Mittwoch, 1. Oktober 2014

Getrödelt, Gefunden, Gefreut #20

Es ist der Erste im Monat und damit begrüße ich euch ganz herzlich: Willkommen zu Getrödelt Gefunden Gefreut! 

Worum geht's? Trödelei! Genauer gesagt um alle alten Schätze bis rund 1980, die ihr im Laufe des letzten Monats ertrödelt habt oder - falls es ein sehr glückloser Monat war - sonstwie nochmal besonders in der Hand hattet. Es muss nicht der Flohmarkt um die Ecke sein - es trödelt sich auch wunderbar in Secondhandläden oder im Internet. 

Wie kann ich mitmachen? Einfach einen Beitrag auf Deinem Blog veröffentlichen, diesen Beitrag in der Liste unten verlinken und fertig.

Was muss ich beachten? Toll wären ein paar Hintergrundinformationen zum ertrödelten Stück: Was ist es? Wo hast Du es her? Was hat es gekostet? Wieso genau dieses Stück?

Und bitte verlinkt doch diesen Beitrag in eurem Post, damit auch andere hier her finden. Mehr Infos findet ihr hier und jetzt geht's los!

Ich zeige euch heute eine Kleinigkeit, die aber sehr typish für die 50er Jahre war: Keramik mit Schrumpfglasur.
Die Firma Jasba Keramik war beim Thema Schrumpfglasur ganz vorn mit dabei: Vasen, Krüge, Schalen, Teller - keine Form, die nicht mit der Glasur verziert worden wäre. Ich habe eine kleine Schale, die ein wenig an ein Schiffchen erinnert, mit dazugehörigem Gestell für einen Euro beim Flohmarkt ergattert und schaue mich nun immer wieder nach anderen, passenden Stücken um. Die Stücke sind nicht besonders selten, aber nicht jede Form gefällt und wie immer ist Keramik auch anfällig für Beschädigungen wie Abplatzer oder Risse.


Die typische Glasur entsteht durch die Oberflächenspannung der oberen Glasur während des Brennvorgangs - eigentlich ein Fehler beim Glasieren, aber hier als kunstvoller Effekt genutzt. Die Schrumpfglasur wird auch als Schlangenhautglasur bezeichnet und nach dem typischen schwarz-weißen Design folgten andere Farben wie grün, gelb oder blau.

Ich bin mir sehr sicher, dass ihr alle diese Stücke kennt und frage daher gleich: Mögt ihr sie?


Dienstag, 30. September 2014

Hosenherbst - Zwischenstand

Die erste Hose ist fast fertig. Ich habe mit billigem Webstoff geprobt und war recht zufrieden. Dummerweise hat der Webstoff die Eigenschaft arg auszuleiern je öfter man ihn an- und auszieht (und das tat ich sehr oft), sodass ich irgenwann vor der Wahl stand nochmal ganz neu zu proben oder es drauf ankommen zu lassen. Weil der Hosenstoff einer der günstigen Sorte ist, habe ich mich für zweiteres entschieden. Und dieser Hosenstoff will unbedingt gefallen - er schmiegt sich mit leichtem Elastananteil hier hin und dort hin, bringt gutes Gewicht mit und ist bequem wie eine Jogginghose. Dank der dunklen Farbe sieht es trotzdem nach einer normalen Hose aus und ich bin ingesamt sehr zufrieden. 

Dennoch gibt es natürlich Kleinigkeiten, die beim nächsten Mal korrigiert werden müssten und so zeige ich euch ein paar Zwischenstandsfotos.

Probehose

Die Vorderansicht sieht soweit ganz gut aus - ein ganz leichter Faltenwurf vorn, der aber je nachdem wie ich stehe auch wieder verschwindet. Ich habe vorab die innere Seitennaht der Beine mit etwas weniger Nahtzugabe genäht, sodass meine Mittelnaht gut einen Zentimeter länger ist als vorgesehen, aber bei der nächsten Hose würde ich da noch etwas mehr abändern und verlängern.

Probehose

Die Seitennaht läuft senkrecht und das ist schon mal sehr gut. Hinten sind ein paar kleine Falten und der Knick im Rücken in der natürlichen Taille - da könnten nochmal 1-2cm weg. Es fehlt hier ja noch der Bund und vielleicht nehme ich da ganz unprofessionell, aber eben auch ganz einfach, nochmal ein bisschen Länge weg.

Hinten hängt ein bisschen Stoff unterm Hintern - eventuell ein Zeichen für einen zu flachen Hintern oder aber der Schnitt? Ich bin nicht ganz entschlossen, ob das ein Passformproblem ist oder normal - was meint ihr? Gleich kommt noch eine Ansicht von Hinten und da sieht es eigentlich alles sehr gut aus.

Und der Hosenrand rutscht dort, wo der Bauch ist, ein wenig ab - wahrscheinlich weil der Bauch doch etwas mehr Länge braucht als der Hintern. Das ließe sich aber bei der nächste Hose schnell und einfach korrigieren, wenn ich dem Bauch etwas mehr Platz gebe - oder auch die Kekse weglasse und die Hantel, die sich da ins Bild schummelt, öfter nutze. Vielleicht ändert es sich aber auch eh, sobald der Bund dran ist.


Probehose

Es fehlen nun noch Bund und Saum - das werde ich heute angehen, obwohl der Saum eigentlich schon fast die richtige Länge hat, sodass ich nur knapp umschlagen werde.

Übrigens sehr dabei geholfen diese Zusammenhänge zu verstehen haben mir diese Bilder hier.

Und? Wie findet ihr die erste Version meiner 40er-Jahre-Hose? Ist euch noch was aufgefallen?

