Samstag, 25. April 2015

MfA #6 - Abnahmen am Rand des Strickstückes & Abketten


Der Körper des Bettschales ist fertig gestrickt, der zweite Ärmel steht an und nun müssen die Säume wieder abgenommen werden. Für Abnahmen brauchen wir vor allem die Deckernadel. Diese wird in die Nadeln des Strickbettes eingehangen und dann dazu genutzt um die Maschen umzulegen.

Dazu noch kurz der Hinweis zum Umgang mit der Deckernadel, denn diese sollte beim Arbeiten stets eine Verlängerung der Stricknadel sein. Also nicht schief oder schräg halten, sondern in der Waagerechten. Nur so könnt ihr sicher sein, dass sie flüssig arbeitet und auch eure Nadeln nicht verbiegt.

Bei Zu- oder Abnahmen innerhalb des Strickstückes müssen oft viele Maschen umgelegt werden, sodass es Deckernadeln mit unterschiedlicher Anzahl gibt, aber wir nutzen die einfache Deckernadel.

Die Abnahme am Rand des Strickstückes

Falls nur eine einzelne Masche am Rand abgenommen werden soll, wird mit der Deckernadeln die Masche einfach abgenommen und auf die Nebennadel gelegt.
 
Wir nutzen bei der Arbeit an der Strickmaschine ganz viel den beweglichen Dorn. Alles hinter dem Dorn wird über die Nadel hinweggezogen, alles vor dem Dorn bleibt auf der Nadel - ein ganz einfaches Prinzip.
Also ziehen wir mit der Deckernadel zunächst die Nadel so weit nach vorn, dass die Masche hinter den Dorn rutscht. Dann schieben wir Nadel zurück und lassen die Masche auf die Deckernadel gleiten. Nun können wir die Masche auf die Nebennadel legen..
 
..dazu wird die Deckernadel einfach in die Nebennadel gehängt und die Nadel wieder nach vorn gezogen bis die Masche von der Deckernadel rutscht.
Und schon habe ich zwei Maschen auf einer Nadel, die beim nächsten Zug mit dem Schlitten einfach gemeinsam abgestrickt werden.
 
Wie auch bei der Zunahme von einzelnen Maschen kann das gleichzeitig auf beiden Seiten gemacht werden. Bei mehreren Abnahmen brauchen wir den Faden.

Zunächst wird die Masche, die aktuell abgenommen werden soll, auf die Nebennadel gelegt - wie oben auch schon gezeigt. Dann müssen wir aus den zwei Maschen eine einzelne neue Masche machen. Wir schieben also die Nadel nach vorn, sodass beide Maschen hinter den Dorn rutschen.

Nun legen wir den Faden um die Nadel und zwar so, dass er vor dem Dorn liegt und beim Zurückziehen auf der Nadel bleibt.
Wir ziehen die Nadel zurück, der Dorn schließt und zieht den Faden durch die beiden Maschen. Es entsteht eine neue Masche.
Mit dieser neuen Maschen beginnen wir von vorn, also legen diese auf die Nebennadel, ziehen den Faden wieder durch beide Maschen und so weiter.
Das machen wir nun so oft, bis die gewünschte Anzahl an Maschen abgenommen wurde. Bei der letzten Nadel reicht es dann wieder aus, wenn diese nur auf die Nebennadel gelegt wird und dann vom Schlitten abgestrickt wird. Anschließend verlegen wir wieder den Anschlagkamm und stricken den zweiten Ärmel.

Das Abketten


Das Abketten funktioniert genauso wie die Abnahme von mehrere Maschen. Dabei solltet ihr darauf achten, locker abzuketten, dann bleibt das Strickstück elastisch. Und bei der letzten Masche angekommen, schneidet ihr den Faden über dem Schlitten einfach ab und zieht den Faden dann komplett durch die letzte Masche. Diesen Faden könnt ihr zum Vernähen nutzen oder sichern und abschneiden.

Und dann ist unser Körper auch schon fertig. Und am Montag geht es weiter mit den Bündchen.

