Mittwoch, 4. Mai 2022

Fertig: Bluse nach Simplicity 7708!


Der Schnitt dieser Bluse (Simplicity 7708) ist wahrlich nichts Neues - ich nähte ihn schon mehrfach (1, 2, 3, 4, 5, 6).


Die Bluse lebt von der Raffung am Kragen (in die ich noch etwas mehr Weite geschoben habe, weil ich der Bluse etwas Platz an der Brust verschafft habe), den kleinen Puffärmeln und den Abnähern an der Taille, die für einen körpernahen Sitz sorgen.


Die kleine Viskose mit helbblauen und goldenen Herzchen auf dunkelblauem Grund ist vom Stoffkontor in Winsen/Luhe, wo wir immer, wenn wir Urlaub haben, einmal hinradeln und Stoffe kaufen - und so freue ich mich doppelt, nämlich über die Bluse und auch die schöne Erinnerung.


Der Rock ist das Model 106B aus der Burda 05/2012. Ein Bahnenrock mit Taschen und hoher Taille. Eigentlich auch mit vorderer Knopfleiste, aber die hat mir bei einem früheren Modell nicht gefallen - die stört den Rockschwung - und so habe ich die Leiste einfach weggelassen.

Der Rock ist aus sehr festem dunkelblauem Wollstoff und daher eher etwas für die Übergangszeit. Ein weiteres Modell steht seit Jahren auf meiner Liste, aber ich komme nicht dazu.


Ich bin sehr zufrieden mit der kleinen Bluse und dem ganzen Ensemble - schon als ich den Stoff kaufte, hatte ich es im Kopf, weil mir bislang auch Kleidungsstücke zu den goldenen Sandalen fehlten.


Es wird wohl nicht die letzte Bluse nach dem Schnitt bleiben, aber ich bin wild entschlossen - sofern es die Zeit irgendwann zulässt - auch nochmal einen oder zwei andere Schnitte für Viskoseblusen zu etablieren.. irgendwann..
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Mittwoch, 6. April 2022

Fertig: Bluse aus der Burda 09/1953


Schnitte, die man schon genäht hat, haben den großen Vorteil, dass man eine Menge Zeit spart, weil man diese ja bereits zuvor ins Abpausen, in Anpassungen und in das Mitdenken, gesteckt hat. Zeit ist für mich aktuell ein großes Thema, weil ich mich - da hatte ich mich bei dem letzten Post wohl unklar ausgdrückt - mitten im Promotionsstudium befinde und das neben einer Vollzeitbeschäftigung zeitlich und nervlich herausfordernd ist.

Insofern nutze ich den Vorteil der bekannten Schnittmuster; auch weil man aufgrund der bereits gemachten Erfahrung noch Verbesserungen vornehmen und die Stoffbeschaffenheit gut abschätzen kann und man auch die Schwachstellen der Schnitte kennt.


Diese Bluse, die eigentlich ein Kleid ist, ist aus einer alten Burda 09/1953 und ich hatte sie bereits vor einigen Jahren genäht. Ich habe schon damals eine Anpassung für die Brust gemacht und die Mehrweite in die Falten am Kragen geschoben.

Der Wollstoff ist in sich gemustert aus cremefarbenen und braunen Fäden und ließ sich widerstandslos verarbeiten. Am Kragen habe ich eine dunkelbraune Paspel eingezogen, damit die Bluse etwas Kontrast bekommt. Für die Manschetten hat der Stoff aus zweiter Hand dann aber nicht mehr gereicht und ich habe sie weggelassen.


In den 1950er Jahren war eine weichgezeichnete Schulterlinie im Trend, die vor allem durch tief eingesetzte oder angeschnittene Ärmel erreicht wird. Da angeschnittene Ärmel weniger Bewegungsfreiheit gewähren als eingesetzte Ärmel ging diese Mode häufig mit Unterarmzwickeln einher. Unterarmzwickel sind im Prinzip Keile oder Dreiecke, die in einen Einschnitt unter der Achsel eingesetzt werden und so den Kompromiss schaffen zwischen der weichen Linie und der Möglichkeit den Arm zu heben.


