Mittwoch, 20. Mai 2015

Fertig: Kleid aus zweierlei Stoff von 1940!


Endlich ist das Kleid aus der Modenschau von 1940 fertig - und es ist kaum wiederzuerkennen.

Zunächst habe ich ein Probeoberteil genäht und dann begann die Suche nach passendem Stoff für die rote Viskose, weil Spitze nicht passend auffindbar war - vielleicht Chiffon? Oder lieber etwas Alltagstaugliches? Wer sich alles anschauen möchte, der findet hier alle Zwischenstände - wie zB von der Innenansicht.

 
Am Ende fiel die Wahl auf eine graue Viskose mit Polyesterbeimischung und ich habe an dem Kleid wirklich lange und viel genäht. Der Kragen sorgte für viel Kopfzerbrechen - schließlich habe ich alles komplett belegt und verstürzt, innen von Hand angenäht und den Ausschnitt sehr verändert. Ich habe außerdem Länge und Weite weggenommen, Falten hinten hinzugefügt, die Ärmel und das Rockteil gekürzt und auch sonst noch so ein paar Kleinigkeiten. Ich überlege außerdem noch nachträglich die Falte im Rockteil weiter zu schließen, weil die doch etwas ungünstig aufspringt.

Rückblickend betrachtet war die Stoffwahl nicht optimal. Durch die gekreppte Struktur ist der rote Stoff ein wenig nachgiebig und so fällt das Kleid etwas anders als es sollte. Es könnte an der Taille und auch in der Länge des Oberteiles durchaus noch Stoff weg. Außerdem fällt das blusige Rückenteil etwas zu schwer und ich könnte auch ohne den mühsam eingesetzten Reißverschluss hineinschlüpfen. Der graue Stoff hingegen würde sicher an den Ärmeln etwas weniger störrisch fallen, wenn er aus der vorgegebenen Spitze wäre.

Dennoch bin ich sehr zufrieden - nicht nur weil das Kleid unheimlich bequem ist und mir einfach gut an mir gefällt, sondern auch weil ich schon stolz darauf bin so lange und gewissenhaft an dem Kleid, seinen Belegen, seinem Innenleben und allem gearbeitet zu haben - ganz ohne Anleitung und mit all den vielen Änderungen. Und ich liebe diese kleinen Biesen und Falten!

Im Hinblick auf einen kombinierfreudigen Kleiderschrank habe ich noch etwas Passendes aus dem restlichen Stoff dazunäht, aber was genau das ist, das zeige ich euch erst nächste Woche, denn da darf ich euch als Gastbloggerin beim MeMadeMittwoch begrüßen!

Und wie findet ihr das Kleid? Habt ihr es so erwartet oder doch ganz anders?
[verlinkt bei Rums]

Dienstag, 19. Mai 2015

Gedanken an den Sommer!


 
[Berlins Modenblatt April 1951]

Na, macht ihr euch auch schon Gedanken um die Sommergarderobe? Oder näht ihr noch an Übergangsjacken oder strickt ihr bei den tiefen Temperaturen zur Zeit gar am Winterpulli weiter, der nicht mehr fertig wurde?
[verlinkt beim Creadienstag]

Samstag, 16. Mai 2015

Anleitung: Nahtstrümpfe selbst machen!

Im Nachgang zu dem kleinen Bericht über Strümpfe von gestern möchte ich euch heute zeigen wie ich meine Strümpfe selbst mit einer Naht verziere.

Früher hatten Strümpfe aufgrund des Herstellungsprozesses stets eine Naht in der hinteren Mitte des Beines. Heutzutage werden Strümpfe und Strumpfhosen rund gewirkt, sodass es keiner Naht mehr bedarf, aber gerade wenn man die Mode der 40er und 50er Jahre mag, dann gehört die Naht dazu. Nun gibt es durchaus Strümpfe mit Naht zu kaufen, aber diese sind meist recht teuer und nur in wenigen Farb- und Größenvarianten zu bekommen. Und so bietet es sich an die Naht einfach selbst zu machen!
 

