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Mittwoch, 2. Juli 2025

Fertig: Blazer nach Schwabe der neue Schnitt 10/1956!


Heute zeige ich meinen Blazer, den ich unter fachkundiger Anleitung genäht habe und der daher die richtigen Einlagen und Polster bekommen hat, an den richtigen Stellen gebügelt wurde und bei dem ich viel per Hand genäht habe.


Den verwendeten Schnitt aus Schwabe Der neue Schnitt 10/1956 habe ich schon abgewandelt genäht, aber bislang noch nicht in seiner Ursprungsform, obwohl mir gerade die rasanten Taschen sehr gut gefallen. Weil ich den Schnitt schon genäht hatte, war er bereits angepasst.


Ich will den Blazer als Übergangsjacke nutzen. Den Wollstoff habe ich bei bei Stoffe Gädtke in Hamburg gekauft. Er ist in beige und braun gehalten und hat bunte Stipsel, sodass er quasi zu allem passt. Das Futter habe ich unaufgeregt farblich passend gewählt.


Weil der Wollstoff etwas dünn für eine Jacke war, habe ich den Stoff zunächst komplett mit Einlage verstärkt, damit er guten Stand hat und lange hält. Dann habe ich wie üblich erstmal die Teilungsnähte am Oberteil genäht und dann ging es an die Verarbeitung der Schulterpartie und Ärmel. Hier habe ich einiges an Einlagen und Polster verwendet:


Der Rosshaarplack wird im Oberteil zwischen Schulter und Brust eingenäht und sorgt dafür, dass der Stoff gleichmäßig fällt; insbesondere beim Schlüsselbein könnte er sonst etwas einsacken. Weil ich eine große Größe nähe, habe ich aber einen eigenen Plack angefertigt und nicht den gezeigten verwendet. Der Plack wird an der Schulter nur durch ein aufbügelbares Band befestigt, aber nicht in der Schulternaht gefasst, ansonsten würde das steife Rosshaar vermeiden, dass die Schulternaht sich schön legt. In der Ärmelnaht kann das Plack mitgefasst werden, weil dort die Nahtzugabe ohnehin in den Ärmel zeigt und das Plack Sprungkraft gibt.

Den zweiteiligen Ärmel habe ich zusammengefügt und dabei gemäß Schnittmuster den Oberärmel etwas eingehalten. Die Wattierung habe ich auf der Nahtzugabe der Armkugel genäht. Sie sorgt dafür, dass die Rundung an der Schulter weich fällt. Anschließend habe ich mit zwei Einhaltereihen, also Nähte mit hoher Stichlänge sowohl auf der Naht wie auch daneben auf der Nahtzugabe, die Armkugel über einen Bügelbock eingehalten und mit viel Dampf in Form gebügelt. Weil ich zuhause keinen passenden Bügelbock hatte, habe ich dort mit dem Ärmelbügelbrett und einem Handtuch improvisiert. Wenn der Ärmel nicht mehr vom Finger rutscht, ist er gut eingehalten.


Neben der Wattierung fanden auch die Ärmelfische Platz im Ärmel, nämlich der Ärmelfisch aus leichtem Rosshaar vorn für Sprungkraft und der aus Wattierung hinten für ein leichtes Polster. Ich habe - hier nicht auf dem Foto - außerdem noch einen Ärmelfisch in der oberen Kugel (engl. sleeve head) eingefügt, damit der Ärmel ab dem Schulterpunkt nicht runtersackt. Dazu kommen dann noch die Schulterpolster.


Rosshaar habe ich auch beim unteren Saum verwendet und dort einen bereits gebügelten Schrägsteifen aus Rosshaar angenäht. Dabei trifft die Bügelkante genau die Saumkante, so ist die Saumkante schön scharf und knittert nicht. Außerdem wird der Saum und das Futter dann nicht direkt im Oberstoff festgenäht, sondern nur auf dem Rosshaarstreifen.


Das Futter habe ich dann zunächst nur im Oberteil eingenäht und dann ganz am Ende die Futterärmel per Hand am Armloch eingenäht.


