Sonntag, 14. April 2019

Ein Sommerjäckchen Knit Along!

Wie das manchmal mit Plänen so ist, so werden diese auch wieder geändert. Ich strickte letzte Woche die Maschenproben für mein Sommerjäckchen. Ein zartes Flieder sollte es nun werden. Die Farbe passt (wie auch Gabi schon feststellte) hervorragend zu meinem Kleiderschrank und ist neben Dunkelbraun und Kirschrot die einzige Farbe, die ich aus sommerlicher Baumwolle im Vorrat habe.


Die Maschenprobe verriet aber, dass die Baumwolle für das ursprünglich gewählte Modell nicht wirklich geeignet ist. Die Baumwolle wird die schmale Form vermutlich nicht so gut halten können. Die Farbe und das Garn gefielen mir jedoch so gut, dass ich dabei blieb, nach einer Alternative Ausschau gehalten habe und fündig wurde.


Aus der Elsa 04/1954 stammt dieses Modell - eine kleine schlichte Strickjacke, quergestrickt und mit nachträglich eingenähten Abnähern. Ich wollte aber einfarbig bleiben und habe mich somit dafür entschieden, die Streifen mit Hilfe der Strickmaschine durch verschiedene Maschenweiten zu erzeugen. So wechsle ich 3 Reihen auf Maschenweite 5,3 mit einer Reihe auf Maschenweite 8 ab. Dadurch entsteht ein plastisches Streifenmuster und nun muss ich mir noch überlegen, ob mir die Seite mit den rechten Maschen oder die mit den linken Maschen am besten gefällt. Ich werde das Rückenteil mal stricken und dann spannen und danach entscheiden, welche Seite es schlussendlich wird. Im Moment tendiere ich zu den linken Maschen - was sagt ihr?

Samstag, 6. April 2019

Bügelei aus Stoffresten!

Bügeleier gehören zu den kleinen Helferlein beim Nähen. Man kann mit ihnen Rundungen besser ausbügeln als auf dem flachen Bügelbrett, wie zB Abnäher an der Brust oder Ärmelrundungen. Gut gebügelt ist halb genäht!


Schon im Dezember habe ich mit meinem Bügelei angefangen, aber man sollte sich wundern, was in so ein kleines Bügelei alles hineinpasst.. daher hat es bis jetzt gedauert bis es endlich voll war und ich das letzte Stückchen Naht mit dem Matratzenstich schließen konnte.

Gestopft habe ich mein Bügelei mit den Abschnitten aus der Overlock, mit Fäden, mit aussortierten Stofffitzeln, also allem, was so anfällt. Ich weiß, dass oft empfohlen wird Späne (Kleintierstreu) oder Katzenstreu zu verwenden, aber ich fand gerade die Weiterverwertung der Stoffreste so charmant, dass ich es erstmal damit ausprobieren wollte. Man muss es aber wirklich sehr fest stopfen!


Mein Bügelei hat eine Schlaufe bekommen, sodass ich es auch mal irgendwo hinhängen kann, und ich habe ein Gummiband in der Mitte eingenäht, damit ich es am Ärmelbrett befestigen kann. Ich habe einerseits feste Baumwolle verwendet und andererseits einen Rest Wollstoff - das sollen andere Wollstoffe beim Bügeln lieber haben.


Das von mir verwendete Schnittmuster ist leider nicht mehr zu bekommen, aber bei pinterest gibt es einige kostenlose Anleitungen und Schnittmuster - falls ihr euch auch ein Bügelei nähen möchtet, werdet ihr da auf jeden Fall fündig. Oder habt ihr vielleicht schon eines? Was sind eure liebsten Helferlein?

Sonntag, 24. März 2019

Ein Sommerjäckchen Knit Along!

Endlich mal wieder ein Knit Along, also ein gemeinsames stricken. Ich nähe ja eher - das geht schneller und ist mir vertrauter, daher stricke ich viel zu wenig. Und so hatte ich sofort ein Modell parat, das ich schon seit einer Weile stricken möchte.


Über die Farbe bin ich mir noch nicht ganz einig - ich finde das zarte Blau eigentlich sehr hübsch, sodass ich vermutlich mal schauen werde, ob ich nicht so eine ähnliche Farbe im Vorrat habe. Ansonsten könnte ich mir auch flieder oder mint vorstellen, was meint ihr?

Das Jäckchen ist aus der Elsa von 11/1954 und der kleine Punkt über der Modellnummer verrät, dass man es auch auf der Strickmaschine stricken kann - das trifft sich gut, denn genau damit stricke ich auch.


Eigentlich habe ich gar keine Zeit, daher muss ich mal schauen, wie ich das trotzdem zwischen mogle - da ist eine Strickmaschine natürlich sehr hilfreich, weil es schlichtweg schneller geht. Dafür kann man damit halt nicht in der Sonne sitzen und gemütich vor sich hinklappern. Ich freue mich jedenfalls drauf und hoffe, dass am Ende ein schönes Jäckchen herauskommt.

Falls jemand sich noch nicht ein Strickmodell entscheiden konnte, möchte ich kurz noch darauf hinweisen, dass ich ganz viele Strickanleitungen veröffentlicht habe.

Montag, 18. März 2019

Fertig: Rita Blouse von Charm Patterns!


Schon seit einiger Zeit möchte ich eine kleine "peasant blouse" nähen, also so eine einfache schmale Bluse mit Raffungen, die sich im Sommer angenehm tragen lässt. So eine Bluse hatte ich mal gekauft, mochte sie immer gern leiden und trug sie bis sie schon ganz löchrig war.

