Dienstag, 25. November 2014

Schneiderlehrgang - Der Zuschnitt von gemusterten Stoffen - Teil 2


Nun geht es weiter mit dem Zuschnitt von gemusterten Stoffen - insbesondere unregelmäßiges Karo als auch Streifen.

 



Die Fortsetzung folgt nächste Woche.

Damit ist das Thema Karo erledigt - ich bin sehr gespannt und hoffe es dass es manchen Nähdamen etwas beim Zuschnitt hilft. Ich jedenfalls fühle mich ein bisschen besser auf karierte Stoffe vorbereitet. Vielleicht dann im nächsten Jahr ein kariertes Weihnachtskleid?
 [verlinkt beim Creadienstag]

Sonntag, 23. November 2014

Weihnachtskleid Sew-Along #2

Willkommen zum zweiten Teil vom Weihnachtskleid Sew-Along!

Vorab einmal der Hinweis für alle Damen, die sich an gemusterte und insbesondere karierte Stoffe wagen möchten: Ich habe einen Schneiderlehrgang für den Zuschnitt veröffentlicht. Die nächsten Teile folgen am kommenden und darauffolgenden Dienstag.

Mein Lutterloh-Experiment ist in vollem Gange und ich möchte euch gern daran teilhaben lassen. Lutterloh [oder auch Der Goldene Schnitt] ist ein Zuschneidesystem - nicht mehr und nicht weniger. Das ist nicht zu verwechseln mit normalen Schnittmustern und bedarf eines gut vorbereiteten und sehr aufmerksamen Schneiderns. Deshalb zeige ich euch heute in 10 Schritten wie ihr ein Schnittmuster nach Lutterloh oder jedem anderen Zuschneidesystem erstellt [ich nähe dabei nach Lutterloh aus den 40er und 50er Jahren - ob und inwieweit das vergleichbar mit dem heutigen System ist, weiß ich nicht!]

1. Model und Maße bestimmen.


Als erstes Suchen wir uns ein Modell aus. Vielleicht ein Kleid? Ein Mantel? Eine Hose? Ich bin sicher da wird jeder fündig.

2. Schnittmusterkarte prüfen.


Bevor es nun ans Abzeichnen geht, sollte man die Schnittmusterkarte prüfen. Ist es die richtige Karte zum ausgesuchten Modell? Sind alle Teile vorhanden oder fehlen welche?

Zur Verdeutlichung einmal die Schnittmusterkarte meines Modells [ich weise ausdrücklich darauf hin, dass dieses Bild aus Urheberrechtsgründen nicht maßstabsgetreu ist]


Bei meinem Modell fehlen der Gürtel und die Ärmel. Die Ärmel können beliebig von einem anderen Schnittmuster verwendet und durch Kräuseln oder Einhalten angepasst werde. Der Gürtel wird einfach nach dem eigenen Maß und Geschmack gefertigt.

3. Schnittmuster verstehen.


Bevor wir anfangen das Schnittmuster zu vergrößern, sollten wir es verstanden haben. Insbesondere welche Teile wo aneinander treffen ist wichtig um zB dafür zu sorgen, dass die gleichen Kurven gezeichnet werden.

Ihr seht auf dem Beispielmuster, dass der obere Rand des Rückenteils und der untere Rand der Hinterpasse markiert wurden. Diese beiden Teile treffen dort aufeinander, also muss ich beim Zeichnen darauf achten, dass die Kurven auch übereinstimmen und der Stoffbruch passt.

4. Markierungen anbringen.


Wir kennen es von normalen Schnittmustern: Die kleinen Ziffern oder Markierungen, die uns zeigen sollen wo Teile zusammengehören. Das sollten wir hier auch machen und am besten nummeriert ihr gleich in der Reihenfolge, in der ihr später auch nähen wollt, also (1) an die Spitze wo sich Rückenteil und Hinterpasse treffen, (2) zwischen Vorderteil und vordere Passe usw.

Diese Markierungen werden erst auf der Schnittmusterkarte und später auf den Schnittteilen vermerkt.

5. Größe bestimmen.


Nun sollte man zunächst ausmessen - nämlich das eigene Oberweiten- und Hüftmaß. Das Oberweitenmaß wird waagerecht über die stärkste Stelle der Brust gemessen und das Hüftmaß entsprechend auf der stärksten Stelle der Hüfte.

Nach diesen Maßen wird dann später das Lineal angesetzt. Oberteile mit dem Oberweitenmaß und Unterteile mit dem Hüftmaß.