Für eine Nahtstrumpfhose benötigt man nur wenige Dinge: Eine Strumpfhose, die Overlockmaschine sowie dreimal Garn in der gewünschten Farbe, außerdem das Bügeleisen, das Bügelbrett und eine Schere.
Zunächst wird die Strumpfhose an der hinteren Mitte des Beines ordentlich geplättet. Bei stark geknitterten Strümpfen geht das am besten, wenn ihr sie zuvor ein paar Minuten getragen habt, damit das Material die Beinform übernimmt und dann bügelt ihr von der Ferse bis zum Höschen.

Die Overlockmaschine stellt ihr auf einen Dreifadenstich bei kleinster Stichlänge und am besten mit Rollsaum ein und dann näht ihr damit an der gebügelten Falz entlang. Dabei haltet ihr die Strumpfhose gespannt, aber nicht zu straff und führt sie möglichst genau am Messer vorbei. 

Das wiederholt ihr natürlich auch mit dem zweiten Bein, schneidet losen Enden knappkantig ab und schon ist eure Strumpfhose fertig und sollte an der Naht ungefähr so aussehen.

 
Der Bruch zwischen der hautfarbenen Strumpfhose und der schwarzen Naht ist natürlich sehr extrem, aber das könnt ihr ja ganz nach eigenem Geschmack entscheiden. Auch ansonsten sind euren Vorlieben keine Grenzen gesetzt: Ihr könnt die Art und Farbe des Strumpfes und der Naht bestimmen, die Naht innen oder aussen am Strumpf ansetzen und es lassen sich sowohl Strümpfe als auch Strumpfhosen mit der Naht zieren. Hübsch gefaltete Strumpfhosen braucht ihr natürlich nicht vorher in Form tragen, aber ich nehme wirklich die billigsten Strumpfhosen und die sind ja stets lieblos in kleine Papppackungen gestopft. Wieviele Paar Strümpfe ihr braucht verrät euch übrigens diese charmante Werbung von 1957.

Da die Naht nicht ganz so flexibel ist wie der restliche Strumpf kann es passieren, dass sich in Bewegung ein paar kleine Falten zB in der Kniekehle bilden, aber ich kann euch beruhigen, denn die echten Nylons waren auch nicht so elastisch wie unsere Elasthanstrümpfe und haben ebenfalls Falten geworfen.

Ach, und selbst das Messer hat der Strumpfhose nicht geschadet, aber man sollte es natürlich lieber vermeiden. Und wer eine ganz genau bebilderte Anleitung sucht, der wird bei der wundervollen Ingrid (Couterette) fündig.
 
Wie findet ihr meine Naht? Wäre das auch etwas für euch oder mögt ihr die Naht nicht? Oder kauft ihr eure Nahtstrümpfe vielleicht auch einfach lieber anstatt euch diese Mühe zu machen?

Freitag, 15. Mai 2015

N-Day - der Tag des Nylonstrumpf

Heute vor 75 Jahren, am 15. Mai 1940, gingen 5 Millionen Paar Nylonstrümpfe in den USA über die Ladentheke - der "N-Day". Grund genug ein bisschen etwas über die Strümpfe zu erzählen.

Vorher ausschließlich als Einzelstücke gefertigt und damit vor allem den Hollywoodstars und der Oberschicht vorbehalten, waren erstmals Strümpfe aus echtem Nylon als Massenware im Verkauf und die Damen standen Schlange. Die Nylons waren robuster und flexibler als die bis dahin vor allem getragenen Seidenstrümpfe und wurden geschickt vom Hersteller DuPont beworben.

Die Mode der 40er Jahre, die vor allem die Beine der Damen in Szene zusetzen wusste, kam dem Strumpfhersteller dabei sehr entgegen. Dies wurde noch unterstützt durch die typische Naht der Nylon- und auch Perlonstrümpe, die das Bein schmaler und länger wirken lässt. Die Naht war schlichtweg notwendig, da es noch keine Rundwirkmaschinen gab und flaches Gewebe in eine runde Form genäht werden musste. Und so gehört die Naht bis Mitte der 50er Jahre zum Modebild dazu.