Eigentlich wollte ich selbst dafür einen Schnitt erstellen, weil so schwer ist das ja nicht mit diesen Blusen, aber irgendwie kam ich nie dazu. Nun reichte es mir und ich bestellte halt einen Schnitt: Die Rita Blouse von Charm Patterns.

Charm Patterns ist das Label von Gertie Hirsch - vielen sicherlich bekannt durch ihre Bücher. Sie hat inzwischen vier Schnittmuster unter diesem Label herausgebracht.


Der Schnitt "Rita Blouse" sieht verschiedene Cup-Größen vor, was für ein Mädchen wie mich, das ja nun sonst immer an der Brust Platz schaffen muss, schon mal vielversprechend war. Außerdem hat der Schnitt Wiener Nähte und lässt sich daher erfahrungsgemäß gut anpassen.

Ich nähte natürlich dennoch ein Probeteil. Die Größentabelle ließ ich dabei links liegen und habe mich nur an den Fertigmaßen orientiert. Dabei muss man allerdings schon bedenken, dass die Brust gerafft ist, also auch bei den Fertigmaßen sollte es nicht hauteng sein - demnach habe ich eine Size 16 mit DD Cup gewählt.


Und kleiner hätte es zumindest an der Brust auch nicht sein dürfen - vermutlich wäre eine Cup-Größe mehr sogar noch ein wenig besser gewesen, aber der Nutzen schien den Aufwand einer Anpassung nicht zu rechtfertigen. Es passt alles rein und die Naht sitzt korrekt unter der Brust, sodass ich darauf verzichtet habe, da vielleicht noch einen Zentimeter rauszuholen.


Im Hohlkreuz sammelte sich Stoff und daher nahm ich im Kreuz, also im mittleren Rückenteil, 2cm Länge in der Taille weg. Am seitlichen Rückenteil legt ich einen Keil, sodass die Seitennaht unverändert blieb - wer ebenfalls Probleme mit einem Hohlkreuz hat, kann hier mehr dazu nachlesen.

Das obere Rückenteil war zu puffelig und so kürzte ich es in der Weite um 3cm, die ich einfach im Bruch wegnahm.

Außerdem waren meine eingezogenen Gummibänder alle um einiges kürzer als es in der Anleitung stand.


Von diesen Anpassungen abgesehen, ist die Bluse leicht und schnell zu nähen. Die englische Anleitung habe ich nicht im Detail gelesen, denn die Bilder haben mir genügt, die sind also leicht verständlich. Der Schnitt hat keine besonders schwierigen Stellen - das Komplizierteste ist vermutlich den Reißer einzusetzen und das konnte ich mir aber wiederum sparen, denn mein Stoff hat genug Spiel, dass ich ohne Verschluss auskomme.

Wer also einen einfachen, zügig genähten Schnitt für so eine kleine Bluse sucht, der ist damit gut bedient. Wenn ich auch sagen muss, dass der Preis von 18 Euro mich zunächst abgeschreckt hat, ist das wegen des problemlosen Nähens inzwischen verflogen und wenn man einen Schnitt öfters näht, dann lohnen sich ja auch höhere Anschaffungskosten. Gekauft habe ich den Schnitt im Übrigen bei Poppy Ray, wo es auch die anderen Schnittmuster und ein paar der Stoffe von Gertie gibt.


Nach dem Probemodell und den Anpassungen ging es also an den richtigen Stoff und der muss auf jeden Fall nochmal besonders betrachtet werden: Es handelt sich um einen Originalstoff aus den 50er Jahren, den ich vor einer Weile mal von Silke geschenkt bekam. Er ist einer der ältesten Stoffe, die ich besitze, und entsprechend vorsichtig bin ich bei der Wahl der Modelle. Das ist ja ein wenig der Kummer mit diesen so besonderen Stoffen - man will sie so besonders gut in Szene setzen, dass dann kein Schnittmuster und keine Idee gut genug ist.


Doch mit der Wahl dieses Schnittmusters zum Stoff bin ich wirklich sehr zufrieden. Der leichte Baumwollstoff macht sich sehr gut mit den Raffungen und ließ sich problemlos nähen.

Ein bisschen nervös war ich, als ich die Gummibänder einziehen musste, denn so ein 60 Jahre alter Stoff wird ja mit der Zeit auch nicht besser und ich hatte Angst, dass er bei diesem etwas ruppigen Vorgang vielleicht Schaden nimmt. Die Sorge war aber unberechtigt und der Stoff hat alles gut überstanden - ich hoffe, dass ich das nach der ersten Wäsche auch noch sagen kann..

Auch nach der Bluse ist sogar etwas mehr als die Hälfte von den 3,4m da. Da der Stoff nur (wie damals üblich) rund 70cm breit liegt, war ich doch etwas überrascht darüber, aber es ging sich wohl sehr gut aus.


Das Muster des Stoffes jedenfalls hat seinen Charme über die Jahre nicht verloren. Die Farben und die losen Vierecke gefallen mir sehr gut - selbstverständlich und speziell, aber unaufgeregt und nicht plakativ!

Und es harmoniert sehr gut mit meinem smaragdgrünen Rock, der sich auch sehr gut im Sommer tragen lässt, sodass ich ein perfektes Gespann habe!


Vermutlich konnte man es schon rauslesen, aber ich muss es doch nochmal sagen: Ich bin so richtig begeistert und ein bisschen verliebt in das Ensemble! Form, Farben, Tragegefühl, es stimmt alles - es fehlt nur noch der Sommer!

Ein weiterer Stoff ist schon bereit gelegt für eine weitere Bluse - für den Fall, dass überraschend der Sommer kommt, bin ich jedenfalls gut gerüstet und vorbereitet! Wie findet ihr mein Sommerensemble im März?

[verlinkt beim MeMadeMittwoch]