Donnerstag, 23. April 2015

MfA #5 - Anschlag & Zunahmen am Rand des Strickstückes


Schon geht es los mit dem eigentlichen Strickstück! Bei der Maschenprobe haben wir einfach drauflosgestrickt - ein offener Anschlag. Damit sich der Bettschal aber anders als unsere Maschenprobe nicht aufribbeln kann, muss der Anschlag gesichert werden - ein geschlossener Anschlag. Dazu gibt es verschiedene Varianten, aber für normales, glattes Gestrick nehme ich immer den Wickelanschlag [der eignet sich nicht so gut für zB Bündchen].

Der Anschlag


Wir beginnen links, der Strickschlitten steht rechts und der Faden ist noch nicht im Schlitten eingefädelt. Wir schieben dann alle benötigten Nadeln ganz nach vorn und schließen bei allen den Dorn. Anschließend befestigen wir unseren Faden mit einem normalen, lockeren Knoten an der äußersten Nadel.
Der Faden wird nun von links nach rechts unter der nächstgelegenen Nadel durchgeholt..

..und über sie hinweg von rechts nach links wieder nach unten gezogen. Aber Achtung: Der Faden löst sich wieder sobald man ihn loslässt, also immer gespannt halten.

Wir wickeln also den Faden einmal um die Nadel, daher Wickelanschlag, und das wiederholen wir bis zur letzten Nadel und fädeln den Faden dann in den Schlitten ein. Dabei sollte der Faden zwar Spannung haben, aber nicht straff gezogen werden - immerhin muss er noch gut über die Nadel rutschen können. Beim Tanzen würde man sagen "Spannung, aber nicht Krampf" - keine Sorge, ihr werdet merken, was ich meine, wenn ihr es selbst versucht.

Am besten und schnellsten funktioniert der Anschlag übrigens, wenn ihr mit der linken Hand den Faden festhaltet und mit der rechten Hand wickelt. Dann kann sich der Faden auch nicht von den Nadeln lösen.

Nachdem wir fertig gewickelt und den Faden in den Schlitten gefädelt haben, hängen wir den Anschlagskamm samt Gewicht ein, schieben alle Nadeln zurück in Strickstellung und lassen den Schlitten darüber laufen.
Und dann stricken wir auch schon bis zum Ende des ersten Ärmels durch. Ich hoffe, ihr habt euch die Reihenzahl notiert? Die Strickmaschine zählt die Reihen mit, daher kann man auch gut mal zwischendurch etwas anderes tun oder unterbrechen - denn es werden ja ziemlich viele Reihen.

Die Zunahme am Rand des Strickstückes


Wenn wir am Ende des Ärmels angekommen sind, müssen wir Maschen zunehmen für unseren Saum am Körper des Bettschals.

Die Zunahme von einzelnen Maschen [zB bei Ärmeln] wäre sehr einfach - dazu schiebt man einfach die äußere Nadel in die Strickstellung und strickt weiter. Das kann man dann auch gleichzeitig auf beiden Seiten machen.

Zunahmen von mehreren Maschen sind nur auf der Seite möglich, an der auch der Schlitten steht, denn wir brauchen den Faden dazu - das ist aber zB beim Stricken von Hand auch nicht anders.

Den Faden können wir einfach im Schlitten lassen, schieben die Nadeln, die wie brauchen, vor und machen wieder - genau wie beim Anschlag - den Wickelanschlag.

Diesmal zeige ich euch den Wickelanschlag auf der linken Seite - auf der rechten Seite geht es natürlich genauso bzw. das habt ihr oben ja schon gesehen.

Spiegelverkehrt zur rechten  Seite wird der Faden zunächst von rechts nach links unter der nächsten Nadel durchgezogen und dann darum gewickelt.

Nachdem ihr die Zunahmen auf beiden Seiten erledigt habt, würde ich euch raten den Anschlagskamm zu versetzen, also aus dem Anschlag herauszulösen und wieder in die Maschen im Nadelbett zu hängen. Dann hängt euer Kamm nicht auf dem Boden und auch die zugenommenen Nadeln werden gut beschwert.

Damit ihr nicht zweimal den Kamm umhängen müsst,  reicht bei der ersten Zunahme auch ein einzelnes Gewicht.

Und schon ist die Zunahme von mehreren Maschen am Rand des Strickstückes erledigt.