Insgesamt habe ich sehr viel gelernt bei dem Blazer und meine Fähigkeiten verbessert, zum Beispiel zum ersten Mal Knopflöcher per Hand genäht. Meine wichtigsten Erkenntnisse sind übrigens 
  • Nahtzugaben an Armloch und Ärmeln geringer wählen (hier: 1cm), damit diese besser einzuhalten sind
  • Einlagen und Polster machen einen gehörigen Unterschied und jedes hat seine eigene Aufgabe
  • Bügeln formt den Stoff neben den Nähten und der Schnittführung und dazu sind Hilfsmittel wie Bügelböcke (oder eben Handtücher) notwendig
  • Ein Blazer braucht viel Zeit, Geduld und Handarbeit!



Ich bin sehr zufrieden mit dem Blazer und der Passform. Der Blazer war eindeutig bislang mein aufwendigstes Stück. Nicht alles hat auf Anhieb geklappt und ein oder zwei Kleinigkeiten sind sicherlich noch verbesserungsfähig - zum Beispiel würde ich nächstes Mal den Unterkragen etwas kleiner schneiden, die Schulter noch etwas verschmälern und auch der Sitz der hinteren Armkugel ist für meinen Geschmack noch zu unruhig. Das sind aber wirklich Kleinigkeiten, die außer mir wohl eh niemandem auffallen und vermutlich mir auch nicht mehr nach ein paar Mal tragen.


Seit ich den Blazer fertig habe, ist es leider zu warm dafür, aber ich freue mich schon auf den Herbst, wenn ich ihn oft tragen kann. Aus dem Stoffrest möchte ich außerdem wieder noch einen Rock nähen, sodass ich es als Kostüm tragen kann.


Ein paar weitere Details habe ich übrigens bei Instagram zusammengetragen [unter anderem auch ein Video vom Innenleben, wenn euch das näher interessiert] und wenn ihr Nachfragen habt, lasst es mich gern wissen!

Mittwoch, 7. Mai 2025

Fertig: Kostüm der 1950er Jahre aus Wollstoff!


Endlich hat meine Kostümjacke einen passenden Rock bekommen! Die Jacke habe ich vor fast 10 Jahren genäht, hier findet ihr alle Details. Ich habe damals auch schon einen Rock aus den Resten herausgequetscht, aber der war einfach zu kurz und so wurde er nie ausgeführt. Irgendwie ergab sich, dass die Verkäuferin doch noch von dem Stoff übrig hatte, den ich sofort aufkaufte, aber erstmal zur Seite legte, weil die Jacke zwischenzeitlich etwas zu eng saß. Nun passt die Jacke aber wieder, also musste endlich der passende Rock her.


Genäht habe ich schließlich das Modell #117 aus der Burda 10/2020. Ich fand gut, dass der Rock einen einseitigen Schlitz hat, unten leicht eingestellt und im schrägen Fadenlauf geschnitten ist, dadurch fällt der Rock schmal, was ich zum Schößchen passend finde und gleichzeitig ist genug Bewegungsfreiheit vorhanden. Ich habe den Rock etwas vergrößert, musste dann aber nachträglich noch etwas Weite am Bund wegnehmen und habe zwei zusätzliche Abnäher vorn eingearbeitet.


Der Rock ist klassisch verarbeitet, also mit Futterrock, den ich am Reißer und am Schlitz mit Hand anstaffiert habe. Saum und Schlitz sind mit leichter Einlage beklebt. Insgesamt gab es keine besonderen Schwierigkeiten, obwohl ich die Erklärung zur Verarbeitung von Burda etwas mühsam fand, aber ich hatte in einem alten Buch noch eine gute Beschreibung für den einseitigen Schlitz und die Futterverarbeitung ud bin danach gegangen.


Der Stoff ist ein Wollstoff aus zweiter Hand, der sich gut verarbeiten lässt und genau richtig für kühlere Frühlingstage ist. Ein bisschen Stoff habe ich auch noch übrig.


Zusammen mit der Jacke mit dem selbstkonstruierten Kragen und Schößchen ergibt der Rock dann ein wunderbares Ensemble und ich freue mich sehr darüber!

Mittwoch, 24. Februar 2016

Fertig: Frühlingskostüm von 1956!


Mein Kostüm ist fertig und ich bin begeistert. Ich wollte eigentlich sachlich auf die kleinen Fehler hinweisen und ganz bescheiden bei der Vorstellung sein, aber ich bin einfach zu angetan davon. Ich mag es wirklich unheimlich gern. Aber fangen wir mal von vorn an.

