Dienstag, 9. Februar 2016

Und manchmal so zwischendurch..

Kennt ihr das, wenn ihr sehr lang und sehr konzentriert an einem Teil näht, dass ihr auch mal eine Pause davon braucht? Mir geht es gerade mit dem Frühlingskostüm ein wenig so - ich habe nach den Schulterpolstern und Ärmelfischen nun das Futter verstürzt, alles ordentlich aufgebügelt, gewendet, gekürzt und müsste nun die Drockknöpfe annähen, aber ich kann mich gerade nicht aufraffen. Ich nehme es als kleine Verschnaufspause.

Tatenlos kann ich aber auch nicht sein und so habe ich einfach etwas anderes angefangen. Aus einem Tischtuch vom Flohmarkt und einem passenden Baumwollstoff dazu soll eine einfache Wickelbluse werden. Ausgesucht habe ich mir ein Schnittmuster von Gertie Hirsch - die Bluse vom Butterick 5895.


Ich habe ein schnelles Probeteil zusammengenäht und war mit damit sehr zufrieden - nur die übliche Busenanpassung war nötig. Das habe ich schon Sonntag gleich erledigt, die Mehrweite in den unteren Brustabnäher geschoben [man sieht es auf der Schnittübersicht nicht, aber da ist ein weiterer Abnäher von der Kragenansatznaht kommend] und nun mutig den Stoff zugeschnitten statt ein zweites Probeteil zu machen.  

 

Il était une Fée heißt übrigens "Es war eine Fee" und der kleine Strauch sind natürlich Misteln. Sind euch schonmal diese komischen strauchigen Kugeln in hohen Bäumen aufgefallen? Das sind Misteln. Sie sind immergrün und fallen daher an den kahlen Baum besonders im Frühjahr auf. Sie gelten als Symbol von immerwährenden Leben und Fruchtbarkeit - das passt doch zum Frühling!

Am Wochenende steht trotzdem die Fertigstellung der Jacke an, aber bis dahin beschäftige ich mich noch ein bisschen mit zarten Grüntönen und erster Frühlingsvorfreude. Näht ihr auch manchmal mehrere Teile paralell oder seid ihr da ganz konsequent und näht erst zuende?
[verlinkt beim Creadienstag]

Samstag, 6. Februar 2016

Frühlingskostüm - Futterjacke und Ärmelfische!


Meine Futterjacke ist inzwischen auch schon fertig und würde sicherlich auf für närrische Veranstaltungen taugen, aber stattdessen wird sie gerade mit der Oberstoffjacke verstürzt.

Vor dem Verstürzen aber müssen Schulterpolster eingebracht werden und passend dazu wurde mir schon beim Weihnachtskleid zu Ärmelfischen geraten. Ehrlich gesagt konnte ich mit dem Begriff nichts anfangen, aber inzwischen habe ich sogar welche angefertigt.

Ärmelfische sind eine Versteifung in der Armkugel, die verhindern soll, dass der Ärmel ab Schulsterpolster nach unten in sich zusammenfällt. Sie dienen also einem besseren Aussehen der Silhouette und so habe ich mich daran versucht und hier seht ihr das Ergebnis:

 

Unschwer zu erkennen sind links keinerlei Hilfsmittel eingenäht und auf der rechten Seite des Bildes sind sowohl ein kleines Schulterpolster als auch ein Ärmelfisch eingenäht. Die Schulter ist unaufdringlich gerade geformt und die Armkugel fällt rund und weich.

Ich habe die Ärmelfische selbst gemacht und einfach aus Flieselina M12 zwei Streifen 30cm x 7cm geschnitten. Dann in ungefähr der Hälfte der Länge nach gefaltet - so dass eine Seite rund 3-4mm breiter ist und die andere leicht überlappt.

Anschließend nähte ich den geklappten Streifen so an die Nahtzugabe der Ärmeleinsatznaht, dass der breitere Streifen oben in den Ärmel zeigt. Als Anfang und Ende habe ich einfach die Ansatzpunkte des Oberärmels gewählt. Mir wurde geraten, dass der Fisch leichte nach hinten versetzt ist, also dort weiter geht als vorn und das passte perfekt mit dem Oberärmel.

Zuletzt habe ich die Enden oval geschnitten, damit der Übergang schöner klappt und es keine unschönen Kanten gibt. Anschließend noch die leichten Schulterpolster angenäht.