Wir stricken noch die errechneten Reihen bis zum Ende des Körpers hoch und dann wird am Sonntag abgenommen und abgekettet.

Ich habe auch mal die Stoppuhr bemüht und bei dem reinen Stricken schaffe ich 35 Reihen in der Minute - und ihr? Habt ihr bisher gut folgen können?

Dienstag, 21. April 2015

MfA #4 - Das Schnittmuster & die Berechnung

« MfA #3 - Die Maschen- & Musterprobe

Ihr habt eure Maschenprobe gestrickt, gewaschen und gespannt? Dann wird nun gerechnet, aber zunächst schauen wir uns das Schnittmuster und die Ausarbeitung an - wie versprochen ist das Schnittmuster ganz einfach.

Wir beginnen mit einem Ärmel, stricken diesen einfach gerade hoch und nehmen dann auf beiden Seiten 2cm zu. Diese 2cm sind  der Saum bzw. die Nahtzugabe für den Körper. Den stricken wir ebenfalls gerade hoch und nehmen am Ende die 2cm wieder ab. Der zweite Ärmel wird hochgestrickt und dann alles abgekettet. Dazu kommen die zwei Bündchen. Dann werden die Ärmelnähte geschlossen und die Säume umgenäht. Wir schließen die Bündchen und falten sie der Länge nach. Dann halten wir die Ärmel ein und nähen die Bündchen an, sodass sie den Ärmelsaum zwischenfassen. Fertig.

Ihr müsst lediglich die Längenangaben auf eure Maschen- und Reihenzahlen hochrechnen. Da wir alle unsere Zahlen auf 10cm berechnet haben, müsst ihr nur noch eure Zahlen einsetzen. Ich rechne einfach mal mit meinen Zahlen vor.

Meine Maschenprobe:
25 M./45 R. auf 10cm
Zunächst berechnen wir die Anzahl der Maschen zum Anschlag (3).

25 M. x 4,4 = 110 M

Der Bettschal hat eine Gesamtlänge von 140cm (7), davon 40cm je Ärmel (4) und 60cm (5) für den Körper.

45 R. x 4 = 180 R.
45 R. x 6 = 270 R.

2cm werden am Körper an beiden Seiten zugenommen.

25 M. x 0,2 = 5 M.

180 R. = + 5 M. beidseitig
450 R. = - 5 M. beideseitig
630 R. = alles abketten

Die Bündchen sind 20cm breit (1) und 13cm lang (2).

25 M. x 2 = 50 M.
45 R. x 1,3 = 59 R.

Ihr müsst also lediglich eure Maße einsetzen. Notiert euch alles und legt es neben die Strickmaschine, damit ihr es immer vor Augen habt.

Und zur Erinnerung noch der Bettschal wie er am Ende aussehen soll.

Und wer keine Strickmaschine hat, kann das natürlich auch per Hand nachstricken oder sogar aus Strickstoff nachnähen.

Samstag, 18. April 2015

MfA #3 - Die Maschen- & Musterprobe


Die Maschine ist aufgebaut, die Wolle gewickelt, der Strickschlitten steht rechts und ihr seid bereit? Dann geht es nun ans Stricken von Maschen- und Musterproben!

Die Maschenprobe


Bei dem Wort Maschenprobe erntet man oft ein genervtes Schnauben und ich bin auch sicher, dass viele beim Stricken per Hand auch ohne Maschenprobe auskommen, allerdings ist das bei der Strickmaschine anders. Das Nadelbett verzieht das Strickstück in der Breite und der Anschlagkamm mit den Gewichten verzieht es in der Länge. Es ist daher überhaupt nicht abzusehen wie ein Strickstück aussieht, wenn man es von den Nadeln nimmt - von einem Anprobieren zwischendurch ganz zu schweigen. Deshalb ist eine Maschenprobe bei der Strickmaschine unerlässlich - und dazu gehört auch das Waschen!

Dafür hat die Strickmaschine einen anderen ganz entscheidenden Vorteil, denn so eine Maschenprobe ist unheimlich schnell erledigt, sodass es sich anbietet gleich eine ganze Reihe von Maschenproben zu machen.