Da waren diese wundervollen Kostüme von Lilli Ann und ich wollte unbedingt auch eines haben und so nähte ich mir dieses Kostüm. Der verwendete Schnitt aus Schwabe Der neue Schnitt 10/1956 wurde dazu ordentlich abgewandelt und angepasst.


Damit diese Anpassungsarbeit auch ausgiebig genutzt wird, habe ich dann beschlossen ein weiteres Kostüm zu nähen, aber dieses Mal sollte es schmaler sein und sowieso ganz anders. Ich verliebte mich in dieses wundervolle Model und hatte sogar das Glück, dass die Betreiber der Seite mir die Bilder zur Verfügung stellten und ich sehr genau nacharbeiten konnte. Das Model von Lilli Ann ist ursprünglich aus dem Jahr 1961.


Das Schnittmuster der Jacke habe ich so denn umfassend abgewandelt: Zunächst habe ich den Kragen und das Schößchen entfernt, dann das überlappende Vorderteil konstruiert und mich dabei - wie beim Vorbild - an der Teilungsnaht orientiert. Das andere Vorderteil ließ ich unverändert bis zur vorderen Mitte laufen. Im Anschluss habe ich den Saumverlauf an der Puppe festgelegt, abgeschnitten und das Faltenteil konstruiert. Aus der abgeschnittenen Kante habe ich dann den angesetzte Saum konstruiert und angenäht. Danach habe ich aus Kunstfell den Bommel angefertigt und Schulterpolster und Ärmelfische eingesetzt, die Futterjacke mit Belegen genäht, verstürzt und die Säume mit der Hand angenäht.

Geschlossen wird die Jacke dem Vorbild entsprechend mit Druckknöpfen entlang des überlappenden Vorderteils, einem Schmuckknopf sowie einem Druckknopf in der vordere Mitte, der das untere Vorderteil fixiert.


Es zeigte sich beim Tragen, dass die Ärmel einen Tick zu lang geraten sind und das Futter etwas an ihnen zieht, sodass ich diese nochmal aufmachen werde. Hinten an der Rundung ist an einer Stelle das Futter zu lang und guckt manchmal keck hervor. Auch das muss noch korrigiert werden. Das Jackenfutter ist übrigens ein herrlicher Fliederton, aber den Schmuckknopf mochte ich lieber dezent.


Und damit kommen wir mal zu den kleinen Mängeln der Jacke, denn so ganz perfekt ist sie nicht geworden. Insgesamt ist sie einen Tick zu eng, sodass sich hinten leichte Zugfalten bilden und vorn der überlappende Teil etwas aufspringt und auch ein wenig hochrutscht und Falten wirft. Außerdem drückt sich die Nahtzugabe des Belegs an der vorderen Teilungsnaht etwas durch und lässt sie verknittert aussehen. Über der Brust hat die Teilungsnaht durch eine falsche Rundung eine kleine Beule - die hatte das vorherige Kostüm auch schon, wie ich mich erinnere, aber ließ sich da gut ausbügeln.

Dies sind aber Fehler und Problemchen, die wahrscheinlich außer mir kaum jemandem auffallen und sich mit ein paar Keksen weniger auch an vielen Stellen wohl einfach auflösen werden - ich werde das mal austesten!


Nachdem nun also an der Jacke alles erledigt war, ging der gefütterte Rock nach gleichem Schnittmuster schnell von der Hand. Er blieb bis auf die zusätzliche Naht in der vorderen Mitte unverändert. Hinten hat er eine Falte und das Futter hat entsprechend einen Schlitz und ist ein paar cm kürzer als der Rock. Geschlossen wird er mit einem seitlichen Reißverschluss und Haken & Öse am Bund.


Der Stoff ist übrigens ein Wollstoff mit Webunterlage und wurde für 6 Euro der Meter bei Karstadt gekauft. Er ließ sich sehr gut verarbeiten und dank der Webunterlage verzieht er sich gar nicht. Er wird beim Dämpfen etwas heller wie hier an der unteren Jackenkante zu sehen, aber das vergeht wieder. Das fliederfarbene Futter ist ebenfalls von Karstadt und das Rockfutter vom hiesigen Stoffladen. Alles in allem und samt Fellimitat, neuer Druckknöpfe, Reißverschluss und Kleinkram hat mich dieses Kostüm rund 60 Euro gekostet.


