
Wie vermutlich die meisten Selbermacherinnen habe ich eine Kiste mit unfertigen Objekten, gern als UFOs bezeichnet. Dort verschwinden angefangene Stücke, die noch während des Erstellens doch nicht passen, nicht gefallen oder aus anderen Gründen gerade nicht beendet werden können. Eines dieser unfertigen Objekte war ein Kleid aus der Praktischen Mode 02/1957.

Der Schnitt ist ein schmales Kleid mit Prinzessnähte, die in den Taschen auf Hüfthöhe enden. Die Taschenränder sowie der Ausschnitt sind mit Steppnähten verziert und der Kragen wird angekräuselt.

Das Kleid war zunächst zu eng und wurde daher auf später verschoben. Inzwischen passte es zumindest von der Weite her, allerdings musste ich diverse Anpassungen beim Verlauf der Nähte vornehmen, damit das Kleid zu meiner Figur passt. Dadurch verzieht sich zum Beispiel der Kragen nun ein wenig.
Schon zuvor hatte ich eine Anpassung für die große Brust gemacht. Ich hätte auch die Abnäher nochmals anpassen wollen, aber sie ließen sich nicht mehr rückstandslos auftrennen, also müssen sie jetzt so bleiben.

Leider war nicht nur die Größe und Passform etwas schwierig, sondern auch der Stoff ist nicht ideal. Soweit ich mich erinnere handelte es sich um einen Rest Baumwollstoff, der die gleiche Farbe wie ein Reststück Stretchsamt hatte und ich fand die Kombination von beiden Stoff äußerst attraktiv. Der Baumwollstoff ist allerdings empfindlich und außerdem knitteranfällig. Hingegen war der Stretchsamt überraschend einfach zu verarbeiten und ließ sich sogar vorsichtig bügeln.

Hinten wird das Rockteil in Falten gelegt, damit ausreichend Bewegungsfreiheit gegeben ist. Den Reißer in der Seite hatte ich ursprünglich nicht gebraucht, aber durch die inzwischen vorgenommenen Anpassungen auf die Figur wäre er schon sinnvoll gewesen; allerdings ist es mir die Mühe, nachträglich noch einen Reißer einzusetzen, nicht wert und so muss ich mich ein wenig hineinwinden.

Obwohl eigentlich nicht vorgesehen, war mir außerdem noch ein Gürtel sehr wichtig, damit die Taille optisch betont wird. Hier hat der Stretchsamt gerade so noch gereicht. Eine goldene Gürtelschnalle vom Flohmarkt hat damit auch endlich ihre Bestimmung gefunden; sie wird mit Haken geschlossen und ist daher perfekt für den dehnbaren Samt.

Das Fazit ist nach alledem durchwachsen. Einmal mehr stelle ich fest, dass Etuikleider mir einfach nicht so gut stehen und zudem ist Passform trotz der vielen Änderungen nicht optimal. Gleichzeitig bin ich immernoch sehr verliebt in die Kombination der zwei Stoffarten in gleicher Farbe und in die Gürtelschnalle. Außerdem bin ich ganz zufrieden, dass das Kleid nun doch fertiggestellt ist und getragen werden kann, wobei sich der Stoff noch bewähren muss. Im schlimmsten Falle ist wenigstens die Restekiste etwas leerer.. Habt ihr auch eine Restekiste? Wie findet ihr das Kleid?
[verlinkt beim MeMadeMittwoch]

Liebe Anne,
AntwortenLöschenfarblich können wir uns heute die Hand geben :) Trotz aller "Mängel", die Du beschreibst, finde ich das Kleid vom Schnitt her sehr schön an Dir. Der Knitterstoff ist wirklich nicht ideal im Alltag, aber immer wieder bin ich total erstaunt, wie viele Details sich früher an Kleidern fanden - wie bei Deinem hier der Kragen, die Taschen und vor allem die Falten hinten. Die sind grandios! Außerdem Chapeau dafür, dass Du Die Mühe auf Dich genommen hast, das UFO fertigzustellen. Ich finde, es hat sich durchaus gelohnt!
Viele Grüße
Sandra
Ich finde den Schnitt ganz großartig und auch sehr passend zu dir und deiner Figur! Aber der Stoff wirkt auch auf den Fotos nicht 100% überzeugend, wie grandios wäre dieses Kleid ganz aus Samt !?
AntwortenLöschenAnsonsten finde ich jedes UFO das endlich fliegt ist ein Gewinn :-)
Herzlichst,
Sam