Nachdem zuletzt der liebe Gatte eine neue Jacke bekommen hat, stand eine Herbstjacke auch für mich auf dem Plan. Die Jacke muss meine Garderobe ergänzen, aber gleichermaßen etwas robuster sein und zu Hosen passen, weil ich damit Radfahre, an zugigen Bahnsteigen stehe und sie auch mal in die Tasche stopfe.
Die Wahl fiel auf eine Fliegerjacke. Ich hatte vor Jahren mal eine gekaufte Fliegerjacke, die ich sehr geliebt habe und deshalb wollte ich längst mal eine nähen.
Ursprünglich wurde die Fliegerjacke vom US-Militär für die Piloten entwickelt, denn in den damaligen offenen und ungeheizten Cockpits war die Kälte lebensgefährlich. Die klassischen Militärfliegerjacke [Modell A-1 von 1927 und A-2 von 1931] waren aus schwerem Pferde- oder Rindsleder, mit Knöpfen oder Reißverschluss und engen Strickbündchen an Taille und Ärmeln, damit kein Wind durchpfeift.
Später änderte sich die Luftfahrt. Die Cockpits wurden enger, Fallschirme kamen dazu und man wechselte zu Jacken aus dicht gewebter Baumwolle oder Nylon. Da fiel auch der Kragen weg und machte Platz für den flachen Strickkragen, den wir heute als typischen Bomberjacken-Schnitt kennen.
Die Fliegerjacken waren in den 1940er und 1950er sehr beliebt. Marlene Dietrich ließ sich schon in den 1930er Jahren mit solchen Jacken fotografieren und Marilyn Monroe trug Fliegerjacken bei ihrem Truppenbesuch in Korea im Jahr 1953. Spätestens seit dem Film "Gesprengte Ketten" mit Steve McQueen wurden die Jacken zum Kultobjekt; auch der Gatte mag diesen Film sehr.
Die Jacken lassen sich zudem durch den taillierten Schnitt gut zu weiten Hosen tragen und passen deshalb auch zu meiner Garderobe.
Das Modell #101 aus der Burda 10/2010 ist eigentlich - wie die klassische Fliegerjacke - für Leder gedacht. Ich könnte mir sogar vorstellen, sie auch mal aus Leder zu nähen, aber hier habe ich Wolle genommen.
Den Schnitt habe ich gewählt, weil er alle klassischen Elemente der Fliegerjacke enthält: taillierter Schnitt, gerade Ärmel, klassischer Kragen und natürlich die Strickbündchen. Wichtig waren mir außerdem eine ausgeprägte Schulterlinie, also keine überschnittenen Ärmel, und Reißverschluss mit Untertritt.
Der Stoff ist ein dicker Wollstoff in schwarz und dunkelgrau in den weiße und blaue Fäden verwebt sind. Woher ich den Stoff habe, weiß ich nicht mehr; ich gehe davon aus, dass ich ihn aus zweiter Hand erworben habe. Das erklärt auch, dass ich nur knappe 1,5m davon hatte. Zum Glück musste ich nur wenig auf den Musterverlauf achten.
Der Futterstoff ist ein strahlend blauer Royal Micro Satin, der zufällig genau die gleiche Farbe hat wie die blauen Fäden im Stoff. Davon hatte ich ebenfalls 1,5m und er war Teil des Konvoluts an Futterstoffen aus der Nachbarschaft.
Bündchenstoff, Garne, Einlagen sowie der Kunstpelz, Futter und Knöpfe für den abknöpfbaren Kragen sind ebenfalls aus dem Bestand, lediglich den Reißverschluss und die Druckknöpfe musste ich dazukaufen.
Ich habe an der Jacke einige Änderungen vorgenommen. Zunächst habe ich den Schnitt auf eine Kleidergröße 48 vergrößert. Anschließend Platz an der Brust durch eine Full Bust Adjustment geschaffen und deshalb auch Beleg und Futter vorn angepasst. Das Futter habe ich außerdem an allen Säumen 2cm länger zugeschnitten, weil der Wollstoff mehr ausleiert als das eigentlich vorgesehene Leder.
Ich habe auch die Bewegungsfalte hinten brav berücksichtigt, aber nachdem ich die Naht getrennt hatte, stand der Wollstoff so merkwürdig ab, dass ich sie direkt wieder geschlossen habe; nun hat nur noch das Futter diese Falte.
