Mittwoch, 20. August 2014

Der Herbst und der Lederhandschuh.

Draussen stürmt es und wird merklich kühler - es lässt sich nicht leugnen, dass der Herbst unterwegs ist. Damit wir darüber aber nun nicht zu traurig sein müssen, ein paar wundervolle Dinge, die der Herbst mitbringt: Der Duft von Laub, Kürbissuppe und in der Garderobe Pelze, Hüte und Handschuhe!

Und weil neben den Hüten auch die Handschuhe ein inzwischen fast vergessenes modisches Beiwerk sind und weitestgehend nur noch ein praktisches Dasein in der Winterschublade fristen müssen, gehen wir mal lieber in die 40er und 50er Jahre zurück, wo Handschuhe noch zu jedem guten Auftritt gehörten. Am liebsten gleich in Kombination zB mit dem Hut oder auch den Schuhen, runden Handschuhe ein Outfit wundervoll ab. Sie sorgen für ein bisschen Drama und können so unheimlich wandelbar sein: zarte Spitzenhandschuhe für den Sommer, lange Handschuhe zum Abendkleid, Lederhandschuhe für einen Ausflug mit dem Auto..

..übrigens: zu Beginn der Verbreitung von Automobilen waren die Materialien und die Technik noch nicht so benutzerfreundlich. Die Lenkräder aus Holz oder Bakelit leideten unter schwitzigen Hände und auch die Griffigkeit fehlte. Dazu kam die schwere Lenkung und störrische Schaltung, sodass Lederhandschuhe beim Autofahren damals nicht nur hübsch, sondern vor allem praktisch waren.

Aber zurück zum Handschuh an sich, denn bislang gab es auch in meiner Garderobe nur ein paar schwarzer Herbsthandschuhe, die weder besonders spannend noch hübsch waren. Aber das hat sich nun geändert und so möchte ich euch meinen neusten Flohmarktfund zeigen.
Abenteuer Kleiderschrank 
LogoHerrliche Lederhandschuhe in Grau und Beige mit kleinen gestanzten Pünktchen und einem kräftigen Rot im Detail. Sie sind noch nicht besonders alt, aber ganz wunderbar gefertigt, passen perfekt und ich finde sie äußerst charmant. Für nur 3 Euro habe ich sie nach hause getragen und auch die Verkäuferin war sehr froh, als ich ihr versicherte, dass ich die Handschuhe auch tragen werden!

Nun brauche ich nur noch ein Paar passende Schuhe - oder am besten gleich zwei! Und einen ganzen Stoß Kleider noch dazu, aber das wird sich bestimmt einrichten lassen. Und ihr? Tragt ihr Handschuhe, die nicht (nur) einem praktischen Zweck dienen? Handschuhe als modischer Hingucker oder nur für warme Finger?

Montag, 18. August 2014

Und das habe ich heute an.. #2


Outfit, Share in Style
Der Sommer neigt sich dem Ende macht eine Pause. So richtig kalt ist es noch nicht und so trage ich heute zum Einkaufen neben einer kleinen gestreiften Bluse von H&M, eine mintfarbene Caprihose von C&A vom letzten Jahr und meine geliebten roten Sandalen von Blowfish. Dazu ein paar rote Ohrringe aus dem Trödelladen für einen Euro.
Ich habe keine Ahnung mehr, was die anderen Sachen mal gekostet haben, aber von den Schuhen habe ich ein zweites Paar im Schrank - wie neu und für nur 13 € (inkl. Versand) günstig erkreiselt.
[verlinkt bei Share-in-Style]

Sonntag, 17. August 2014

Eine Woche nach Maß!

Alfred Helbig - 1955 / 1956
Nun nähe ich ja vor allem - und jetzt nochmal entschlossener - nach den Originalschnitten der 40er und 50er Jahre. Damit das auch gelingt, habe ich mir einige Fachliteratur besorgt, die aus dieser Zeit stammt. Wie ich Mode zeichne habe ich euch schon gezeigt und nun wollte ich euch meine neuste Errungenschaft zeigen.
Alfred Helbig 1955/1956
Das Buch Die Zuschneidekunst nach dem Einheitssystem - Damenschneiderei erschien 1955/56 im Fachbuchverlag Leipzig und richtet sich an alle Kräfte aus dem Schneiderhandwerk vom Meister bis zum Lehrling. Es zeigt die Maßanfertigung von sämtlichen Teilen der Damenkleidung. Ob Prinzesskleid, Großer Kelch-Stuartkragen oder Kostümärmel - hier wird alles berechnet und modeliert.

Da nun all das, was ich euch zeigen möchte den Rahmen von ein oder zwei Beiträgen sprengen würde, habe ich mich entschieden einfach eine Themenwoche daraus zu machen. Es geht dabei um Maße in der Kleidungsarbeitung an sich, um Körper- und Porportionsmaße, um Maße im Wandel der Zeit und um das richtige Maßnehmen - angelehnt an das Buch, aber mit Ergänzungen und ein paar Vergleichen aus anderen Quellen.

Vom 01. - 07. September wird daher jeden Tag ein Post zum Thema eröffnet - Eine Woche nach Maß!

Habt ihr vorab schon Wünsche, Anregungen oder gute Links? Oder lasst ihr euch einfach überraschen?

Samstag, 16. August 2014

Und gewonnen hat..

Deine Zufallszahl ist 6.

Das ist Katharina alias Fröbelina! Damit hast Du das Buch "Chapeau" gewonnen!