[verlinkt beim Creadienstag & Hosenherbst]

Montag, 29. September 2014

Erinnerung: Getrödelt, Gefunden, Gefreut!

Übermorgen beginnt der Oktober und der Herbst ist längst da - dennoch wird weitergetrödelt! Deshalb gibt es am ersten natürlich auch wieder Getrödelt, Gefunden, Gefreut! Seid ihr dabei?

Mittwoch, 24. September 2014

Fertig: Rock mit hohem Bund aus Burda 05/2012!


Kurz gezeigt habe ich euch den Rock ja hier schon, aber nun nochmal ganz ausführlich: Es handelt sich um das Model 106B aus der Burda 05/2012. Ein Bahnenrock mit Taschen und hoher Taille. Eigentlich auch mit vorderer Knopfleiste, aber die hat mir bei einem früheren Modell nicht gefallen - die stört den Rockschwung - und so habe ich die Leiste einfach weggelassen.


Statt der Knopfleiste habe ich also das vordere Rockteil an der Mitte im Stoffbruch zugeschnitten und hinten einen Reißverschluss eingesetzt. Außerdem habe ich an allen Kanten nochmal ein bisschen dazugegeben, da die Maße sonst etwas zu eng waren - quasi Größe 44+. Und das war es auch schon an Änderungen. Ansonsten finde ich das Schnittmuster recht einfach. Mit den Taschen muss man ein bisschen gucken, dass man die Reihenfolge einhält und nicht voreilig absteppt, aber das ist alles machbar und geht mit jedem Versuch leichter von der Hand.

Burdastyle, Rock, Hoher Bund, Bahnenrock

Der Stoff ist ein Gemisch aus Wollviskose und Plastik als Reststoff von Karstadt. Gekostet hat er nur 8 Euro und die restlichen Materialien waren aus dem Vorrat, also ein echtes Schnäppchen dieser Rock. Er ließ sich auch sehr gut bügeln und verarbeiten. Und er verbreitet beim Dämpfen diesen leichten Geruch von Wolle - ich mag das sehr.


Aber die Stoffzusammenstellung verrät schon, dass der Rock eher wärmend daherkommt und ein sehr guter Begleiter durch Winter und Übergangszeiten sein wird. Außerdem bewegt er sich beim Laufen manchmal etwas steif, aber da er ja sowieso weit ist, wirkt das nicht unpassend.


Ich hatte übrigens statt der empfohlenen 2m nur 1,6m und musste den innenliegenden Formbund daher aus anderem Stoff arbeiten. Ich habe ein paar sehr steife Jeansreste verwendet, sodass ich mir auch das Aufbügeln der Vlieseline sparen konnte.


Hier habe ich den Rock für ein Konzert mit einem gekauften Oberteil von Grain de Malice und den weißen Sandalen noch sommerlich kombiniert, allerdings habe ich dann beim Konzert ganz schön geschwitzt!


Der Rock sitzt ausgesprochen gut - schief wirken lediglich das Oberteil, weil es rechts mehr raushängt, und der Saum, weil ich ständig schief stehe. Ich bin auch sehr glücklich mit dem Rock. Ich mag den hohen Bund, die Taschen und wie der Rock fällt und steht - ich werde das Schnittmuster auf jeden Fall noch öfter verwenden!

Habt ihr den Schnitt auch schon verwendet? Ich überlege beim nächsten Mal vielleicht mal andere Taschenbelege zu machen - vielleicht mit Bogenumrandung, aus anderem Stoff oder auch mit Zackenlitze? Mal sehen - und wie gefällt euch der Rock?
[verlinkt beim MeMadeMittwoch]

Dienstag, 23. September 2014

Kleiner Modebericht - Praktische Mode 04/1958

Aus der Praktischen Mode 04/1958 ein kleiner Modebericht: Kleider, die mit und ohne Gürtel zu tragen sind - die Taille steht langsam nicht mehr im Vordergrund, aber dafür schwingende Röcke für den Tanztee, überschnittene Schultern und die Sacklinie.

Wie gefällt euch die Mode? Mein Geschmack ist vieles nicht mehr so ganz, aber die kleinen Details wie das passende Futter zum Kleid oder Handschuhe und Hut zusammen, finde ich ganz zauberhaft!
[verlinkt beim Creadienstag]

Sonntag, 21. September 2014

40er-Jahre-Kleid aus zweierlei Stoff - Zwischenstand

Ein kurzer Zwischenstand vom 40er-Jahre-Kleid aus den zwei verschiedenen Stoffen. Da die Frage nach den Falten aufkaum auch um zu zeigen, dass die aus dem ehemaligen Faltenrock fast komplett verschwunden sind. Im Rückenteil sieht man sie noch ein bisschen, aber da der Stoff eh eine gestreifte Struktur hat, fällt das kaum weiter auf.


Ansonsten ist der erste Ärmel bereits drin - dafür habe ich gestern fast zwei Stunden gebraucht, da ich den Aufschlag erst als Manschette angenäht habe. Beim Anprobieren war der Ärmel plötzlich viel zu lang und nach genauerem Hinsehen auf der Zeichnung also alles wieder aufgetrennt. Zum Glück nahm der Faltenrockstoff es nicht so übel, denn ich habe keinen Stoff mehr für weitere Teile. Der hat zwar durch das Glattbügeln einiges an Länge gewonnen, aber es änderte natürlich nichts an der Breite von nur rund 70cm. Dann gab es darin ja noch die Nähte und auch das genaue Zuschneiden im Fadenlauf kostet Stoff und so bin ich nur knapp damit hingekommen.

Insgesamt läuft es aber ganz gut und so geht's gleich wieder an die Nähmaschine! Und ihr? Näht ihr noch oder trennt ihr noch? Wie gefällt euch die Stoffkombination?