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Mittwoch, 7. Oktober 2026

Fertig: Fliegerjacke #101 nach Burda 10/2010

Nachdem zuletzt der liebe Gatte eine neue Jacke bekommen hat, stand eine Herbstjacke auch für mich auf dem Plan. Die Jacke muss meine Garderobe ergänzen, aber gleichermaßen etwas robuster sein und zu Hosen passen, weil ich damit Radfahre, an zugigen Bahnsteigen stehe und sie auch mal in die Tasche stopfe.


Die Wahl fiel auf eine Fliegerjacke. Ich hatte vor Jahren mal eine gekaufte Fliegerjacke, die ich sehr geliebt habe und deshalb wollte ich längst mal eine nähen.

Ursprünglich wurde die Fliegerjacke vom US-Militär für die Piloten entwickelt, denn in den damaligen offenen und ungeheizten Cockpits war die Kälte lebensgefährlich. Die klassischen Militärfliegerjacke [Modell A-1 von 1927 und A-2 von 1931] waren aus schwerem Pferde- oder Rindsleder, mit Knöpfen oder Reißverschluss und engen Strickbündchen an Taille und Ärmeln, damit kein Wind durchpfeift.

Später änderte sich die Luftfahrt. Die Cockpits wurden enger, Fallschirme kamen dazu und man wechselte zu Jacken aus dicht gewebter Baumwolle oder Nylon. Da fiel auch der Kragen weg und machte Platz für den flachen Strickkragen, den wir heute als typischen Bomberjacken-Schnitt kennen.


Die Fliegerjacken waren in den 1940er und 1950er sehr beliebt. Marlene Dietrich ließ sich schon in den 1930er Jahren mit solchen Jacken fotografieren und Marilyn Monroe trug Fliegerjacken bei ihrem Truppenbesuch in Korea im Jahr 1953. Spätestens seit dem Film "Gesprengte Ketten" mit Steve McQueen wurden die Jacken zum Kultobjekt; auch der Gatte mag diesen Film sehr.

Die Jacken lassen sich zudem durch den taillierten Schnitt gut zu weiten Hosen tragen und passen deshalb auch zu meiner Garderobe.


Das Modell #101 aus der Burda 10/2010 ist eigentlich - wie die klassische Fliegerjacke - für Leder gedacht. Ich könnte mir sogar vorstellen, sie auch mal aus Leder zu nähen, aber hier habe ich Wolle genommen.

Den Schnitt habe ich gewählt, weil er alle klassischen Elemente der Fliegerjacke enthält: taillierter Schnitt, gerade Ärmel, klassischer Kragen und natürlich die Strickbündchen. Wichtig waren mir außerdem eine ausgeprägte Schulterlinie, also keine überschnittenen Ärmel, und Reißverschluss mit Untertritt.


Der Stoff ist ein dicker Wollstoff in schwarz und dunkelgrau in den weiße und blaue Fäden verwebt sind. Woher ich den Stoff habe, weiß ich nicht mehr; ich gehe davon aus, dass ich ihn aus zweiter Hand erworben habe. Das erklärt auch, dass ich nur knappe 1,5m davon hatte. Zum Glück musste ich nur wenig auf den Musterverlauf achten.

Der Futterstoff ist ein strahlend blauer Royal Micro Satin, der zufällig genau die gleiche Farbe hat wie die blauen Fäden im Stoff. Davon hatte ich ebenfalls 1,5m und er war Teil des Konvoluts an Futterstoffen aus der Nachbarschaft.

Bündchenstoff, Garne, Einlagen sowie der Kunstpelz, Futter und Knöpfe für den abknöpfbaren Kragen sind ebenfalls aus dem Bestand, lediglich den Reißverschluss und die Druckknöpfe musste ich dazukaufen.


Ich habe an der Jacke einige Änderungen vorgenommen. Zunächst habe ich den Schnitt auf eine Kleidergröße 48 vergrößert. Anschließend Platz an der Brust durch eine Full Bust Adjustment geschaffen und deshalb auch Beleg und Futter vorn angepasst. Das Futter habe ich außerdem an allen Säumen 2cm länger zugeschnitten, weil der Wollstoff mehr ausleiert als das eigentlich vorgesehene Leder.

