Dienstag, 2. September 2014

Eine Woche nach Maß! - 02 - Proportionen

Heute geht es um Proportionen, also die Längeneinteilung unseres Körpers, die wir allgemein als stimmig empfinden. Unser Empfinden von Schönheit ist bekanntermaßen berechenbar, unser Gefühl von Ästethik beruht auf schnöder Mathematik. So sind Symmetrie und bestimmte Längenverhältnisse in unseren Augen schön.

Und was in der Senkrechten von Symmetrie bestimmt ist, das ist sind in der Waagerechten die Proportionen, also das Verhältnis unterschiedlicher Längen unseres Körpers zueinander. Der Maßstab dabei ist die Kopflänge. Eingeteilt wird durchschnittlich in sieben bis acht Kopflängen, wobei letztere die perfekte Einteilung ist, wie sie auch in der Kunst genutzt wird.
Zuschneidekunst nach dem Einheitssystem - Damenschneiderei
Ob bewusst oder unbewusst nehmen wir Abweichungen von dieser Norm wahr - das kann als interessant, als merkwürdig oder auch als häßlich empfunden werden.
Nun soll es aber nicht nur um den Körperbau an sich gehen, sondern um Kleidung und diese soll dem Körper und dem Empfinden schmeicheln. Und genau dazu sollten auch die Proportionen beachtet und unterstützt werden. Denn werden diese Linien durch Übergänge zwischen Kleidungsstücken, Farbwechsel oder Akzente gestärkt, so macht man es dem Auge leichter den Proportionen zu folgen. Man wird also als ästhetischer wahrgenommmen. Somit sind zB der Wechsel von Ober- und Unterteil in der Taille oder an der Hüfte am günstigsten. Auch die Ärmellänge kann das Auge führen - Ärmel, die in Ellenbogennähe enden, betonen zB die Taille.

Nun sind wir aber nicht alle genau 8 Kopflängen groß, aber dennoch bleibt das Maß die Kopflänge, sodass zB Frauen mit einer Länge von 7 Kopflängen besser in Röcken aussehen, die knapp über dem Knie enden, oder Hüfthosen gut tragen können.

Abweichungen oder Verzerrungen der eigenen Linien müssen nicht schlecht sein. Sie können aufregend oder exentrisch sein, aber man sollte dann ganz besonders darauf achten, nicht zu übertreiben und plötzlich unproportioniert zu wirken.

Achtet ihr auf solche Proportionen? Habt ihr zB mal verschiedene Rocklängen getestet? Oder interessiert euch das alles gar nicht?

Zuschneidekunst nach dem Einheitssystem - Damenschneiderei
[verlinkt beim creadienstag]

Montag, 1. September 2014

Getrödelt, Gefunden, Gefreut #19

Es ist der Erste im Monat und damit begrüße ich euch ganz herzlich: Willkommen zu Getrödelt Gefunden Gefreut! 

Worum geht's? Trödelei! Genauer gesagt um alle alten Schätze bis rund 1980, die ihr im Laufe des letzten Monats ertrödelt habt oder - falls es ein sehr glückloser Monat war - sonstwie nochmal besonders in der Hand hattet. Es muss nicht der Flohmarkt um die Ecke sein - es trödelt sich auch wunderbar in Secondhandläden oder im Internet. 

Wie kann ich mitmachen? Einfach einen Beitrag auf Deinem Blog veröffentlichen, diesen Beitrag in der Liste unten verlinken und fertig.

Was muss ich beachten? Toll wären ein paar Hintergrundinformationen zum ertrödelten Stück: Was ist es? Wo hast Du es her? Was hat es gekostet? Wieso genau dieses Stück?

Und bitte verlinkt doch diesen Beitrag in eurem Post, damit auch andere hier her finden. Mehr Infos findet ihr hier und jetzt geht's los!

Bei mir steht heute und den Rest der Woche dieses Buch im Mittelpunkt:
Eine Woche nach Maß!
Mehr dazu gibt es am Ende dieses Posts, aber erstmal seid ihr dran!