6. Schnittmuster vergrößern.


Nachdem wir nun bestens vorbereitet sind, vergrößern wir also unser Schnittmuster. Dazu wird das Lineal an das entsprechende Maß angesetzt und auf das + gepinnt. Nun wird jeder Punkt gemäß der cm-Angabe eingezeichnet und schließlich werden die Punkte zu einem Schnittmuster verbunden. So werden alle Teile nacheinander vergrößert. Lutterloh erklärt das im Jahr 1949 so:


Dabei beachten wir natürlich die vorherigen Schritte hinsichtlich der zu zeichnenden Kanten und Kurven.

7. Details übertragen.


Alle Markierungen wie Falten, Kräuselkanten oder Verschlussöffnungen übertragen wir auf das Schnittmuster. Abnäher sind selbst genau zu bestimmen und einzuzeichnen. Außerdem müssen wir die Art des Verschlusses, Belege und auch zu verstärkende Teile selbst bestimmen Alles wird auf den Schnittteilen entsprechend vermerkt.

8. Maße prüfen.


Die Schnittteile sind nun auf Größe gebracht. Nun gilt zu prüfen, ob sie auch richtig passen, also wird gemessen. Zunächst messen wir die Kanten, die zusammentreffen müssen. Insbesonderes die Seitennähte von Ober- und Rockteil sowie die Maße in der Taille. Kleinere Abweichungen werden angepasst.

Nachdem das passt wird überprüft, ob es auch zum Menschen passt. Dazu vergleichen wir mehrere Maße mit den eigenen und gradieren auch diese hier und da. Geringe Abweichungen zB an der Schulternaht oder an der Taille können auch durch Einhalten später ausgeglichen werden.

Für den Fall dass noch Änderungen (zB Anpassungen für großen Busen, Hohlkreuz, schmale Schultern) vorgenommen oder weitere Teile wie Belege gefertigt werden müssen, dann erledigen wir das jetzt.

9. Nahtzugabe hinzufügen.


Ich zeichne meine Nahtzugabe stets ein bevor ich den Papierschnitt zuschneide. So kann ich später direkt am Papierschnitt entlangschneiden und muss mir darüber auch die nächsten Male keine Gedanken machen. Ob und wieviel Nahtzugabe ihr einzeichnet, entscheidet ihr selbst und denkt auch an den Saum.

10. Papierschnitt zuschneiden.


Nun wird das Schnittmuster ausgeschnitten und ist bereit auf den Stoff gebracht zu werden. Und wenn alle Schritte befolgt wurden, dann sieht das nun so aus:


Nächste Woche geht es dann weiter damit den Papierschnitt auf Stoff zu bringen und dann auch zu nähen.

Ich habe bislang zwar alle Schnittmusterteile erstellt, aber nur das Oberteil probegenäht und nach mehreren Versuchen und Änderungen [insbesondere eine Anpassung für den Busen und ordentlich Stoff am Ausschnitt weggenommen] passt es nun schon recht gut. Als nächstes kommt nun das Rockteil zum Probenähen dran.

Die Stofffrage ist allerdings weiterhin offen. Zwar habe ich einen wundervollen blauen Stoff, der sich hervorragend eignen würde, der ist aber nur 2m lang und ob das reicht muss sich erst noch zeigen, wenn das Schnittmuster fertig ist. Falls das passen sollte und wider erwarten noch etwas Stoff übrig ist, könnte ich mir vielleicht sogar doch noch vorstellen ein kleines Schößchen anzubringen.

Und? Konntet ihr der Anleitung gut folgen? Habt ihr noch Fragen? Seid ihr auch schon so gespannt, ob es am Ende passt?

Donnerstag, 20. November 2014

Wieviel Paar Strümpfe braucht eine gut angezogene Frau?


[Perlon-Werbung von 1957]

Ich liege wohl ungefähr beim goldenen Dutzend. Und ihr? Wieviel Paar habt ihr? Und habt ihr immer Wechselstrümpfe dabei?

Dienstag, 18. November 2014

Schneiderlehrgang - Der Zuschnitt von gemusterten Stoffen - Teil 1

Gerade auch an Weihnachten werden viele karierte Stoffe ausgepackt - dabei steht immer die Frage: Wie schneide ich den eigentlich zu? Und wie lege ich gestreiften Stoff richtig? Um das zu beantworten und auch ein bisschen die Angst davor zu nehmen, möchte ich euch heute und in der nächsten Woche den Schneiderlehrgang aus Schwabe Der neue Schnitt von 1955 dazu zeigen.
 



Die Fortsetzung folgt nächste Woche.