Ich habe auch die Bewegungsfalte hinten brav berücksichtigt, aber nachdem ich die Naht getrennt hatte, stand der Wollstoff so merkwürdig ab, dass ich sie direkt wieder geschlossen habe; nun hat nur noch das Futter diese Falte.


Optische Anpassungen gab es auch noch, denn weil ich aufgesetzte Taschen mit der großen Brust optisch schwierig finde [und außerdem eh keinen Stoff dafür hatte], habe ich stattdessen Leistentaschen eingenäht. Die sind ebenfalls mit dem Satin gefüttert und werden mit einem Druckknopf geschlossen, damit nichts herausfällt; ich habe auch noch jeweils einen Druckknopf oben und unten am Übertritt ergänzt.


Die Leistentaschen haben den Vorteil, dass man so schön die Hände darin vergraben kann. Das ist genau richtig, wenn es jetzt im Herbst kalt und windig wird. Wobei sich erst noch herausstellen muss, ob die Jacke den Wind ausreichend abhält.


Das Nähen ging insgesamt ganz gut von der Hand. Die Anleitung war hier und da etwas umständlich, das kann aber auch daran liegen, dass sie die Verarbeitung von etwas steiferem Leder berücksichtigt.

Der Schnitt aus der Burda sieht auch einen abnehmbaren Pelzkragen vor. Ich habe ihn aus einem Rest schwarzen Kunstpelz genäht, der an Persianer erinnert. Er kann durch Knöpfe angeknöpft und wieder entfernt werden - sehr praktisch je nach Wetterlage.


Leider nicht ganz zufrieden bin ich mit der fertigen Schulterlinie, weil die Ärmelansatznaht zu weit außen sitzt; ich hätte die Schulterlänge um 1,5cm oder sogar 2cm verkürzen sollen. Bei dem Probeteil ist mir das nicht aufgefallen und nachdem die Jacke nun fertig ist, sträube ich mich [noch] davor, sie wieder zu trennen. Ich hoffe einfach, dass es mit einem dicken Pulli unter der Jacke nicht mehr auffällt und wenn doch, dann muss ich eben nochmal ran.

Bei der Gelegenheit notiere mir endlich, dass meine Schulterbreite sehr schmal ausfällt, denn das Problem habe ich öfter, aber vergesse es ständig wieder.



Trotzdem bin ich sehr zufrieden. Die Jacke muss sich zwar erst noch beweisen, denn im Moment ist sie mir noch zu warm, aber ich denke, dass sie genau die richtige Ergänzung in meinem Kleiderschrank ist. Außerdem brauchte ich auch eine warme Jacke, die gut zu Blautönen passt.

Wie findet ihr die Jacke?

Mittwoch, 3. Juni 2026

Fertig: Butterick 6380 - Kleid mit Herzausschnitt und Raffungen!

Bereits vor zwei Jahren habe ich Butterick 6380 von Gretchen "Gertie" Hirsch mit Herzausschnitt, Miederteilchen und Raffungen genäht und nun also die zweite Version.


Über's Pfingstwochenende waren wir auf dem Rock'n'Roll Weekender Walldorf und erst wenige Tage vorher, habe ich entschieden, das Kleid zu nähen. Aufgrund der Eile habe ich die Größenauswahl und Anpassungen vom ersten Kleid ohne Weiteres übernommen; unter anderem hatte ich den Ausschnitt angehoben, die Ärmel gekürzt, die Riegel am Ausschnitt und das Rockteil verlängert.


Hinsichtlich der Passform ist bei dem Schnitt weiterhin Luft nach oben - die Ärmel sitzen durch die Riegel einfach nicht ideal und ich habe auch vergessen, die Schulter noch etwas zu kürzen. Insbesondere lässt der Ausschnitt tiefe Einblicke zu, wenn man sich zB die Schuhe anzieht oder Ähnliches. Insgesamt also noch Verbesserungspotenzial.

Das Kleid ist bis auf die Ärmel gefüttert, das gibt dem Oberstoff etwas mehr Halt und sorgt für saubere Abschlüsse und ein geordnetes Inneres. Der Oberstoff ist eine altrosa Viskose mit süßem Blumenmuster, aber lasst euch davon nicht täuschen - der Stoff war die größte Herausforderung an dem Kleid!


