Sonntag, 19. November 2017

Ein Wollrock für Heiligabend!

Mein Weihnachtsnähen findet dieses Jahr ein wenig unter erschwerten Bedingungen statt. Zum Einen hat der Reindeer Ski Sweater als Weihnachtsgeschenk für den Gatten absolute Priorität und zum Anderen möchte ich vorhandenen Stoff verarbeiten. Daher fiel meine Wahl zuerst auf einen Stoff, nämlich auf diesen zartbitterschokoladenbraunen Wollstoff.
Der passt nicht nur zu Sweater und Ohrclips, sondern auch zum Rest der Garderobe und es sind 2m vorhanden. 

Schnell war klar, dass es ein Rock werden soll. Bei uns gibt es dieses Jahr warmgeräucherte Gänsebrust an Heiligabend und geräuchert wird draussen. Also brauche ich einen wolligen Rock, mit dem ich auch mal eine halbe Stunde draussen stehen kann - ohne zu erfrieren. 

Ich hätte gern einen schmalen Rock, der hinten zwei Falten für ausreichend Schritteweite hat. Vorn hätte ich gern Taschen, damit ich den Haustürschlüssel oder ähnliches kurzfristig verstauen kann. Die Taschen sollen aber nicht auftragen, daher sollen es Leistentaschen bzw. Pattentaschen werden. Gefüttert werden soll der Rock natürlich auch.


Wenig spektakulär, aber halt genau richtig für unser Weihnachtsfest und mit entsprechend guter Verarbeitung und Kombination sicherlich ein Hingucker. 

Sollte mir im Anschluss noch Zeit und Stoff bleiben, folgt noch ein Jäckchen zu dem schmalen Rock und im besten Falle auch noch eine Bluse, ein Hütchen, ein Reindeer Ski Sweater für mich, eine Lumberjacke,.. aber eines nach dem anderen.  

Also werde ich mal meinen Wollstoff plätten und ein passendes Schnittmuster raussuchen gehen - werdet ihr etwas Besonderes zu Weihnachten nähen? Vielleicht einen hübschen Wollrock..?

Samstag, 11. November 2017

Frohne Frühjahr / Sommer 1957

 

Ein bisschen Frühlingslaune und Sommerstimmung für ein verregnetes Wochenende - Frohne Heft Frühjahr / Sommer 1957.

Dienstag, 7. November 2017

Anleitung: Bügeleisentasche!


Seit ich nähe sind mein Bügeleisen und ich gute Freunde geworden. Was ansonsten eher unliebsame (und gern geschwänzte) Pflicht ist, ist beim Bügel ein nahezu magisches Hilfsmittel. Leider habe ich keinen festen Platz für das Bügelbrett und so bügle ich in unserem recht kleinen Flur und nach dem Bügeln steht es oft noch im Weg herum, damit das Eisen abkühlen kann. Ist es abgekühlt, weiß ich nie so recht wohin damit - zum Wegräumen brauche ich es zu oft und wenn ich es einfach nur auf den Tisch stelle, sieht es immer irgendwie fehl am Platze aus und ich habe etwas Sorge, dass sich auch mal ein wenig Flüssigkeit selbständig macht.

Nun hatte ich zufällig vom Aufpolstern des Ärmelbügelbretts noch eine Menge Bügelbrettpolster übrig und so bot es sich an, endlich eine Möglichkeit zu finden das Bügeleisen (am besten schon kurz nach dem Gebrauch) verschwinden lassen zu können. Meine Restkiste gab zudem ausreichend festen Baumwollstoff, sowie etwas Schrägband, ein Stück Endlosreißer (ca. 80cm lang und 2,5cm breit) mit Schieber, ein bisschen Kunstleder und ein dickes Gummiband her.
Wer es noch etwas fester möchte, der sollte noch Schabrackeinlage oder andere sehr feste Einlage verwenden.

(Statt Bügelbrettpolster kann man sicherlich auch Bügelflies, Thermolan oder auch stabile Bodentücher nehmen.)