Optische Anpassungen gab es auch noch, denn weil ich aufgesetzte Taschen mit der großen Brust optisch schwierig finde [und außerdem eh keinen Stoff dafür hatte], habe ich stattdessen Leistentaschen eingenäht. Die sind ebenfalls mit dem Satin gefüttert und werden mit einem Druckknopf geschlossen, damit nichts herausfällt; ich habe auch noch jeweils einen Druckknopf oben und unten am Übertritt ergänzt.
Die Leistentaschen haben den Vorteil, dass man so schön die Hände darin vergraben kann. Das ist genau richtig, wenn es jetzt im Herbst kalt und windig wird. Wobei sich erst noch herausstellen muss, ob die Jacke den Wind ausreichend abhält.
Das Nähen ging insgesamt ganz gut von der Hand. Die Anleitung war hier und da etwas umständlich, das kann aber auch daran liegen, dass sie die Verarbeitung von etwas steiferem Leder berücksichtigt.
Der Schnitt aus der Burda sieht auch einen abnehmbaren Pelzkragen vor. Ich habe ihn aus einem Rest schwarzen Kunstpelz genäht, der an Persianer erinnert. Er kann durch Knöpfe angeknöpft und wieder entfernt werden - sehr praktisch je nach Wetterlage.
Leider nicht ganz zufrieden bin ich mit der fertigen Schulterlinie, weil die Ärmelansatznaht zu weit außen sitzt; ich hätte die Schulterlänge um 1,5cm oder sogar 2cm verkürzen sollen. Bei dem Probeteil ist mir das nicht aufgefallen und nachdem die Jacke nun fertig ist, sträube ich mich [noch] davor, sie wieder zu trennen. Ich hoffe einfach, dass es mit einem dicken Pulli unter der Jacke nicht mehr auffällt und wenn doch, dann muss ich eben nochmal ran.
Bei der Gelegenheit notiere mir endlich, dass meine Schulterbreite sehr schmal ausfällt, denn das Problem habe ich öfter, aber vergesse es ständig wieder.
Trotzdem bin ich sehr zufrieden. Die Jacke muss sich zwar erst noch beweisen, denn im Moment ist sie mir noch zu warm, aber ich denke, dass sie genau die richtige Ergänzung in meinem Kleiderschrank ist. Außerdem brauchte ich auch eine warme Jacke, die gut zu Blautönen passt.
Wie findet ihr die Jacke?
Die Wahl fiel auf eine Fliegerjacke. Ich hatte vor Jahren mal eine gekaufte Fliegerjacke, die ich sehr geliebt habe und deshalb wollte ich längst mal eine nähen.
Ursprünglich wurde die Fliegerjacke vom US-Militär für die Piloten entwickelt, denn in den damaligen offenen und ungeheizten Cockpits war die Kälte lebensgefährlich. Die klassischen Militärfliegerjacke [Modell A-1 von 1927 und A-2 von 1931] waren aus schwerem Pferde- oder Rindsleder, mit Knöpfen oder Reißverschluss und engen Strickbündchen an Taille und Ärmeln, damit kein Wind durchpfeift.
Später änderte sich die Luftfahrt. Die Cockpits wurden enger, Fallschirme kamen dazu und man wechselte zu Jacken aus dicht gewebter Baumwolle oder Nylon. Da fiel auch der Kragen weg und machte Platz für den flachen Strickkragen, den wir heute als typischen Bomberjacken-Schnitt kennen.
Die Fliegerjacken waren in den 1940er und 1950er sehr beliebt. Marlene Dietrich ließ sich schon in den 1930er Jahren mit solchen Jacken fotografieren und Marilyn Monroe trug Fliegerjacken bei ihrem Truppenbesuch in Korea im Jahr 1953. Spätestens seit dem Film "Gesprengte Ketten" mit Steve McQueen wurden die Jacken zum Kultobjekt; auch der Gatte mag diesen Film sehr.
Die Jacken lassen sich zudem durch den taillierten Schnitt gut zu weiten Hosen tragen und passen deshalb auch zu meiner Garderobe.
Das Modell #101 aus der Burda 10/2010 ist eigentlich - wie die klassische Fliegerjacke - für Leder gedacht. Ich könnte mir sogar vorstellen, sie auch mal aus Leder zu nähen, aber hier habe ich Wolle genommen.