Woher ich den Stoff habe, weiß ich nicht mehr, aber hoffentlich habe ich ihn günstig bekommen, denn er hat einige Fehler. An manchen Stellen ist das Muster schwächer - als wäre die Farbe im Drucker bald leer - und zudem hat der Stoff einige Flecken dunkleren Rosas sowie manche Löcher. Zum Glück konnte ich das Meiste umgehen oder es fällt am Kleid wegen des Musters nicht auf.


Auch in der Verarbeitung war der Stoff widerspenstig und hat sich ständig verzogen - selbst das einlagige Zuschneiden war äußerst mühsam und an diversen Stellen passten direkt nach dem Zuschnitt gleiche Längen nicht mehr aneinander. Glücklicherweise habe ich die Miederteilchen direkt mit Gewebeeinlage verstärkt, damit sich wenigstens dort nicht verziehen konnte.

Besonders anstrengend war es einen neuen Saum festzulegen, nachdem das Rockteil sich über Nacht zipfelig ausgehängt hatte, weil der Rockabrunder mit dem flatterigen Stoff Probleme hatte. Auch gegen das Nähen wehrte sich der Stoff entschieden - eigentlich habe ich gar keine Ahnung, wie es mir überhaupt gelungen ist, dieses Biest in Form zu bringen und sogar noch einen Reißer in der Seite einzusetzen.


Weil ich wusste, dass ich das Kleid zügig innerhalb weniger Tage fertig nähen werde, habe ich ausnahmsweise auch mal die Zeit mitgestoppt. Insgesamt habe ich rund 15,5 Stunden gebügelt, zugeschnitten, genäht, geflucht, getrennt, versäubert, gefüttert und gesteckt - angefühlt hat es sich nach mehr. Nicht eingerechnet ist die Zeit, die ich in der Bahn noch an dem Kleid gearbeitet habe und die ich jetzt noch investieren werde, denn ich muss noch das Futter am Reißer und an der Taille per Hand festnähen.

Und als wäre das alles nicht schon frustrierend genug, hat sich in der ersten Wäsche der Saum, den ich noch mitten in der Nacht vor dem Weekender bei gleichzeitigem Kofferpacken festgenäht hatte, an mehreren Stellen gelöst, weil die eingeschlagene Zugabe wohl nicht anständig in der Naht lag. Ich muss also den Saum nochmal aufmachen und neu feststeppen. Dieses Kleid raubt mir noch den letzten Nerv!


Aber ich liebe, liebe, liebe das fertige Kleid. Es schwingt, es flattert, es fließt [bei Instagram und Facebook findet ihr ein Video dazu] und selbst bei Hitze trägt es sich wundervoll. Ich liebe die Farbe und das Muster, die Raffungen und die Details. Ich finde es einfach wunderschön und freue mich jetzt schon darauf, es wieder anzuziehen.. also nachdem ich den Saum zum zweiten Mal genäht und sowieso das ganze Ding noch mehrfach verflucht habe..


Tja, und das Fazit? Das Nähen dieses Kleides war und ist wirklich kein Vergnügen, aber in das fertige Kleid bin ich sehr verliebt und das ist dann wohl der Preis. Im Moment bin ich vor allem froh, wenn es vorbei ist und ich dann ein hübsches Kleid mehr im Schrank habe!

Wie findet ihr das Kleid? Welches war euer frustrierendes Stück, das ihr am Ende aber sehr mochtet?


Sonntag, 22. Dezember 2024

Fertig: Eine Hose für Weihnachten - Simplicity 8243!

Pünktlich zum Finale bin ich mit meiner ersten Hose fertig geworden.


Der Stoff ist ein bordeauxroter Wollstoff mit leichter Struktur, leider weiß ich nicht mehr, woher ich ihn habe, aber ich liebe die Farbe der Hose jetzt schon!

Der Schnitt ist Simplicity 8243, eine Reproduktion aus den 1940er Jahren mit Hose, Bluse und Jacke.


In dem Schnitt sind Nahttaschen vorgesehen, aber die sperren oft auf, also habe ich stattdessen Hüftpassentaschen eingefügt.