Ich bin sehr glücklich mit meinem Kostüm und auch fasziniert und stolz wie dicht ich ans Original herangekommen bin! Und nun bin ich umso gespannter wie ihr das Kostüm findet? Habt ihr es so erwartet?
[verlinkt beim MeMadeMittwoch & 12Letters]

Samstag, 6. Februar 2016

Frühlingskostüm - Futterjacke und Ärmelfische!


Meine Futterjacke ist inzwischen auch schon fertig und würde sicherlich auf für närrische Veranstaltungen taugen, aber stattdessen wird sie gerade mit der Oberstoffjacke verstürzt.

Vor dem Verstürzen aber müssen Schulterpolster eingebracht werden und passend dazu wurde mir schon beim Weihnachtskleid zu Ärmelfischen geraten. Ehrlich gesagt konnte ich mit dem Begriff nichts anfangen, aber inzwischen habe ich sogar welche angefertigt.

Ärmelfische sind eine Versteifung in der Armkugel, die verhindern soll, dass der Ärmel ab Schulsterpolster nach unten in sich zusammenfällt. Sie dienen also einem besseren Aussehen der Silhouette und so habe ich mich daran versucht und hier seht ihr das Ergebnis:

 

Unschwer zu erkennen sind links keinerlei Hilfsmittel eingenäht und auf der rechten Seite des Bildes sind sowohl ein kleines Schulterpolster als auch ein Ärmelfisch eingenäht. Die Schulter ist unaufdringlich gerade geformt und die Armkugel fällt rund und weich.

Ich habe die Ärmelfische selbst gemacht und einfach aus Flieselina M12 zwei Streifen 30cm x 7cm geschnitten. Dann in ungefähr der Hälfte der Länge nach gefaltet - so dass eine Seite rund 3-4mm breiter ist und die andere leicht überlappt.

Anschließend nähte ich den geklappten Streifen so an die Nahtzugabe der Ärmeleinsatznaht, dass der breitere Streifen oben in den Ärmel zeigt. Als Anfang und Ende habe ich einfach die Ansatzpunkte des Oberärmels gewählt. Mir wurde geraten, dass der Fisch leichte nach hinten versetzt ist, also dort weiter geht als vorn und das passte perfekt mit dem Oberärmel.

Zuletzt habe ich die Enden oval geschnitten, damit der Übergang schöner klappt und es keine unschönen Kanten gibt. Anschließend noch die leichten Schulterpolster angenäht.


 So sieht der Fisch auf links gedreht aus - die Nahtzugabe liegt zwischen Polster und Fisch und kann sich daher nicht rausdrücken. Klappt man den Fisch nach innen ist die breitere Seite oben. Ich habe noch anderen Varianten an Ärmelfischen gesehen. Kein Wunder, denn je nach Stoff, Ärmelform und so weiter braucht es eben auch mehr oder weniger Stand durch den Ärmelfisch. 

Ich jedenfalls bin sehr zufrieden mit meinem ersten Ärmelfisch. Und würde man den Streifen nun auseinanderklappen, dann hätte er eine leichte  Fischform - vielleicht daher der Name? Kanntet ihr Ärmelfische schon?

Dienstag, 2. Februar 2016

Frühlingskostüm von 1956!


Mein Frühlingskostüm nimmt langsam Form an - die Ärmel sind drin, der Fell(imitat)puschel und auch der angenähte Saum sind dran. Die Ärmel waren dabei noch das kleinste Problem und schnell eingesetzt, aber der Puschel war ziemlich aufregend. Mein erstes Mal mit Fell und dann noch so ziemlich ohne Plan einfach mal losgelegt und dafür auch ganz gut gelungen.

Der Saum war etwas widerspenstig, denn trotz gleichem Schnittmuster haben sich da einige cm Länge dazugeschummelt. Die habe ich dann dummerweise mit eingehalten, aber dann stand der Saum ab. Also nochmal aufgetrennt, gekürzt und neu angenäht.


Nun gefällt mir der Saum sehr gut und bis auf die Schulterpolster ist die Jacke aus Oberstoff fertig. Belege habe ich auch schon zugeschnitten, aber das Futter fehlt noch und so habe ich spontan noch ein fliederfarbenes Futter gekauft. Damit habe ich einen schönen Kontrast ohne zu grell zu werden.