 Das Schnittmuster ist schnell abgemalt, die Maße werden einfach abgenommen. Als Schablone dient das Bügeleisen + 2cm Zugabe (davon 1cm Nahtzugabe) - die Ecken unten werden etwas abgerundet, damit sie sich gut nähen lassen. Damit das Bügeleisen bequem und ohne sich zu verbrennen reingestellt werden kann, wird über fast die gesamte Länge der Reißer eingesetzt. An der Naht entlang wird die Länge einfach abgemessen (1)
Damit die Tasche zusammenhält, wird die Rückwand ca. ab 2cm nach der Ecke in einem Stück genäht. Das Stück wird einfach ausgemessen + 2cm Nahtzugabe (2)
 Zuletzt braucht es noch die Höhe des Bügeleisens + 4cm Zugabe (davon 1cm Nahtzugabe) (3).

Benötigt werden jeweils 2x aus Ober- und Futterstoff die Schablone des Bügeleisen sowie jeweils 1x aus Ober- und Futterstoff die Rückwand, die obere Seitenwand und die untere Seitenwand.

In die Seitenwand wird noch der Reißer eingesetzt, daher ist sie geteilt. Die obere Seitenwand misst in der Höhe 8cm einschließlich 1cm Nahtzugabe oben und 0,6cm Nahtzugabe am Reißer. Die untere Seitenwand misst Höhenmaß - 8cm (einschließlich 1cm Nahtzugabe unten und 0,6cm Nahtzugabe am Reißer).

Beispiel: Euer Bügeleisen ist 16cm hoch + 4 cm Zugabe. Dann ist die Rückwand 20cm hoch. Die obere Seitenwand misst 8cm und die untere 20 - 8cm = 12cm.

Aus dem Bügelbrettpolster wird 2x die Schablone und die Wände je einmal zugeschnitten, aber ohne Nahtzugabe! Würde man das Polster mit Nahtzugabe zuschneiden, dann werden die Nähte zu voluminös und lassen sich schwer verarbeiten und in Form bringen.

Zunächst wird der Reißer eingenäht. Dazu wird er einfach bündig auf die rechte Seite des Futterstoffes gelegt - wer noch etwas unsicher im Nähen ist, kann das schonmal vorsteppen. Ansonsten einfach den rechte Seite des Oberstoffes auflegen und alles mit 6cm Nahtzugabe absteppen (bitte Musterlauf beachten, falls euer Stoff ein 'oben' und 'unten' hat). Bügeln und wenden.

Anschließend das Bügelbrettpolster in die Stofflagen legen und alles zusammennähen. Dazu habe ich ein einfaches Rautenmuster verwendet. Das gibt den Stofflagen Halt und sorgt auch dafür, dass nichts mehr verrutscht. Am besten nutzt man dafür falls vorhand den Obertransport der Nähmaschine, damit die Stofflagen nicht verrutschen und Falten schlagen.
Auf die gleiche Weise werden auch die Ober- und Unterseite und die Rückwand verstärkt.

Nachdem beide Seitenwände fertig und durch den Reißer verbunden sind, wird das Ganze durch die Rückwand zu einem Ring geschlossen. Dazu einfach rechts auf rechts mit 1cm Nahtzugabe absteppen und mit dem Schrägband versäubern.


So sah es dann bei mir aus - dem oberen Deckel habe ich mit Kunstleder- und Stoffstreifen, die ich einfach eingefaltet links auf links aufeinandergesteppt habe, noch einen Griff verpasst. Von innen habe ich ein Gummiband angenäht, dass später das Kabel und den Stecker vom heißen Eisen abhalten soll.

Zum Schluss muss man nur noch die Teile miteinander verbinden, also jeweils rechts auf rechts den Deckel und den Boden an den Ring nähen. Am besten markiert ihr euch jeweils die Mitte der Rückwand und die Spitze und steckt alles gut fest. Es ist zugegebenermaßen ziemlich fummelig an der Spitze und den Ecken, aber mit etwas Geduld und grober Gewalt geht es dann doch ganz gut. Und die plüschigen Stoffschichten verzeihen kleinere Fehler.

Nach dem erfolgreichen Zusammennähen, werden die Nahtzugaben gut gebügelt und mit Schrägband versäubert. Alles wird durch den offenen Reißer gewendet und dann sieht es so aus:


Im Deckel hatte ich wegen zu viel Volumen Probleme das Schrägband anzubringen und habe daher per Hand die Nahtzugabe umnäht. Meine Version ist insgesamt etwas zu groß geworden, aber so ist das: Learning by Sewing!

Und noch im Detail - weil ich es einfach charmant finde, habe ich meinem Reißer zwei Schieber verpasst.
 