Den Schnitt habe ich gewählt, weil er alle klassischen Elemente der Fliegerjacke enthält: taillierter Schnitt, gerade Ärmel, klassischer Kragen und natürlich die Strickbündchen. Wichtig waren mir außerdem eine ausgeprägte Schulterlinie, also keine überschnittenen Ärmel, und Reißverschluss mit Untertritt.
Der Stoff ist ein dicker Wollstoff in schwarz und dunkelgrau in den weiße und blaue Fäden verwebt sind. Woher ich den Stoff habe, weiß ich nicht mehr; ich gehe davon aus, dass ich ihn aus zweiter Hand erworben habe. Das erklärt auch, dass ich nur knappe 1,5m davon hatte. Zum Glück musste ich nur wenig auf den Musterverlauf achten.
Der Futterstoff ist ein strahlend blauer Royal Micro Satin, der zufällig genau die gleiche Farbe hat wie die blauen Fäden im Stoff. Davon hatte ich ebenfalls 1,5m und er war Teil des Konvoluts an Futterstoffen aus der Nachbarschaft.
Bündchenstoff, Garne, Einlagen sowie der Kunstpelz, Futter und Knöpfe für den abknöpfbaren Kragen sind ebenfalls aus dem Bestand, lediglich den Reißverschluss und die Druckknöpfe musste ich dazukaufen.
Ich habe an der Jacke einige Änderungen vorgenommen. Zunächst habe ich den Schnitt auf eine Kleidergröße 48 vergrößert. Anschließend Platz an der Brust durch eine Full Bust Adjustment geschaffen und deshalb auch Beleg und Futter vorn angepasst. Das Futter habe ich außerdem an allen Säumen 2cm länger zugeschnitten, weil der Wollstoff mehr ausleiert als das eigentlich vorgesehene Leder.
Ich habe auch die Bewegungsfalte hinten brav berücksichtigt, aber nachdem ich die Naht getrennt hatte, stand der Wollstoff so merkwürdig ab, dass ich sie direkt wieder geschlossen habe; nun hat nur noch das Futter diese Falte.
Optische Anpassungen gab es auch noch, denn weil ich aufgesetzte Taschen mit der großen Brust optisch schwierig finde [und außerdem eh keinen Stoff dafür hatte], habe ich stattdessen Leistentaschen eingenäht. Die sind ebenfalls mit dem Satin gefüttert und werden mit einem Druckknopf geschlossen, damit nichts herausfällt; ich habe auch noch jeweils einen Druckknopf oben und unten am Übertritt ergänzt.
Die Leistentaschen haben den Vorteil, dass man so schön die Hände darin vergraben kann. Das ist genau richtig, wenn es jetzt im Herbst kalt und windig wird. Wobei sich erst noch herausstellen muss, ob die Jacke den Wind ausreichend abhält.
Das Nähen ging insgesamt ganz gut von der Hand. Die Anleitung war hier und da etwas umständlich, das kann aber auch daran liegen, dass sie die Verarbeitung von etwas steiferem Leder berücksichtigt.
Der Schnitt aus der Burda sieht auch einen abnehmbaren Pelzkragen vor. Ich habe ihn aus einem Rest schwarzen Kunstpelz genäht, der an Persianer erinnert. Er kann durch Knöpfe angeknöpft und wieder entfernt werden - sehr praktisch je nach Wetterlage.
Leider nicht ganz zufrieden bin ich mit der fertigen Schulterlinie, weil die Ärmelansatznaht zu weit außen sitzt; ich hätte die Schulterlänge um 1,5cm oder sogar 2cm verkürzen sollen. Bei dem Probeteil ist mir das nicht aufgefallen und nachdem die Jacke nun fertig ist, sträube ich mich [noch] davor, sie wieder zu trennen. Ich hoffe einfach, dass es mit einem dicken Pulli unter der Jacke nicht mehr auffällt und wenn doch, dann muss ich eben nochmal ran.
Bei der Gelegenheit notiere mir endlich, dass meine Schulterbreite sehr schmal ausfällt, denn das Problem habe ich öfter, aber vergesse es ständig wieder.
Trotzdem bin ich sehr zufrieden. Die Jacke muss sich zwar erst noch beweisen, denn im Moment ist sie mir noch zu warm, aber ich denke, dass sie genau die richtige Ergänzung in meinem Kleiderschrank ist. Außerdem brauchte ich auch eine warme Jacke, die gut zu Blautönen passt.
Wie findet ihr die Jacke?
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