Das Futter muss nun also zugeschnitten und zusammengenäht werden, dann werde ich beide Jacken verstürzen und das Futter per Hand am Saum befestigen. Ansonsten muss ich mir langsam über die Größe der Schulterpolster, die Verschlüsse und den Rockschnitt dazu Gedanken machen.

Ich finde die Jacke bisher schon sehr schön, aber wie es endgültig und vor allem an mir aussieht bleibt ja bis zum Schluss offen und spannend!

[verlinkt beim Creadienstag]

Dienstag, 26. Januar 2016

Frühlingskostüm von 1956!

Mein Frühlingskostüm wurde inzwischen schräg geschnitten und hat eine Faltenteil auf das überlappende Vorderteil bekommen!

 
Im Moment sieht es noch ein wenig nach Preisschärpe aus, aber ich denke mit Ärmeln, dem Puschel unten und den restlichen Details verliert sich der Eindruck wieder - ich bin zudem sehr zufrieden mit den Falten. Ich hatte auch das Glück, dass ich noch eine Menge Bilder vom Originalkostüm geschickt bekommen habe und nun sehr genau nacharbeiten kann. Das wird auch für mich sehr spannend!

Ich verbringe also heute damit die Ärmel einzusetzen und dann Belege und Futter zu zuschneiden und vom Frühling zu träumen - seid ihr schon bei den ersten leichteren Sachen oder noch voll im Winterkleid vertieft?
[verlinkt beim Creadienstag]

Dienstag, 19. Januar 2016

Auf Winter- folgt Frühlingskostüm!

Womöglich erinnert ihr euch an mein Winterkostüm - und weil die viele Arbeit, die ich in die Passform gesteckt habe, genutzt werden sollte, habe ich beschlossen noch ein zweites Kostüm zu nähen. Es soll sich aber schon merklich vom ersten Kostüm unterscheiden und da ich einen schönen Wollstoff in sehr dunklem Anthrazit habe, soll das nächste Kostüm dunkel werden. Mit kombinationsfreudigen Grau im Frühling habe ich schon mit dem Frühlingspullover letztes Jahr gute Erfahrungen gemacht.

Nun musste nur noch ein Plan für das Kostüm her - am liebsten ohne ausladendes Schößchen und großen Kragen und insgesamt eher schmal gehalten. Und auch dieses Mal wird eines der Modelle aus dem Hause Lilli Ann als Inspiration dienen, nämlich dieses wunderschöne Stück hier. 

Es handelt sich um dabei um eine Jacke mit asymmetrischer Form und Faltenteil, das diese Form noch betont. Ich muss lediglich den Saum ändern und das Vorderteil samt Faltenteil konstruieren. Mein Wollstoff ist leichter als der von der vorherigen Jacke, aber da das Original aus Wollkrepp ist, wird er sich gut machen.

Im Moment bin ich dabei das Faltenteil zu berechnen und probeweise zu stecken, aber das Rückenteil ist schon fertig. Ich nähe erstmal mit normaler Länge und werde dann den Saum festlegen - genug Stoff dafür ist zum Glück vorhanden.


Ich bin sehr gespannt wie das Modell am Ende wird, ob es in dunkel auch so sehr gefällt und wie es mir gelingt, aber eigentlich bin ich froher Hoffnung. Gefällt euch das Modell oder ist es nicht so euer Geschmack?
[verlinkt beim Creadienstag]

Samstag, 9. Januar 2016

Fertig: Rock vom Winterkostüm!


Mein Winterkostüm ist vollständig! Wenn auch die Temperaturen gerade zu winterlich sind und ich daher noch ein wenig warten muss, bis ich es draussen tragen kann, freue ich euch heute mein fertiges Kostüm zeigen zu können.


Ich habe den Rockschnitt aus Schwabe Der neue Schnitt 10/1956 benutzt, der zum Jackenschnitt vorgesehen war, den ich ja auch benutzt und reichlich abgeändert habe. Wer das nochmal nachlesen will, findet hier alles dazu.


Schon als die Jacke fertig war, hatte ich ja angekündigt, dass es noch einen Rock geben soll und ich hoffe noch weiteren Stoff zu kriegen. Leider hatte aber auch die Verkäuferin keinen Stoff mehr übrig und da es sich nicht um Neuware handelt, gab es keine Möglichkeit ihn nachzukaufen.

