuster bis zur Seite eingeschnitten und dann um 2cm aufgeklappt.

Das Ergebnis war allerdings nur mäßig befriedigend. Zwar waren die Falten am Gesäß etwas weniger geworden, aber sie waren noch nicht weg. Außerdem waren plötzlich unterhalb des Gesäß noch andere Falten. Ich hatte durch das Aufklappen eben nicht nur die hintere Mitte verlängert, sondern bis zur Seitennaht Länge hinzugefügt und diese Länge stauchte nun; man kann getrost von verschlimmbessern sprechen.

Immerhin hatte ich bei meinem zweiten Probeteil aber schon Taschen hinzugefügt und die sehen gut aus - auf Anraten von Regina und Tina werde ich die Taschen aber noch bis zur vorderen Mitte ziehen. Der Vorteil von Taschen, die über das gesamte Vorderteil gehen und im Bund mitgefasst werden, ist zusätzliche Stabilität, denn die Taschenbeutel liegen dann immer glatt und die Tascheneingriffe sperren nicht auf, außerdem springt die Bundfalte nicht so abrupt auf.

Aber wie nun das Problem mit der hinteren Passform lösen? Ich habe eine zu kurze Schrittnaht, also muss ich diese verlängern ohne dass ich zusätzliche Länge in die Hinterhose bringe. Ich habe mir nochmal das Schnittmuster angeschaut und wenn man die Vorder- und Hinterhose dort aneinanderlegt, wo sie sich treffen, dann kann man gut sehen wie die Schrittnaht verläuft und welche Körperform wohl berücksichtigt wurde(links).



Meine eigene Körperform entspricht dem aber nicht. Ich habe eine leicht nach vorn geneigte Taille und ein ausgeprägtes und eher tiefliegendes Gesäß (rechts).

Ich brauche also viel mehr Länge in der hinteren Schrittnaht und auch mehr Tiefe, damit mein Gesäß vernünftig reinpasst.

Um das zu erreichen habe ich wieder die 2cm Länge direkt im Schritt zugegeben. Außerdem habe ich die ganze Schrittkurve deutlich länger auf der Schrittlinie laufen lassen und mit mehr Schwung nach oben geführt. Man kann direkt sehen, dass die rote Naht durch ihren Verlauf deutlich länger ist als die schwarze.

Wenn die Hose schmal sitzt, dann müsste man hier die Weite an der Seitennaht zugeben, damit die Hose nicht insgesamt zu eng wird. Das habe ich zunächst auch gemacht, aber das war letztlich nicht nötig, die Hinterhose war insgesamt weit genug.

Nach dieser Anpassung tauchte noch ein weiteres Problem auf, das ich bei Kaufhosen ebenfalls oft habe, denn nachdem die hintere Schrittnaht sich entspannt hatte und auch nicht mehr die vordere Schrittnaht nach unten zog, sah man, dass die Leibhöhe zu lang war und die Hose vorn im Schritt staucht. Also habe ich die Leibhöhe vorn und hinten ein wenig verringert.

Übrigens weiß ich auch meistens nicht, wie viel Länge mehr ich genau brauche oder wie tief ich den Schritt ziehen muss oder Ähnliches. Manchmal stecke ich am Probeteil ab, reiße auch mal einen Schlitz in das Probeteil um zu schauen, wie weit der Stoff aufklafft, oder ich schätze entweder oder versuche es halt einfach mal mit einem oder zwei Zentimeter, anhand des Unterschiedes kann man dann weitermachen und entweder noch mehr zugeben oder wieder etwas wegnehmen. Anpassungen haben - gerade wenn man nicht gelernt ist oder fachkundige Unterstützung hat - viel Versuch und Irrtum, aber dafür sind Probeteile ja da!

Und hier nun also die letzte Version meines Probeteils.