Doch Nylon [und auch das wenig später in Deutschland entdeckte Perlon] konnten noch mehr als Damenbeine umhüllen. Im zweiten Weltkrieg zum kriegswichtigen Material erklärt und später auf dem Schwarzmarkt im Nachkriegsdeutschland waren sie von großem Wert - die Strümpfe haben ordentlich was erlebt. Eine Geschichte fasziniert mich dabei auch besonders, daher möchte ich euch auch noch von Arwa Strümpfe etwas berichten.

[Teil einer Werbereklame von Kayser aus 1948]

Auf dieses Drittel kommt es an


Dieser Werbespruch der Strumpfhersteller Arwa spiegelt wieder wie wichtig vielen Damen gute Strümpfe gewesen waren. So teile sich laut der Strumpffabrikaten die Frau in verschiedene Drittel und allein die Beine - gehüllt in Strümpfe - seien eben das entscheidende Drittel.

Unbedingt anschauen müsst ihr euch auch dieses Video!

Doch Arwa ging noch weiter: Der deutsche Strumpfhersteller rief im Jahr 1951 zum großen Vermessen auf. Alle Damen sollten Maß nehmen und diese Arwa zuschicken, die daraus nicht nur das perfekte Strumpfmaß ermitteln, sondern auch die deutsche Beinkönigin wählen wollten. Für das Marketing ein wahrer Geniestreich und so gingen laut Angaben des Unternehmen täglich zehntausende von Maßrücksendungen ein. Die am 13. Juni 1951 gekrönte Beinkönigin Gonda Sureen gewann nicht nur eine Reise nach New York, sondern tingelte auch danach werbewirksam im Auftrag von Arwa durch Deutschland. Ihre Idealmaße (Fessel 21,5 cm, Wade 34 cm, Oberschenkel 46 cm) und auch die vielen eingesandten Maße führten dazu, dass die Strumpfgrößen angepasst wurden.

Wer noch mehr über Strümpfe erfahren möchte, der findet hier einen sehr informativen und ausführlichen Abriss.

Eine wirklich aufregende Geschichte und auch wenn wir inzwischen kaum noch echte Nylonstrümpfe und überwiegend Strumpfhosen tragen, so ist die Naht doch immernoch für viele ein wichtiges Detail und so möchte ich auch morgen nochmal zeigen wie ich die Naht selbst mache.

Und ihr? Tragt ihr Strümpfe oder Strumpfhosen oder etwas anderes?

Dienstag, 12. Mai 2015

Feine Nachmittagskleider!




Hier hatte ich euch bereits eine Doppelseite unbekannten Ursprungs gezeigt und auch diese Doppelseite fand sich lose in dem Paket wieder. Wundervolle Nachmittags- und Besuchskleider und Kleid 47205 ist sogar eines der damals noch recht seltenen Jerseykleider! Wie schade, dass ich den passenden Schnittmusterbogen nicht habe - es sind wirklich zauberhafte Modelle dabei. Findet ihr nicht auch? 
[verlinkt beim Creadienstag]

Sonntag, 10. Mai 2015

Elegante Mode!

Ich versuche ja Schneiderhefte vor allem in großen Mengen zu kaufen - das drückt den Preis und ich kann von den Heften eh nicht genug bekommen. In den Paketen und Stapeln, die manchmal recht wüst aussehen, verstecken sich ab und zu auch noch andere Dinge: Kleine Notizen, schon abgezeichnete Schnittmuster oder auch Ausschnitte aus anderen Zeitschriften wie Rezepte, Kinderschnittmuster oder auch Doppelseiten aus völlig anderen Heften. So eine Doppelseite möchte ich euch heute mal zeigen - elegante Mode passend zum Muttertag.





Seide, Spitze, Plissee - für jeden ist etwas dabei. Welches dürfte es denn für euch sein?

Ach, und hat zufällig jemand das passende Heft dazu? Könnte auch Frohne oder ein Katalog sein.