Ich habe bislang noch keine Karos verarbeitet, hatte auch zu große Skrupel, aber mit der Anleitung traue ich mich ja vielleicht doch noch.. Und ihr? Habt ihr schon karierten Stoff zugeschnitten? Hat das gut geklappt? Und achtet ihr inzwischen auch bei fremden Leuten auf der Straße darauf, ob die Karos an den Nähten zusammenpassen?
[verlinkt beim Creadienstag]

Sonntag, 16. November 2014

Weihnachtskleid Sew-Along #1

Eigentlich bin ich perfekt vorbereitet: Der Stoff und auch der Schnitt sind ausgesucht.  
Eigentlich brauche ich also nur loszulegen.  
Eigentlich ist mir das aber auch zu einfach.  
Eigentlich sollte ich den Weihnachtskleid Sew-Along für etwas ganz anderes nutzen.
Eigentlich wollte ich mal was ganz Anderes machen als letztes Jahr.
Eigentlich habe ich mich entschieden es mal richtig kompliziert zu machen.

Eigentlich Jetzt will ich endlich Lutterloh nähen!

Was ist Lutterloh?

 

Wahrscheinlich kennen nicht alle Lutterloh, daher eine kurze Erklärung: Lutterloh's Der Goldene Schnitt ist ein Zuschneidesystem. Also es gibt viele verkleinerte Schnittmusterteile, die mit Hilfe eines speziellen Maßbandes vergrößert werden müssen.

Wie funktioniert so ein Zuschneidesystem?

 

Unten seht ihr auszugsweise eine Schnittmusterkarte. Man wählt auf dem Maßband die eigene Größe nach Oberweiten- und Hüftmaß. Zum Vergrößern legt man nun das Maßband entsprechend an das + an und zeichnet anschließend Punkt für Punkt nach. Dazu macht man einen Punkt im Abstand der cm wie auf der Karte angegeben.Zum Schluss verbindet man alle Punkte wie gezeigt und hat ein fertiges Schnittmuster in seiner ganz eigenen Größe. 


Der Vorteil ist, dass dieses Maßband auf unterschiedliche Größen angewendet werden kann - so kann ein Schnittmuster sowohl für eine Oberweite von 92cm als auch eine von 112cm vergrößert werden.

Der Nachteil ist aber, dass man für Lutterloh schon geübter sein muss, weil es keinerlei  Anleitung und auch nur spärliche Markierungen gibt. Abnäher müssen selbst gesetzt werden, kleinere Teile wie zB die Ärmel oder Gürtel werden von anderen Karten übernommen oder gar nicht abgebildet, es muss selbst entschieden werden wo etwas verstärkt werden muss und das System ist durch das Vergrößern fehleranfälliger.

Und welches Modell möchte ich nähen?

 

Neben den Büchern von Lutterloh, also den Grundwerken, gab es auch Ergänzungshefte - die kamen häufiger raus und enthielten aber kein Maßband, sondern wirklich nur Modelle. So ein Heft habe ich mir vor Kurzem gegöhnt: Ergänzungsheft 12 - Winter/Frühjahr 1942 und habe mich sofort in ein Modell verguckt:
Ich liebe die Schulterpartie und den Ausschnitt, aber diese geraffte Borte und wohl auch das Schößchen werde ich weglassen, außerdem möchte ich den Rock etwas weiter.

Einen Stoff habe ich noch nicht, aber das ist auch nicht so schlimm, denn ich muss das Kleid sowieso erstmal proben und auch das Erstellen des Schnittmusters wird eine Weile dauern. Also habe ich genug Zeit um noch Stoff zu besorgen. Ich habe auch noch keine Idee, was für ein Stoff das sein wird - ich lasse mich überraschen. Auch über die Art des Stoffes bin ich noch unschlüssig. Vielleicht eine schöne Wollviskose oder lieber Baumwolle?

Ich habe ja nun Lutterloh schon mehrmals begonnen, aber irgendwie verläuft es immer im Sande. Ich kann nicht mal sagen, warum eigentlich, aber ich habe wirklich Respekt vor dieser Art der Schnittmuster und des Schneidern. Ich hoffe nun, dass mich das gemeinsame Nähen motiviert dranzubleiben!

Wie findet ihr meine Wahl? Seid ihr auch schon so gespannt auf Lutterloh wie ich? Und welchen Stoff oder welche Farbe würdet ihr nehmen?

Donnerstag, 13. November 2014

Pompons!

Ihr habt ein paar Pompons übrig und wisst nicht, was ihr damit anfangen sollt - vielleicht hilft euch dann diese kleine Auswahl an möglichen Kopfbedeckungen mit Pompons:
 
[Beyers Modenblatt für Handarbeit und Wäsche - Mai 1950]

Man beachte besonders den Pomponirokesen rechts oben. Ganz reizvoll, oder etwa nicht? Wie gefallen euch die Modelle - ist für euch etwas dabei?