Die Querfalten oben am Bund resultieren aus einer immernoch etwas zu hohen Leibhöhe, aber dort kommen ja die 1,5cm für den Bund noch weg, daher habe ich nicht weiter gekürzt. Ganz leicht sieht man ein paar Falten, die sich zum Bauch ziehen. Man könnte durch Aufschneiden und aufklappen von der vorderen Mitte zur Seitennaht (wie oben gezeigt) etwas mehr Länge erzeugen, die ein ausgeprägter Bauch im Gegensatz zu einem flachen Bauch braucht, aber ich fand die Falten so unauffällig, das ich darauf verzichtet habe. Einen Bauch sollte man meines Erachtens nicht zu sehr ausformen, sonst wird er noch auffälliger. Außerdem verspreche ich mir vom Futter der Vorderhose einen besseren Fall als bei dem stumpfen Bomull. Die vordere Bügelfalte fällt gerade - ich hoffe, dass man die Striche auf dem Foto erkennen kann.


Auch die Seitennaht ist lotrecht. Die leichte Beule auf Hüfthöhe resultierte aus der Mehrweite, die ich zunächst eingeplant, aber inzwischen wieder rausgenommen habe.


Hinten sieht man, dass die Hose noch ein bisschen ins Gesäß zieht, außerdem ist die Bügelfalte nicht ganz gerade. Ich habe daher auf meinem Schnittmuster noch ein bisschen mehr Schwung eingezeichnet, aber vor allem habe ich bei der Probehose die Hinterhose nicht vorab in Form gebügelt. An der Hinterhose wird die Innenbeinnaht ungefähr 10cm vor dem Schritt auf 12cm Länge gedehnt; diese 2cm fehlen in dem Probeteil, daher zieht die Innenbeinnaht dort etwas nach oben und bringt auch die Bügelfalte aus dem Gleichgewicht. Ordentlich in Form gebügelt, dürften sich beide Probleme erledigt haben.

Puh, das waren ziemlich viele Erläuterungen und ich gratuliere allen, die bis hierhin durchgehalten haben. Vielleicht nutzen diese Ausführungen ja der ein oder anderen bei eigenen Anpassungen - ich hoffe, die Ausführungen waren verständlich, ansonsten sagt bitte Bescheid. Auch über Hinweise oder Verbesserungen freue ich mich.

Ich bin jetzt jedenfalls soweit zufrieden mit der Passform und dem Tragegefühl, dass ich mit diesem Modell nun ins Rennen gehe und meinen Wollstoff zuschneiden werde. Und dann sehen wir uns hoffentlich unter'm Weihnachtsbaum beim MeMadeMittwoch mit einer gut passenden Hose!

Sonntag, 1. Dezember 2024

Eine Hose für Heiligabend!

Auch in diesem Jahr wird beim MeMadeMittwoch ein gemeinsames Nähen für Weihnachten veranstaltet.

Ich habe bereits mehrfach teilgenommen - mal mehr, mal weniger erfolgreich. Dieses Jahr habe ich ambitionierte Pläne, denn ich möchte zum ersten Mal eine Hose nähen. Das klingt erstmal nicht so aufwendig, allerdings wird dieser Plan einige Probeteile und Anpassungen erfordern, denn Hosen sitzen bei mir regelmäßig leider nicht sehr gut. Immer ist die Taille zu weit oder die Hüfte zu eng, oft ist die hintere Schrittnaht zu kurz und/oder die vordere Schrittnaht zu lang. Aber ich habe Zeit und Lust das endlich anzugehen und was wäre besser geeignet als der Weihnachtskleid-Sewalong?

Aufgrund der vermutlich vielen Anpassungen habe ich schon ein bisschen vorgearbeitet. Stoff und Schnitt stehen und ich habe auch schon abgepaust.

Es wird ein glatter Wollstoff in Bordeauxrot unbekannter Herkunft. Der Stoff mit ganz leichtem Webmuster wollte schon immer eine Hose werden.