Ich habe sehr viele Anpassungen an der Hose vorgenommen. Unter anderem habe ich die Taille um 10cm verringert, die Leibhöhe um 2cm gekürzt sowie in der hinteren Mitte für's Hohlkreuz etwas weggenommen und die Schrittkurve deutlich verändert.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit meinen Änderungen. Dennoch gibt es hier und da noch etwas Verbesserungspotenzial, vor allem ist es um die Hüfte ein bisschen eng geworden. Da hätte ich sogar noch Zugabe zum Auslassen gehabt, aber ich habe für die Hüftpattentaschen den Stoff eingeschnitten, damit die Taschenzugaben sich besser legen, und das war eine ziemlich blöde Idee, denn dann konnte ich natürlich nichts mehr an der Weite ändern.

Außerdem glaube ich, dass ich die Schrittkurve noch etwas weiter vertiefen könnte, und ich bin mir gar nicht mehr so sicher, ob die Verringerung der Leibhöhe wirklich erforderlich gewesen ist oder ich dadurch nicht einfach nur den Schritt etwas höher gezogen habe, obwohl die alten Hosen ja einen etwas tieferen Schritt hatten, was den lässigen Schnitt unterstreicht.


Ich kann trotzdem mit Fug und Recht behaupten, dass dies die bestsitzendste Hose ist, die ich jemals besessen habe. Der Bauch passt rein und ist trotzdem nicht ganz so prominent und es zieht kein Stoff ins Gesäß.


Die Hose hat einen Reißer in der Seitennaht und einen Hakenverschluss am Bund. Der Bund hat eine Paspel bekommen und die Vorderhose habe ich außerdem bis zum Knie gefüttert, also das Futter mit dem Stoff zusammengeheftet und gemeinsam versäubert und dann als eine Lage weiterverarbeitet.


Ich bin sehr glücklich mit meiner Hose und froh, dass ich dieses Thema endlich angegangen bin - ich möchte auch noch eine Hose nähen, allerdings dann mit etwas mehr Weite und gerne wolliger und mit Hosenbeinaufschlägen.

Mittwoch, 7. August 2024

Fertig: Cape von Burda!

Heute mal ein eher ungewöhnliches Kleidungsstück, denn ich habe mir ein Cape genäht oder genauer gesagt eine Weste mit angesetztem Cape.


Den Wollstoff mit graublauem Hahnentrittmuster habe ich schon länger. Er ist aus zweiter Hand und ich wollte daraus immer ein Cape machen, weil mir der Stoff dafür am besten geeignet schien und ich Capes aufregend finde. Auch in den 1930er bis 1950er Jahren waren Capes angesagt - sowohl im Winter und der Übergangszeit, aber auch in der Abendgarderobe.


Aber es muss doch trotzdem alltagstauglich bleiben - soweit man das überhaupt von einem Cape sagen kann. Also wollte ich gern ein Cape mit vernünftiger Verschlussmöglichkeit haben, das im Hamburger Schmuddelwetter auch Sinn macht. Das Modell 111 aus der Burda 08/2009 war dafür sehr gut geeignet, denn es handelt sich um eine Weste mit Knopfleiste, Gürtel, Taschen und angesetztem Cape. Außerdem einer Menge an Details, wie Riegel und Ziersteppungen.


Das gefiel mir gut und der Stoff reichte trotz einiger Schadstellen genau. Der Schnitt ist im Heft auch noch als kürzere Version mit Druckknöpfen, weniger Details und einem angeschnittenen Band am Kragen vorgesehen. Die Länge und den Kragen wollte ich zwar nicht verändern, aber die Idee mit den Druckknöpfen gefiel mir gut und die Riegel und und Zierstepungen habe ich auch weggelassen. Genäht habe ich allerdings die Taschen, die mit einer Klappe in der Seitennaht des unteren Westenteils liegen.


Ich habe den Schnitt zunächst um zwei Größen vergrößert sowie eine Full Bust Adjustment (FBA) am Oberteil gemacht und rund 3cm je Seite zugegeben - dadurch ist sowohl in der Taille ein Abnäher entstanden wie auch aus der Schulter. Die Taille habe ich etwas höher gesetzt als im Schnitt vorgesehen und das Oberteil insgesamt etwas gekürzt. Leider habe ich wohl zu übermütig den Abnäher aus der Taille genäht, denn die Abnäherspitze geht doch deutlich zu hoch.