 

Eine Woche nach Maß! - 01 - Einleitung

Zuschneidekunst nach dem Einheitssystem - Damenschneiderei

Willkommen bei einer Woche nach Maß! Vorab möchte ich euch kurz erklären, worum es gehen soll und daher auch ein kleiner Zeitplan:

02 - Proportionen
03 - Maße und deren Nutzen
04 - Maßtabellen damals und heute
05 - Maßnehmen im Jahr 1955
06 - Beispiele
07 - Fazit und weitere Links

Morgen startet es mit Proportionen, denn Kleidung sollte Proportionen unterstützen und damit das gelingen kann, muss man ja erst mal wissen welche das überhaupt sind. Danach geht es um Maße an sich - welche Maße gibt es und welchen Nutzen oder auch welche Grenzen haben sie? Am Donnerstag werden mehrere Maßtabellen von den 30er Jahren bis heute gezeigt und verglichen - was hat sich geändert und was nicht? Dann geht es an die Praxis und es wird gezeigt welche Maße wichtig sind und wie man diese abnimmt, damit ihr am Samstag mit ein paar gezeigten Beispielen auch etwas anfangen könnt. Am Sonntag gibt es noch ein Fazit und dann ist die Woche auch schon vorbei.

Grundlage der ganzen Woche wird das Buch Die Zuschneidekunst nach dem Einheitssystem - Damenschneiderei aus dem Jahr 1955/56 im Fachbuchverlag Leipzig, aber auch einige andere Zeitschriften und Quellen. Bitte habt Verständnis, dass es hier nicht zu sehr in die Tiefe gehen wird, sondern eher ein Einblick werden soll. Es sollen lediglich ein paar Grundlagen zum Maßnehmen und ein Hinweis auf deren Wichtigkeit beim Nähen und Selbermachen gezeigt werden.

Ich wünsche euch viel Spaß bei einer Woche nach Maß und hoffe, dass ihr ein paar Informationen und Erkenntnisse mitnehmen könnt!



Samstag, 30. August 2014

Rock mit hohem Bund aus Burda 05/2012

Burdastyle, Rock, Hoher Bund, Bahnenrock

Ihr kennt den Rock sicherlich: Modell 106B aus der Burda 05/2012 war schon öfters auf einigen Blogs zu sehen und ich hatte ihn auch schonmal genäht, aber war nicht ganz zufrieden mit meinem Modell. Ich mag aber den Schnitt sehr und nun nähe ich ihn halt nochmal. 

Was hier sehr nach schwarz aussieht ist nachtblauer Webstoff aus 50% Plastik und 50% Wollviskose und passt hervorragend zu zwei neu gekauften Oberteilen, denen ich einfach nicht widerstehen konnte. Und im Sinne der Kombinationsfreudigkeit meines Kleiderschrankes kommt nun also der passende Rock gleich hinterher!

Und ihr so? Näht ihr auch heute?

Donnerstag, 28. August 2014

Erinnerung: Getrödelt, Gefunden, Gefreut!

Die Zeit vergeht wie im Flug und so haben wir am Montag schon wieder den Ersten im Monat - nämlich schon September! So gibt's dann am Montag natürlich auch wieder Getrödelt, Gefunden, Gefreut! Und? Schon die erste Weihnachtsdeko ertrödelt? Oder was sonst? Seid ihr dabei?

Dienstag, 26. August 2014

Der Stoff aus dem Märchen gemacht werden.

Stoff

Praktische Mode 1954 Ich reiche euch nochmal den Stoff nach, den ich für das Kleid nutzen möchte - es handelt sich um eine blutrote Viskose, dessen Farbton hier gut getroffen ist. Die eine Seite ist eher glatt und weich, die andere etwas rauer und matt - fast wie Kreppsatin, aber nicht so glänzend. Für eine Viskose ein eher schwerer Stoff, der aber trotzdem hübsch schwingt.

Ich habe mir auch nochmal Gedanken gemacht, ob ich etwas hinzufügen will - Pailletten, Spitze oder Chiffon. Aber es soll ein wirkliches Alltagskleid werden - so eines mit dem ich auf der Arbeit auch Akten herumtragen und ausbilden kann. Ich bleibe also nur bei diesem einen Stoff und spare mir aufregende Details für andere Kleider auf.