Der Hosenschnitt wird Simplicity 8243. Statt der Nahttaschen möchte ich lieber Hüftpassentaschen, weil ich finde, dass Nahttaschen in Hosen oftmals nicht so gut sitzen. Außerdem kann ich ohne Nahttaschen den Reißer, der eigentlich für die hintere Mitte vorgesehen ist, in die Seite verlegen, dort wird er weniger beansprucht und lässt sich bequemer öffnen und schließen. Im Übrigen möchte ich das vordere Bein bis zum Knie füttern und Gürtelschlaufen ergänzen.

Wenn mein Plan gelingt, dann möchte ich noch weitere Hosen nach diesem Schnitt nähen. Gern auch noch aus einem gröberen Wollstoff und einem Viskosekrepp sowie mit einem Aufschlag.

Heute und in der kommenden Woche werde ich mich den Anpassungen widmen und hoffentlich dann am nächsten Sonntag bereits ein passendes Probemodell präsentieren können - habt ihr Tipps oder Erfahrungen beim Nähen von Hosen?

Und wenn ihr auch in der Adventszeit etwas nähen möchtet, dann macht doch noch beim Weihnachtskleid-Sewalong mit!

Sonntag, 24. Dezember 2023

Fertig: Weihnachtsbluse!


Gestern hat es hier geschneit und bevor der Schnee sich in Regen verwandelte, war nochmal kurz alles weiß! Wir haben Plätzchen gebacken, Weihnachtsmusik gehlört und das Haus für den Weihnachtsbesuch geputzt - kann es denn noch festlicher werden? Ja, mit der passenden Weihnachtsbluse!


Den Schnitt aus der Praktischen Mode 12/1940 habe ich bereits unzählige Male genäht, aber dieses Mal mit halblangen Ärmeln und einem kleinen Stehkragen - vielleicht brauche ich noch eine Bluse mit Schluppe, aber der Stoff gab mehr nicht her.

Den Wollrock habe ich schon 2017 zum Weihnachtskeid-Sewalong genäht; damals zusammen mit dem großartigen Pullover für den Gatten.


Der Baumwollsatin von Poppy Ray ließ sich ingesamt gut verarbeiten, aber wie meistens bei Stoffen, die nicht durchgefärbt sind, drückt sich hier und da an der Naht die weiße Rückseite durch. Aber weil der Schnitt nur wenige Nähte hat, macht das nichts weiter.

Außerdem duldet der Stoff mit den kräftigen Farben nur zurückhaltende Kombinationspartner - mit farbigen Röcken wirkt es zu bunt und unruhig.


Ich bin zufrieden mit der Bluse - sie ließ sich gewohnt gut nähen, passt und ich mag das Muster wirklich sehr gern. Insofern ist die Bluse ein wundervoller Abschluss für dieses Jahr und damit reihe ich mich ein beim Weihnachtskleid-Sewalong des MeMadeMittwoch und wünsche euch ein wunderbares Weihnachtsfest, geruhsame Feiertage und einen guten Rutsch in ein friedliches Jahr 2024.

Sonntag, 10. Dezember 2023

Weihnachtskleid Sew-Along 2023! - Zwischenstand

Heute ist schon der erste Zwischenstand für den Weihnachtskleid Sew-Along beim Team vom MemadeMittwoch. Nachdem ihr mir versichert habt, dass ein bekannter Schnitt kein Schummeln ist, bin ich gut vorangekommen die Woche. Alles ist zugeschnitten und die ersten Nähte sind auch gemacht. Weil der Stoff nicht durchgefärbt ist, habe ich mehrere Nähproben machen müssen, um zu gucken, mit welcher Nadel die Naht am besten gelingt und die weiße Rückseite nicht durchdrückt. Entsprechend nähe ich auch mit relativ großen Stichen.

Die Overlock ist auch schon zum Einsatz gekommen - wie meistens habe ich keine vier gleichen Garnfarben verwendet, sondern mische die Farben, weil ich das spannender und attraktiver finde.


Ich bin also sehr gut im Zeitplan und ganz nebenbei kommt auch das erste Hemd für den Gatten gut voran.

Sonntag, 3. Dezember 2023

Weihnachtskleid Sew-Along 2023!