Irgendwie habe ich es aber dennoch geschafft alle Teile auf den spärlichen Resten zu platzieren. Ich habe den Rock aber noch um 10cm kürzen müssen, die Falte hinten musste ich wegnehmen und das hintere Rockteil teilen, da ich ihn sonst nicht auf den Stoff bekommen hätte. Auch solchen Luxus wie Saum oder Nahtzugaben konnte ich mir nicht erlauben. Die Seitennähte wurden sogar direkt mit der Overlock zusammengenäht.


Trotz der Stoffknappheit und der Tatsache, dass dies wohl der einfachste und schlichteste Rock aller Zeiten ist, bin ich unheimlich glücklich, dass es überhaupt noch geklappt hat und ich es geschafft habe aus den Resten einen tragbaren Rock zu nähen. Ich wollte den Rock eigentlich auch füttern, aber irgendwie war er so schnell zusammengenäht, dass ich es schlichtweg vergessen habe.


Geschlossen wird der Rock übrigens mit einem Reißverschluss in der hinteren Mitte und oben hat er einen Bund bekommen, der mit Bundverschlüssen versehen ist. Die hintere Mitte schiebt sich unten am Saum etwas nach vorn - werde nochmal ordentlich überbügeln und die Nahtzugabe  festnähen.Es ist unten auch noch einen 10cm langen Schlitz vorgesehen - meint ihr ich sollte den Rock da noch öffnen?  An sich kann ich mich gut im Rock bewegen, aber zwei Treppenstufen mit einem Mal wird schwierig..


Alles in Allem bin ich aber sehr zufrieden mit meinem Kostüm [oder Jackenkleid wie ja das Heft so schön sagt], der Rock rundet es wie erwartet nochmal richtig ab und ich fühle mich sehr gut angezogen.  Und ich bin sehr gespannt, ob ihr wohl auch so begeistert von meinem Ensemble seid?

Samstag, 28. November 2015

Fertig: Jacke vom Winterkostüm!

 

Da ist sie also, meine kleine Jacke! Ich habe sie schon mehrfach getragen und bin sehr zufrieden. Die Jacke passt mir, passt zu meiner Garderobe und ist so geworden wie gewünscht. Zwar ist sie bei Minusgraden zu dünn, aber ich wollte ja auch eine Jacke für milde Temperaturen und dafür ist die perfekt!


Einzig die Falten am hinteren Kragenteil und die falsche/fehlende Einlage trüben das Ergebnis ein wenig. Ich habe nochmal ordentlich gedämpft, aber leider ist der selbst konstruierte Kragen wohl einfach zu lang geworden. Ich habe ihn noch mittig unsichtbar angenäht. In Bewegung fallen die Falten aber kaum auf und da ich mich ja nun auch selten von hinten sehe, ist es mir inzwischen fast egal.


Auch der Blick ins Innere macht mich sehr froh - das Futter passt genau. Ich habe es an den inneren Nahtzugaben mit dem Oberstoff verbunden, die Ärnel eingesetzt und dann von Hand angenäht.

Ich glaube aber, dass ich an den Ärmeln irgendwas versäumt habe, da sollte man eigentlich an den Ellenbogen des Oberärmels den Stoff etwas dehnen, aber die Nähte passten perfekt aufeinander und so gab es nichts zu dehnen..


Eigentlich wollte ich die Jacke schon zum Theater vor zwei Wochen anziehen - das klappte wegen des widerspenstigen Futters nicht, aber ich wollte euch doch gern zeigen, wie es ausgesehen hätte. Das Kleid ist von Miss Candyfloss, die Schuhe von Miss L Fire und das Hütchen habe ich gemacht.

Und weil angemerkt wurde, dass es auch schön wäre die Jacke in unterschiedlicher Kombination zu sehen, hier noch die Variante mit der ich am Montag im Büro war. Mit der kleinen, französischen Bluse, gekaufter Hose und blauen Winterstiefelchen.


Ich bin ausgesprochen glücklich mit der Jacke. Sie ist mein bisher schwierigstes Stück und ich finde, dass sie mir wirklich gut gelungen ist. Ich bin richtig stolz darauf! Die Anpassung für den großen Busen und die Konstruktion des Schößchen ist perfekt geworden, das per Hand eingesetzte Futter war auch eine echte Herausforderung und sogar pikiert habe ich auch - wenn auch die falsche Einlage.