Eine Gefahr bei Unterarmzwickeln ist allerdings das Ausplatzen des Zwickels, denn die Nahtzugaben sind sehr schmal. Um das zu vermeiden habe ich dieses Mal den Zwickel rechts auf links untergenäht, also nicht mit dem Oberstoff verstürzt, sondern vielmehr den Oberstoff mit Vlieseline verstürzt, dann umgebügelt und die Vlieseline festgebügelt; anschließend von unten den Zwickel gegengesetzt und mit etwas Abstand festgesteppt. Dadurch ist die Kante besser geschützt, denn die hat einerseits die Vlieseline als Stabilisierung und andererseits ist der Zug nicht direkt an der Kante.


Der Rock - mein Weihnachtsrock aus dem Jahr 2017 - ist ein normaler gerade Rock, aber mit Taschen und hinten zwei Falten für mehr Bewegungsfreiheit. Der Rock ist fester Bestandteil meines Kleiderschrankes geworden und jedes Jahr im Frühling bin ich fast etwas traurig, wenn er wieder bis zum nächsten Winter eingemottet wird.

Letztlich bin ich mit der Bluse zufrieden, aber für echte Begeisterung reicht es nicht - die runde Schulter schmeichelt mir einfach nicht so besonders. Ich denke, ich werde dem Schnitt tzrotzdem noch eine Chance geben, denn er ist eigentlich ausdrücklich für karierte Stoffe vorgesehen und gerade daraus habe ich den Schnitt noch nicht genäht. Aber so ein großkarierter Falenell würde mich - dann doch nochmal als Kleid- noch reizen, also das werde ich auf jeden Fall noch nachholen!
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Mittwoch, 2. März 2022

Fertig: Hemdbluse von 1940!

Fertig: Selbstgenähte Bluse aus den 1940ern || Praktische Damen- und Kindermode 12/1940 || beswingtesallerlei.de

Fast ein Jahr lang habe ich - bedingt durch Studium, Promotionsstudium und Umzug - fast gar nicht genäht. Nachdem nun das Nähzimmer im neuen Haus fertig ist, musste es natürlich auch getestet werden!

Fertig: Selbstgenähte Bluse aus den 1940ern || Praktische Damen- und Kindermode 12/1940 || beswingtesallerlei.de

Für einen leichten Einstieg habe ich mit der bekannten Hemdbluse aus der Praktischen Damen- und Kindermode von 12/1940 angefangen - die sitzt gut und wurde schon so oft genäht (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8), dass ich nur wenig nachdenken muss.

Fertig: Selbstgenähte Bluse aus den 1940ern || Praktische Damen- und Kindermode 12/1940 || beswingtesallerlei.de

Die Bluse wird von mir stets als gerade Bluse genäht, also weder mit Westenabschluss noch mit Gürtelteilchen, obwohl ich die gar nicht so unattraktiv finde. Die Tasche lasse ich hingegen unbedingt weg, denn direkt auf der Brust brauche ich wirklich keine Details. Für einen guten Sitz hatte ich vielmehr eine FBA (Full Bust Adjustment) gemacht und so hat die Bluse an der Brust insgesamt zwei Abnäher, je einen aus der Seitennaht und von der Taille, sowie zwei Falten aus der Schulter; diese Details gehen allerdings in dem Streublumenmuster ziemlich unter.

Fertig: Selbstgenähte Bluse aus den 1940ern || Praktische Damen- und Kindermode 12/1940 || beswingtesallerlei.de

Genäht habe ich die Bluse aus einer leichten Baumwollwebware und weil ich sie auch im Sommer tragen möchte, habe ich nur dünne Vliseline für Beleg und Kragen verwandt und auf Schulterpolster verzichtet. Die Knöpfe mit ihrem hübschen Streifenmuster passen hervorragend zum Stoff und schaffen eine Verbindug zwischen Bluse und Rock.

Fertig: Selbstgenähte Bluse aus den 1940ern || Praktische Damen- und Kindermode 12/1940 || beswingtesallerlei.de

Der Rock ist ein einfacher gerader Rock aus etwas zu steifem, dunkelblauem Wollmisch, bei dem ich mich an meiner ersten Diorfalte versucht hatte.