Allen anderen wünsche ich viel Glück beim nächsten Mal. Danke, dass ihr so zahlreich mitgemacht habt und noch ein Danke an den  Verlag Edition M. Fischer, der die Verlosung gesponsort hat.

Dienstag, 12. August 2014

Kleid bzw. Bluse aus Rock'a'bella - #2

Ich habe einen riesigen Stapel alter Zeitschriften und Schnittmustersysteme und trotzdem zieht es mich immer wieder zu den neueren Schnittmustern. Und warum? 

Die erscheinen leichter, weil sie eine Anleitung haben, weil sie mehr Informationen geben, weil Belege einzelne Teile sind, weil ich sie nicht per Hand vergrößern muss, weil sie mehr Größenauswahl haben. Alles schön und gut, aber was nutzt das wenn sie nicht passen? Wenn sie fast nie passen? So nun auch die Bluse nach Rock'a'bella. Ich war vorgewarnt, aber damit habe ich wirklich nicht gerechnet, denn obwohl ich die Schulter schon zaghaft um 2cm gekürzt habe, sitzt der Ärmel immer noch nicht auf der Schulter - was bei einem Puffärmel äußerst dämlich aussieht. Das ist aber nicht das Schlimmste, denn obwohl ich den Schnitt nach meiner Oberweitengröße ausgesucht habe und soweit wie halt möglich nachgemessen habe, sitzt es da viel zu knapp. Und weil die Bluse hinten ja sehr luftig ist, zieht also die Seitennaht Kurven. Schade, dabei hatte es so gut angefangen, denn die Abnäher sitzen eigentlich ganz gut und das Smoken hat mir Spaß gemacht. Da ich nun aber nicht mehr nachträglich eine Anpassung für den zu großen Busen und die Schultern machen kann und nicht genug Stoff für eine zweite Version Vorderteile habe, muss das wohl als gescheitert betrachtet werden. Schade um den schönen Stoff, aber irgendwie war es mir auch eine Lehre.

Nun will ich also mutiger und selbständiger sein und mich erstmal nur noch mit den alten Schnittmustern beschäftigen, denn neben all der Nachteile haben eben auch sie entscheidende Vorteile - so sitzen die Teile durch die Eingrößenschnitte oder die individuellen Maße einfach besser. Zudem werde ich heute endlich vermessen und kann daher besser rein rechnerisch arbeiten. Und außerdem sind ja die alten Schnitte ja eh viel schöner, aufregender und interessanter! Aber vielleicht müsst ihr mir da ab und zu mal unter die Arme greifen, denn das Nähen so ganz ohne Anleitung.. puh, das ist schon eine spannende, schwierige Angelegenheit!


Sonntag, 10. August 2014

Abenteuer Kleiderschrank!

Ich habe ja schon öfter behauptet, dass mein Kleiderschrank zu der eher leeren Sorte gehört - ich bin mir sicher manche von euch haben das nicht so richtig geglaubt und wenn ich meinen Kleiderschrank auf mache, dann ist da auch einiges drin. Doch neben Sport- und Hauskleidung, neben den Stücken, die nicht richtig passen, die nicht richtig sitzen, in denen ich mir eigentlich gar nicht gefalle - da bleibt nicht viel. Müsste ich alles, was ich nicht gern habe, aussortieren, dann.. nunja, seht selbst:
Abenteuer Kledierschrank 
Das ist was bliebe: unten links zwei Strickjacke und ein Strickpullover, daneben zwei Hosen, drei Blusen und sechs Kleider von denen immerhin fünf selbstgenäht sind, die zwar auch hier und da ihre Schwächen habe, aber die ich alle gern habe. Dabei sind von den Kleidern aber das graue und das rote eher Winterkleider und die geblümten eher für's Ausgehen. Und das war's dann auch schon. Und trotzdem macht mich der Anblick glücklicher als der vollgestopfte Kleiderschrank von dem ich so vieles nicht anziehen mag.

Einen großen Vorteil hat mein Kleiderschrank: Er lässt sich ganz gut kombinieren - so kann ich fast alle Teile zusammen tragen und habe auch passende Schuhe und Schmuck. Das soll auch so weitergehen und obwohl ich durchaus der Meinung bin, dass Qualität vor Quantität kommt, brauche ich dringend mehr Kleidung. Dazu gab es hier nun schon mehrere Ansätze - meistens von aussen initiiert - wie Nähen nach Plan oder auch Fragen zurm Traumkleiderschrank. Erkenntnisse gab es dabei einige, aber irgendwie griff das immer alles zu kurz, war zu schnell wieder vorbei oder nicht umfassend genug. Daher starte ich nun mein eigenes Abenteuer Kleiderschrank.

LogoEs soll dabei um den Aufbau einer Garderobe quasi von Null gehen - um Kleidung, um Farben, um Formen, um Kombination und Organisation. Keine Leichen im Kleiderschrank, keine Kompromisse und lieber weniger, aber wundervolle Stücke. Und für mich natürlich ganz wichtig: Stilgetreu der 40er und 50er Jahre.

Zum Kleiderschrank gehört nicht nur die  Kleidung, sondern auch Schuhe, Handtaschen, Handschuhe, Hüte, Schmuck. All das soll hier seinen Platz finden.

So wird in Zukunft vor jedem Kaufen und vor jedem Nähen die Frage stehen: Passt das auch zu mir und meinem Kleiderschrank? Was habe ich, was ich dazu anziehen kann? Und wieso besitze ich eigentlich Schuhe, zu denen nichts aus meinem Kleiderschrank passt?