 So sieht der Fisch auf links gedreht aus - die Nahtzugabe liegt zwischen Polster und Fisch und kann sich daher nicht rausdrücken. Klappt man den Fisch nach innen ist die breitere Seite oben. Ich habe noch anderen Varianten an Ärmelfischen gesehen. Kein Wunder, denn je nach Stoff, Ärmelform und so weiter braucht es eben auch mehr oder weniger Stand durch den Ärmelfisch. 

Ich jedenfalls bin sehr zufrieden mit meinem ersten Ärmelfisch. Und würde man den Streifen nun auseinanderklappen, dann hätte er eine leichte  Fischform - vielleicht daher der Name? Kanntet ihr Ärmelfische schon?

Dienstag, 2. Februar 2016

Frühlingskostüm von 1956!


Mein Frühlingskostüm nimmt langsam Form an - die Ärmel sind drin, der Fell(imitat)puschel und auch der angenähte Saum sind dran. Die Ärmel waren dabei noch das kleinste Problem und schnell eingesetzt, aber der Puschel war ziemlich aufregend. Mein erstes Mal mit Fell und dann noch so ziemlich ohne Plan einfach mal losgelegt und dafür auch ganz gut gelungen.

Der Saum war etwas widerspenstig, denn trotz gleichem Schnittmuster haben sich da einige cm Länge dazugeschummelt. Die habe ich dann dummerweise mit eingehalten, aber dann stand der Saum ab. Also nochmal aufgetrennt, gekürzt und neu angenäht.


Nun gefällt mir der Saum sehr gut und bis auf die Schulterpolster ist die Jacke aus Oberstoff fertig. Belege habe ich auch schon zugeschnitten, aber das Futter fehlt noch und so habe ich spontan noch ein fliederfarbenes Futter gekauft. Damit habe ich einen schönen Kontrast ohne zu grell zu werden.


Das Futter muss nun also zugeschnitten und zusammengenäht werden, dann werde ich beide Jacken verstürzen und das Futter per Hand am Saum befestigen. Ansonsten muss ich mir langsam über die Größe der Schulterpolster, die Verschlüsse und den Rockschnitt dazu Gedanken machen.

Ich finde die Jacke bisher schon sehr schön, aber wie es endgültig und vor allem an mir aussieht bleibt ja bis zum Schluss offen und spannend!

[verlinkt beim Creadienstag]

Samstag, 30. Januar 2016

Cocktailuhren - Die Hamilton Vesta!


Heute geht es mal nicht ums Nähen, sondern um ein anderes wunderschönes Stück, nämlich meine neue Uhr! Um ehrlich zu sein ist es meine erste Uhr seit bestimmt 20 Jahren, denn bislang haben Uhren - besonders die modernen Stücke - keinerlei Reiz für mich gehabt. Diese riesigen Schmuckstücke an zarten Handgelenken mögen unkonventionell sein, aber damenhaft geht anders. 


Aber dann entdeckte ich die Cocktailuhren. Schon der Begriff lässt mich an mondäne Damen mit hübschen Cocktailkleidern und einem Martini in der Hand denken. An einen Tanzabend an dem die Dame zwischen zwei Tänzen auf die Uhr schaut um dann lachend mit dem Gatten darüber sinniert wie die Zeit verfliegt.

Cocktailuhren werden 1961 im Illustriertes Fachlexikon der Uhrmacherei als kleine Schmuckuhren, die kein rundes Zifferblatt haben, beschrieben. Eine wirklich treffende Definition, die auch den Charme dieser Uhren auf den Punkt bringt, denn neben der zierlichen Größe fallen sie vor allem durch ungewöhnliche und asymmetrische Formen auf - sehr passend insbesondere für die 50er und 60er Jahre. So brachte unter anderem Hamilton neben verschiedenen anderen Designs auch die Vesta raus. Im Katalog 1962/63 taucht die Uhr das erste Mal auf und ist die weibliche Version der Altair.


Meine Uhr hat ein Armband mit schwarzen Samteinsätzen und ist für ihr Alter gut in Schuss. Sie läuft bisher tadellos und gefällt mir unheimlich gut. Ich pfeife auf die strengen Regeln und werde sie natürlich nicht nur zur Cocktailstunde tragen, sondern sie soll nun mein steter Begleiter sein.