Hier das Beispiel der Maschenprobe meines Frühlingspullovers - bei der Maschenweite habe ich unten mit 4 angefangen, bin dann auf 3 runter gegangen und dann auf 6 wieder hoch. Man erkennt deutlich die Unterschiede.

Dazu seien noch ein paar Worte gesagt, denn so eine Strickmaschine ist ja ein Gerät das vor allem bei vielem Stricken unterstützen soll - in den 50er Jahren eingeführt sollte die Dame des Hauses damit die ganze Familie [und wahlweise noch den ganzen Häuserblock] bestricken können. Anders als beim gemütlichen Stricken auf dem Sofa mit den Knäulen im Schoss stellt sich also bei der Strickmaschine auch eine gewisse Massenproduktion ein. Es empfiehlt sich daher neben den großen Wollkonen auch Wolle, die man gern hat und sich gut verstricken lässt, gleich in verschiedenen Farben zu ordern. Denn neben der reinen Geschwindigkeit punktet die Strickmaschine auch mit ihrer Gleichmäßigkeit. Ein Garn in der gleichen Maschenweite und mit der gleichen Fadenspannung ergibt immer das gleiche, regelmäßige Strickbild, daher macht es auch Sinn eine Maschenprobe gleich umfassender zu machen anstatt nur auf eine bestimmte Anleitung beschränkt. Wer sparsam an Wolle sein möchte oder muss, der kann sich natürlich auf eine kleine Maschenprobe beschränken.

Auf der Maschine gibt es neben dem Nadelbett Hinweise auf die verschiedenen Nadelpositionen. Bei der Brother KH 891 unterteilt es sich nach A, B, D und E.

A » Diese Nadeln sind außer Betrieb
B » Diese Nadeln stehen in der normalen Arbeitsposition, sie werden glatt abgestrickt
D » Diese Nadeln stehen in Musterposition
E » Diese Nadeln sind in Betrieb, aber in Ruhestellung

Zunächst schieben wir in der Mitte vom Nadelbett mehrere Nadeln von A in Strickposition B, sodass sie abgestrickt werden. Bei der Breite richte ich mich immer nach meinem kleineren Anschlagkamm, aber grundsätzlich sollten 40M. reichen. Danach kümmern wir uns um den Schlitten

So ein Schlitten hat unterschiedlichste Knöpfe, aber wir kümmern uns nur um zwei Dinge und das sind der Maschenweiteregler (1) und das Fadenführernüßchen (2). Also der Punkt an dem ich die Maschenweite einstelle (bei Knittax zB ganz einfach 'Wählscheibe' genannt) sowie der an dem ich meinen Faden einfädeln muss.

Grundsätzlich geht man davon aus, dass die passende Maschenweite dem Doppelten der normalen Nadelstärke entspricht. Mein Garn zB ist für Nadelstärke 3 ausgelegt, also liegt der Wert auf der Strickmaschine bei rund 6.
Anstatt nun aber eine einzelne Maschenprobe auf der 6 zu stricken, fange ich bei einer offensichtlich zu kleinen Größe an - zB bei 3. Davon stricke ich 20 Reihen und stelle dann auf 4, weitere 20 R. und auf 5 und so weiter. Bis ich schließlich bei dem offensichtlich zu großen Wert 9 ankomme. So kann ich am Ende am besten vergleichen und mich zwischen den Maschenweiten entscheiden.

Normalerweise schauen wir dann welche Einstellung der Vorgabe des Strickstückes am besten entspricht. Die Brother KH 891 hat noch Zwischenschritte, sodass ich bei kleineren Abweichungen nach oben oder unten noch weiter verfeinern kann. 

Das Stricken der Maschenprobe


Nun müssen wir den Faden in den Schlitten bekommen - das ist wieder so eine Sache, bei der ihr bitte eure eigene Anleitung bemühen müsstet. Die Brother sieht eine Einfädelung  mit Fadenführung vor und bei einer alten Knittax zB braucht man gar nicht fädeln.

Der Faden ist also im Schlitten, die Nadeln sind vorgeschoben und alles ist bereit. Wir halten nun den Faden am unteren Ende fest bzw. befestigen ihn zB am Tisch und schieben den Schlitten von rechts nach links über die abzustrickenden Maschen. Der Faden liegt nun in den Nadeln, damit die Maschine in den folgenden Reihen Maschen bilden kann, brauchen wir Gewicht!

