Freitag, 17. April 2015

MfA #2 - Grundsätzliches & Erste Schritte


Kommen wir nun also zu den ersten Grundlagen der Strickmaschine - wie funktioniert eigentlich eine Strickmaschine? Wie die Maschine Maschen bildet habe ich hier schonmal gezeigt, das ist aber nur der grundsätzliche, technische Ablauf.

Aufbau der Strickmaschine


Wenn wir die Strickmaschine bedienen wollen, dann beginnen wir natürlich nicht mit den Maschen, sondern erstmal damit die Maschine aufzubauen. Im besten Falle wird die Strickmaschine auf einem speziellen Strickmaschinenständer oder an der Tischkante befestigt, dann kann das Strickstück gut nach unten fallen. Achtung: Es bedarf später beim Stricken schon eines gewissen Kraftaufwandes, daher sollte die Maschine wirklich festen Stand haben!

Anschließend wird der Fadenführer aufgebaut und der Schlitten aufgesetzt - hier müsstet ihr mal in eure Anleitung schauen, denn die zeigt und erklärt euch, wie eure Maschine das gern hätte. Meine Maschine ist eine Brother KH 891 und an der zeige ich euch dann wie es weiter geht - kleine Abweichungen zu eurem Modell lassen sich leider nicht immer vermeiden. So hat zB eine alte Knittax gar keinen Fadenführer, aber benötigt dafür auch keine Verlängerungsschienen.

Welches Zubehör benötigen wir?


Und wo wir gerade bei Verlängerungsschienen und Ähnlichem sind, kommen wir mal zum Zubehör - das kann bei euch etwas anders aussehen, aber insgesamt sollten diese Teile ungefähr vorhanden sein.



Zunächst einmal eine Ersatznadel aus dem Nadelbett (1) mit der geschwungenen Spitze und dem beweglichen Dorn oben - achtet immer darauf verbogene Nadeln oder solche mit unbeweglichem Dorn sofort auszutauschen!

Nach dem gleichen Prinzip wie die Maschinennadeln ist die Arbeitszungennadel (2) aufgebaut, mit der zB fallengelassene Maschen hochgehäkelt werden. Rechts davon seht ihr eine Auswahl verschiedener Deckernadeln (3). Mit Deckernadeln können eine oder mehrere Maschen abgenommen und versetzt werden. Besonders die Deckernadel mit einer Nadel gehört neben der Arbeitszungennadel zu dem wichtigsten Werkzeug für alle Arten von Mustern oder Zu- und Abnahmen. Die Deckernadeln mit drei oder mehr Nadeln sind besonders bei Zu- und Abnahmen im Strickstück wichtig - das werden wir zwar beim Bettschal nicht benötigen, aber sollte man schon mal gesehen haben.

Da die Strickmaschine Gewicht zur Maschenbildung braucht, braucht es auch Gewichte (4), die das Strickstück nach unten ziehen. Und damit das Gewicht gut verteilt werden kann, hängt man einen Anschlagkamm (7) auf die gesamte Länge des Strickstückes. Rechts am Anschlagkamm kann man den Faden fixieren und links mit einem Verbindungsstück einen weiteren Anschlagkamm anfügen.
Ganz links seht ihr noch einen Nadelschieber (5), mit dem man Nadeln schnell durchzählen kann sowie jede zweite nach vorn schieben, und dann haben wir da noch eine Rolle Paraffin (6). Paraffin ist ein wachsähnliches Material über das man die Wolle laufen lässt, damit sie geschmeidiger läuft und besser verarbeitet werden kann. Falls ihr kein Paraffin zur Hand habt, tut es auch ein Teelicht.

Vorbereitung der Wolle


Das Paraffin bringt uns dann gleich mal zum Thema Wolle, denn die müssen wir zunächst vorbereiten. Die Strickmaschine arbeitet mit Gewicht und Spannung und somit ist ein reibungsloser Ablauf der Wolle vom Knäuel wichtig.

Im besten Falle habt ihr eure Wolle schon auf Konen gekauft [links im Bild], denn die ist fertig gespult und meist bereits paraffiniert. Ansonsten solltet ihr eure Wollknäule neu wickeln - das geht entweder mit einem Wollwickler [rechts im Bild mit Wollwickler gewickelte Knäuelwolle] oder Konenwickler. Beim Neuwickeln lasst ihr dann die Wolle einfach locker über das Paraffin laufen.

Die Wolle steht also bereit, die Strickmaschine ist aufgebaut und einen ersten Überblick über das Zubehör und Handwerkszeug haben wir auch - morgen geht es weiter mit Maschen- und Musterprobe. Und keine Sorge, falls ihr bisher noch nicht so richtig viel verstanden habt - das wird dann in der Praxis alles viel klarer und ansonsten könnt ihr natürlich jederzeit Fragen stellen.

MfA #3 - Die Maschen- & Musterprobe »

Kommentare:

  1. Bis hierhin kann ich Dir folgen und bin noch "ganz dabei".
    Festgestellt habe ich, dass ich noch ein paar Gewichte bräuchte, um mein Strickstück gleichmäßiger belasten zu können, wenn der Anschlagkamm mal raus ist (oder am Boden aufliegt... hmmm).
    Gleich notiert.

    Deckernadel habe ich leider nur die 1/3er, aber damit kommt man ja vorerst hin, wenn ich das richtig gelesen habe.

    Fein :)

    Ich freu mich! (Auch, wenn Du mich vermutlich nicht bekehren wirst *hüstel*) ;)
    Liebe Grüße
    Katrin

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    1. Den Anschlagkamm solltest Du einfach versetzen, wenn er am Boden hängt, aber dazu komme ich auch noch später, denn der Bettschal wird ja sehr lang :) Statt der Krallengewicht kann man im Prinzip alles benutzen, was Gewicht mitbringt und sich gut einhängen lässt. Ich habe dafür zB Angelhaken mit Bleigewicht dran - die sollte man aber natürlich nicht ins Strickstück hängen ;)

      1/3er Deckernadel reicht auch völlig - meine wollte nicht mit auf's Bild und hat sich lieber versteckt! :)

      Am Ende gibt's dann noch ein paar Links auch zu anderen Modellen - vielleicht ist da dann ja was für Dich dabei - oder Du strickst dann Deinen zweiten Bettschal, mal sehen! :)

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