Und wie findet ihr das gute Stück? Tragt ihr noch Uhren oder guckt ihr eh immer gleich auf's Smartphone?

Dienstag, 26. Januar 2016

Frühlingskostüm von 1956!

Mein Frühlingskostüm wurde inzwischen schräg geschnitten und hat eine Faltenteil auf das überlappende Vorderteil bekommen!

 
Im Moment sieht es noch ein wenig nach Preisschärpe aus, aber ich denke mit Ärmeln, dem Puschel unten und den restlichen Details verliert sich der Eindruck wieder - ich bin zudem sehr zufrieden mit den Falten. Ich hatte auch das Glück, dass ich noch eine Menge Bilder vom Originalkostüm geschickt bekommen habe und nun sehr genau nacharbeiten kann. Das wird auch für mich sehr spannend!

Ich verbringe also heute damit die Ärmel einzusetzen und dann Belege und Futter zu zuschneiden und vom Frühling zu träumen - seid ihr schon bei den ersten leichteren Sachen oder noch voll im Winterkleid vertieft?
[verlinkt beim Creadienstag]

Freitag, 22. Januar 2016

Anleitung: Turban aus Strickstoffen nähen!


Nachdem ich nun mein Oberteil fertig habe, habe ich noch eine Menge Stoff übrig - ich kaufe ja immer zu viel falls doch mal ein Ärmel verschnitten wird oder sonst etwas passiert. Und da in den 40er Jahren neben den normalen Hüten auch Turbane sehr angesagt waren, habe ich beschlossen mir aus dem restlichen Stoff einen Turban zu nähen!

Nach einigen verunglückten Versuchen mit Probestoff wie so ein Turban am besten umzusetzen ist, habe ich eine schöne Variante für mich gefunden und die möchte ich euch nicht vorenthalten. Diese Anleitung ist für Strickstoffe gedacht - ihr braucht dazu ein rund 65cm breites x 40cm langes Stück.

Damit der Turban auch passt, braucht ihr euren Kopfumfang - wie ihr den messt habe ich hier schon geschrieben. Falls ihr den Turban lieber etwas loser möchtest, dann entsprechend zugeben. Dann schneidet der unteren Schnittteileaufstellung entsprechend zu.


In den Schnitteilen sind 1,5cm Nahtzugabe enthalten und die linke Seite ist rosa unterlegt. Das Bündchen hat eine fertige Breite von 5cm und sorgt für einen schönen Abschluss und genug Halt am Kopf.

Das Bündchen wird einmal links auf links in der Länge gefaltet und mit der Öffnung auf die untere Kante der rechten Seite des Turbanstücks gelegt und abgenäht (1). Bitte denkt dran, dass ihr eine Spezialnadel und einen dehnbaren Stich verwendet! Wer eine Overlock hat kann in einem Rutsch gleich versäubern.
Dann das Bündchen umklappen und das gesamte Stück rechts auf rechts in der Breite umklappen (2).


Nun einfach einen Viertelkreis ausschneiden (die Linie dient nur zur Verdeutlichung - das Bündchen bleibt in voller Breite bestehen) (3) und dann aufgeklappt (!) versäubern. Dann schließlich von der unteren Kante aus zusammennähen und dabei aber die letzten 2cm vor dem Stoffbruch an der oberen Kante offen lassen (4). An der oberen Naht die Nahtzugaben auseinanderbügeln.

Das Band rechts auf rechts zusammennähen und wenden (5).


Nun das gewendete Band durch die Öffnung vorn ziehen und zu einem Ring schließen. Das am besten per Hand machen und die Naht mit wenigen Stichen im Turban unsichtbar festnähen, dann verrutscht sie nicht (6). Nun die Turban aufsetzen und den überschüssigen Stoff in der hinteren Turbanhälfte in mehreren Falten nach hinten ziehen und feststecken (7) - das geht am besten an einem Styroporkopf oder mit fremder Hilfe. Zum Schluss mit unsichtbaren Stichen (per Hand oder Maschine) wie festgesteckt an der Mittelnaht abnähen und dann ist der Turban auch schon fertig.

Falls ihr noch Fragen habt, dann stellt sie gern! Ansonsten hoffe ich, dass ein paar von euch etwas mit der Anleitung anfangen können und falls ihr euch einen Turban näht, würde ich mich freuen, wenn ihr den herzeigen würdet.