Wir hängen also den Anschlagskamm auf die gesamte Länge des Strickstückes ein - falls der Kamm länger ist als unser Strickstück hängen wir ihn so, dass das Strickstück möglichst mittig sitzt, aber achtet darauf, dass der Faden vor den Haken den Anschlagskammes liegt. Nun beschweren wir den Anschlagskamm zunächst an den beiden Enden und je nach benötigtem Gewicht auch regelmäßig verteilt in der Mitte und ziehen dann den Strickschlitten wieder von links nach rechts, dann von rechts nach links, usw. Und weil das so furchtbar theoretisch zeige ich euch das lieber einmal:



Achtet darauf, dass der Anschlagskamm auch alle Maschen erwischt und ausbalanciert beschwert wird. Und man sieht auch deutlich, dass ich zwischendurch die Maschenweite ändere (von 6 auf 9).

Die Musterprobe


Grundsätzlich würde ich euch empfehlen beim ersten Mal auf ein Muster zu verzichten, allerdings ist es ein wirklich einfacher Bettschal und wer nicht auf Muster verzichten möchte, der sollte das auch nicht müssen. Ihr solltet dann aber das Muster auch in der Maschenprobe berücksichtigen oder nach der Maschenprobe nochmal eine Musterprobe machen.

Ich rate  euch bei einfachen Mustern zu bleiben, also entweder per Farbwechsel [da der Bettschal von Ärmel zu Ärmel gestrickt wird, ergäbe das ein längsgestreiftes Muster] oder per Veränderung der Maschenweite. Beides funktioniert ohne aufwendige Löcher, Zöpfe, Fangpatente oder Ähnliches.

Der Farbwechsel erfolgt, indem ihr am Ende der Reihe einfach andersfarbige Wolle in den Schlitten spannt und damit weiterstrickt. Die Fadenenden werden am Ende vernäht. Wenn ihr lediglich die Farbe verändert, aber die Wollart/-stärke gleich bleibt, braucht ihr das nicht wieder zu berücksichtigen. Falls ihr eine andere Wollart/-stärke verwendet sollte eure Maschenprobe das beinhalten.  Das Gleiche gilt dann für Änderungen in der Maschenweite. Die genauen Zahlen werden dann von der Musterprobe entnommen.

Die Maschenprobe beenden


Nachdem wir unsere Maschenprobe mit den wechselnden Einstellungen wie oben beschrieben und samt Musterprobe beendet haben, schneiden wir einfach den Faden oberhalb des Schlittens ab und entfernen ihn aus dem Schlitten. Wir nehmen die Gewichte ab und halten den Anschlagskamm in der Hand, damit er nicht herunterfällt. Nun schieben wir den Schlitten erneut über das Nadelbett [dabei halten wir das Strickstück am Anschlagskamm etwas gespannt - ihr wisst ja: Ohne Spannung läuft nichts] und er wirft das Strickstück einfach ab. Wir entfernen den Anschlagskamm und waschen und spannen unser Strickstück - aber Vorsicht denn die enden sind ungesichert und könnten ausribbeln. Wenn das Stück trocken ist, schaut und fühlt ihr welche Maschenweite euch für den Bettschal am besten gefällt und notiert die Maschen- und Reihenzahlen auf 10cm [ggfs. hochgerechnet]. Danach notieren wir uns natürlich die Einstellungen und heben wir die Maschenprobe für's nächste Mal auf!

Nachdem wir  nun wissen mit welcher Maschenweite und welchen Zahlen wir stricken, geht es am Dienstag weiter mit der Berechnung und dem Schnittmuster und der Berechnung.

Ich hoffe, ihr seid gut mitgekommen und nun nicht abgeschreckt. Ich kann euch aber versichern, dass das sehr ausführlich beschrieben ist und schnell von der Hand geht - all das ist leichter getan als gesagt!

Freitag, 17. April 2015

MfA #2 - Grundsätzliches & Erste Schritte


Kommen wir nun also zu den ersten Grundlagen der Strickmaschine - wie funktioniert eigentlich eine Strickmaschine? Wie die Maschine Maschen bildet habe ich hier schonmal gezeigt, das ist aber nur der grundsätzliche, technische Ablauf.