Merke für das nächste Mal: Brustabnäher aus der Taille in der Höhe reduzieren, dafür den aus der Schulter nochmal etwas verlängern!


Damit sich der Besatz und das Futter nicht am Schulterabnäher in die Quere kommen, habe ich den angeschnittenen Besatz am Vorderteil um 2cm verbreitert, sodass sich Besatz und Futter genau dort als Naht treffen. Das wollte ich dann am Futter einfach wegnehmen, aber ich bin letztlich mit dem Abnäher und den den verschiedenen Besätzen - denn auch in den Armlöchern und am hinteren Kragen sind solche vorgesehen - und den jeweils darum reduzierten Futterteilen heillos durcheinander gekommen. Am Ende passte das Armloch am Futter nicht zu dem des Oberstoffes und ich habe nochmal das Futter für das Vorderteil zugeschnitten, aber es sitzt - insbesondere links von mir - immernoch nicht ideal.

Merke für das nächste Mal: Eigene Schnittmusterteile für das Futter erstellen!


Was mir nicht letztlich so gut gefällt, ist der Schnitt der Weste, denn diese ist gerade geschnitten. Zusammen mit dem Taillenabnäher, den Taschen in der Seitennaht und dem Gürtel, schlägt das für meinen Geschmack zu viele Falten und ist zu kastig.

Merke für das nächste Mal: Abnäher im Rückenteil einnähen und leicht ausgestelltes Schößchen gesondert ansetzen!

Die Gürtelschnalle, ebenfalls aus zweiter Hand, passt übrigens ideal zum Stoff und sieht nur auf den Bildern etwas zu lila aus.


Trotz dieser kleineren Unzulänglichkeiten finde ich das Cape toll. Es trägt sich ganz aufregend, weil es irgendwie immer herumflattert und ich freue mich schon sehr auf den Herbst. Und wie man an meinen Merkern sieht, plane ich auch sehr ernsthaft ein weiteres Modell; ich hätte gern noch ein Cape mit dazu passendem Rock!

Sonntag, 24. Dezember 2023

Fertig: Weihnachtsbluse!


Gestern hat es hier geschneit und bevor der Schnee sich in Regen verwandelte, war nochmal kurz alles weiß! Wir haben Plätzchen gebacken, Weihnachtsmusik gehlört und das Haus für den Weihnachtsbesuch geputzt - kann es denn noch festlicher werden? Ja, mit der passenden Weihnachtsbluse!


Den Schnitt aus der Praktischen Mode 12/1940 habe ich bereits unzählige Male genäht, aber dieses Mal mit halblangen Ärmeln und einem kleinen Stehkragen - vielleicht brauche ich noch eine Bluse mit Schluppe, aber der Stoff gab mehr nicht her.

Den Wollrock habe ich schon 2017 zum Weihnachtskeid-Sewalong genäht; damals zusammen mit dem großartigen Pullover für den Gatten.


Der Baumwollsatin von Poppy Ray ließ sich ingesamt gut verarbeiten, aber wie meistens bei Stoffen, die nicht durchgefärbt sind, drückt sich hier und da an der Naht die weiße Rückseite durch. Aber weil der Schnitt nur wenige Nähte hat, macht das nichts weiter.

Außerdem duldet der Stoff mit den kräftigen Farben nur zurückhaltende Kombinationspartner - mit farbigen Röcken wirkt es zu bunt und unruhig.


Ich bin zufrieden mit der Bluse - sie ließ sich gewohnt gut nähen, passt und ich mag das Muster wirklich sehr gern. Insofern ist die Bluse ein wundervoller Abschluss für dieses Jahr und damit reihe ich mich ein beim Weihnachtskleid-Sewalong des MeMadeMittwoch und wünsche euch ein wunderbares Weihnachtsfest, geruhsame Feiertage und einen guten Rutsch in ein friedliches Jahr 2024.

Mittwoch, 1. November 2023

Fertig: Hemdbluse von 1940!


Die heutige Hemdbluse habe ich schon diverse Male genäht, aber heute das erste Mal im Westenstil, wie sie eigentlich gedacht ist. Dazu gehören neben dem geschrägten Saum insbesondere die kleinen Gürtelteile in den Abnähern, die in der hinteren Mitte mit einem Knopf geschlossen werden. Der Schnitt ist aus der Praktischen Damen- und Kindermode von 12/1940.

