Dienstag, 1. September 2015

Getrödelt, Gefunden, Gefreut! #30


Es ist der Erste im Monat und damit begrüße ich euch ganz herzlich: Willkommen zu Getrödelt Gefunden Gefreut! 

Worum geht's? Trödelei! Genauer gesagt um alle alten Schätze bis rund 1980, die ihr im Laufe des letzten Monats ertrödelt habt oder - falls es ein sehr glückloser Monat war - sonstwie nochmal besonders in der Hand hattet. Es muss nicht der Flohmarkt um die Ecke sein - es trödelt sich auch wunderbar in Secondhandläden oder im Internet. 

Wie kann ich mitmachen? Einfach einen Beitrag auf Deinem Blog veröffentlichen, diesen Beitrag in der Liste unten verlinken und fertig.

Was muss ich beachten?  Toll wären ein paar Hintergrundinformationen zum ertrödelten Stück: Was ist es? Wo hast Du es her? Was hat es gekostet? Wieso genau dieses Stück?

Und bitte verlinkt doch diesen Beitrag in eurem Post, damit auch andere hier her finden. Mehr Infos findet ihr hier und jetzt geht's los!

Eigentlich nähe ich meine Kleider ja selbst, aber an diesem Stück konnte ich beim besten Willen nicht vorbeigehen. Das Kleid ist aus bitterschokoladenbraunem Crepestoff ist selbstgenäht und stammt vermutlich aus den 40er Jahren. Es wird neben einem Reißverschluss im Rücken mit Knopfleiste geschlossen. Biesen zieren das Vorderteil und den oberen Rocketil, dazu kommen Raffungen am Oberteil und aufgesetzte Taschen. Es hat wohl schon einiges mitgemacht:

» Die Knöpfe wurden ausgetauscht gegen völlig unpassende, viel zu große und zu schwere Knöpfe - einige davon fehlen bereits
» Der Reißverschluss ist kaputt
» Die Seitennaht wurde mehrmals zusammengenäht um das Kleid zu verkleinern - man sieht sie alten Nähte, wenn man das Kleid gegen das Licht hält
» Der Stoff hat einige Löcher, manche Biesennähte sind gerissen
» Die Ärmel sind viel zu schmal am Saum und ausgerissen

Es gibt also einiges zutun, damit das Kleid wieder tragbar wird - als erstes werden die viel zu schmalen Ärmel gekürzt, dann Nähte nachgenäht, Reißverschluss und Knöpfe ersetzt und geflickt. Ich hoffe, dass der Stoff das alles mit sich machen lässt und am Ende ein tragbares Stück herauskommt!


[verlinkt beim Creadienstag]

Samstag, 29. August 2015

Strandkombinationen!

[Rundschau 07/1952]

Ein womöglich letztes Mal in diesem Jahr soll der Sommer sich am Wochenende nochmal zeigen und so schauen wir uns noch ein paar Strandkombinationen aus der Monatsschrift für Mode und Fachwissen an. 

Besonders spannend finde ich es ja wenn - wie unten links - das Jäckchen an das Kleid drangeknöpft wird. Ist das nicht eine zauberhafte Idee? Wieso machen wir das heutzutage nicht mehr so?

Donnerstag, 27. August 2015

Trockenwolle - Mythos selbstgestrickte Badekleidung!


Badekleidung sieht man in den Handarbeitsheften der 30er bis 50er Jahre immer wieder in gestrickter Form - wie zB in Elsa Heften (oben Elsa 05/1950 - unten Elsa 06/1952). Doch wir alle wissen wie sich Selbstgestricktes aus Naturfasern verhält, wenn es nass wird: Es saugt sich voll, wird schwer und hängt sich aus der Form - nicht umsonst sollte Wollkleidung stets liegend getrocknet werden.

Sind solche Wollsachen also wirklich für das Schwimmen und im Wasser tollen gedacht?

Ferien an der See

Der begleitende Text lockt sogleich mit einem "kühlen Bad" und lädt ein "..sich zumindest über Wochenende irgendwo im Wasser zu tummeln." Die Materialangaben im Heft geben näher Aufschluss, denn dort steht etwas von Trockenwolle.