Aufbau der Strickmaschine


Wenn wir die Strickmaschine bedienen wollen, dann beginnen wir natürlich nicht mit den Maschen, sondern erstmal damit die Maschine aufzubauen. Im besten Falle wird die Strickmaschine auf einem speziellen Strickmaschinenständer oder an der Tischkante befestigt, dann kann das Strickstück gut nach unten fallen. Achtung: Es bedarf später beim Stricken schon eines gewissen Kraftaufwandes, daher sollte die Maschine wirklich festen Stand haben!

Anschließend wird der Fadenführer aufgebaut und der Schlitten aufgesetzt - hier müsstet ihr mal in eure Anleitung schauen, denn die zeigt und erklärt euch, wie eure Maschine das gern hätte. Meine Maschine ist eine Brother KH 891 und an der zeige ich euch dann wie es weiter geht - kleine Abweichungen zu eurem Modell lassen sich leider nicht immer vermeiden. So hat zB eine alte Knittax gar keinen Fadenführer, aber benötigt dafür auch keine Verlängerungsschienen.

Welches Zubehör benötigen wir?


Und wo wir gerade bei Verlängerungsschienen und Ähnlichem sind, kommen wir mal zum Zubehör - das kann bei euch etwas anders aussehen, aber insgesamt sollten diese Teile ungefähr vorhanden sein.



Zunächst einmal eine Ersatznadel aus dem Nadelbett (1) mit der geschwungenen Spitze und dem beweglichen Dorn oben - achtet immer darauf verbogene Nadeln oder solche mit unbeweglichem Dorn sofort auszutauschen!

Nach dem gleichen Prinzip wie die Maschinennadeln ist die Arbeitszungennadel (2) aufgebaut, mit der zB fallengelassene Maschen hochgehäkelt werden. Rechts davon seht ihr eine Auswahl verschiedener Deckernadeln (3). Mit Deckernadeln können eine oder mehrere Maschen abgenommen und versetzt werden. Besonders die Deckernadel mit einer Nadel gehört neben der Arbeitszungennadel zu dem wichtigsten Werkzeug für alle Arten von Mustern oder Zu- und Abnahmen. Die Deckernadeln mit drei oder mehr Nadeln sind besonders bei Zu- und Abnahmen im Strickstück wichtig - das werden wir zwar beim Bettschal nicht benötigen, aber sollte man schon mal gesehen haben.

Da die Strickmaschine Gewicht zur Maschenbildung braucht, braucht es auch Gewichte (4), die das Strickstück nach unten ziehen. Und damit das Gewicht gut verteilt werden kann, hängt man einen Anschlagkamm (7) auf die gesamte Länge des Strickstückes. Rechts am Anschlagkamm kann man den Faden fixieren und links mit einem Verbindungsstück einen weiteren Anschlagkamm anfügen.
Ganz links seht ihr noch einen Nadelschieber (5), mit dem man Nadeln schnell durchzählen kann sowie jede zweite nach vorn schieben, und dann haben wir da noch eine Rolle Paraffin (6). Paraffin ist ein wachsähnliches Material über das man die Wolle laufen lässt, damit sie geschmeidiger läuft und besser verarbeitet werden kann. Falls ihr kein Paraffin zur Hand habt, tut es auch ein Teelicht.

Vorbereitung der Wolle


Das Paraffin bringt uns dann gleich mal zum Thema Wolle, denn die müssen wir zunächst vorbereiten. Die Strickmaschine arbeitet mit Gewicht und Spannung und somit ist ein reibungsloser Ablauf der Wolle vom Knäuel wichtig.

Im besten Falle habt ihr eure Wolle schon auf Konen gekauft [links im Bild], denn die ist fertig gespult und meist bereits paraffiniert. Ansonsten solltet ihr eure Wollknäule neu wickeln - das geht entweder mit einem Wollwickler [rechts im Bild mit Wollwickler gewickelte Knäuelwolle] oder Konenwickler. Beim Neuwickeln lasst ihr dann die Wolle einfach locker über das Paraffin laufen.