Es ist der erste Advent und traditionell lädt das Team vom MemadeMittwoch zum gemeinsamen Nähen für Weihnachten ein. Ich habe schon oft mitgemacht - zuletzt allerdings 2020, danach hat es meine Zeit nicht mehr zugelassen. Ehrlicherweise muss ich aber einräumen, dass nur wenige der genähten Stücke ein Erfolg waren - meistens will ich zu diesem Anlass zu viel und dann verliere ich aus dem Blick, was ich brauche oder was mir steht.

Doch dieses Jahr soll das anders werden und so habe ich mir entschieden, eine Bluse zu nähen und nicht irgendeine Bluse, sondern die Bluse, die ich ständig nähe - zuletzt hier. Der Schnitt aus einem Heft von 1940 ist erprobt, angepasst und ich kann ihn beinahe mit verbundenen Augen nähen. Es fühlt sich fast ein bisschen nach Schummeln an, aber neben der quasi garantierten Tragbarkeit kommt hinzu, dass der Gatte sich noch einige Winterkleidung gewünscht hat, die ich nebenbei nähen möchte, und außerdem Anfang nächsten Jahres die mündliche Prüfung meiner Doktorarbeit ansteht und ich mich dafür ebenfalls vorbereiten muss. Die Zeit ist also knapp und bei der Bluse bin ich sicher, dass sie fertig wird - zumal ich den perfekten Stoff dafür habe!


Den Stoff habe ich vor einiger Zeit bei Poppy Ray gekauft. Ein Baumwollsatin mit kleinen verschneiten Häuschen auf dunkelblau/lila Grund - ist der nicht süß? Und weil der Stoff für den ganzen Winter perfekt ist, nähe ich dieses Mal längere Ärmel, am liebsten mit Manschette oder Bündchen am Ende. Außerdem will ich für ein bisschen Abwechslung und einen warmen Hals einen kleinen Stehkragen und die Bluse hochgeknöpft - dafür dann auch die alten Knöpfe, die sehr hübsch passen.

Der Plan steht also und wird ziemlich sicher gelingen - wenn ich mit allem sehr schnell fertig bin, dann könnte es noch einen Rock dazu geben, aber irgendwann muss man ja auch noch schmücken, Glühwein trinken und Kekse essen..

Mittwoch, 3. Februar 2021

Fertig: Weihnachtskleid 2020!


Mit ein wenig Verspätung präsentiere ich heute mein Weihnachtskleid 2020. Das Kleid aus der Beyers Mode für alle von 1943 hat mir in der Anpassung und Verarbeitung einiges abverlangt. Ich habe zwar wie immer ein Probemodell gefertigt und war damit auch recht zufrieden, aber leider kamen dann doch noch einige Probleme auf.


So ist im Schnitt vorgesehen, dass das Rockteil über die gesamte Länge eingehalten wird - das sah aber insbesondere hinten wirklich verboten aus. Beim Probemodell war ich anhand der Modellzeichnungen davon ausgegangen, dass nur in der Mitte gekräuselt werden soll, aber auch das sah letztlich merkwürdig aus. Also habe ich nochmal getrennt und dann das hintere Rockteil um die Einhalteweite verschmälert.


Leider gefällt mir auch letztlich die Farbwahl nicht so gut - es ist mir einfach zu viel rosa. Um das abzumildern habe ich nachträglich doch noch die Ärmel ordentlich gekürzt und die Schnürung gearbeitet, die ich eigentlich weglassen wollte. Weil ich Sorge hatte, dass die Ösen bei Belastung im Krepp nicht dauerhaft halten werden, ist die Schnürung nur Zierde. Auch bei dem eingefädelten Satinband bin ich noch nicht sicher, ob das der Weisheit letzter Schluss ist.

