Donnerstag, 9. Juni 2016

Hawaiihemden und Strandmode!

Schon Paul Kuhn wußte: Es gibt kein Bier auf Hawaii - also was sollte man auf dieser vulkanreichen Inselgruppe wollen? Na, wenn einem die freundlichen Hulamädchen nicht reichen, dann könnte man zumindest noch zum Erwerb eines besonderen Kleidungsstück dort hinfahren: Dem Hawaiihemd.

Und wieso war das Hawaiihemd bzw. Aloha-Hemd plötzlich in den 40er und 50er Jahren so beliebt? War doch damals Hawaii noch nicht mal Teil der USA und hatte abgesehen von dem militärischen Standpunkt Pearl Harbour nicht viel zu bieten.

Doch auch gerade deswegen konnte das Hawaiihemd sich schnell großer Beliebtheit erfreuen: Die stationierten Soldaten gingen dort in Hawaiihemden aus und brachten sie mit in die Heimat. Die Stars dieser Zeit taten ihr Übriges: Bing Crosby lenkte schon 1937 in Waikiki Wedding die amerikanische Aufmerksamkeit auf Hawaii und spätestens nach Elvis' Blue Hawaii im Jahr 1961 konnte sich keiner mehr den Hawaiihemden und Ukulelen erwehren.


Das Hawaiihemd ist übrigens ein rechtlich geschützter Begriff. Die meisten von uns erkennen ein Hawaiihemd auf den ersten Blick als solches: Der gerade Schnitt, der gerade Saum, damit man es auch locker über die Hose tragen kann, und das auffallende, farbenkräftige Muster. Doch das echte Hawaiihemd braucht außerdem noch Knöpfe aus Kokosnuss und das Muster darf durch die aufgesetzten Taschen nicht durchbrochen werden. Des Weiteren wird ein hoher Standard von Druck und Farbqualität verlangt.

Hawaii hat sich bereits in den 60ern das alleinige Recht zur Herstellung von echten Aloha Shirts gesichert. Nur auf Hawaii hergestellte Hemden dürfen sich offiziell so nennen. Das stört den normalen Sprachgebrauch aber nicht weiter. Wir bezeichnen eigentlich alle sehr farbenfroh und besonders floral gemusterte Hemden schlicht als Hawaiihemd. Von der Marke zum Kleidungsstück.




Und welche Muster und Farben hat so ein typisches Hawaiihemd? Die meisten werden sofort ein blumiges Muster, wahrscheinlich mit Hibiskus, in kräftigem Rot oder Blau im Kopf haben. Und tatsächlich orientieren sich die typischen Muster von Hawaiihemden an der Inselgruppe selbst: Blumen, Palmen, Fische, Götter und Früchte werden da gezeigt. Des Weiteren gibt es auch alte hawaiianische Felsmalereien und traditionelle Tapamuster. Dazu kommen Landschaften und für Touristen auch die typischen Surfermotive, Hulamädchen und ganze Postkartenmotive und Werbung zB für Hotels. Da Hawaiihemden anfangs auch aus japanischen Stoffen gefertigt wurden, findet man sogar japanische Muster.


Und wo es einen Modetrend gab, da gab es natürlich auch Designer - einer davon war Alfred Shaheen. Er fertigte unter anderem das Shirt von Elvis auf dem Cover von Blue Hawaii an, aber darüber hinaus diverse Hawaiihemden und Strandkleider. Die Designs erfreuen sich so großer Beliebtheit, dass einige in 2009 von Westminster Fibers & Freespirit Fabrics neu aufgelegt wurden - unter anderem auch Coral Fantasy:


Und aus genau diesem Stoff möchte ich nun für meinen Mann ein Hawaiihemd nähen - und nicht nur das, sondern es soll auch noch eine passende Shorts dazu geben. Solche Freizeitsets (sog. Cabana Suits, Sport Sets oder auch Sun Sets) waren beliebte Strandmode und sind im Original heutzutage nur noch selten und zu Höchstpreisen zu erwerben. Und so liegt es nahe, es selbst zu nähen und ein Probeteil vom Hemd wurde schon gemacht und sitzt. Hier habe ich mal einige Beispiele dafür gesammelt.

Wenn ich Glück habe bleibt vielleicht auch ein bisschen von diesem wunderbaren Stoff übrig und es reicht noch für eine Kleinigkeit für mich!

Wie steht ihr denn so zu Hawaiihemden oder vielleicht sogar zu solchen Freizeitsets?

Kommentare:

  1. Ich finde die Muster ja toll, und hätte gerne mehr Anlässe Kleider daraus zu tragen (oder den Mut, sie einfach mal in den Supermarkt auszuführen...), aber meinen Mann könnte ich damit jagen. Die kurzen Hosen allein schon führen zu verächtlichem Schnaufen... :-D

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  2. Hallo,
    eigentlich bin ich weder so für Kurz, noch für viel Farbe an mir selbst.
    Und trotzdem bin ich gerade in Gedanken an einem Hawaiihemdverschnitt für mich selbs. Denn damit kann ich der besten Ehefrau von allen gleich zwei Wünsche erfüllen: "Trag doch mal mehr Farbe!" und: "Trag doch mal was mit kurzen Ärmeln!"
    Nun Habe ich auch schon den perfekten Stoff gefunden (http://de.dawanda.com/product/84927259-michael-miller-sea-buddies-sea-coral) und ihn ohne groß nachzudenken aufgekauft. Er ist von Michael Miller und hat ein Korallen motiv in zwei Koralltönen.
    Leider reicht er aber nicht für die Ärmel (und dabei verzichte ich schon auf große Kragen und Aufgesetzte Tasche)und ist nirgends mehr zu bekommen.
    Was mach ich jetzt blos, ich weiß nicht wie lange mein Mutausbruch bezüglich kurz und bunt noch anhält.
    Witzig, dass Hawaiihemd bei Euch auch gerade Thema ist.
    Liebe Grüße Christoph

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    1. Huhu Christoph, also bei fabric.com gäbe es den Stoff noch (https://www.fabric.com/buy/0393816/michael-miller-sea-buddies-sea-coral-coral?cm_vc=756b1813-cbc1-43b3-84bd-29889bf8fb7b) - ansonsten wäre ja auch eine zweite Stoffart denkbar. Du könntest dann zB die Ärmel und den Kragen in einem anderen Stoff machen (je nachdem was zu den Korallentönen passt). Du könntest auch eine Art Bowlingshirt daraus machen und die Korallen entsprechend einsetzen. Am schönsten wäre aber natürlich der gleiche Stoff..

      Vielleicht kommst Du bei bunt und kurz ja dauerhaft auf den Geschmack :)

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    2. Danke für den Tip, in den USA zu bestellen hatte ich mich noch nicht getraut, aber ich glaube da muss ich nun mal durch.

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    3. Ich habe den Stoff auch in den USA geordert (genauso wie mehrere Hemden) und hatte bislang keine Probleme - das Schlimmste ist eben, wenn man zum Zoll muss, aber auch da wird einem ja nicht der Kopf abgerissen ;)

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    4. Habs gemacht und der Stoff ist schon da, ging ja ganz schnell!
      Bei Unter 25€ auch ohne Zoll.
      Zwar war der Versand teurer als der Stoff aber es hat sich gelohnt jetzt kanns losgehen.
      Danke für den Tip

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