Die Wolle steht also bereit, die Strickmaschine ist aufgebaut und einen ersten Überblick über das Zubehör und Handwerkszeug haben wir auch - morgen geht es weiter mit Maschen- und Musterprobe. Und keine Sorge, falls ihr bisher noch nicht so richtig viel verstanden habt - das wird dann in der Praxis alles viel klarer und ansonsten könnt ihr natürlich jederzeit Fragen stellen.

MfA #3 - Die Maschen- & Musterprobe »

Donnerstag, 16. April 2015

MfA #1 - Einleitung & Zeitplan

Vorab ein paar Worte zum Sinn und Zweck dieses kleinen Einsteigerkurses: Ich möchte euch ein wenig die Strickmaschine näher bringen. Es soll also vor allem darum gehen sich an die Maschine heranzutrauen und das erste Stück zu produzieren. Es werden keine schweren Stiche oder Abläufe gezeigt und alles ist mit einer ganz normalen Einbettmaschine nachzuarbeiten. Ihr braucht also weder spezielles Zubehör noch Vorkenntnisse.

Grundsätzlich funktionieren Strickmaschinen alle nach dem selben Prinzip, aber nicht jede modellspezifische Einstellung kann berücksichtigt werden. Wie ihr also zB die Spannung speziell an eurer Maschine einstellt oder wie der genaue Fadenlauf ist, müsstest ihr bitte der Bedienungsanleitung der Maschine entnehmen.

Was stricken wir denn?




Wir stricken den gestern schon gezeigten Bettschal.

Liebe Herren, ich bitte um Verständnis, dass ich leider kein männliches Gegenstück parat habe. Ich hoffe, ihr habt eine Dame in eurem Umfeld, die ihr bestricken könnt, ansonsten werde ich auch noch eine Anleitung für eine Weste einstellen - die Arbeitsschritte im Einzelnen sind natürlich gleich.

Wie lange dauert das?


Dieser kleine Kurs geht bis zum ersten Mai, aber da wird in kleinen Schritten gearbeitet. Wer zB die Strickmaschine nicht lange herumstehen lassen möchte, der kann auch am Ende alles in einem Schwung nachstricken. Ich habe mal die Uhr dabei laufen lassen und das Stricken (ohne Zeiten für Probe, Waschen & Zusammennähen) dauert lediglich 81 Minuten.

Was brauchen wir?


Strickmaschine und Wolle. Bei der Strickmaschine ist verschiedenes Zubehör dabei - welches und wozu erfährt ihr beim nächsten Termin.

Bei der Wahl der Wolle solltet  ihr zuerst darauf achten, ob eure Maschine ein Superfein-, Fein-, Mittel- oder Grobstricker ist. Das seht ihr entweder in der Anleitung oder am Abstand der Nadeln auf eurer Maschine.

Superfeinstricker » 3,6mm Nadelabstand » Garnstärke 1-2,5
Feinstricker         » 4,5mm Nadelabstand » Garnstärke 1,5-3,5
Mittelstricker      » 6-7mm Nadelabstand » Garnstärke 2,5-5
Grobstricker        » 7-8mm Nadelabstand » Garnstärke 3-7


Garne über der Stärke 8 können mit handelsüblichen Maschinen nicht ohne Weiteres verstrickt werden. Grundsätzlich kann man noch etwas tricksen - so kann man auch nur jede zweite Nadel abstricken und den Nadelabstand somit umgehen. Für das erste Mal würde ich aber empfehlen im üblichen Bereich eurer Maschine zu bleiben.

Ansonsten könnt ihr jede Wolle nehmen, die euch gefällt oder die ihr halt einfach habt.

Da wir beim Bettschal ausschließlich mit Längenangaben arbeiten ist die Wollstärke und das Material ansonsten egal. Je nachdem ob ihr einen mehrfarbigen Bettschal möchtet, ob er zu einem vorhanden Teil passen oder nur ein pastellfarbener Bettüberwurf sein soll, könnt ihr die Farben wählen.


Der Zeitplan:

Morgen geht es weiter mit dem Vorstellen der Strickmaschine, Vorbereitung des Garns und am Samstag wird dann schon gestrickt!
 [verlinkt bei Rums]