Fertig: Selbstgenähte Bluse aus den 1940ern || Praktische Damen- und Kindermode 12/1940 || beswingtesallerlei.de

Zufällig passt auch ein Hütchen perfekt dazu, das ich schon vor Längerem aus einem Hut, der nicht auf meinen großen Kopf passen wollte, gebastelt habe. Ich habe im Prinzip nur die Krempe im Umfang verschmälert und die Krone gekürzt, sodass das Hütchen schräg auf den Kopf gesetzt werden kann.

Fertig: Selbstgenähte Bluse aus den 1940ern || Praktische Damen- und Kindermode 12/1940 || beswingtesallerlei.de

Ich bin sehr zufrieden mit der Bluse und der Kombination. Außerdem stelle ich mir auch noch einen weiten Rock in dem beerigen Ton der Blüten dazu vor, dafür hat die - leider immer noch sehr begrenzte - Zeit allerdings bislang noch nicht gereicht, aber der Sommer steht ja erst vor der Tür.
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Montag, 10. Januar 2022

Von einem alten Nähkästchen..

Als ich vor ungefähr zehn Jahren angefangen habe zu nähen, hat der liebe Gatte mir ein altes Nähkästchen geschenkt - er weiß halt, wie sehr ich so Kleinmöbel mag! Seitdem leistet es mir treue Dienste und beherbergt Reißverschlüsse, Gürtelschnallen und allerlei Kleinkram.

Aber so langsam sieht das Kästchen etwas ramponiert aus. Kleine Kratzer und Flecken, das Furnier ist an den Rändern abgeplatzt, die Knöpfe sind abgegriffen und das Messing am Griff oxidiert. Höchste Zeit, ein bisschen Putzmittel und Muskelkraft in das Kästchen zu investieren!
Nähkästchen / Nähkasten der 50er Jahre || beswingtesallerlei.de
Mit bügelbarem Kantenumleimer haben wir die offenen Ränder abgedeckt. Die Farbe stimmt nicht ganz, aber kam dem Original am nähsten.

Außerdem haben wir die Messingteile ordentlich gereinigt und poliert.
Nähkästchen / Nähkasten der 50er Jahre || beswingtesallerlei.de
Die abgegriffenen Knöpfe waren nicht mehr zu retten, also hat das Kästchen neue bekommen und mit Holzpflege ist die Farbe wieder kräftiger geworden und die kleinen Kratzer und Flecken sind verschwunden.
Nähkästchen / Nähkasten der 50er Jahre || beswingtesallerlei.de
Eigentlich alles nur Kleinigkeiten, aber es macht wirklich einen Unterschied und nun glänzt das kleine Nähkästchen wieder und wird sicher noch viele Jahre hier stehen und Reißverschlüsse, Gürtelschnallen und allerlei Kleinkram beherbergen.
Nähkästchen / Nähkasten der 50er Jahre || beswingtesallerlei.de
Habt ihr auch ein Nähkästchen? So ein Modell wie meines findet man noch oft und dann lohnt es sich vielleicht auch, ihm ein wenig Aufmerksamkeit zu widmen.
Nähkästchen / Nähkasten der 50er Jahre || Vorher und Nachher || beswingtesallerlei.de

Freitag, 11. Juni 2021

Liebling, ich habe den Schrank gebügelt..

..es gibt schon so Sätze, von denen man sich nicht vorstellen kann, dass man sie mal sagt, aber ja, ich habe den Schuhschrank gebügelt!


Wir haben gestern in den Kleinanzeigen einen Schuhschrank erworben. Das hübsche Stück ist gefertigt vermutlich irgendwann in den 50er bis 60er Jahre und steht für sein Alter ganz gut, aber wie bei Gebrauchsgegenständen üblich hat er ein paar Macken und vor allem mehrere sehr unansehnliche Flecken auf dem Deckel. Wir möchten den Schuhschrank gern neu lackieren, aber das schaffen wir aktuell nicht, daher musste eine schnelle Übergangslösung her. Ich habe also gegoogelt und dort wird empfohlen solche hellen Wasserflecken mit einem Fön zu beseitigen und in einem weiteren Beitrag wurde erwähnt, dass man die Flecken auch wegbügeln könne, also habe ich unseren Schuhschrank, den wir gestern schon feucht ausgewischt hatten, gebügelt.