Außerdem gibt der Krepp mehr nach als erwartet - ich hatte bereits das Probemodell enger genäht, weil der Krepp naturgemäß zu einer gewissen Dehnbarkeit neigt, allerdings ist er noch dehnbarer als ich dachte. Ich habe also an den Seitennähte noch Weite weggenommen, aber das Kleid sitzt dennoch etwas zu leger. Oder vielleicht will mir auch die Kleiderform nicht so richtig stehen.


Man merkt, dass ich noch nicht so richtig warm mit dem Kleid geworden bin. Ich möchte aber nicht verschweigen, dass ich gerade die weichen Falten vorn sehr gern mag und der Wollkrepp sich ganz hervorragend trägt und anfühlt. Spannend finde ich auch nach wie vor die Lösung der Abnäher statt Seitennähte. Ich werde nun das Kleid erstmal im Alltag tragen und schauen, ob wir beide doch noch zusammenfinden - vielleicht ist es ja Liebe auf den zweiten Blick. Was denkt ihr denn?

[verlinkt beim MeMadeMittwoch]

Sonntag, 22. November 2020

Weihnachtskleid 2020 - Zwischenstand!

Wie bereits angekündigt habe ich mein geplantes Weihnachtskleid inzwischen ausgiebig probegenäht und angepasst. Zur Erinnerung nochmal das geplante Modell:


Als Erstes habe ich eine Anpassung für die große Brust (Full Bust Adjustment = FBA) gemacht, die ich etwas genauer zeigen möchte. Ergänzend ist zu erwähnen, dass die Naht, in der die Falten aus dem oberen Vorderteil liegen, nicht unter, sondern auf der Brust liegt, also letztlich ein Abnäher ist. Das sieht auf der Zeichnung des Modells anders aus, aber kommt auch von der Lage des seitlichen Abnähers (1) genau hin. Da mein Brustpunkt aufgrund der Größe der Brust und der Schwerkraft etwas tiefer liegt als in den meisten Schnitten vorgesehen, habe ich die zusätzliche Länge in den oberen Teil des Oberteils geschoben. Ich habe also meine FBA quasi von oben gemacht.

Im Einzelnen habe ich von der Schulter aus bis zum Brustpunkt und dann im Fadenlauf nach unten und vom Brustabnäher in der vorderen Mitte aus bis zum Brustpunkt eingeschnitten (2). Anschließend habe ich die benötigte Weite zugegeben, indem ich das seitliche Teil nach unten aufgedreht habe. Das Faltenteil habe ich dann ebenfalls so gedreht, dass die gesamte Weite in den mittigen Brustabnäher geht und dem Faltenteil die notwendige Länge hinzugefügt (3).


Danach habe ich mich um die zusätzlich benötigte Länge für die Brust gekümmert. Weil ich keinen Abnäher aus der Seitennaht wollte, habe ich diesen in der Mitte durchgeschnitten (4) und die Abnäherschenkel geschlossen. Dadurch entsteht ein Keil zur vorderen Mitte hin, aber weil ich es in der vorderen Mitte enger anliegend möchte, habe ich zusätzlich aus der Schulter und dem mittleren Abnäher eingeschnitten und die zusätzliche Länge gleichmäßig verteilt (5). Im Ergebnis habe ich also mehr Länge und mehr Weite an der Brust geschaffen (6). Ich hoffe, das Vorgehen war verständlich, ansonsten sagt gern Bescheid.

Weil ich die Länge und Weite, die es für eine große Brust braucht, aber an den Seiten des Oberteils nicht brauche, wird sie einerseits durch den mittleren Abnäher, der deutlich größer geworden ist, und andererseits durch die Falten an der Schulter, die nun alle etwas tiefer sind, weggenommen. Der Vergleich zwischen dem alten und dem neuen Vorderteil ist rechts zu sehen. Das Vorderteil besteht inzwischen aus mehr Tesafilm als Papier, aber so kann man das flatterige Seidenpapier immerhin auch viel besser zum Zuschneiden auf den Stoff legen.