Trockenwolle ist ein geschützter Begriff der Esslinger Wollfabrik (Kammgarnspinnerei Merkel & Kienlin) und deren hauseigene Handarbeitshefte zeigen auch, was die Trockenwolle zumindest laut Werbeversprechen kann:


Das obere Bild zeigt nur zu gut, was wir alle von gestrickter Badekleidung erwarten. Doch das untere Bild zeigt nun ganz unerwartet einen scheinbar wirklich badetauglichen Anzug. Aber wie soll das funktionieren? Bei Ingrid von Couterette gibt es eine Sonderausgabe für Bademoden, in der man lesen kann, dass die Strickstücke aus Trockenwolle "filzfrei und formbeständig durch Spezialdekatierung" seien.

Dekatieren ist eine Veredlungsform in der Stoff- und Tuchherstellung [wer sich das ausführlich durchlesen möchte, der wird hier fündig]. Kurz zusammengefasst wird im maschinellen Verfahren mit Hitze und Druck das fertige Wollgewirk widerstandsfähiger gemacht und es soll auch zB späteres Einlaufen und Verziehen verhindert werden.

Das ist aber bei der Esslinger Trockenwolle nur die halbe Wahrheit, denn wie das Patent von 1928/1929 zeigt, wird zum einen nicht am Gewirk, sondern schon am Garn gearbeitet und zum anderen vor allem eine Emulsion genutzt. Eine wässrige Lösung aus Öl und Seife und ein Bad im Aluminiumformiat soll die Wolle schon als Garn dauerhaft imprägnieren und so wasserbeständig - gar wasserabweisend - machen. Das Imprägnieren des Garns statt des fertigen Gewirks soll dann auch dafür sorgen, dass das fertige Stück atmungsaktiv bleibt. Dazu empfiehlt der Hersteller das Gestrick sehr fest und körpernah auszuführen, damit Wasser nicht durch lose Maschen dringen kann oder das Gestrick ausleiert.

Das ist dann nicht nur für Bademoden sondern auch für wetterfeste Kleidung im Herbst und Winter wichtig - so berichtet auch Dr. med. Willy Weiß im Esslinger Wollheft:


Eine andere Art Wollgarne wasserabweisend zu machen war übrigens auch die (zusätzliche) Verwendung von Paraffin (ähnlich wie Wachs) und das kennen zumindest die Strickmaschinenbesitzer, denn das benutzt man um das Garn leichtläufiger auf der Maschine zu machen.

Und natürlich gab es auch andere Hersteller von solcher Wolle - so wurde unter anderem Trocklin 10 oder Wassertrotz vertrieben. Später wurde dann zur Kunstfaser gegriffen und heutzutage handelt es sich manchmal sogar um Funktionsgarn. Zwar werden auch heute noch Wollstoffe (zB für wetterfeste Kleidung) imprägniert oder mit natürlichem Wollwachs (Lanolin) behandelt, aber zum Baden gehen reicht das wohl nicht aus. Es soll lediglich vor Spritzwasser schützen und wird neben Oberbekleidung zB auch für Wollwindelhosen benutzt.


Ob nun die Trockenwolle halten kann, was die Werbung verspricht, lässt sich nicht beurteilen. Wir müssen uns also leider weiterhin auf das reine Sonnenbaden in selbstgemachter Strickkleidung beschränken - oder hat zufällig noch jemand Trockenwolle im Vorrat liegen und erklärt sich bereit ein Exempel zu statuieren? Würdet ihr gern Bademode stricken, wenn diese sich nicht wie üblich vollsaugen und ausleiern würde?

Dienstag, 25. August 2015

Anleitung: Pullover mit Pferdemotiv!


Heute das Titelmodell der Elsa 06/1950 mit reizendem Pferdemotiv und kleinem Rollkragen.  Die Größe 44 entspricht einer OW von 98cm und Taille von 80cm. Und die Anleitung für Schulterpolster findet ihr hier.

Diese Anleitung gab es hier schon einmal zu sehen, aber wegen der schlechten Bildqualität wurde nochmal neu gescannt. Der Schnitt auf dem Schnittmusterbogen ist aufgrund der sehr genauen Angaben in der Anleitung nicht nötig.

Geht bei euch die Hebst-/Wintergarderobe auch schon los oder arbeitet ihr noch an den letzten Sommerkleidern?
[verlinkt beim Creadienstag]

Mittwoch, 19. August 2015

Samstag, 15. August 2015