Heute pause ich den Schnitt ab und mache mich ans Probestück, aber vorab stellt sich schonmal die Frage: Welche Seite soll denn eigentlich nach außen? 

Ich tendiere fast zur rauen Seite, weil das wahrscheinlich wilder aussieht und ich dann nicht auf Fadenlauf achten müßte, also den doch recht teuren Stoff ideal nutzen könnte, aber vielleicht lieber die glatte damit es etwas majestätischer wird? Mhm.. welche würdet ihr nehmen?
[verlinkt beim Creadienstag]

Samstag, 23. August 2014

Ein Kleid wie im Märchen #2

Beim letzten Treffen hatte ich geklagt, dass sich Märchen so schlecht alltagstauglich machen lassen, aber hatte dennoch eine ziemlich konkrete Idee was ich möchte - nochmal zur Erinnerung:

Ich will etwas Dramatisches, ich will ein düsteres Gefühl, ich will den Hauch von Gefahr, ich will die böse Königin, ich will ein Kleid für den Herbst und ich will es in Blutrot.. und alltagstauglich.

Ich habe auch tatsächlich einen blutroten Viskosestoff gekauft. Ich hatte Glück, habe das letzte Stück ergattert und ein paar cm umsonst dazu bekommen, außerdem war der Stoff wegen ein paar eingewebten Fäden, die ich alle restlos entfernen konnte, als zweite Wahl gekennzeichnet. Dennoch hatte der Stoff seinen Preis - 19 Euro pro Meter habe ich bezahlt. Das hat aber seinen Grund, denn der Stoff ist für Viskose ungewöhnlich schwer und fühlt sich sehr hochwertig und griffig an. Ich glaube, dass der Stoff ideal für den Herbst ist. Außerdem habe ich am Ende wahrscheinlich noch etwas Stoff übrig und mache daraus vielleicht noch eine Jacke oder ein Cape oder Ähnliches.

Aber euch interessiert sicherlich das Kleid. Ich habe sehr lange mit mir gehadert, hatte mich entschieden und dann wieder verworfen, irgendwo zwischen Drama und Alltag konnte ich mich nicht festlegen. Alles was nach der bösen Königin aussah, konnte ich mir nur schwerlich im Supermarkt oder auf der Arbeit vorstellen. Ein wundervolles schmales Kleid war perfekt für den Stoff, aber sah so gar nicht märchenhaft aus. Ich habe mir also überlegt welche Elemente ich gern möchte und welche zu meinem Alltag passen - ein Kompromiss muss her!

Ich möchte einen schwingenden Rock, denn enge Rockteile hatte ich schon in den letzten Kleidern, ich möchte ein Miederteil und der Stoff ist perfekt für Faltenlegung. Lange Ärmel sind zwar toll für Mantelkleider, aber der Stoff ist nicht warm genug um damit auf eine Jacke verzichten zu können und auf der Arbeit stören mich lange Ärmel, also lieber kurze. Und so führte mich mein Weg zu diesem Kleid:
Rotes Kleid der 50er Jahre

Nicht besonders gefährlich und dramatisch, aber der blutrote Stoff wird da einiges an Farbintensivität beigeben und dann mit dem richtigen Beiwerk schaffe ich ein hoffentlich düsteres, königliches Outfit!

Kleid der 50er Jahre

Der Schnitt ist aus der Praktische Mode Juni 1954 aus dem Stapel, den ich hier ergattert hatte. Die Anleitung ist wie immer knapp, denn es gibt keine. Und so werde ich auf jeden Fall eine Probekleid nähen müssen! Eigentlich wollte ich heute anfangen das Kleid abzupausen, aber ich bin mit meinem letzten Kleid noch nicht ganz fertig geworden und hatte mir ja fest vorgenommen nichts mehr anzufangen, solange etwas anderes auf die Vollendung wartet. Also muss das Kleid noch einen Moment warten und ich gehe zurück an die Nähmaschine.

Was haltet ihr von dem Kleid? Zu nett? Zu brav? Oder wittert ihr ein bisschen Drama?
 [verlinkt bei Nix für Lemminge]