Weitere Änderungen, die ich vorgenommen habe, sind:
  • Schultern um 1,5cm verschmälert,
  • 2cm Länge hinten oberer Rücken weggenommen,
  • 2cm Länge im Vorderteil unter der Brust weggenommen,
  • 1cm Weite im Vorderteil weggenommen und
  • Abnäher im Rückenteil weggelassen.
Das Ergebnis ist hier zu sehen, nämlich auf der von mir aus gesehen linken Körperseite.


Probemodelle sehen bei mir oft etwas wüst aus, aber ich halte mich nicht lange mit den Details auf. Auf der rechten Körperseite sieht man noch die zu lange Schulter und den etwas zu hohen mittleren Abnäher, also zumindest siet man es halbwegs, denn ich stehe etwas schief. Dafür habe ich rechts aber den Ärmel richtig herum eingesetzt, denn links habe ich mir irgendwie vertan und deshalb ist rechts auch innen außen.. Mhm, ich fürchte, man braucht etwas mehr Fantasie, um aus diesem Flickenteppich wirklich schlau zu werden. Ich bin jedenfalls jetzt zufrieden mit der Passform und habe auch alle Teile schon aus dem Wollkrepp zugeschnitten.

Mich treibt allerdings noch die Verschlussfrage um. Ich möchte Knöpfchen statt Schnürung machen und werde daher auch auf den Reißer in der Seitennaht verzichten. Allerdings ist es im Schnittmuster vorgesehen, dass das obere Faltenteil offen bleibt - das ist mir aber viel zu einsichtig und daher muss ich mir etwas einfallen lassen. Entweder ich führe die Knöpfchen weiter, aber ich glaube, dass das ist nicht so hübsch ist, also werde ich es vermutlich mit Häkchen und Ösen lösen. Für das Miederteilchen werde ich verstärkte Belege machen, damit ich auch die Knopfschlaufen zwischen Beleg und Oberstoff fassen kann. Ich bin noch etwas unsicher, denn der Krepp ist leicht durchscheinend und so muss die Farbe der Belege gut überlegt sein. Vermutlich werde ich hautfarben nehmen und dann auch ein solches Unterkleid tragen.

Soweit erstmal von mir - ich werde nun beginnen mein Stoffpuzzle zusammenzusetzen, aber vorher nochmal schauen, wie es bei den anderen Damen läuft.

Sonntag, 15. November 2020

Weihnachtskleid 2020!

Alle Jahre wieder treffen wir uns beim MeMadeMittwoch für das gemeinsame Nähen eines Weihnachtskleides oder eines anderen festlichen Kleidungsstückes. Im letzten Jahr hatte ich aufgrund von Zeitmangel lediglich ein einfaches Shirt genäht, wobei das kitschige Muster den passenden Weihnachtsflair mitbrachte.

Dieses Jahr habe ich etwas mehr Zeit und so darf es aufwendiger werden. Ich habe schon eine Wahl getroffen, denn ich möchte dieses Kleid aus der Beyers Mode für alle von 1943 nähen.

WKSA 2020 Schnitt & Stoff

Ich habe auch bereits den Stoff - der liebe Gatte ist nämlich gestern mit mir zu meinem Lieblingsstoffladen gefahren und hat einen rosa Wollkrepp spendiert! Das Weihnachtskleid dieses Jahr geht also auf den Gatten und allein deshalb muss es pünktlich fertig werden. Der Stoff aus Schurwolle hat eine tolle Qualität. Körnig, weich, schlabberig und rosa, also so richtig rosa. So ein ganzes rosa Kleid könnte durchaus eine Herausforderung für mich werden.

Der Schnitt hat ein kleines Miederteilchen, das körpernah anliegt, und angeschnittene, weiche Falten am Ausschnitt. Die Rockteile haben statt einer Seitennaht nur einen Abnäher und werden vorn in der spitz zulaufenden Mitte und hinten eingereiht. Die Ärmel werden sowohl im Armloch als auch am Ellenbogen eingehalten und durch einen großen Abnäher, der durch Knöpfchen geschlossen wird, schmal gehalten. Und weil ich Schnürung nicht so schick finde, werde ich die Knöpfchenvariante nähen.