Man muss ein Baumwolltuch zwischen Bügeleisen und lackiertem Holz legen und mit der Hitze gut aufpassen, weil sonst die Lackierung schmilzt und matt wird. Das ist mir leider an einer Stelle auch passiert, aber da wir den Schrank eh neu lackieren wollen, ist das glücklicherweise nicht so schlimm - ich würde empfehlen mit dem Bügeleisen wirklich langsam zu starten und dann die Hitze zu steigern sowie sich genug Zeit zu nehmen. Alles in allem bin ich aber wirklich angetan von dem Ergebnis, denn es war einfach, schnell und die meisten Flecken sind fast vollständig weggegangen! Vielleicht hätte ich die letzten Flecken auch noch weggebügelt bekommen oder mit einem Fön nacharbeiten müssen, aber ich wollte den Lack nicht überstrapazieren.

Gekauft wurde der Schuhschrank übrigens aus gutem Grund - dem gleichen Grund, warum hier aktuell kaum gepostet wird, denn wir haben uns ein neues, altes Haus gekauft! Einen wunderschönen Bungalow aus den 70er Jahren und so ein Hauskauf mit dem ganzen Drumherum frisst unfassbar viel Zeit, sodass es vermutlich auch in den nächsten Wochen eher ruhig sein wird und eventuell noch mehr zum Thema Einrichtung kommt. Ich freue mich, wenn ihr trotzdem weiterhin hier mitlest und früher oder später geht's auch wieder richtig um's Nähen - versprochen! :)

Mittwoch, 7. April 2021

Frühlingsgarderobe!


Heute zeige ich euch zwar mal nichts Neues, aber dafür meine aktuell liebste Kombination im turbulenten Aprilwetter. Immerhin ist es ja nicht ganz unerheblich, wie sich die selbstgenähten Kleidungsstücke auch über die erste Euphorie hinaus und auf Dauer in die Garderobe einfinden.


Die Strickjacke habe ich im Rahmen des Frühlingsknitalongs im Jahr 2014 gestrickt. Sie ist eines meiner liebsten Stücke! Die Farben sind großartig und auch die Wolle (Merino 160 von Austermann) trägt sich wunderbar. Gestrickt habe ich nach dieser Anleitung auf der Strickmaschine.


Das Muster der Jacke entsteht einerseits durch einfachen Farbwechsel und andererseits durch abgehobene Maschen bei den Pünktchen. Es werden sozusagen die Pünktchen weitergestrickt und die Grundfarbe nur abgehoben und nach zwei Reihen wird dann die gesamte Reihe normal weitergestrickt. Dadurch hat man farblich abweichende, plastische Pünktchen!


Das Jäckchen wird mit drei Knöpfen geschlossen, aber kann auch sehr gut offen getragen werden.


Nicht ganz einfach sind gute Kombinationspartner für die Jacke zu finden, ohne dass es zu bunt wird. Selbernähen eröffnet da zum Glück die Möglichkeit, das Passende einfach selbst zu nähen. In diesem Fall ist es eine Hemdbluse nach dem Schnitt von 1940 aus einem taubenblauen Blusenstoff. Ich weiß nicht mehr genau, woher ich den Stoff habe oder wie die Zusammensetzung ist - weil er kaum dehnbar ist, würde ich auf einen ordentlichen Polyesteranteil tippen. Vielleicht mache ich an den Resten nochmal eine Brennprobe.

Der Blusenstoff wirkt leicht meliert, sodass er fast an Jeans und Arbeitskleidung erinnert.


Der Rock ist das Modell 106B aus der Burda 05/2012. Es handelt sich ursprünglich um einen Bahnenrock mit Knopfleiste, aber ich habe in der hinteren Mitte einen Reißer eingesetzt und trage ihn lieber ohne Knopfleiste.


Das Beste am Rock sind neben dem hohen Formbund die Taschen, die in einer Rockbahn integriert sind. Genäht ist der Rock aus einem dunkelblauen festen Wollstoff, sodass er einen guten Stand hat.


Ich bin sehr glücklich mit der Kombination - sie trägt sich gut und passt für mein Empfinden hervorragend zusammen! Außerdem ist es für das Wetter im April genau richtig, auch wenn ich es zur Zeit eher noch mit Winterstiefelchen trage.
[verlinkt beim MeMadeMittwoch]