Die Feuertaufe (natürlich unter Aufsicht) hat das Täschchen auch schon heil überstanden und sich somit bewährt. Sicherlich insgesamt kein Teil, dass jeder dringend benötigt, aber für mich ist es sinnvoll und ich freue mich, dass das Drauflosnähen doch recht gut gelungen ist und die schönen Reststoffe noch Verwendung fanden!

Und wer nun partout kein Täschchen für das Bügeleisen braucht, der kann auch einfach eine runde Form wählen und ein Kosmetiktäschchen, einen Hutkoffer der einfach eine Aufbewahrungsbox daraus machen!

Wie findet ihr das Bügeltäschchen? Gibt es bei euch Bedarf?

Donnerstag, 2. November 2017

Der Reindeer Ski Sweater - Zwischenstand!

Der erste Ärmel ist schon fertig gestrickt, gespannt und inzwischen sogar zusammengenäht. Muster und Farbgestaltung sind wie gewünscht. Er scheint recht körpernah zu sein, aber das mag der Gatte und daher ist alles in Ordnung und es kann mit dem nächsten Ärmel begonnen werden.


Mit der Auszählung des Musters bin ich noch nicht ganz fertig, aber mit zweitem Ärmel und Rückenteil, das ich ohne Hirsch mache, werde ich lange genug beschäftigt sein. Ich bin sehr gespannt wie es am Ende aussehen wird - bislang bin ich sehr zufrieden und immer wieder begeistert wie schnell und regelmäßig die Strickmaschine strickt!

Sonntag, 29. Oktober 2017

Der Reindeer Ski Sweater - Zwischenstand!

Nachdem letzte Woche schon die Wolle ausgesucht wurde, mussten nun Teststücke folgen - für die Maße und für's Muster, denn so ganz einfach sind die kleinen weißen Punkte nicht. Alle 10 Maschen, abwechselnd in jeweils jeder 6 Reihen, werden weiß - am besten ohne besonders viele lose Fäden auf der Rückseite. Somit habe ich beim schon angestrickten Ärmel noch in jede 5 Masche den weißen Faden mit eingelegt, damit er mitgestrickt und so befestigt wird.



Als Schnittmuster habe ich mir einen Herrensportpullover aus dem Knittaxheft 09/1959 ausgesucht. Der kriegt ein paar Maßanpassungen hier und da und ein ausgeprägteres Bündchen und dann sollte es mit dem gewünschten Ergebnis hinkommen. Und da das Muster auch für die Strickmaschine ausgelegt ist, passt die Maschenprobe auch. Das ist bei Handstrickmustern manchmal etwas schwieriger, weil die Strickmaschine vor allem in der Länge mehr Reihen braucht.

Ob es am Ende auch für den Gatten passt, wird zunächst am Ärmel ausgetestet - der könnte im Zweifel relativ schnell nachgearbeitet werden. Man darf gespannt sein und ich hoffe nächste Woche schon den Ärmel präsentieren zu können!

Dienstag, 24. Oktober 2017

Der Reindeer Ski Sweater von Catalina von 1947

Immer wenn die Temperaturen runtergehen - viele werden das kennen - steigt gleichzeitig die Lust auf wollig, warm, gemütlich. So richtig gemütlich ist das Rattern der Strickmaschine zwar nicht, aber nichtsdestotrotz wurde sie vorgestern voller Vorfreude wieder ausgepackt.



Gestrickt werden soll das Weihnachtsgeschenk für den Gatten. Und gestern ging es Wolle kaufen - wunderbares Woll-Nylon-Gemisch auf großen Konen für ein geschmeidiges Abstricken und ein erster Testlappen verspricht ein hübsches Maschenbild und einen weichen Pullover. Der Liebste hat sich  die Wolle selbst ausgesucht, also es ist kein Geheimnis. Etwas geheimnisvoller ist hingegen schon wie sich das Ganze dann stricken lässt und ob ich das alles denn bis Weihnachten schaffen werden.

Ziel der Begierde ist der Reindeer Ski Sweater von Catalina von 1947:



Catalina wurde 1928 gegründet und erfreute sich besonders in den 40er und 50er Jahren mit Schwimmbekleidung und Strickwaren (was ja damals noch eng zusammenhing) großer Beliebtheit. Dabei war auch das Thema Novelty ganz präsent, also die Darstellung von Motiven wie Menschen, Orten oder eben wie hier Tieren.

Ich bin dann mal Maschen auszählen - wie findet ihr den Pullover? Ist er nicht ein Knaller?