Das Kleid sieht eine Oberweite von 112cm vor, allerdings brauche ich fast 120cm, also muss ich vorn einiges zugeben. Üblicherweise muss ich außerdem hinten Länge wegnehmen und die Schultern schmaler machen, damit die Ärmelnaht und die Schulterpolster auch auf meinem Schulterpunkt sitzen. Ich habe bereits mit dem Probenähen und Anpassungen angefangen und werde das heute hoffentlich abschließen können. Erstmal schaue ich aber, was die anderen Damen planen und ob vielleicht noch jemand sich für so viel rosa entschieden hat..

Dienstag, 24. Dezember 2019

Fertig: Retroshirt Jazz!

Dieses Jahr an Weihnachten sitze ich also stilecht im Shirt mit Flamingos und geschmückter Ananas unter dem weißen Tannenbaum - As kitsch as I can!


Ich habe eine FBA gemacht und je Seite 3cm zugegeben. Die entstandene Weite habe ich nicht mit senkrechten Abnähern weggenommen, weil ich das Muster nicht durchbrechen wollte und mir dachte, dass ein wenig mehr Weite an Weihnachten nicht verkehrt sein kann.

Da ich nur 80cm Länge hatte, hat es auch nur für kurze Ärmel gereicht - ich werde das Shirt also vor allem mit Strickjacke tragen.


Leider muss ich sagen, dass ich mit dem Retroshirt Jazz ansonsten nicht besonders zufrieden bin.

Vor allem der Kragen war wirklich ein Ärgernis. Nun kann man natürlich sagen, dass ein gerader Kragen mit angeschnittenem Beleg logischerweise bei einem runden Hals nicht so fantastisch sitzen kann, aber da hätte ich mir doch mehr versprochen. Der Kragen stand vorn und hinten sehr weit ab, sodass ich ihn seitlich weiter zunähte. Dabei ist der Übergang zwischen der ursprünglich vorgesehenen Schulternaht (als Abnäher zwischen Oberteil und angeschnittenem Beleg gearbeitet) und dem von mir geschlossenen Kragenstück sehr holprig geworden. Das ließ sich aber wegen des schon in der Ärmelnaht mitgefassten Beleges gar nicht besser machen.

Danach lag der Kragen dann besser an, aber ich habe ihn schließlich vorn nochmal rundlich umgeklappt, sodass ich nun zwar innen eine Wulst an Stoff habe, aber wenigstens sitzt der Kragen jetzt halbwegs so wie ich mir das vorstelle.
Beim nächsten Mal werde ich hier auf jeden Fall mit eigenem Beleg arbeiten!

Und dann wird das Shirt als sehr lang vorgegeben und enthält später den Hinweis bei der ersten Probe nach Geschmack zu kürzen. Das mag ja grundsätzlich ganz zielführend sein, wenn die Trägerin die Länge selbst bestimmen kann, aber der Verschnitt ist schon sehr ärgerlich. Ich weiß gar nicht mehr wie oft und um welche Länge genau ich letztlich gekürzt habe, aber ich würde tippen, dass zwischen 15 und 20cm Länge weggekommen sind. Da wäre ich mit den Ärmeln noch wesentlich besser zurecht gekommen anstatt am Ende alles wegzukürzen.

Beim letzten Kürzen habe ich dann noch vergessen die Saumlänge zu bedenken, sodass das Shirt nun auch noch einen Tick zu kurz geworden ist.


Der widerspenstige Kragen und das Kürzen haben mir schon ein wenig die Freude am Shirt genommen, sodass ich jetzt einfach nur froh bin, dass es halbwegs geschafft ist. Da wäre mehr drin gewesen, aber ich bin vorsichtig optimistisch, dass das Shirt im nächsten Jahr mehr und mit ein wenig Abstand dann auch gern getragen wird.

Vielen Dank für die Organisation des Weihnachtskleid Sew-Alongs und ich wünsche allen eine besinnliche, friedliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins nächste Jahr!