Fertig: Selbstgenähte Bluse aus den 1940ern || Praktische Damen- und Kindermode 12/1940 || beswingtesallerlei.de

Der petrolfarbene Wollstoff besteht aus blauen und grünen Fäden, die je nach Lichteinfall mal der einen und mal der anderen Farbe mehr zuneigen. Der Stoff hat pinke und beerenfarbene Stipsel sowie ein leichtes Karomuster. Ein ganz wundervoller Stoff, der sich traumhaft verarbeiten ließ und sich sehr angenehm tragen lässt; allerdings lag er auch deutlich über meiner Kostengrenze, aber ich hatte zum Glück einen Geschenkgutschein - der ist dafür da, unvernünftig zu sein!

Es ist eher eine kühle Wolle, also ideal für den Sommer, weshalb die Bluse auch kurze Ärmel bekommen hat.


Für einen guten Sitz hatte ich bei der Bluse eine FBA (Full Bust Adjustment) gemacht. Weil der Wollstoff sehr fest ist und daher nur wenig nachgibt, sitzt der Abnäher aus der Seitennaht einen Tick zu hoch, aber das Problem lässt sich mit Wäsche beheben.

Fertig: Selbstgenähte Bluse aus den 1940ern || Praktische Damen- und Kindermode 12/1940 || beswingtesallerlei.de

Der Rock ist das Modell 106B aus der Burda 05/2012, ein Bahnenrock mit hohem Formbund und in einer Bahn eingesetzten Taschen. Ich hatte ihn gar nicht für die Bluse vorgesehen, aber dann fiel er mir zufällig in die Hände und beides passt hervorragend zusammen!

Fertig: Selbstgenähte Bluse aus den 1940ern || Praktische Damen- und Kindermode 12/1940 || beswingtesallerlei.de

Ich bin sehr zufrieden mit der Bluse und der Kombination. Die Hemdbluse ist formell ohne langweilig zu sein und das ist genau das, was ich erreichen wollte!
[verlinkt beim MeMadeMittwoch]

Samstag, 18. Juni 2022

Fertig: Ein Kleid aus Bluse und Rock!


Die erste Hitzewelle dieses Jahr ist im Gange und glücklicherweise schützt Stoff nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Sonne und Hitze. In weiser Voraussicht habe ich daher beim letzten Stoffkauf auch eine Viskose-Leinen-Mischung mitgenommen und mir daraus ein Kleid genäht.


Okay, ich gestehe, dass es gar kein echtes Kleid ist - ich habe vielmehr eine Hemdbluse und einen Rock genäht, aber beides eben aus dem gleichen Stoff und so ergibt sich gemeinsam getragen der Eindruck, dass es sich um ein Kleid handelt.


Beide Schnitte sind bekannt, die Hemdbluse nach einem angepassen Schnitt von 1940, der Rock ist Teil eines Kleides aus einem Heft von 1956. Ich habe sie beide bereits mehrfach genäht und es ist mir fast peinlich, dass ich sie schon wieder genommen habe, aber sie passen und stehen mir, ich mag sie sehr und kann sie gefühlt mit verbundenen Augen nähen. Ich bleibe dann doch daran hängen und auch diese beiden Versionen werden nicht die letzten gewesen sein.


An der Bluse mag ich besonders die beiden Falten von der Schulter, die Platz für die Brust schaffen und gleichzeitig Bewegung in die Bluse bringen. Ein kleines Bisschen sperrt die Bluse zwischen dem zweiten und dritten Knopf auf, weil der lose Stoff trotz Beleg zu wenig Halt dort hat. Vielleicht setze ich noch einen kleinen Druckknopf.


Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden - beide Teile sind von einem Kleid kaum zu unterscheiden und verbinden insofern den Vorteil, dass ich sofort komplett angezogen bin, aber auch beides einzeln tragen oder besser gesagt anders kombinieren kann. Der Stoff ist mit seinem Blütenmuster ganz entzückend und trägt sich sehr, sehr angenehm - da komme ich auch gut durch die Hitzewellen des Jahres!