Allein der passende Rock würde die Jacke noch besser machen - ich bin da dran!

Und nun bin ich sehr gespannt darauf wie ihr die Jacke an mir findest und auch was die anderen Jackennäherinnen geschafft haben.

Sonntag, 15. November 2015

Winterkostüm - Zwischenstand #7


Meine Winterjacke ist fertig - allerdings habe ich gerade erst Nadel und Faden zur Seite gelegt. Mein Plan die Jacke am Freitag schon ins Theater anzuziehen scheiterte am Futter, das wirklich widerspenstig war. Das Staffieren von Hand dauerte eine gefühlte Ewigkeit und es war sehr schwer, das Futter am Saum vernünftig zuzuschneiden, denn liegend verzog es sich ständig, aber an der Puppe wollte es sich mit dem Schößchen nicht so recht vertragen. Zwischenzeitlich habe ich sehr geflucht und mich mehr als einmal gefragt, warum ich nicht einfach eine Futterjacke genäht und verstürzt habe.

Aber nun ist es geschafft und ich bin gelinde gesagt begeistert - nicht dass es nicht einiges zu kritisieren gäbe: Der Kragen ist etwas zu lang und anfällig für Wellen, außerdem ist er mir fast ein wenig zu klein geraten, die Einlage war falsch gewählt, das vordere Schößchen hätte ich anders im Fadenlauf positionieren sollen, der Beleg krabbelt hier und da ein wenig nach vorn und an den Ellenbogen fehlte auch irgendwie Stoff. Eigentlich ist mir das im Moment aber auch alles egal, denn die Jacke passt und ist auf jeden Fall mein persönliches Meisterstück bisher!

Nochmal zur Erinnerung hier die Jacke von Lilli Ann, die als Vorbild diente, und hier der verwendete Schnitt aus Schwabe Der neue Schnitt 10/1956.


Ich habe eine Anpassung für den großen Busen gemacht, habe bis auf Teil 29 alles knapp unter der Taille getrennt und zu Schößchen aufgefächert und habe den Kragen verändert. Außerdem habe ich die Taschen weggelassen und die Jacke komplett gefüttert.

Den Rock habe ich noch nicht ganz abgeschrieben und hoffe, dass noch ein bisschen Stoff dafür auftaucht.

Wie die Jacke nun also an mir aussieht - da muss ich euch noch etwas vertrösten, denn das zeige ich euch natürlich erst zum großen Finale in zwei Wochen. Stattdessen habe ich mir etwas anderes ausgedacht und zeige euch die Jacke einfach mal runherum an der etwas windschiefen Puppe - an mir sitzt die Schößchennaht natürlich gerade:
 

Also was sagt ihr? Ist doch ziemlich nach am Original dran, oder? 

Samstag, 31. Oktober 2015

Winterkostüm - Zwischenstand #6

Die Jacke vom Winterkostüm ist inzwischen gur vorangeschritten. Die Einlage aus Vlieseline habe ich einfach drin gelassen und inzwischen auch Ärmel und Schulterpolster angebracht.

 

Diese Woche habe ich vor allem damit verbracht mir über das Futter Gedanken zu machen und Fachbücher zu wälzen. Zum Glück sind meine Nähbücher überwiegend aus den 50er und 60er Jahren, sodass Modell und Verarbeitungsweise gut zusammenpassen. Allerdings konnte ich auch kaum Unterschiede zu heutigen Jacken feststellen. All zu viel hat sich in den letzten 60 Jahren der Schneiderei nicht verändert zu haben - von Bügelvlieseline vielleicht mal abgesehen.

Mein ursprünglich als möglich erachteten Futter waren leider nicht geeignet - das eine zu dünn, das andere zu blau. Also zog ich los und kaufte das farblich perfekt passende Futter aus Viskose im hiesigen Stoffladen. Gewaschen und gedämpft ist das Futter schon und somit geht es heute ans Futternähen.


Und weil ich am 13. November mit einer lieben Freundin in ein Theaterstück gehe, das in den 50er Jahren spielt, möchte ich bis dahin auf jeden Fall mit der Jacke (und am besten sogar mit dem Rock auch) fertig sein. Aber wenn nicht spontan Nähte explodieren, dann sollte das auch klappen, oder was meint ihr?
[verlinkt beim MeMadeMittwoch]